Mittwoch, 29. Dezember 2010

Rezension: "Haus der Vampire - Verfolgt bis aufs Blut" von Rachel Caine

Produktinformationen:
Originaltitel: Glass Houses
Autor: Rachel Caine
Verlag: Arena Verlag
Serie: Haus der Vampire (Band 1)
Format: Klappenbroschur
Seiten: 312 Seiten
ISBN: 340-106-360-X
Preis: 12.95€

Cover © Arena Verlag

Inhalt:
Claire hat es als Neue auf dem College in Morganville alles andere als leicht, macht sie sich doch gleich vom ersten Augenblick an die beliebte Monica zur Feindin.
Ihre Clique macht Claire das Leben im Wohnheim zur Hölle und bringt sie dabei fast um. Sie beschließt sich einen neue Bleibe zu suchen und landet in Glass House, welches von einer recht seltsamen WG bewohnt wird.
Da wäre zum einen Michael, der den ganzen Tag schläft und nachtaktiv ist. Der Zweite im Bunde ist der Sunnyboy Shane und die dritte ist Eve, ein Gothic Girl, das Claire vor den Vampiren in Morganville warnt.

Claire hält dies für ausgemachten Unsinn, doch als sie am eigenen Leib zu spüren bekommt, wozu einige Bewohner Morganvilles, und insbesondere Monica, fähig sind, muss sie einsehen, dass an ein friedliches Leben nun nicht mehr zu denken ist …

Rezension:
„Verfolgt bis aufs Blut“ ist der Auftakt zur „Haus der Vampire“ Reihe. Zentrum ist die Stadt Morganville, in der es von Vampiren nur so wimmelt. Und als die introvertierte Claire dort zum Studieren hinzieht, muss sie feststellen, dass man dort alles andere als ein friedliches Leben führen kann.

Jedoch weiß sie anfangs noch genauso wenig von den Vampiren wie der Leser. Alles was man erfährt sind wage Hinweise, auf die man sich nicht wirklich einen Reim machen kann.
Dies steigert natürlich ordentlich die Spannung und macht die Geschichte interessant, auch wenn man Eve und Shane die Geschichte anfangs nicht so recht abnehmen will.

Dennoch finde ich es sehr schön wie die Autorin sich dem Thema genähert hat. Es ist endlich mal wieder eine neue Idee im undurchdringlichen Dschungel der Vampir-Jugendromane und eine neue Art dies umzusetzen.
Ich muss auch ehrlich gestehen, dass ich noch nie eine Vampirgeschichte gelesen habe, die mir so real vorkam. Rachel Caine hat es einfach geschafft, ihre Story mir als Leserin auf sehr authentische Weise nahezubringen, was ich das ganze Buch hindurch sehr genossen habe.

Es gab keine Schwierigkeiten, sich die Stadt vorzustellen, wie sie im Buch beschrieben wird oder die einzelnen Charaktere. Der Schreibstil macht dies einfach möglich und auch wenn ich das englische Original nicht gelesen habe, finde ich, dass die Übersetzung doch ganz gut gelungen ist und in keinster Weise holprig wirkt, wie es leider bei manchen Büchern der Fall ist.

Zur guten Unterhaltung haben natürlich auch die Protagonisten beigetragen. Eine davon ist Claire, die anfangs noch sehr introvertiert wirkt, unsicher und eigentlich total verloren auf dem Campus. Mir hat sie wirklich total Leidgetan auf den ersten Seiten und ich konnte manchmal wirklich verstehen, wieso sie andauernd anfängt zu weinen. Als Leser hat man total Mitleid mit ihr, da man in den ersten Kapiteln die Hasstiraden von Monica einfach nicht versteht und genauso verzweifelt vor ihr fliehen würde wie Claire. Glücklicherweise macht sie im Laufe des Buches eine große Entwicklung durch und wird um einiges stärker und selbstbewusster.

Helfen tun ihr dabei ihre neuen Mitbewohner Eve, Shane und Michael. Die drei bilden einen richtig schön bunten Haufen und waren mir eigentlich von Anfang an sympathisch.
Eve ist ein Gothic Girl und nimmt kein Blatt vor den Mund was ihre Meinung zu den Vampiren betrifft. Doch auch wenn sie ein wenig vorlaut ist, ist sie für Claire doch eine wichtige Freundin, die sie in genau zum richtigen Zeitpunkt in ihrem Leben trifft.
Anders als Eve macht Michael ein großes Geheimnis aus den Vampiren und als Leser merkt man sofort, dass er wohl etwas Wichtiges über sich verschweigt, von dem nicht mal Eve und Shane wissen. Aber man merkt auch, dass er der stille Wortführer der Glass House WG ist und eigentlich für jede noch so schlimme Situation eine Lösung hat.

Man bekommt also eine ordentlich Ladung Mysterien und Spannung geboten, doch auch ein ganz klitzekleines bisschen Romantik. Denn auch wenn Shane Claire anfangs eher wie eine kleine Schwester behandelt, so merkt man doch gleich, dass sich bei den beiden etwas anbahnt.
Dennoch lenkt dies nicht von der wesentlichen Geschichte ab, nämlich Claires Kampf gegen Monica und die ganzen Morganville Vampire, die sie sich plötzlich zum Feind gemacht hat.
Die Story ist auf jeden Fall nichts für schwache Nerven und es geht ganz schön turbulent zu in Claires neuem Zuhause.

Ein netter Nebeneffekt sind die Andeutungen zu den Vergangenheiten der einzelnen Charaktere. Bei einigen wird mehr aufgedeckt, bei den anderen eher weniger, was mich natürlich schon gespannt auf den nächsten Band macht.
Dazu trägt auch das Ende der Geschichte bei, dass zum einen ein riesiger Wendepunkt ist und gleichzeitig mit einem Cliffhanger endet.

Fazit:
Für mich klang die „Haus der Vampire“ Reihe eigentlich immer wie eine der vielen anderen Vampirgeschichten, die sich auf dem Markt tummeln. Doch ich bin so froh, dass ich angefangen habe, die Reihe zu lesen, denn sie ist wirklich gut. Ja sie macht sogar süchtig, würde ich fast sagen. Man blättert einfach immer weiter und kann nicht aufhören zu lesen, was als nächstes passieren wird und umso gespannter bin ich, wie der zweite Band der Reihe ist und ob sich die Autorin noch steigern kann. Ein hoch auf die Morganville Vampire.

Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar geht an den

Sonntag, 26. Dezember 2010

Rezension: "Ein Herz auf Flügeln Zart" von Helen Abele

Produktinformationen:
Originaltitel: -
Autor: Helen Abele
Verlag: Planet Girl Verlag
Serie: -
Format: kartoniert
Seiten: 240 Seiten
ISBN: 978-3-522-50223-8
Preis: 12.95€

Cover © Planet Girl

Inhalt:
Lizzy arbeitet als Hausmädchen bei dem College Bibliothekar Puddlewick und seinen Söhnen Hektor, Paris und Aeneas.
Zusammen mit ihrer Freundin Mary träumt sie von der großen Liebe und schwärmt von den charmanten Puddlewick Brüdern. Doch als Mädchen niederen Standes, sieht Lizzy kaum Chancen, eine gute Partie zu machen.
Doch da bekommen die Brüder einen wichtigen Auftrag und Lizzy und Mary’s Hilfe wird benötigt. Dabei verliebt Mary sich nicht nur unsterblich, sondern auch Lizzy kommt ihren Traum von der großen Liebe ein Stückchen näher.
Dass sie jedoch auf einmal drei Verehrer gleichzeitig zu haben scheint, macht die Sache um einiges komplizierter …

Rezension:
„Ein Herz auf Flügeln zart“ versprüht schon durch den Titel pure Romantik, doch auch vom Inhalt wird man diesbezüglich nicht enttäuscht. Unterstützt wird das Ganze durch ein wunderschönes Cover, dass Lizzy in ihrem Ballkleid zeigt und genauso detailgetreu umgesetzt wurde, wie es im Buch beschrieben wird. Dafür gibt es schonmal ein großes Plus.

Die Geschichte ist mit viel Humor geschrieben und richtet sich durch die sehr leichte Sprache an ein eher junges Publikum. Die Handlung ist nicht großartig kompliziert und konzentriert sich auf die romantischen Beziehungen zwischen den Charakteren.

Dabei kann man sich so richtig vorstellen wie die ganzen Teenie Mädchen im 19. Jahrhundert von ihren Liebsten geschwärmt haben und von der großen Liebe träumten.
Die Sache wird für Lizzy allerdings extrem erschwert, als sie auf einmal drei Verehrer hat. Doch sie hat natürlich ihren persönlichen Favoriten gewählt und dies ist ausgerechnet Hektor, der älteste Sohn von Professor Puddlewick.

Dieser scheint nämlich mehr Wert auf eine Karriere zu legen, als auf eine Liebesbeziehung. Lizzy muss sich also ordentlich die Zähne an ihm ausbeißen und ihn quasi zu seinem Glück zwingen.
Ich finde, dass die Autorin dies wirklich süß umgesetzt hat und jungen Leserinnen die Liebesprobleme von Teenies einer anderen Epoche sehr gut nahebringen kann.

Lizzy an sich finde ich ebenfalls gelungen, da sie noch sehr unschuldig und naiv in ihrem Verhalten ist und dabei nicht vom Wesentlichen der Geschichte ablenkt. Die Romantik soll schließlich im Vordergrund stehen.

Doch was wäre eine Liebesgeschichte ohne die passenden Jungs. Dafür hat uns die Autorin die drei Puddlewick Brüder beschert, benannt nach den großen Helden des trojanischen Krieges.
Ein schöner Nebeneffekt, da dieser ja durch die Liebe zwischen Paris und Helena ausgelöst wurde.

