Mittwoch, 12. April 2017

Buchgedanken | "Der Letzte Stern" von Rick Yancey

Buchinformationen


Originaltitel: The Last Star | Autor: Rick Yancey | Verlag: Goldmann
Format: gebunden mit Schutzumschlag | Seiten: 384 Seiten | ISBN:  978-3-442-31336-5 
Preis: 16,99€ [D]
Erschienen am 03. Oktober 2016
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Da wären wir also. „Der Letzte Stern“ ist nach „Die fünfte Welle“ und „Das unendliche Meer“ nun der Abschluss der Trilogie. Tatsächlich habe ich eher gemischte Gefühle, wenn ich über das Ende der Geschichte nachdenke, aber dazu gleich mehr.


Nachdem Ringer nun ihre neuen Fähigkeiten besitzt, macht sie sich auf die Suche nach Ben und den anderen aus ihrer ehemaligen Einheit. Getrieben durch ihr neues Ziel, lässt sie nichts unversucht, um ihre Mission zu vollenden. Für mich war es jedoch extrem schwierig nachzuvollziehen, wieso sie auf einmal dieses Ziel verfolgt. Klar, jeder der das Buch gelesen hat, weiß natürlich, wer ihr den Auftrag erteilt hat. Da ich jedoch nicht Spoilern möchte, versuche ich so wenig wie möglich darüber zu erzählen.  Jedenfalls war für mich einfach unklar, welches Motiv sie angetrieben hat.

Zur gleichen Zeit entscheidet sich Ben dazu, nach Ringer zu suchen. Jedoch ahnt dieser nicht im Entferntesten, was mit ihr während ihrer Abwesenheit geschehen ist. So langsam wird auch deutlich, auf welche Art von Beziehung es zwischen den Beiden hinausläuft. Offensichtlich scheint Ben eine Art Beschützer Instinkt gegenüber Ringer zu entwickeln, was ich aber durchaus authentisch finde, wenn man bedenkt, was die Beiden zusammen durchgemacht haben.

Das Wiedersehen von Ringer und Ben verläuft dementsprechend für Beide um einiges anders, als erwartet. Für den Leser bleiben die großen Überraschungsmomente allerdings aus. Und so ist es leider das komplette Buch hindurch. Man ist zwar gespannt, was als nächstes passiert, aber im Endeffekt ahnt man es schon vorher.

Ich war ein sehr großer Fan vom ersten Teil der Trilogie und musste leider feststellen, dass die fesselnde Endzeit Atmosphäre aus „Die fünfte Welle“ im dritten Band gar nicht mehr vorhanden war.
Mich hat ein wenig das Gefühl überkommen, dass der Autor schnell die Reihe beenden wollte oder musste, und deshalb vieles, was die Trilogie ausmacht, auf der Strecke geblieben ist.

Was mich außerdem sehr verwirrt hat, waren die ständig wechselnden Perspektiven. Natürlich ist jede einzelne davon wichtig, gar keine Frage. Jedoch fehlte mir ein wenig die Ordnung darin. Manchmal war ich in Gedanken noch bei einem ganz anderen Charakter und habe gar nicht mitbekommen, dass die Erzählperspektive sich geändert hat.

Generell fand ich die Charaktere in diesem Buch allesamt recht nervig. Cassie hat kaum noch was von dem, wie wir sie im ersten Band kennen und lieben gelernt haben. Auch Sam, der nun anscheinend meint er könne tun und lassen was er will weil er im Militärlager war, nervt mit seinem Verhalten einfach nur. Man denkt sich eigentlich nur: wenn das wirklich der Rest der Menschheit ist in der Geschichte, sind eh alle verloren.
Was mich leider besonders ärgert ist das Ende. Ich meine hier handelt es sich um eine Geschichte, in der die Welt von Außerirdischen zerstört wird aber einen großen Showdown gibt es nicht. Man erwartet doch irgendwie einen großen Endkampf in dem der Held oder die Heldin das Ruder rumschwenkt und den Menschen einen neuen Anfang ermöglicht. Cassies Rumschwenken der Handlung fand ich allerdings wenig spektakulär inszeniert.