Außerdem gab es noch eine kleine Besonderheit. Um der Romantik den letzten Schliff zu geben, wurden Claddagh Ringe mit in die Geschichte eingebaut.
Ein kurzer Hinweis: Claddagh Ringe sind einfach der ultimative Liebesbeweis ;)

Fazit:
Junge Leserinnen, die viel Wert auf Romantik in einem Buch legen, dürften sehr viel Gefallen an dem Buch finden. Aber auch Leserinnen, die einfach nur eine süße Unterhaltung für Zwischendurch suchen, sind mit dem Buch sicherlich gut bedient.
Besonders schön sind einfach die verschiedenen Bausteine, derer sich die Autorin bedient hat, wie zum Bespiel die Claddagh Ringe, um der Geschichte den romantischen Charme zu verleihen.

Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar geht an den

Mittwoch, 22. Dezember 2010

[Rezension] "Engelsnacht" von Lauren Kate

Cover © cbt
Produktinformationen:
Originaltitel: Fallen
Autor: Lauren Kate
Verlag: cbt Verlag
Serie: Fallen Serie (Band 1)
Format: gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: 448 Seiten
ISBN: 978-3-570-16063-3
Preis: 17.99€

Inhalt:
Lucinda Price, genannt Luce, wird wegen eines vermeintlichen Verbrechens auf die Sword & Cross Academy geschickt, einer Besserungsanstalt für Verhaltensauffällige Jugendliche.
Doch selbst dort wird sie weiterhin von den seltsamen Schatten verfolgt, die sie seit ihrer Kindheit heimsuchen und ihr das Leben schwer machen.
Als wäre dies nicht schon schlimm genug, trifft sie auch noch auf den umwerfenden Daniel Grigori, der ihr zwar vertraut vorkommt, Luce jedoch aus irgendeinen Grund zu hassen scheint.
Nach und nach kann sie sich ihm nähern und erfährt, warum Daniel sich so von ihr distanziert.

Luce und Daniel sind gefallene Engel und verdammt. Verdammt dazu, sich in jedem Leben zu verlieren, wenn sie sich verlieben. Doch dieses Mal ist alles anders ...

Englischer Buchtrailer: © Random House UK


Rezension:
„Engelsnacht“ ist der erste Band der „Fallen Serie“ von Lauren Kate. Insgesamt sind vier Bände für die Serie geplant. Das Cover ist das Selbe wie bei der amerikanischen Ausgabe und meiner Meinung nach, hätte man es kaum besser treffen können. Zum einen passt es toll zur Geschichte und ich glaube kaum, dass jemand in einer Buchhandlung daran vorbeigeht, ohne sich wenigstens einmal danach umgedreht zu haben oder es in die Hand zu nehmen.

Wie der Titel schon vermuten lässt, geht es um Engel. Für den Leser ist von Anfang an eigentlich klar, dass es sich bei Daniel nur um einen Solchen handelt, doch natürlich tappt Luce absolut im Dunkeln. Dies macht zwar ein wenig den Überraschungseffekt kaputt, nicht aber die aufregende Stimmung die die Geschichte erzeugt.

Denn den genauen Grund, weshalb Daniel sich anfangs von Luce distanziert, ist nicht so einfach zu durchschauen und unterstützt wird dies noch durch eine Reihe merkwürdiger Verhaltensweisen von Daniel. Kurz gesagt: Wir haben es mit dem klassischen Mystery Typen zu tun.
Diese Rolle behält er auch wirklich bis zum bitteren Ende bei und sorgt so dafür, dass man für sich selbst schon die wahnsinnigsten Theorien aufstellt. Als dann rauskommt, was die beiden miteinander verbindet und wer er wirklich ist, würde man als Leser am liebsten vor Verzweiflung laut aufschreien, weil ein Happy End eigentlich ausgeschlossen sein müsste, wäre dieses Mal nicht alles anders. Denn plötzlich scheint es Hoffnung für die Beiden zu geben.

Genau geht die Autorin leider nicht drauf ein, was heißt, dass man am Ende noch ziemlich ahnungslos ist, was gewisse Details betrifft. Näheres erfährt man dann hoffentlich in der Fortsetzung, da ich das Thema wirklich spannend finde und Lauren Kate ihrer Idee einen eigenen Stempel aufgedrückt hat.

Was ich aber wohl am liebsten an dem Buch mochte, war die ungeheure Romantik, die sich entlädt. Dies mag zum einen am Schreibstil der Autorin liegen, den ich sehr angenehm fand und der einen beim Lesen in eine Art Trance versetzt, sodass man einfach weiterliest und sich von der Geschichte forttragen lässt.

Doch nicht nur zwischen Luce und Daniel knistert es. Denn auch Cam, ein ebenso atemberaubender Typ wie Daniel, jedoch viel aufgeschlossener, hat ein Auge auf Luce geworfen. So sorgt er nicht nur für reichlich Rivalität in der männlichen Riege, sondern auch für eine Menge weiterer Geheimnisse.
Denn eines ist auch bei ihm sofort klar: Er hat etwas zu verbergen.
Und obwohl ich eine ganze Zeit lang „Team Cam“ war, kam es mir mit der Zeit doch ein wenig merkwürdig vor, dass er offenbar eine absolut reine Weste zu haben scheint.

Doch genauso wie der Leser vertraut auch Luce ihm zunächst voll und ganz. Das macht sie für mich aber um einiges authentischer, da jede Handlung und jeder Gedanken von ihr einfach so sehr menschlich ist. In vielen Situationen hätte ich persönlich genauso wie sie gehandelt und hinterher auch die gleichen Bedenken gehabt wie sie. Insgesamt hat Lauren Kate ihre Protagonistin zu einer typischen Jugendlichen gemacht, die alles andere als perfekt ist und viele Ecken und Kanten hat. Ich mochte Luce einfach.

Was Daniel betrifft, so hatte ich anfangs wirklich das Bedürfnis, dass Luce ihn mal ordentlich anschreit, weshalb er so abweisend ihr gegenüber ist, wenn sie nur versucht nett zu sein.
Letzten Endes versteht man seine Beweggründe aber vollkommen und man kann dann auch Luces Schwärmerei leicht nachvollziehen. Denn er entpuppt sich wirklich als total lieber und fürsorglicher Mensch, obwohl ich am Ende immernoch das Gefühl hatte, noch längst nicht alles über ihn zu wissen.
Auf jeden Fall stimmt die Chemie zwischen Luce und ihm, was für mich immer besonders wichtig ist, damit die gesamte Geschichte einen Sinn ergibt.

Abgerundet wird die Story durch einen epischen Showdown, den ich so noch nicht in einem Buch erlebt habe. Soviel sei gesagt: Krieg der Welten mit Pauken und Trompeten und Lichtershow.

Alle Fragen werden nicht geklärt und auch ein Cliffhanger bleibt uns nicht erspart. Ich denke aber, dass es sich in jedem Fall lohnen wird, die Fortsetzung zu lesen und ich bin wirklich sehr gespannt, wie es mit Luce und Daniel weitergehen wird.

Fazit:
Fantasyfans, die Romantik und Engel lieben, werden dieses Buch garantiert vergöttern. Alle Anderen werden in „Engelsnacht“ ein wunderschönes Jugendbuch finden, das zu himmlischen Lesestunden einlädt und den Leser garantiert zum Träumen bringt.

Ein herzliches Dankeschön für das Leseexemplar geht an den

Rezension: "Mottentanz" von Lynn Weingarten

Produktinformationen:
Originaltitel: Wherever Nina lies
Autor: Lynn Weingarten
Verlag: cbt Verlag
Serie: -
Format: Paperback
Seiten: 320 Seiten
ISBN: 978-3-570-30741-0
Preis: 8,99€ [D], 9,30€ [A]

Cover © cbt

Inhalt:
Nach dem spurlosen Verschwinden ihrer Schwester Nina, setzt Ellie alles daran sie wiederzufinden. Bisher jedoch vergebens. Doch dann glaubt sie auf eine heiße Spur gestoßen zu sein und will sich erneut auf die Suche nach ihrer Schwester machen.
Da trifft sie plötzlich auf Sean, der seinen Bruder verloren hat und von dem Ellie sich sofort verstanden fühlt. Er bietet ihr seine Hilfe an und gemeinsam machen sie sich auf den Weg, Nina zu finden.
Auf ihrem gemeinsamen Roadtrip verliebt Ellie sich unsterblich in Sean, doch als sie herausfindet, was mit ihrer Schwester geschehen ist, muss sie einsehen, dass es manchmal grausamere Schicksale als den Tod gibt ...

Rezension:
Der Titel „Mottentanz“ ist zunächst ein wenig irreführend, da es ja doch eher ein wenig romantisch klingt und nicht nach einem Thriller, der sich gewaschen hat. Dafür bekommt aber das Cover ein riesiges GO von mir, da es mal etwas Neues ist und absolut traumhaft aussieht.

Soviel zur Aufmachung. Was den Inhalt angeht, weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll, weil der einfach nur der absolute Wahnsinn ist.
Ich hab die erste Seite gelesen und war sofort überzeugt, dass dieses Buch mich umhauen wird.

Der Grund dafür ist zum einen, dass die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Ellie geschrieben ist und ihre Gedanken einfach sehr schön in Szene gesetzt worden sind. Was sie fühlt und denkt ist so richtig schön tiefgründig, dass man sich gut in ihre Lage hineinversetzen kann und zu hundert Prozent mitfühlt. Nun befindet sie sich auch in einem ordentlichen Gefühlswirrwarr, was das Ganze noch um einiges aufregender gestaltet und für den Leser wie eine Achterbahnfahrt ist.

Wichtig ist auch, dass der Schreibstil wirklich schön ist und nicht holprig wirkt. Der Lesefluss wird also nicht unnötig behindert und man kann die Geschichte einfach genießen.

Dazu trägt auch die Verbindung zwischen Thrill und Romantik bei, die so gut umgesetzt wurde, dass eine Spannung entsteht, der man sich nicht entziehen kann. Diese baut sich langsam auf und endet in einer Spannungsexplosion, die dann noch gut abgerundet wird und den Leser mit einem zufriedenen Gefühl zurücklässt.

Was die Charaktere an sich betrifft, kann ich mich auch nicht beschweren. Ellie ist als Protagonistin einsame Spitze. Ihre Weltanschauung ist durch das, was sie erlebt hat so wahnsinnig tiefgründig und sie nimmt ihre Umgebung viel intensiver wahr als Andere. Sie lebt mit der Gewissheit, dass sich das Leben stetig verändert und man sich dem anpassen muss.
Dadurch, dass all dies dann auch noch so schön beschrieben wurde und man sich fühlt, als wären es die eigenen Gedanken und Gefühle, kann man sich super mit Ellie identifizieren und sich nicht mehr von ihrer Geschichte lösen.

Und dann tritt ja Sean in ihr Leben, den ich persönlich anfangs sehr sympathisch fand, ihm dann jedoch eher die Rolle des mysteriösen Unbekannten zugeschrieben habe. Über Sean will ich nicht zu viel verraten, aber er bringt die Handlung ordentlich in Schwung.
Außerdem sorgt er für die romantische Stimmung im Buch und als Leser zweifelt man einfach nicht daran, dass er und Ellie perfekt füreinander sind. Dennoch bleiben immer ein paar Geheimnisse über ihn, doch genau das macht die Geschichte so besonders. Alles und Jeder trägt seinen Teil dazu bei, dass das Buch so schön und gleichzeitig wahnsinnig spannend ist.

Fazit:
Das Buch hat nicht nur ein wunderschönes Cover, sondern auch einen Inhalt, der einen zum Schmelzen bringt. Es ist mir ein Rätsel wie man Romantik und Thrill gleichzeitig erzeugen kann, doch Lynn Weingarten hat dies definitiv geschafft. Ein spitzen Jugendroman.

Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar geht an den

Donnerstag, 16. Dezember 2010

Rezension: "Ash" von Malinda Lo

Produktinformationen:
Originaltitel: Ash
Autor: Malinda Lo
Verlag: Pan Verlag
Serie: -
Format: gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: 268 Seiten
ISBN: 342-628-344-1
Preis: 12,99€ [D]

Cover © Pan Verlag

Inhalt:
Nach dem Tod ihres Vaters, muss Ash bei ihrer Stiefmutter und ihren Stiefschwestern leben und in deren Haus als Dienstmädchen arbeiten.
Um ihrem tristen Leben für einige Momente zu entfliehen, geht sie öfters in den Wald, wo sie nach den Feen aus ihren Lieblinsmärchen sucht. Dabei trifft sie auf den Elfen Sidhean, zu dem sie schnell eine besondere Beziehung entwickelt.

Ash malt sich bereits eine Zukunft in der Feenwelt und weit weg von ihrer Stiefmutter aus, doch dann kommt der Hofstaat des Königs in die Stadt und alles ändert sich, als Ash eine ganz besondere Bekanntschaft macht ...

Rezension:
„Ash“ ist eine Neuerzählung vom Märchen Aschenputtel, doch Malinda Lo hat jede Menge kreative Änderungen an der Originalgeschichte vorgenommen.
So hat die Geschichte das ein oder andere Fantasyelement bekommen, das wird alle eher aus aktuellen YA-Büchern kennen und der ganzen Story somit einen modernen Charakter gibt.

Dennoch bleibt die Autorin dem bekannten Märchenstil treu, mit allen positiven und negativen Seiten.
Dies bedeutet leider auch, dass die Charaktere nicht sehr tiefgründig und komplex sind. Dies gilt besonders für Nebencharaktere, denn Ash selbst kann man für sich selbst ein wenig durch ihre Gedankengänge charakterisieren. Im Großen und Ganzen geht es jedoch eher um die gesellschaftliche Stellung, die die Personen einnehmen. So ist Ash das arme Waisenkind, ihr Stiefmutter natürlich das böse Übel und dann gibt es noch die große Liebe.

Und da wird es auch schon interessant. Zum einen wäre da Sidhean, der Ash das lang ersehnte Leben im Elfenreich versprechen kann, weit weg von der Unterdrückung ihrer Stiefmutter. Doch Ash hat die Rechnung ohne die Liebe gemacht, die so manches Mal eigenwilliger ist, als einem lieb ist.
Denn Ash verliebt sich ungeahnt in ein anderes Mädchen, und dies scheint in der Welt von „Ash“ auch keine Seltenheit zu sein.

So gibt es einige bizarre Merkwürdigkeiten in dem Buch, die die Story jedoch interessant machen und einen ganz eigenen Zauber verleihen.
So kommt auch das Ende der Geschichte zum einen überraschend, als auch sehr plötzlich, denn eigentlich rechnet man damit zu dem Zeitpunkt gar nicht.

Im Großen und Ganzen ist „Ash“ eine schöne Märchennacherzählung, die zum einen durch den einfachen Schreibstil der Autorin unterstützt wird, als auch durch Simplizität glänzt und dennoch gut unterhält.

Fazit:
Auch wenn es anfangs ein wenig schwierig ist, sich in das Geschehen einzufinden und die Welt, die die Autorin geschaffen hat, zu verstehen, ist „Ash“ doch eine wirklich süße Geschichte, die nicht nur Märchenliebhabern gefallen wird.
Die Idee, ein Märchen so umzukrempeln, wie Malinda Lo es getan hat, ist wirklich einzigartig und sticht so deutlich aus dem Irrgarten der fantastischen Jugendromane heraus.

Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar geht an den

Sonntag, 5. Dezember 2010

Rezension: "Witch - Hexenkuss" von Nancy Holder & Debbie Viguié

Produktinformationen:
Originaltitel: Wicked - Witch
Autor: Debbie Viguié & Nancy Holder
Verlag: Penhaligon Verlag
Serie: Witch (Band 1)
Format: Klappenbroschur
Seiten: 320 Seiten
ISBN: 978-3-7645-3076-1
Preis: 14,99€ [D]

Cover © Penhaligon

Inhalt:
Als Holly Cathers Eltern bei einem tragischen Unfall ums Leben kommen und nur sie überlebt, muss sie zu ihrer Tante Marie Claire und ihren Cousinen Amanda und Nicole nach Seattle ziehen.
Doch dort spielen sich seltsame Dinge ab und Holly wird immer häufiger von Visionen einer jungen Frau und deren verbotener Liebe geplagt.

Außerdem lernt sie den mysteriösen Jeraud Deveraux kennen, von dem man sagt, dass sein Vater Michael, sein Bruder Elias und er Hexer sind. Doch Holly scheint eine tiefe Verbindung zu ihm zu haben, die mehr mit ihren Visionen zu tun hat, als sie sich eingestehen will.

Die Wahrheit ist ebenso erschreckend wie gefährlich: Holly und ihre Familie entstammen dem alten Hexengeschlecht der französischen Cahors, die seit jeher mit den Deveraux‘ verfeindet sind ...

Rezension:
„Witch – Hexenkuss“ hat mich einfach nur sprachlos gemacht. Das Buch hat soviele Facetten, die es einem nicht mehr möglich machen, sich von der Geschichte zu lösen.

Das letzte Buch, was Hexen thematisiert und welches ich gelesen habe war „Sixteen Moons“ und dies hatte mich damals schon echt begeistert. Und eigentlich dachte ich, dass dies kaum noch zu toppen ist, oder jemand ein gleichspannendes Buch schreiben könnte.

Doch das Autorinnenduo Holder-Viguié hat mich von ihrer Geschichte maßlos überzeugt.
Sie ist romantisch wie Twilight und mystisch wie Vampire Diaries und Sixteen Moons, also eine perfekte Mischung.

Beim Lesen spürt man die ganze Zeit eine eigenartige Atmosphäre, die man nicht erklären kann. Dies erzeugt aber ordentlich Spannung und lässt den Leser mitfiebern und zittern.
Denn besonders die Bedrohung, die von Michael Deveraux ausgeht, kann man so gut nachvollziehen, dass man es wirklich mit der Angst zu tun bekommt. Er ist jedenfalls niemand, dem man im Dunkeln begegnen möchte, da er durch und durch berechnend ist und alles in sich vereint, was einen Antagonisten zu einem wahren Fiesling macht.
So hätte er auch keine Skrupel einen Sohn zu opfern um an die ultimative Macht zu gelangen und den Obersten Hexenzirkel zu kontrollieren.

Was Jeraud betrifft, weiß man anfangs nicht wirklich, wie man ihn einschätzen soll. Er spielt die klassische Rolle des Unnahbaren und geheimnisvollen Fremden, dem Holly aber sofort verfällt. Aber nicht etwa, weil er so ist, wie er nunmal ist, sondern, weil sie und ihn eine ganz besondere Vergangenheit verbindet, über die ich nicht soviel verraten möchte.
Doch eines sei gesagt: eine Liebe die sechhundert Jahre alt ist, sollte man niemals unterschätzen und dies sorgt für reichlich Furore bei den Feinden, aber auch bei den Beiden selbst.