Alles in allem bin ich eher mittelmäßig zufrieden mit dem Abschluss der Trilogie. Einfach aus dem Grund, weil ich mir für die Geschichte  ein anderes Ende gewünscht hätte. Die Handlung schweift ab in sämtliche Richtungen und kommt nicht zum Punkt. Die Spannung wird alleine dadurch aufrecht erhalten, dass man bis zum Ende noch auf eine Wendung der Geschichte wartet.

Freitag, 10. Februar 2017

Buchgedanken | "Das Unendliche Meer" von Rick Yancey


Buchinformationen


Originaltitel: The Infinite Sea | Autor: Rick Yancey | Verlag: Goldmann
Format: gebunden mit Schutzumschlag | Seiten: 352 Seiten | ISBN:  978-3-442-31335-8 
Preis: 16,99€ [D]

Erschienen am 30. März 2015
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Wie sein Vorgänger „Die fünfte Welle“ beginnt auch „Das Unendliche Meer“ mit einem Prolog. Nun da die vermeintlich großen Geheimnisse um die Anderen und deren Pläne raus sind, war ich natürlich gespannt, wie man es schaffen will, einen würdigen Nachfolger für „Die fünfte Welle“ zu schreiben. Ich habe allerdings sehr schnell gemerkt, dass es noch um einiges mehr Fragen zu beantworten gibt, als ich dachte. Bis diese jedoch beantwortet werden, braucht man einen sehr langen Atem.
Cassie, Ringer und Ben finden sich mit ihren Freunden zunächst in einem Hotel wieder, welches sie als sicheren Unterschlupf nutzen wollen. Da sie jedoch sicher sind, dass dieser nicht lange sicher bleiben wird, entscheidet sich Ringer, das Hotel zu verlassen und nach einer neuen Bleibe zu suchen. Ihr Plan geht jedoch sehr schnell schief und so sieht Ringer sich bald in den Armen eines alten Feindes wieder.

Währenddessen wartet Cassie darauf, dass Evan nach den Ereignissen in „Die fünfte Welle“ zu ihr zurückkehrt und sorgt damit für Unmut in der Gruppe. Im ersten Band war ich ein sehr großer Fan von Cassie, jedoch fand ich diese ganze Sache mit Evan in diesem Buch ein wenig nervig. Sie klammert sich so sehr an die Hoffnung, dass er wieder auftaucht, dass sie Alles um sich herum zu vergessen scheint und wenig mit der starken Heldin aus „Die fünfte Welle“ gemeinsam hat.

Wenn man bedenkt, wie der erste Band aufgehört hat, fand ich es nahezu enttäuschend wie lethargisch die Geschichte in „Das unendliche Meer“ anfängt. Der Part im Hotel zieht sich sehr in die Länge und hat mich nicht so recht für sich einnehmen können. Man wartet die ganze Zeit, dass etwas Spannendes passiert, doch dazu muss man sich zunächst fast die Hälfte des Buches gedulden. Erfahrungsgemäß ist es jedoch meistens so, dass der zweite Band einer Reihe genau diese Probleme aufweist und wie ein Lückenfüller wirkt.


Etwas was ich aber lobend erwähnen will ist, dass wir während der Zeit im Hotel die Antwort darauf bekommen, warum im ersten Band die Jüngsten der Kinder im Camp Haven wieder mit dem Bus weggefahren wurden. Und ich weiß nicht so recht ob ich mehr entsetzt sein soll, oder schlicht und ergreifend fasziniert von der Idee des Autors. Ich denke es ist wohl ein bisschen von Beidem.
Was ich außerdem jedem empfehlen würde: lest den ersten Band nochmal bevor ihr mit Band zwei anfangt. Die Geschichte kann teilweise doch sehr verwirrend sein aufgrund der plötzlichen Sprünge zwischen den Erzählperspektiven. So bekommen wir zum Beispiel ein Kapitel aus Poundcakes Sicht erzählt und erfahren, wieso er nicht spricht.

Was mich sehr begeistert hat, waren die Kapitel aus Ringers Sicht. Sie scheint sich in „Das unendliche Meer“ zu dem wohl wichtigsten Charakter in der Geschichte zu entwickeln, wird doch der erste Teil und der dritte Teil des Buches komplett aus ihrer Perspektive erzählt. Man erfährt eine Menge über ihre Vergangenheit und warum sie zu dem Mädchen geworden ist, welches wir seit der fünften Welle als Ringer kennen.