Es ist ein wenig wie eine moderne Romeo&Julia Erzählung, nur dass die Fehde weitaus tiefer geht, als man es sich vorstellen kann.
Für ausreichend romantische Augenblicke ist jedoch gesorgt, aber auch die Freundschaft kommt nicht zu kurz.
Denn in ihrer Cousine Amanda findet Holly sofort eine verständnisvolle Freundin. Ganz anders verläuft es allerdings mit Nicole, die die Rolle des naiven Teenagers zugeteilt bekommen hat und sich blindlings mit dem Deveraux Clan einlässt. Natürlich mit fatalen Folgen.

Doch was wäre ein paranormaler Jugendroman, ohne dass die Protagonistin auf einmal wahnsinnige Kräfte bekommt? Und so deckt Holly mit Hilfe ihrer Freunde und ihrer Familie das Geheimnis um die Vergangenheit der Cathers auf, was eine Abwandlung von dem französischen Namen Cahors ist.

Leider bleibt uns am Ende ein Cliffhanger nicht erspart und man muss abwarten, wie es im zweiten Band denn nun weitergeht, sowohl zwischen Holly und Jeraud, als auch mit dem erbitterten Krieg zwischen den Cahors und Jerauds dabolischer Deveraux Familie.

Fazit:
Mit „Witch – Hexenkuss“ wurde ein Auftakt zu einer neuen phänomenalen Jugendreihe auf den deutschen Buchmarkt geworfen, die mich wahnsinnig begeistert hat. Leser die Wert auf viel Mysterie und atmosphärische Höchstleistung legen, dürften mit dem Buch mehr als gut bedient sein.

Ein herzliches Dankeschön für das Leseexemplar geht an den

Freitag, 3. Dezember 2010

Rezension: "Bodyfinder - Das Echo der Toten" von Kimberly Derting

Produktinformation:
Originaltitel: The Body Finder
Autor: Kimberly Derting
Verlag: Coppenrath Verlag
Serie: Bodyfinder (Band 1)
Format: gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: 343 Seiten
ISBN: 381-579-873-6
Preis: 16.95€

Cover © Coppenrath Verlag

Inhalt:
Violet Ambrose will einfach nur ein normales Mädchen zu sein, heimlich in ihren besten Freund Jay verliebt sein und mit ihren besten Freundinnen shoppen gehen.
Doch Violet ist nicht normal, denn sie kann das Echo der Toten hören, eine Art Aura die die Leichen umgibt und die der Mörder fortan nicht mehr loswird.

Lange Zeit konnte Violet leben, ohne dass ihre Gabe ihr zu schaffen macht, doch als ihre Heimatstadt Buckley von einem Serienmörder in Aufruhr versetzt wird, ist es ausgerechnet sie, die die Leiche seines ersten Opfers findet.

Der Mörder ist ihr näher als sie glaubt, denn er weiß, dass sie die Einzige ist, die seine Jagd unterbinden kann und schon bald muss Violet erfahren, dass man auch ihr nach dem Leben trachtet …

Rezension:
Was mir an „Bodyfinder“ gleich von Anfang an gefallen hat, war der Schreibstil. Die Geschichte ist sehr einfach und flüssig geschrieben, sodass man das Buch locker in einem Schwung durchlesen kann. Gleichzeitig kann man die Seiten gar nicht schnell genug umblättern, um zu erfahren, was als nächstes passiert.

Zwischen den Kapiteln, die von Violets Erlebnissen berichten, hat die Autorin ab und zu ein Kapitel aus der Sicht des Serienmörders eingebaut, die seine Gedanken zu den Morden wiedergeben und was er über Violet als Hindernis zu seinem Vorhaben denkt.
Für ihn ist das Ganze wie ein Spiel und es ist wirklich spannend zu lesen, wie er allen anderen immer einen Schritt voraus zu sein scheint. Gleichzeitig ist es aber auch äußerst gruselig in die Gedanken eines Mörders zu schauen, denn diese sind nun wirklich alles andere als normal.
Gänsehaut ist vorprogrammiert.

Wie in jedem Jugendbuch gibt es aber auch in Bodyfinder eine Liebesgeschichte. Diese spielt sich zwischen Jay und Violet ab.
Am Anfang waren die beiden nur Freunde, bis Violet sich in ihn verliebt. Doch ihre Liebe scheint keine Zukunft zu haben, da er und alle anderen sich die beiden offenbar nur als beste Freunde vorstellen können.
Nicht nur für Violet sondern auch für den Leser ist dies eine wahre Gefühlsachterbahn die man durchlebt.
Die Romantik kommt zwischen den beiden natürlich nicht zu kurz, auch wenn beide erst skeptisch sind, sich in den besten Freund bzw die beste Freundin zu verlieben.
Doch als sie sich dann endlich näher kommen wird es wirklich herzzerreißend und Jay überrascht Violet sogar mit einem überraschenden Geständnis.
Im großen und ganzen sind die beiden einfach so süß, dass man sie als Protagonisten sehr schnell liebgewinnt. Sie ergänzen sich einfach perfekt.

Fazit:
„Bodyfinder“ hat mich vollkommen in seinen Bann gezogen und mich von Anfang bis Ende gut unterhalten.
Die Geschichte ist brilliant geschrieben und vereint Spannung und Romantik zu einem tollen Jugendroman.
Ich bin mehr als gespannt, wie die Fortsetzung sein wird und ob die Autorin uns wieder so einen Knaller präsentieren kann.

Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar geht an den Coppenrath Verlag

Dienstag, 30. November 2010

Rezension: "Weißer Schrecken" von Thomas Finn

Produktinformation:
Originaltitel: -
Autor: Thomas Finn
Verlag: Piper Verlag
Serie: -
Format: kartoniert
Seiten: 496 Seiten
ISBN: 349-226-759-9
Preis: 9,95€ [D]; 10,30€ [A]

Cover © Piper Verlag

Inhalt:
Wie jedes Jahr fiebern Andreas und seine Freunde Robert, Niklas, Elke und Miriam dem Nikolaustag entgegen. All die Bräuche in ihren Dorf Perchtal haben sie schon immer gespannt auf das Fest warten lassen, so auch der Krampuslauf.
Doch dieses Jahr werden die Freunde von seltsamen Omen heimgesucht, die nichts Gutes verheißen.

Auf die Spitze treibt es das Auffinden eines toten Mädchens, die Elke wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Die Freunde beschließen der Sache auf den Grund zu gehen, da die Erwachsenen sich seltsam verschwiegen verhalten.
Dabei stößt ein jeder von ihnen auf ein unvorstellbares Geheimnis, dass ihre Eltern vor ihnen verbergen.

Und was verbindet die Legende um den heiligen Nikolaus mit den Dorf nahe Berchtesgarden? Warum wird ihre Heimat von einem höllischen Sturm heimgesucht am Vorabend des sechsten Dezembers?
Andreas und seine Freunde kommen dem Geheimnis um Perchtal immer näher und müssen bald einsehen, dass es mehr als Zufall ist, dass sie es sind, die sich mit einer uralten Legende auseinandersetzen müssen ...

Rezension:
Atmosphärisch ist „Weißer Schrecken“ schonmal ein absoluter Knaller. Das Buch ist definitiv einer dieser Thriller, die man nicht im Dunkeln lesen sollte. All die Legenden, die die Geschichte aufgreift und die der Autor clever zu einem Gesamtkunstwerk zusammenbaut, lassen einen bis zum Ende zittern und erschaudern.

Interessant daran ist besonders, dass die Legenden, welche im Buch dargestellt werden, tatsächlich existieren und Tatsachen enthüllen, die die Sichtweise auf den Nikolaustag garantiert um 180° drehen wird.
Religiöse Bräuche und die Sage von Nikolaus und Knecht Ruprecht werden auf einzigartige Weise miteinander verwoben, sodass man dieses Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen kann und nach jeder Seite wissen will, wie der Autor all die verschiedenen Stränge letzten Endes zusammenführen wird.

Was ich besonders genossen habe, waren die vielen Facetten die die Geschichte durch die unterschiedlichen Charaktere bekommt.
Egal ob fanatische Gläubige oder zu fürsorgliche Eltern, man findet sie alle. Dies sind jedoch nur die Erwachsenen, die eine Nebenrolle in der Geschichte einnehmen. Die Protagonisten sind die fünf Freunde rund um Andreas, die eine unglaubliche Vergangenheit haben. Allein die Lösung dieses Rätsels zu finden, ist schon aufregend genug. Dann auch noch zu erfahren, inwiefern ihre Eltern darin verwickelt sind, lässt den Leser ein weiteres Mal erschaudern.

Was mir bezüglich der Charaktere aufgefallen ist, sind die Anpassungen an die „damalige“ Zeit. Sprache, Musikvorlieben und Lebensstil wurden perfekt recherchiert und geben der Geschichte die nötige Authentizität.

Bei dem Buch hat man einfach das Gefühl, dass der Autor ein ausgeklügeltes Konzept gehabt hat beim Schreiben. Anfangs ist die Spannung zwar noch ein wenig getrübt, da sich einige Vorkommnisse andauernd wiederholen, doch dann steigt das Spannungsbarometer unaufhörlich.

Während die Haupthandlung sich 16 Jahre zuvor abspielt, bekommt man am Anfang eines jeden Kapitelblocks einen Einblick in die Geschehnisse der Gegenwart, in der die Freunde hoffen, das Übel, was sie einst heimsuchte, ein für alle Male abzuwehren.
Dies hat der Autor ganz clever gelöst, da dies der Spannung immernoch einen weiteren Antrieb gibt.