Neben den bekannten Charakteren lernen wir außerdem zwei Neue kennen. Zum einen hätten wir da Grace, eine junge Frau aus Evans Vergangenheit, die so ziemlich jedes Klischee einer bösen Schönheit bedient. Genau wie Evan ist sie ein Silencer, jedoch nimmt sie ihre Aufgabe im Gegensatz zu Evan um einiges Ernster. Sie lebt den Plan der Anderen buchstäblich bis in den Tod und wird des Öfteren mit einer nordischen Kriegerprinzessin verglichen ... was meiner Meinung passt wie die Faust aufs Auge. Mir fallen jede Menge böse Wörter ein, mit denen man sie beschreiben kann. Aber nur weil sie zu den Bösen gehört, heißt das nicht dass ich ihren Charakter nicht mochte, ganz im Gegenteil. Ich finde Grace großartig und sie hätte viel mehr Auftritte in dem Buch verdient. Ich bin auch immer noch großer Hoffnung, dass sie in der Fortsetzung eine Rolle spielen wird, da mir ihr Schicksal in dem Buch nicht so ganz klar war.

Der zweite Neue heißt Razor. Ringer lernt ihn im dritten Teil der Geschichte kennen und zwischen den beiden entwickelt sich eine ganz besondere Beziehung. Es erinnert ein bisschen an die Anfangszeit zwischen Evan und Cassie, wo man nie so richtig wusste, was man in ihm eigentlich sehen soll. Es ist wirklich schwierig über Razor zu erzählen ohne zu Spoilern, aber so viel sei verraten: er und Ringer sind an einem großen Plot Twist beteiligt. Dieser Plot Twist verändert alles was man im ersten Band glaubt gelernt zu haben und lässt alles in einem völlig anderen Licht erscheinen. Und das war dann endlich der Punkt, auf den ich das ganze Buch hindurch gewartet habe. Nämlich diese Situation, in der man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. Und dann, bevor man überhaupt wusste wie einem geschieht und so viele Fragen aufgetaucht sind, endet die Geschichte plötzlich.

Viele neue Fragen, Ereignisse überschlagen sich und man möchte einfach nur wissen, wie es weitergeht. So hätte ich mir das ganze Buch gewünscht, aber ich bin mir sicher Rick Yancey wird sich was bei dem Aufbau der Geschichte gedacht haben. Wie am Ende des ersten Bandes ist man ein wenig entsetzt, jedoch aber auch irgendwie zufrieden, wie sich die Geschichte entwickelt. Ich hoffe nun, dass Band drei nochmal ein richtiger Knaller wird und meine Erwartungen an die Reihe hoffentlich übertreffen wird.

Donnerstag, 23. Juni 2016

[Rezension] "Zorn und Morgenröte" von Renée Ahdieh


Buchinformationen


Originaltitel: The Wrath and the Dawn | Autor: Renée Ahdieh | Verlag: Lübbe ONE
Format: gebunden mit Schutzumschlag | Seiten: 400 Seiten | ISBN: 384-660-020-2 
Preis: 16,99€ [D]

Erschienen am 12. Februar 2016

Inhalt


Chalid ist der König der Könige, der große Kalif von Chorasan und ein Monster. Jeden Tag nimmt er sich eine neue Frau und lässt sie im Angesicht der Morgenröte hinrichten. Doch dann tritt Sharzad in sein Leben, die sich freiwillig als neue Braut gemeldet hat. Sie hat nicht vor nach nur einer Nacht zu sterben, denn sie sinnt auf Rache. Rache für den Mord an Chalids letzter Frau Shiva, Sharzads bester Freundin.
Durch eine List schafft sie es, ihr Überleben zu sichern und sich die Gunst des Kalifen zu verschaffen. Doch je näher sie Chalid kennenlernt, desto mehr schreckliche Geheimnisse offenbaren sich und lassen die Morde an seinen Frauen in einem ganz anderen Licht dastehen. Schon bald muss Sharzad sich entscheiden ob sie in Chalid weiterhin das grausame Monster sieht, welches sie vernichten will, oder einen jungen Mann, den seine eigene Vergangenheit gezeichnet hat und der ihr Herz unvermeidlich immer schneller schlagen lässt …

Rezension


„Zorn und Morgenröte“ ist für mich eines dieser Bücher bei denen man Angst hat, es zu Ende zu lesen, weil die Geschichte dann ja vorbei ist und man auf die Fortsetzung warten muss. Es passiert mir nur sehr sehr selten, aber ich habe mich gleich nach dem ersten Kapitel in das Buch verliebt und wollte einfach nicht, dass die Geschichte aufhört.

Das Buch spielt in dem Königreich Chorasan, welches von dem achtzehn Jahre jungen Kalifen Chalid Ibn al-Rashid regiert wird. Jeden Tag nimmt er sich eine neue Frau und tötet sie dann im Angesicht der Morgenröte. Das alleine verspricht schon eine spannende Geschichte und als man dann die Protagonistin Sharzad kennenlernt, war es eigentlich auch schon um mich geschehen. Nach nur drei Seiten hat mich das Buch so in seinen Bann geschlagen, dass ich genau wusste, dies ist ein seltenes 5 Sterne Buch für mich.

Sharzad meldet sich freiwillig als neue Braut des Kalifen um Chalids letztes Opfer, ihre beste Freundin Shiva, zu rächen. Sie hat vor, länger als nur eine Nacht im Palast des Kalifen zu überleben und sich sein Vertrauen zu erschleichen. Denn nur so sieht sie eine Chance, ihn zu töten und ihn damit, für das was er getan hat, büßen zu lassen. Und so beginnt sie ihm eine Geschichte zu erzählen, die jedoch länger dauert, als nur eine Nacht und so ist Chalid gezwungen, sie vorerst am Leben zu lassen.

Doch warum tut er dies eigentlich? Das ist eine Frage die einen lange durch das Buch hindurch begleitet. Es gibt immer mal wieder kryptische Andeutungen aber die Wahrheit erfährt Sharzad erst kurz vor Ende. Die Spannung zieht sich also durch das gesamte Buch hindurch.

Je länger Sharzad es schafft, am Leben zu bleiben, desto mehr erfährt man auch über Chalid. Er selber ist eine eher ruhige Persönlichkeit, aber dennoch bedrohlich. Er ist ein begnadeter Schwerkämpfer und sieht natürlich atemberaubend aus. Durch sein mysteriöses Verhalten fühlt Sharzad sich zwar auf der einen Seite zu ihm hingezogen, verliert dabei jedoch nicht ihre eigentliche Mission aus den Augen. Irgendwie hab ich mir die ganze Zeit gewünscht, dass irgendwer auf die Idee kommen sollte, die Geschichte als New Adult Roman neu zu schreiben. Die Geschichte hat absolutes Potenzial dazu!

Sharzad hingegen kann man vergleichen mit einem Sturm der im Palast des Kalifen wütet. Sie ist selbstbewusst und willensstark und ihre Schlagkräftigkeit ist einfach nur genial. Ich hab des öfteren beim Lesen gedacht ‚wow, starke Antwort Sharzad!‘ und ich konnte von ihr als Protagonistin einfach nicht genug bekommen. Sie bringt ordentlich Leben in den tristen Alltag des Palastes und zeigt auch Chalid ein ganz neues Leben. Und so schafft sie es auch eine ganz neue Seite an ihm zum Vorschein zu bringen.

Doch auch wenn Sharzads Leben vorerst nicht mehr in Gefahr zu sein scheint, gibt es Menschen, die dem Kalifen und seiner neuen Frau nach dem Leben trachten und nichts unversucht lassen, um den Beiden zu schaden. Jedoch gibt es auch viele Nebencharaktere, die treue Verbündete des Herrscherpaares sind, wie zum Beispiel Chalids Freund Jalal oder Sharzads Magd Despina. Die Beiden sind definitiv eine Klasse für sich und sind mir ebenso ans Herz gewachsen wie die Hauptcharaktere. Die Autorin gibt ihren Charakteren eine so individuelle Seele, dass man gar nicht anders kann, als sie ins Herz zu schließen und mit jeder Handlung mitzufühlen.