Fazit:
Thomas Finn zeigt eindeutig, wieviel Potenzial deutsche Autoren haben und dass es nicht immer eine Übersetzung aus Übersee sein muss um uns erschaudern zu lassen.
Das Thema der Geschichte ist ebenso einzigartig wie seine Umsetzung und ich bin gespannt, was man von dem Autor in Zukunft noch erwarten kann.

Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar geht an den

Donnerstag, 25. November 2010

Endlich übersetzt: "Personal Demons" a.k.a. "Angel Eyes - Zwischen Himmel und Hölle" von Lisa Desrocher

Produktinformationen:
Originaltitel: Personal Demons
Autor: Lisa Desrocher
Verlag: Rowohl Polaris Verlag
Serie: Personal Demons (Band 1)
Format: kartoniert
Seiten: 464 Seiten
ISBN: 386-252-006-4
Preis: 14.95€

Erscheint im: August 2011

Cover links © Rowohlt Polaris, Cover rechts © Tor Teen

Kurzbeschreibung:
Als Frannie zum ersten Mal Luc begegnet, fehlen ihr die Worte. Dabei ist sie sonst nicht auf den Mund gefallen. Doch der Neue sieht einfach unverschämt gut aus: ein echter Draufgänger mit dunkler Aura - genau ihr Typ. Was Frannie nicht weiß: Luc ist ein Dämon mit besonderer Mission. Er soll ihre Seele für die Hölle sichern. Denn Frannie hat eine wertvolle Gabe, von der sie selbst nichts ahnt.
Doch auch die himmlischen Mächte schicken einen Kandidaten ins Rennen: Gabe, einen attraktiven jungen Engel. Und ehe sie sich versieht, steht Frannie nicht nur zwischen zwei Männern, sondern auch im Zentrum eines uralten Kampfes ...

Sonntag, 14. November 2010

Rezension: "Die dunklen Mächte - Schattenstunde" von Kelley Armstrong

Produktinformation:
Originaltitel: The Darkest Power - The Summoning
Autor: Kelley Armstrong
Verlag: Pan Verlag
Serie: Die dunklen Mächte (Band 1)
Format: gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: 416 Seiten
ISBN: 3-426-28341-7
Preis: 14,99€ [D]

Cover © Pan Verlag

Inhalt:
Chloe Saunders hält sich für ein ganz normales Mädchen, bis zu dem Tag, an dem sie zum ersten Mal einen Geist sieht. Alle halten sie für verrückt und man bringt sie nach Lyle House, einer Einrichtung in der man verhaltensauffälige Jugendliche unterbringt.
Dort lernt Chloe Rae und die seltsamen Brüder Derek und Simon kennen, die zwar nicht ihrem Ideal eines psychisch gestörten Jugendlichen entsprechen, aber dennoch ein höchst seltsames Verhalten an den Tag legen. Während Derek unmenschlich sensible Sinne und eine unbändige Kraft zu haben scheint, ist Rae wie besessen von Feuer, beteuert aber keine Pyromanin zu sein.

Zu allem Übel wird Chloe auch dort von Geistern heimgesucht, was die Betreuer als Schizophrenie einstufen. Doch ausgerechnet Derek scheint die unglaubliche Wahrheit hinter Chloes Problem zu kennen. Sie ist eine Nekromantin, eine Geisteruferin und eine von Ihnen, den Paranormalen. Und sie ist nicht die Einzige in Lyle House.

Gemeinsam mit ihren neuen Freunden entdeckt Chloe das düstere Geheimnis um die Vergangenheit von Lyle House und sie alle müssen um ihr Leben fürchten ...

Rezension:
Geister, Magier, Nekromanten, „Schattenstunde“ hat sie alle. Als Auftakt zur „Die dunklen Mächte“ Trilogie zieht uns das Buch in eine Geschichte rund um paranormale Teenager und ihrem unglaublichen Schicksal.

Schon am Anfang der Geschichte wird einem klar, dass das Buch einem nicht nur einen kleinen Schauer über den Rücken jagen kann, sondern atmosphärisch in der oberen Gänsehautliga mitspielt.
Dies wird vor allem durch die haargenaue Beschreibung von zombiegleichen Geistern und verwesten Leichen hervorgerufen, aber auch von der mehr als bizarren Atmosphäre in Lyle House.

Gleich als erwähnt wird, dass es sich dabei um ein altes viktorianisches Haus handelt, weiß man als Leser eigentlich schon, dass da etwas nicht mit rechten Dingen zugehen kann.
Doch zunächst scheint es einfach nur eine ganz normale psychatrische Anstalt zu sein, in der Jugendlich therapiert werden. Das Problem ist nur, dass diese alles andere als krank sind, denn sie alle haben einen mehr als klaren Verstand.

Hier beginnt die Geschichte ihre Spannung langsam aufzubauen und bringt den Leser dazu, sich zu fragen, was in Lyle House eigentlich vor sich geht.
Dies will auch Chloe schleunigst herausfinden und bekommt Unterstützung von Derek, Simon und Rae.

Auch bei den Charakteren merkt man wieder, dass die Autorin ein Talent dafür hat, den Leser auf die Folter zu spannen und komplexe Zusammenhänge zu erschaffen.
Denn Derek und Simon wissen weitaus mehr, als sie zugeben wollen, was Lyle House betrifft.

Besonders Derek sorgt für den ein oder anderen bizarren Moment und anfangs kann man Chloe wirklich verstehen, dass sie Angst vor ihm hat. Er ist ziemlich verschlossen, und alles was man weiß, ist, dass er zu imensen Gewaltausbrüchen neigt.
Doch als er anfängt Chloe zu helfen und ihr offenbart, dass sie, er und Simon alle Paranormale sind, beginnt sich eine Freundschaft zwischen ihnen aufzubauen und man erfährt die Hintergründe, warum Derek zu ist, wie er nunmal ist.
Ich finde es wirklich toll, wenn Charaktere eine Geschichte haben, die sie zu dem machen was sie sind und als „Menschen“ auszeichnen. Das macht die Geschichte um einiges authentischer und gibt den handelnden Personen mehr Tiefgang.

Was Dereks Bruder Simon angeht, merkt man, dass sich zwischen ihm und Chloe eine kleine Romanze entwickelt. Viel Zeit bleibt dafür allerdings nicht, denn gemeinsam erforschen sie die Vergangenheit von Lyle House und stoßen auf die unglaubliche Geschichte von Samuel Lyle, dem ursprünglichen Inhaber des Hauses, der eine ganz besondere Verbindung zu den Paranormalen hatte.

Spätestens da sitzt man als Leser mit schreckensweiten Augen vor dem Buch und würde am liebsten nur noch „Verschwindet aus diesem Haus!“ schreien. Immer wieder tun sich neue Zusammenhänge auf, die die Geschichte in eine ganz andere Richtung lenken, die man nicht erwartet hätte.

Das Ganze wird unterstützt durch einen lässigen und jungen Schreibstil, der perfekt zu Chloes quirliger Art passt.
Als Protagonistin an sich finde ich sie wirklich toll, da sie Anfangs noch sehr schreckhaft und unbeholfen ist, sich im Laufe des Buches jedoch zu einem toughen Teenager entwickelt.
Man kann sich sehr gut in sie hineineversetzen und besonders ihre Verzweiflung, als man sie für verrückt erklärt, sehr gut verstehen.

Die Geschichte endet mit einem Cliffhanger der Extraklasse und das genau an der Stelle, an der man endlich ein paar Antworten bekommen hätte.

Fazit:
Dieses Buch lässt den Leser sprachlos zurück und nach mehr verlangen. Die Idee und das Konzept sind genau das, was moderne Jugendliteratur braucht und lässt einen sehnsüchtig auf die Fortsetzung warten.

Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar geht an den

Dienstag, 2. November 2010

Rezension: "Fillory - Die Zauberer" von Lev Grossman

Produktinformationen:
Originaltitel: The Magicians
Autor: Lev Grossmann
Verlag: Fischer FJB
Serie: -
Format: gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: ca. 624 Seiten
ISBN: 978-3-8414-2100-5
Preis: 19,95€ [D]

Cover © Fischer FJB

Inhalt:
Eigentlich wollte Quentin Coldwater nur zu einem Vorstellungsgespräch in der Princeton Universität. Doch mit den Gedanken weit weg in Fillory, dem Ort aus seinem Lieblingsbüchern, landet er plötzlich in Brakebills, einem College für Zauberer.
Keinen Moment zögert Quentin sein altes, langweiliges Leben zurückzulassen und einen Neuanfang in der magischen Welt zu starten.
Schnell freundet er sich mit der klugen Alice, dem mysteriösen Eliot, dem Punker Penny, sowie Janet und Josh an.

Zusammen durchleben sie fünf ereignisreiche Jahre in Brakebills, voller Magie und Abenteuer. Doch Quentin unterschätzt die Auswirkungen, die Zauberei haben kann und ruft so ein Ungeheuer auf den Plan.
Schnell wird den Freunden klar, dass das magischen Reich, dass sie sich immer erträumt haben, keinesfalls dem friedlichen Ort Fillory gleichkommt und viele Tücken und Gefahren birgt, die sie nichteinmal erahnen können ...

Buchtrailer: © newbooksonfilm


Rezension:
„Fillory – Die Zauberer“ ist definitiv ein Roman, der sich deutlich vom Mainstream abgrenzt und einen ganz eigenen Charakter hat. Sowohl die Geschichte, als auch der Schreibstil erscheinen zunächst ein wenig abstrus, entpuppen sich später jedoch als außergewöhnliche Unterhaltung.

Da es um ein Zauberercollege geht, wird man das Buch wahrscheinlich sofort mit Harry Potter vergleichen, jedoch sind die beiden Bücher von Grund auf verschieden. Ein Vergleich ist geradezu unmöglich.