Früher oder später gelangt Sharzad dann natürlich in ein gewaltiges Gefühlschaos. Sie liebt Chalid abgöttisch, weiß aber, dass sie Shiva gegenüber loyal sein sollte. Und dann taucht auch noch ihre alte Liebe Tarik auf und bringt das Chaos erst richtig ins Rollen.

In einem parallelen Handlungsstrang liest man über die merkwürdigen Vorkommnisse in die Sharzads Vater sich verstrickt hat. Dieser fängt nämlich an mit alter Magie herumzuexperimentieren, um seine Tochter zu retten. Ihr seht also, dass das Buch auch einen kleinen Fantasy Touch hat, dadurch jedoch nicht abgedroschen oder die Geschichte an den Haaren herbeigezogen wirken lässt. Ich finde die Magie passt hervorragend in den Kontext des Buches und ich muss einmal mehr betonen wie begeistert ich von dem Buch bin.

„Zorn und Morgenröte“ hat alles, was ein perfektes Jugendbuch braucht. Spannung, eine wirklich tolle Protagonistin, die vor Stärke und Selbstbewusstsein nur so strotzt und nicht auf den Mund gefallen ist, und eine Liebesgeschichte wie buchstäblich aus „1001er Nacht“. Wer dieses Buch nicht liest, hat definitiv was verpasst.

Freitag, 3. Juni 2016

|Rezension| "Cry Baby - Scharfe Schnitte" von Gillian Flynn

Buchinformationen

Originaltitel: Sharp Objects | Autor: Gillian Flynn | Verlag: Fischer Verlag
Format: Taschenbuch | Seiten: 336 Seiten | ISBN: 
359-603-202-4
Preis: 9,99€ [D]

Erschienen am 21. Mai 2015

Inhalt

Camille Preaker ist eine mittelmäßige Journalistin die ihr Leben in den Tag hinein lebt. Gezeichnet durch ihre Vergangenheit, wollte sie nie wieder in ihre Heimatstadt Wind Cap zurückkehren. Doch als dort zwei junge Mädchen ermordet werden, setzt ihr Chef Mr Curry sie auf den Fall an und Camille muss sich unweigerlich ihrer Vergangenheit und ihrer Familie stellen.
In Wind Cap erfährt Camille dass die Mädchen stranguliert wurden und ihnen dann die Zähne entfernt worden sind. Die Morde scheinen in kein Raster zu passen und die Suche nach dem Mörder geradezu aussichtslos, doch dann beschleicht Camille ein fürchterlicher Verdacht, wer krank genug sein könnte, den Mädchen so etwas anzutun …

Rezension

„Cry Baby“ ist das erste Buch von Bestsellerautorin Gillian Flynn. Protagonistin der Geschichte ist Camille Preaker, eine junge Frau aus Chicago die von ihrer Vergangenheit gezeichnet ist und sich als mittelmäßige Journalistin für eine Zeitung durchschlägt. Als in ihrer Heimatstadt Wind Cap zwei Mädchen grausam ermordet werden, setzt ihr Chef Mr Curry sie auf die Story an. Doch dies bedeutet auch, dass Camille sich ihrer Familie und damit auch ihrer Vergangenheit stellen muss. Getrieben durch den Drang, endlich einen spannenden Artikel zustande zu bringen, willigt sie jedoch ein und übernimmt den Auftrag.

Noch bevor die Geschichte richtig in Fahrt kommt, merkt man bereits, dass das Buch eine sehr negative und depressive Atmosphäre hat. Dadurch dass die Geschichte aus Camilles Perspektive erzählt wird, sie psychisch gebrandmarkt ist und eigentlich auch gar keinen richtigen Antrieb im Leben hat, passt es natürlich. Ich war nur sehr überrascht wie schnell mich der Schreibstil auf Camilles Stimmungslevel heruntergezogen hat.

Sobald Camille in Wind Cap ankommt, lernt man das erste Mal ihre Familie kennen. Im Grunde genommen spaltet sich die Geschichte dort in zwei Teile und ich weiß bis zuletzt nicht, was im Endeffekt der Haupthandlungsstrang war. Zum einen wird der Mord an den beiden Mädchen Ann Nash und Natalie Wheeler in dem Buch behandelt, aber der jahreslange Konflikt zwischen Camille und ihrer Mutter Adora macht einen so großen Teil der Geschichte aus, dass die Morde fast schon in den Hintergrund geraten.

Um nähere Infos über die Mordopfer zu bekommen, interviewt Camille deren Familienangehörige und stößt hierbei auf einige verstörende Fakten. So waren die beiden gar nicht die vermeintlichen lieben Mädchen von nebenan, sondern neigten beispielsweise zu kleinen Gewalttaten an ihren Mitschülerinnen. Generell scheint es so, als sei das Buch sehr auf Frauen fokussiert. Alle wichtigen Personen in der Geschichte sind weiblich. Außerdem Hat jeder dieser Charaktere in dem Buch eine psychische Störung.

Camille selber leidet unter einer Störung die sie seit Kindesalter dazu bringt, alles aufzuschreiben was sie hört. Doch irgendwann fing sie an, die Sachen nicht nur zu Papier zu bringen, sondern sich diese auf die Haut zu schreiben und dann einzuritzen. Woher die Krankheit genau kommt erfährt man leider nicht, es ist aber anzunehmen, dass ihre schwierige Kindheit dazu geführt hat. Was mich auch schon zum nächsten Charakter bringt, nämlich Camilles Mutter Adora. Sie war nie in der Lage Camille richtig zu lieben und hat sie das natürlich auch spüren lassen. Stattdessen hat sie ihre Schwester Marian verwöhnt und umsorgt, bis diese schließlich schwer krank gestorben ist. So ergeht es auch Camilles Schwester Amma, die das Kind von Adora und ihrem neuen Mann ist.

Amma ist nochmal ein Kaliber für sich. Durch das krankhafte verhätscheln ihrer Mutter hat sie eine Störung entwickelt, die sie glauben lässt, dass sie über alles und jeden stehen würde. Andere Menschen behandelt sie oftmals würdelos und besonders ihre „Freundinnen“ wie eine Art Sklaven. Sehr bezeichnend fand ich Szene in der sie zum Schlachthof gefahren ist um die Schweine dort zu beobachten. Genau das beschreibt ihren Charakter perfekt, mehr muss man dazu nicht sagen.

Generell ist das Buch definitiv als Erwachsenenliteratur einzustufen, da der Inhalt sehr anstößig ist. Der Schreibstil an sich ist so negativ und eklig gehalten, als ob bewusst vermieden wurde auch nur einen Funken Positives in die Geschichte einzubauen. Gillian Flynn hat es wirklich geschafft den Inbegriff eines Psychothrillers zu schreiben. Leider hat man bereits nach den ersten 150 Seiten eine gewisse Vorahnung wer der Mörder der beiden Mädchen ist. Trotzdem ist das Buch unglaublich spannend weil die ganzen Charaktere so unberechenbar sind und man immer Angst hat, was diese sich gegenseitig als nächstes antun könnten.

Die Geschichte ist in sich abgeschlossen, sodass es am Ende auch keinen Cliffhanger gibt. Stattdessen gibt es nochmal einen spannenden Plot Twist. Ich bin sehr begeistert von dem ersten Gillian Flynn Buch und es wird sicherlich nicht mein letztes gewesen sein. Ein Buch wie „Cry Baby“ habe ich noch nie zuvor gelesen, wirklich unvergleichbar.

Zum Ende dann noch einen kleinen Fun Fact. Und zwar hat die Autorin am 1. April auf ihrer Facebook Seite verkündet, dass das Buch (auf engl. Sharp Objects) von HBO als Serie rausgebracht wird mit Amy Adams in der Hauptrolle. Na wenn das mal nicht für die Qualität des Buches spricht. Ein absolutes Must Read!