„Fillory – Die Zauberer“ muss man sich als das genaue Gegenteil von Harry Potter vorstellen. Die Figuren sind um einiges schamloser und um sie zu verstehen, muss man ein wenig um die Ecke denken.
Doch das Grundprinzip hinter den Protagonisten wird sehr schnell klar.
Quentin ist ein typisches Beispiel für einen Menschen, der sich komplett fehl am Platz in seiner Welt fühlt und am liebsten in Fillory, der Welt aus seinen Büchern, leben würde.
Wie es sich für einen richtigen Helden gehört, landet er natürlich sofort in einer anderen Welt, wo ihm die Chance auf ein ganz neues Leben eröffnet wird.
Jedoch unterschätzt er wahre Macht der Magie und was die Sehnsucht nach einem anderen Leben aus Menschen machen kann. Und so trifft er schnell auf ein grausames Ungeheuer, dessen Identität am Ende jedoch für eine große Überraschung sorgt.

Sein genaues Gegenteil ist sein Schwarm Alice. Sie ist klug, bodenständig und um einiges reifer. Sie scheint die Einzige zu sein, die weiß, wie gefährlich Magie sein kann und diese auch nicht unterschätzt. Da Spaß für die anderen jedoch einen hohen Stellenwert hat, gilt sie so des öfteren als Spielverderberin und wird ausgegrenzt.

Sonderlich tiefgründig sind die Charaktere allerdings nicht und das Einzige, an das sie neben der Zauberei denken, scheinen ihre Liebschaften zu sein. Der Autor lässt es sich dabei nicht nehmen, den ein oder anderen bizarren Moment näher auszuführen, was nicht immer zum Gesamtkonzept der Geschichte passt.
Diese ist an sich nämlich sehr schön durchdacht, jedoch ein wenig seltsam umgesetzt. Die Handlung macht sehr große Sprünge und ein Schuljahr in Brakebills wird mit fünfzig Seiten abgehandelt, sodass man sich letzten Endes fragt, worauf die Geschicht denn eigentlich hinaus will, wenn schon nicht soviel Wert auf die Jahre am Zauberercollege gelegt werden.

Die Lösung dafür findet man aber schnell nach Beendigung des Buches. Im letzten Teil der Geschichte werden nämlich noch die ein oder anderen Schicksale umgeworfen und spontane Entscheidungen getroffen. Interessante Zusammenhänge werden aufgedeckt und man bekommt vermittelt, dass man seinen Platz im Leben nur dann finden kann, wenn man auf sein Herz hört und sich für das entscheidet, was man immer begehrt hat.

Außerdem ist es erfrischend anders, mal ein Buch zu lesen, dass Magie nicht verherrlicht, sondern als gefährlich darstellt. Dabei hat der Autor zwar mehr Wert auf fantasievolle Elemente als auf Spannung gelegt, doch ich würde dies als anspruchsvolle Unterhaltung einstufen, da das Buch an sich keinesfalls unter der mangelnden Spannung leidet.
Qualitativ ist es durchaus im höheren Niveau angesiedelt, dürfte dabei jedoch nicht jedermans Geschmack treffen.

Fazit:
Dies wäre wahrscheinlich dabei rausgekommen, wenn Tim Burton sich eine Harry Potter Verfilmung vorgenommen hätte. Eine Geschichte voller abstruser Geschehnisse und bizarren Charakteren.
Das Buch bietet Unterhaltung, die vielleicht nicht jeden Geschmack treffen dürfte, aber definitiv innovativ und lesenswert ist. Jeder, der mal etwas neues probieren möchte, dürfte mit „Fillory“ gut bedient sein.

Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar geht an

Sonntag, 24. Oktober 2010

Rezension: "Ascheherz" von Nina Blazon

Produktinformation:
Originaltitel: -
Autor: Nina Blazon
Verlag: cbt Verlag
Serie: -
Format: gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: 544 Seiten
ISBN: 978-3-570-16065-7
Preis: 18,99€ [D]; 19,60€ [A]

Cover © cbt

Inhalt:
Jede Nacht wird Summer vom Blutmann heimgesucht, doch sie weiß nicht wieso, sondern nur, dass er sie töten will.
Seit sie ihr Gedächtnis verloren hat, wandert sie von Stadt zu Stadt in der Hoffnung auf Antworten und als sie den geheimnisvollen Anzej trifft, keimt Hoffnung in ihr auf.
Er nimmt sie mit ins Nordland, seine Heimat, doch irgendetwas an ihm kommt Summer auf Anhieb seltsam vor, als ob er ihr etwas verheimlichen würde.
Ihre Befürchtungen bewahrheiten sich, als sie erfährt wer er wirklich ist, und dass sie selbst eine Zorya ist, dessen Kuss den Menschen den Tod bringt. Doch einst hat sie ihr Volk und damit auch ihre Herrin Lady Mar um einen Toten betrogen und muss dies nun zurückzahlen. Dies würde aber bedeuten, dass sie ihre menschliche Liebe aufgeben muss ...

Rezension:
Mit „Ascheherz“ schafft es Nina Blazon eine ganz eigene Welt zu kreieren, die zum einen zauberhaft, aber auch mystisch und gefährlich ist. Man erfährt viel über die Umgebung, in der sich die Geschichte abspielt, wodurch man einen schönen Eindruck von der Welt bekommt, die die Autorin geschaffen hat. Man wird geradezu in die Welt hineingezogen, da die Atmosphäre der Geschichte einfach atemberaubend ist.

Anfangs ist noch nicht so ganz klar worauf die Geschichte hinaus will, da man, genauso wie Summer, quasi im Dunkeln tappt. Aber das ist das Schöne an dem Buch. Zusammen mit der Protagonistin erfährt man Schritt für Schritt, was Nina Blazons zauberhafte Welt zu bieten hat. Und genauso werden Schritt für Schritt Summers Erinnerungen zurückgeholt.

Als Protagonistin an sich, finde ich Summer sehr schön in Szene gesetzt. Sie ist ein Charakter, der sich viele Gedanken macht, zum einen um ihre Umgebung, aber hauptsächlich um die Menschen um sie herum. Wie der Leser fragt auch sie sich, wem sie vertrauen kann und wo ihre Reise sie hinführt. So bleibt die Spannung erhalten und man fühlt mit Summer mit.

Wahrhaft mystisch wird es, als die Zorya ins Spiel kommen. Summer muss erfahren, dass sie eine von ihnen ist und hat die eine oder andere Begegnung mit der unheimlichen Lady Mar.
Allein durch ihren Schreibstil schafft es die Autorin, der Figur eine gewisse mystische Aura ausstrahlen zu lassen.

Doch neben der Todesmystik kommt natürlich auch die Romantik nicht zu kurz. Denn Summer hat sich in einen Menschen verliebt, was den Zorya natürlich nicht gestattet sind. Dennoch will sie ihn nicht aufgeben und fühlt sich immer wieder zu ihrer verbotenen Liebe hingezogen. Auch dies ist sehr schön in Szene gesetzt. Summers Zerissenheit zwischen dem, was ihr Herz ihr sagt, und dem, was man von ihr erwartet, ist gut nachvollziehbar und macht die Geschichte noch um einiges ergreifender.

Fazit:
„Ascheherz“ war eine tolle neue Erfahrung für mich. Nina Blazon hat einen individuellen Stil eine Geschichte zu schreiben und dieser Leben einzuhauchen. Ich habe das Buch wirklich genossen und bin immernoch begeistert von der Atmosphäre, die die Autorin auf den Leser überträgt.

Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar geht an den

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Rezension: "Das Tal Season 1 - Die Katastrophe" von Krystyna Kuhn

Produktinformationen:
Originaltitel: -
Autor: Krystyna Kuhn
Verlag: Arena Verlag
Serie: Das Tal Season 1 (Band 2)
Format: kartoniert
Seiten: 308 Seiten
ISBN: 340-106-473-8
Preis: 9,95€ [D]

Cover © Arena Verlag

Dies ist Band 2 der ersten Season von "Das Tal" und die Rezension könnte somit gegebenenfalls Spoiler enthalten. Zu meiner Rezension von Band 1 geht es HIER.

Inhalt:
Katie West hat sich fest in den Kopf gesetzt den Gipfel des Ghost zu erklimmen und dort dem Geheimnis um die acht verschwundenen Studenten aus den Achtzigern auf die Schliche zu kommen.
Nur widerwillig stimmen ihre Freunde Julia, Chris, Benjamin und David zu, mitzukommen, da sie alle wissen, dass der Berg am Grace College nur Unheil bringen wird.
In letzter Minute schließt sich ihnen noch der merkwürdige Paul Forster an, obwohl niemand ihn zu kennen scheint und er so unmöglich über ihre Pläne Bescheid wissen kann.
Doch genauso wie Katie hat er etwas, dass ihn antreibt, den Gipfel des Ghost zu erklimmen …

Auf ihrem Weg finden sie Hinweise, dass die acht verschwundenen Studenten tatsächlich denselben Weg eingeschlagen haben wie sie. Doch was weiß ihre Bergführerin Ana Cree über die Katastrophe die sich einst zugetragen hat?
Einmal mehr wird klar, dass jeder ein Geheimnis mit sich herumträgt und entschlossen ist, dieses auch mit ins Grab zu nehmen …

Rezension:
Mit „Die Katastrophe“ hat Krystyna Kuhn das zweite Buch der ersten Season um das mysteriöse Tal rausgebracht. Wurde im ersten Band die schreckliche Vergangenheit um die Geschwister Julia und Robert Frost enthüllt, erfährt im zweiten Band mehr über die ehrgeizige und verschwiegene Katie.