Samstag, 28. Mai 2016

[Rezension] "Die Schatten von London" von Maureen Johnson

Buchinformationen


Originaltitel: The Name of the Star | Autor: Maureen Johnson | Verlag: cbt Verlag
Format: Klappenbroschur | Seiten: 512 Seiten | ISBN:
978-3-570-30943-8
Preis: 13,99€ [D]

Erschienen am 08. Dezember 2014

Inhalt

Kaum beginnt Rory ihren ersten Tag am Internat Wexford, beginnt eine grausame Mordserie London zu erschüttern. Ein Unbekannter ahmt die damaligen Jack the Ripper Morde nach, doch weder Überwachungskameras noch die Polizei bekommen den Mörder je zu sehen. Und obwohl es unmöglich scheint ihn zu fassen, steht Rory ihm plötzlich Auge in Auge gegenüber. Außer ihr scheint ihn aber niemand gesehen zu haben, geschweige denn sehen zu können.
Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, denn der Mörder zieht weiter seine blutigen Spuren durch London. Doch dann nimmt sein Spiel eine drastische Wendung und Rory scheint sein nächstes Opfer zu werden ...

Rezension

Die Geschichte beginnt mit Rorys Ankunft am Wexford Internat in London. Auf sie wirkt ihre neue Umgebung zunächst eher einschüchternd und sie weiß beim besten Willen noch nicht, wie sie mit ihren ganzen hochnäsigen Mitschülern klarkommen soll. Jedoch lernt sie schon bald ihre Zimmergenossin Jazza kennen, die zwar auf den ersten Blick wie ein verwöhntes Püppchen wirken mag, jedoch eher schüchtern und bescheiden ist. In ihr findet Rory dann schnell eine Freundin die ihr das Leben in der neuen Umgebung um einiges erträglicher macht.

Das friedliche Internatsleben wird jedoch bald von einer schrecklichen Mordserie erschüttert. Ein Unbekannter stellt die Morde von Jack the Ripper eins zu eins nach und versetzt damit die Bevölkerung in Angst und Schrecken. Einfach von der Idee her, finde ich das Buch so schon große Klasse.

Als dann klar wird, dass niemand den Mörder jemals zu Gesicht bekommen hat und nicht einmal Überwachungskameras in der Lage sind, ihn auf Band zu bekommen, beginnt das eigentlich Gruselige an der Geschichte. Denn ausgerechnet Rory ist die einzige, die ihn gesehen hat. Ab dem Punkt wird sie zum Mittelpunkt sämtlicher Ermittlungen von Polizei und Geheimdiensten. Man selber kommt als Leser leider sehr schnell dahinter, wieso Rory ihn als Einzige sehen kann. Ich finde das hätte man besser verpacken können um die Spannung länger aufrecht zu erhalten. Gerade wenn man schon viele Jugendbücher gelesen hat, ist es doch sehr vorhersehbar, was hinter dem Mysterium steckt.

Kurz darauf taucht eine neue Schülerin namens Boo am Internat auf und legt ein zugegebenermaßen recht merkwürdiges Verhalten an den Tag. Rory und Jazza scheinen sich zunächst nicht recht mit ihrer neuen Mitbewohnerin arrangieren zu können, bis klar wird, wer Boo eigentlich ist und wo sie herkommt. Auch hier sind die Zusammenhänge leider zu erahnen und der gewollte Überraschungseffekt blieb bei mir leider aus.

Dennoch finde ich die Idee hinter der Geschichte und den Aufbau der Story gut. Es ist halt nicht das Selbe Thema was man bereits in zig anderen Büchern schon gelesen hat. Klar, einige Motive sind einem einfach irgendwann bekannt, trotzdem bin ich mit dem Unterhaltungscharakter des Buches sehr zufrieden. Es gab eigentlich keine Stelle an der ich für mich gesagt habe, ich brauche mal eine Pause oder ich bin gelangweilt.

Lobenswert erwähnen muss ich ebenfalls, dass es kein nerviges Liebesdreieck gibt. Es wird in keinster Weise von der eigentlichen Story abgelenkt. Dennoch geht es um ein anderes wichtiges Thema, nämlich Freundschaft. Zwischen Rory und den Nebencharakteren entwickelt sich eine sehr schöne Beziehung die eben auch zeigt, wie wichtig es ist in brenzligen Lebenssituationen wahre Freunde zu haben.

Zum Ende hin wird die Geschichte durch einen spannenden Showdown abgerundet, wo ich ehrlicherweise wirklich mitgefiebert habe, wie Rory und ihre Freunde da jemals wieder aus der Situation herauskommen sollen. Und dann gab es leider auch wieder den unvermeidlichen Cliffhanger. Mittlerweile kommt ja kaum ein Buch, das Teil einer Serie ist, noch ohne aus.