Dabei lernt man ein Mädchen kennen, dass durch den Verlust ihrer großen Liebe Sebastien geprägt wurde und durch die gleichgültige Haltung ihrer Eltern zu einer wahren Kämpfernatur wurde.
Frei nach dem Motto ‚Stille Wasser sind tief‘ erfährt man Dinge, die man nach dem ersten Band nicht erwartet, und Katie so auch nicht zugetraut hätte. Dennoch ergibt vieles auf erschreckende Weise einen Sinn und einmal mehr wird klar, dass niemand der ist, für den man ihn hält.

Dies betrifft vor allem Paul Forster, der aus heiterem Himmel auftaucht, den keiner kennt und der dasselbe Ziel wie Katie zu verfolgen scheint. Und doch ist etwas an ihm anders und einfach seltsam. Dies merkt nicht nur Katie, sondern auch der Leser schnell. Immer wieder redet er Katie ein, dass sie es auch alleine schaffen würden, den Gipfel zu erklimmen, aber warum? Was für ein Ziel verfolgt Paul Forster? Bis zum Ende bleibt man im Unklaren, doch eines wird mit der Zeit klar: er ist nicht das, was er zu sein vorgibt.
Und genau ist eines der Dinge, die ich an diesem Buch so faszinierend finde. Die Autorin lässt sich immer einen ordentlichen Schocker einfallen, wenn man glaubt, es kann nicht noch schlimmer werden.

Ein weiteres Mysterium des Tales ist das Verschwinden der damaligen acht Studenten, welches in „Die Katastrophe“ weiter fortgeführt wird. Und eines kann ich versprechen: es wird noch mysteriöser und es wird den ein oder anderen Oh-mein-Gott! Moment geben, weil ein paar Dinge herauskommen, die wie Zufälle aussehen mögen, die Freunde jedoch auf erschreckende Weise miteinander verbinden.
Letzten Endes lässt die Autorin jedoch einiges an Platz zu spekulieren, wie alles zusammenpasst und macht es auch weiterhin spannend, was sich damals auf dem Ghost zugetragen hat.

Schon im ersten Teil ist mir aufgefallen, dass die Autorin ein großes Talent hat, was das Aufbauen einer Gänsehaut Atmosphäre betrifft. Dies setzt sie auch in diesem Buch gekonnt fort und sorgt so für ein einzigartiges Leseerlebnis.

Außerdem fragt man sich als Leser, ob diese Atmosphäre nicht auch daher rührt, dass sich im Tal etwas Übersinnliches abspielt. Dies ist die große Frage auf der man als Leser sitzen bleibt, doch vieles scheint dafür zu sprechen. Wie sonst kann man sich erklären, dass ein Vogel magnetisch von einem Sumpf angezogen wird und darin ertrinkt? Und wieso dürfen keine Flugzeuge das Tal überqueren?

Fragen über Fragen und es bleibt nichts als die Hoffnung, dass man im nächsten Band schlauer wird.
Meiner Meinung nach, liefert „Das Tal“ den besten Stoff für eine Fernsehserie mit ordentlich Cliffhangern, Gänsehautmomenten und einem gehobenen Maß an Spannung.

Fazit:
Auch der zweite Band in der Thrillerserie um das mysteriöse Tal in den kanadischen Rocky Mountains überzeugt auf ganzer Linie und trumpft durch ein gekonntes Zusammenspiel von Spannung, Mystery und einer ganz eigenen Atmosphäre.
Diese Serie macht einfach süchtig und ich kann es kaum erwarten, den dritten Band in den Händen zu halten und die Geschichte des nächsten Charakters zu erfahren.

Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar geht an den

Samstag, 16. Oktober 2010

Rezension: "Wie ein Kuss von Rosenblüten" von Martina Sahler

Produktinformationen:
Originaltitel: -
Autor: Martina Sahler
Verlag: Planet Girl Verlag
Serie: -
Format: kartoniert
Seiten: 240 Seiten
ISBN: 978-3-522-50195-8
Preis: 12,95€ [D]; 13,40€ [A]

Cover © Planet Girl

Website zum Buch:
http://www.rosenblütenkuss.de/

Inhalt:
Im Köln des 18. Jahrhunderts arbeitet Billa zusammen mit ihrer Schwester Sophie in der Nähstube ihre Mutter. Dabei hat sie es so leid, jeden Tag den selben kratzigen Stoff zu bearbeiten, und träumt davon, irgendwann ihre eigenen Kreationen entwerfen zu können.

Mit ihrem besten Freund Toni träumt Billa von einem Leben weit weg von Köln und als die französischen Eroberer Köln einnehmen, bekommen sie den entscheidenden Hinweis, wie Toni seinem tyrannischen Vater, und Billa ihrem eintönigen und vorbestimmten Leben entfliehen kann .

Die beiden schließen sich einer Gauklertruppe an und Toni wird für Billa weit mehr als nur ein Freund. Auch Tonis Gefühle ändern sich mit der Zeit, doch als Billa plötzlich totkrank wird, scheinen ihre Träume für immer verloren ...

Rezension:
Wie der Titel und das wunderschöne Cover mit flockigen Highlights schon vermuten lässt, steht die Romantik in diesem Buch stark im Vordergrund. Und ich muss sagen, dass ich wirklich begeistert bin von dem gesamten Konzept.

Zunächst ein Wort zum Schreibstil, denn dieser ist eine perfekte Mischung aus moderner, junger Sprache und mittelalterlicher Wortwahl. Man hat das Gefühl, dass Billa wirklich so reden würde, wodurch die Geschichte viel authentischer wirkt. Außerdem entsteht durch eben jene Mischung eine einzigartige Atmosphäre, die zum einen sehr romantisch aber auch sehr jung und erfrischend ist.

Für mich war es schön zu beobachten, was für Träume Billa hat und wie sie gedenkt, diese zu verwirklichen. Da die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Billa geschrieben ist, bekommt man viel von ihren Gefühlen und Gedanken mit. Ein großer Teil davon nimmt der Traum von der großen Liebe ein und auch insgesamt malt sie sich, naiv wie man als junges Mädchen nunmal ist, eine romantische Zukunft aus, weit weg vom tristen Köln und der alten Nähstube ihrer Mutter.

Einen spritzigen Nebeneffekt liefert eindeutig Billas Schwester Sophie, die ihrer Zeit doch ein wenig vorraus ist und sagt und macht, was ihr gerade so in den Sinn kommt. Damit bildet sie auch einen schönen Kontrast zu Billa, die ihre Träume zumeist doch eher in ihrem Kopf durchlebt.

Die Geschichte ist auf jeden Fall sehr gefühlvoll und wirkt auf seine ganze eigene Art lebendig und mitreißend. Mit den Charakteren kann man sich sehr gut identifizieren und man schließt sie sehr schnell ins Herz. Da das Abenteuer der Beiden viel Spannung zu bieten hat, kann man das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen und so in einem Schwung durchlesen.

Fazit:
„Wie ein Kuss von Rosenblüten“ würde ich vor allem Mädchen empfehlen, die sich mal an historischen Romanen versuchen wollen und nach dem geeigneten Anfang dafür suchen. Man bekommt jede Menge Romantik geboten und lernt nebenbei sogar etwas.
Ich wusste bis dato nicht, wie es in Köln zur Zeit der Französischen Revolution aussah, was das Leseerlebnis gleich nochmal um einiges interessanter gemacht hat.
Ich bin jedenfall vollends begeisert und kann es kaum erwarten, noch mehr aus der „Liebe in allen Zeiten“ Reihe vom Planet Girl Verlag zu lesen und hoffe, dass noch viele weitere Bücher folgen werden

Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar geht an den

Sonntag, 10. Oktober 2010

Rezension: "Urbat - Die dunkle Gabe" von Bree Despain

Produktinformationen:
Originaltitel: The Dark Divine
Autor: Bree Despain
Verlag: Aufbau Verlag
Serie: Urbat (Band 1)
Format: gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: 432 Seiten
ISBN: 978-3-351-04123-6
Preis: 16.95€

Cover © Aufbau Verlag

Website zum Buch:
http://www.urbat-dasbuch.de/

Inhalt:
Nach drei Jahren kehrt Daniel Kalbi zurück in seine Heimat. Dort wo sich einst grausame Dinge abgespielt haben.
Dennoch fühlt sich Grace Divine ungewollt zu ihm hingezogen, wohlwissend, dass er ihrem Bruder Jude etwas Schreckliches angetan hat.

Die Dinge werden jedoch erst richtig kompliziert, als plötzlich eine Reihe seltsamer Morde beginnt, die alle aussehen wie Tierangriffe. Jude ist sich sicher, dass nur Daniel dahinter stecken kann.
Aber Grace versucht auch weiterhin, das Gute in ihm zu sehen und ihm eine Chance zu geben, selbst dann, als sie von Daniels übersinnlicher Stärke, Agilität und Schnelligkeit erfährt …

All dies hält sie nicht davon ab, sich unsterblich in ihn zu verlieben. Und schon bald bekommt sie die Antworten von Daniel, die sie so lange ersehnt hat. Diese fallen jedoch weniger heldenhaft aus, als erwartet und Grace erfährt von dem uralten Fluch, der die Familie Kalbi seit langer Zeit heimsucht und sie zu grausamen Monstern werden lässt. Und nur die, die ihn wirklich liebt, kann ihn retten …

Buchtrailer: © Aufbau Verlag



Rezension:
„Urbat – Die dunkle Gabe“ ist das Erstlingswerk der amerikanischen Autorin Bree Despain und erschien im Original unter dem Titel „The Dark Divine“ (ein wunderschönes Wortspiel, da die Protagonistin Grace Divine heißt).
Ich kann gar nicht dankbar genug sein, dass der Aufbau Verlag das Buch nun auch zu uns nach Deutschland geholt hat, denn dieses Buch ist wahrhaft göttlich.