Fazit

Mit Ausnahme von ein paar Kritikpunkten hinsichtlich der Vorhersehbarkeit war ich wirklich angetan von dem Buch und auch der Thematik. Ich finde das Buch sticht durchaus aus der Masse heraus und gehört nicht zu dem üblichen Jugendbücher Einheitsbrei. Das ganze Motiv mit Jack the Ripper, verpackt als Jugendthriller hat mir gut gefallen und ich werde definitiv den Folgeband lesen.

Freitag, 27. Mai 2016

Buch Haul Mai 2016 | Bisschen was fürs Herz und ein neuer Jennifer L. Armentrout Roman

Auch diesen Monat habe ich wieder in meinen örtlichen Büchereien gewildert. Dieses Mal muss ich mich wirklich selber loben, ich habe einige Schmuckstücke gefunden auf die ich mich schon megamäßig freue ;-)

Als erstes habe ich mir den ersten Teil der Dark Elements Reihe von Jennifer L. Armentrout mitgenommen (zum Lesen des Klappentextes aufs Bild klicken und vergrößern).
Ich bin echt gespannt ob die Bücher so gut sind wie alle sagen. Die Kritiken in der Bücher Community überschlagen sich ja förmlich vor Euphorie :-D


 Als zweites habe ich mir mal etwas aus dem Bereich Contemporary mitgenommen. Ich muss ehrlich sagen ich finde immer mehr Gefallen an Gegenwartsliteratur, obwohl ich eigentlich nie der Typ dafür war. Auch hier findet man fast ausschließlich gute Rezensionen zu dem Buch.



Samstag, 14. Mai 2016

p2 Sunshine Goddess Venus Beauty Blush & Bronzing Highlighter | Bilder und Swatches |

Wie jedes Jahr bringt p2 auch dieses Jahr wieder eine Sommerkollektion auf den Markt mit dem wunderschönen Namen Sunshine Goddess. Alle, die wie ich ein Faible für die Antike und alles was damit zusammenhängt haben, kommen hier voll auf ihre Kosten ;-)


Leider besteht die LE zu 90% aus Gold und Glitzer, was vieles sehr billig aussehen lässt. Schön fand ich allerdings den Blush und den Bronzing Highlighter und so durften die Beiden Hübschen bei mir einziehen.

Der Blush hat die Farbe 010 Sensual Rose und beinhaltet 5g. Der Bronzing Highlighter heißt 010 Refined Golden und ist mit 9g ein wenig größer als der Blush.

Als erstes habe ich ein paar Swatches von dem Blush gemacht. Dafür habe ich zwei verschiedene Lichtverhältnisse gewählt um zu sehen, wie die Farbe sich verhält.
Man sieht auf jeden Fall, dass die Farbe einen goldenen Schimmer hat, egal in welches Licht man geht. Auf den Wangen fällt dies aber nicht übermäßig auf, also man braucht keine Angst haben dass man aus 100 Meter Entfernung Gold im Gesicht leuchtet.



Leider verliert das schöne Silber Ornament am Rand des Blushes sofort den Schimmer wenn man nur einmal sanft drüberfährt. Ich schätze allerdings dass von dem Muster auch nicht mehr viel übrig bleibt wenn man ein oder zweimal mit dem Pinsel in dem Pfännchen war.


Auch beim Bronzer habe ich mehrere Swatches gemacht. Allerdings konnte ich da kaum einen Unterschied feststellen. Die Farbe schimmert in einem Gold-Braun Ton und ist in der Tat eher als Highlighter geeignet. Durch den goldenen Schimmer sollte man damit nicht zu großzügig auf den Wangen umgehen. Ich finde er macht sich sehr gut im Gesicht wenn man darunter ein wenig Selbstbräuner trägt um diesen typischen Sommer Glow zu bekommen.




Das war es auch schon. Was habt ihr euch gekauft? Haben euch die anderen Produkte mehr angesprochen als mich? Oder habt ihr auch nur zu dem Blush und dem Bronzer gegriffen?

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Buchgedanken | "Der Letzte Stern" von Rick Yancey