Beim Lesen stellte sich sofort diese ganz eigenartige Gefühl ein, dass ich sonst nur bei Harry Potter oder Twilight erlebt habe.
Die Autorin schafft es wirklich meisterhaft, der Geschichte Atmosphäre zu verleihen und diese auch auf den Leser zu übertragen. Man ist mittendrin im Geschehen, fühlt mit und fiebert mit.
Das Schöne an der Geschichte ist einfach, dass man sich einfach nicht vorstellen kann, was Daniel denn nun wirklich ist bzw. was es mit dem Fluch auf sich hat. Das Ganze ist ein wahres Mysterium bis Grace die Wahrheit erfährt und genau dies macht dieses Buch einfach aus. Es geschehen Dinge, die unvorhersehbar sind, völlig überraschend und letzten Endes doch einfach nur logisch sind.

All dies kommt natürlich auch der Spannung zu Gute, die ungelogen von Anfang bis Ende aufrecht erhalten wird. Sowas habe ich selten erlebt. Dadurch, dass der Schreibstil der Autorin auch sehr ansprechend ist, fiel es mir wirklich zeitweise sehr schwer, das Buch mal zur Seite zu legen. Man will einfach wissen, wie es weitergeht, mehr über die Rätsel und Mysterien erfahren und vor allem, ob Grace und Daniel eine Chance haben.

Und an dieser Stelle muss ich wieder anfangen zu schwärmen, denn selten passiert ist, dass eine Geschichte in den Genuss von wirklich tiefgründigen Charakteren kommt. Doch „Urbat“ ist eine dieser Geschichten.

Da das Buch aus der Sicht von Grace geschrieben ist, erfährt man viel über ihr Gefühlsleben und ihre Sicht der Dinge. Für mich war es interessant zu lesen, wie sie mit Daniels Fluch umgeht und immer wieder versucht an ihre Moral zu appellieren, sich aber dennoch nicht von ihm fernhalten will.
Sie ist eine von diesen Charakteren, die versuchen, einen Ausgleich zu finden zwischen dem was richtig ist und dem was ihr Herz ihr sagt.
Das dies nicht immer so einfach ist, versteht sich natürlich von selbst. Doch dies macht die Beziehung zwischen ihr und Daniel erst so richtig interessant, denn sie versucht über den Fluch hinwegzusehen und das Gute in ihrer großen Liebe zu sehen.

Daniel hingegen versucht Grace zunächst ein wenig auf Abstand zu halten um sie zu schützen. Doch er selbst sucht so verzweifelt nach jemandem, der ihn wirklich lieben könnte, dass er nach einer Weile nachgibt.
Grund dafür ist seine tragische Vergangenheit, die im Laufe des Buches immer weiter aufgeklärt wird und auch dafür sorgt, dass man ihn und seine Beweggründe besser verstehen kann.

Es gibt einfach nichts, was man an diesem Buch bemängeln könnte und auch über ein zu offenes oder unlogisches Ende kann ich mich nicht beklagen.
Man bekommt einen ordentlichen Showdown geboten und alles scheint sich nocheinmal zu wenden. Es gibt jede Menge Oh-mein-Gott!-Momente und einige unerwartete Enthüllungen, die die Geschichte jedoch zu einem würdigen Ende bringen und die Fortsetzung sehnsüchtig erwarten lässt.

Fazit:
Romantisch wie Twilight, mystisch wie Vampire Diaries und einzigartig wie Harry Potter. „Urbat – Die dunkle Gabe“ hat mein Leserherz wirklich im Sturm erobert und sich zu einem meiner neuen Lieblingsbücher mit Suchtfaktor gemausert. Ich hoffe, dass wir nicht zu lange auf eine Fortsetzung warten müssen und bin gespannt, wie es mit Daniel und Grace weitergeht. Ich bin maßlos begeistert.

Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar geht an den

Montag, 27. September 2010

♥ FOREVER ♥ Das Finale um die Wölfe von Mercy Falls bekommt ein Cover

Cover © Scholastic Press

Viele Blogger haben es mittlerweile entdeckt und haben sich besonders in die Farbe verliebt =)
Ich kann diese Meinung nur teilen
und bin einfach nur begeistert ♥

Dienstag, 21. September 2010

Film Review: Groupies bleiben nicht zum Frühstück

Heute habe ich mir endlich den von mir heißersehnten Film "Groupies bleiben nicht zum Frühstück" angesehen.

Als erstes muss ich sagen, dass ich einen starken Vorurteil gegen deutsche Filme habe, weil ich die meistens als schlecht produziert empfinde. Meistens ... Denn dieser Film ist einer der riesengroßen Ausnahmen.

Zunächst eine kleine Zusammenfassung der Geschichte:
Lila kommt nach einem Jahr in Amerika wieder zurück nach Berlin. Noch weiß sie nicht dass dort die Band "Berlin Mitte" und besonders deren Frontmann Chriz total angesagt ist.
Wie das Schicksal es so will, lernt sie ihn durch einen Zufall kennen, ohne zu wissen, wer er wirklich ist.
Doch Chriz kann irgendwann einfach nicht mehr verbergen, wer er wirklich ist und so wird auch Lila mit seiner Welt konfrontiert, was eine Beziehung zwischen den beiden undenkbar macht, besonders weil Chriz' Manager immer wieder daran erinnert, dass er, laut Vertrag, Single zu sein hat ...


Meine Meinung zu dem Film ist eigentlich ganz einfach:
Der Plot ist an einigen Stellen wirklich stark an den Haaren herbeigezogen, aber der Film hat soviel Humor und tolle Schauspieler, sodass man darüber einfach automatisch hinwegsieht.

Dinge die mich immerwieder ein wenig stutzig gemacht haben, sind Folgende:
Lila und Chriz treffen sich das erste Mal und wissen nichts weiter voneinander, als den Namen. Wie durch Zufall hat Lila jedoch ihr Handy verloren, sodass Chriz wieder mit ihr in Kontakt treten kann.
Und so geht es den ganzen Film lang. Eigentlich treffen sich die beiden immer nur wieder, weil ihnen das Schicksal gerade zufällig gnädig ist. Aber naja, man kann darüber hinwegsehen ... wirklich =)

Denn die Schauspieler haben eine wirklich tolle Darbietung geliefert. Da wäre zum Beispiel Lila (Anna Fischer), die die geborene Chaosqueen ist. Ich persönlich konnte mich sehr gut mit ihr identifizieren und vielen anderen wird es sicherlich nicht anders ergehen, da sie einfach ein typischer Teenager ist, unzwar nicht so wie sie sich die Hollywood Leute vorstellen (ich spiele auf die notorisch leicht mimikgestörte Bella Swan an) sondern unverfälscht und authentisch.

Im Gepäck hat sie immer ihre Chaosfreundin Nike, die ihr jederzeit zur Seite steht, und die Lila besonders braucht, als herauskommt, wer Chriz wirklich ist.
Denn dank einer Reihe intriganter Berlin Mitte Fans bekommt die Presse Wind von der kleine Liason und Nike lässt sich immerwieder eine neue Fluchttechnik vor aufdringlichen Journalisten einfallen.

Die zweite Hälfte des Protagonisten Paares ist Chriz (Kostja Ullmann), der für Lila allerdings immer nur Christoffer ist =)
Das ist eine Sache, die mir sehr positiv aufgefallen ist, denn für ihn scheint es wirklich das Größte zu sein, dass ihn jemand als Person liebt und nicht als der Berlin Mitte Leadsänger Chriz.
Die Emotionen, die dabei eine tragende Rolle spielen, kommen dabei sehr gut rüber und ich frage mich immernoch, wie ein Mensch soviele Gefühle nur mit einem Blick oder generell mit dem Gesicht rüberbringen kann.
Ein großes Schauspieltalent ist er also auf jeden Fall.

Bemerkenswert ist auch die Chemie, die zwischen den beiden herrscht. Selbst eine Spreefahrt mit lustigen Liedern erscheint bei Lila und Chriz fast schon romantisch.

Neben der Romantik kommt aber auch der Humor nicht zu kurz. Dies liegt aber eher weniger an unserem Protagonisten Pärchen, als vielmehr an Lilas Berlin-Mitte-fanatischer Schwester Luzy und Chriz' türkischem Bodyguard Horst. Die beiden hätten locker einen MTV Movie Award als Best Scene Stealer verdient.

Teilweise liegt es an witzigen Sprüchen, teilweise aber auch an mehr oder weniger absichtlicher Situationskomik.

Ich habe auf jede Menge viel gelacht und vor allem mitgefiebert, was aus Chriz und Lila wird.

Ich warne hier jedoch ausdrücklich vor einem imensen Maß an Kitsch. Denn der Film spielt mit Klischees und jeder Menge Kitsch und noch mehr Kitsch, was jedoch gut umgesetzt wurde, denn sonst hätte ich mir den Film als Anti-Kitschlerin nicht angesehen =)

Eine große Empfehlung an Leute jeden Alters sei an dieser Stelle ausgesprochen, denn ich denke schon, dass jeder dem Film etwas abgewinnen kann, da es jede Menge unterschiedliche Charaktere gibt, die alle ihren eigenen Charme zum Film beitragen. Jeder wird sich in irgendeiner Person wiederentdecken können und garantiert gut unterhalten das Kino wieder verlassen und sich in Zukunft vielleicht öfters mal einen deutschen Film angucken =)

Samstag, 18. September 2010

Rezension: "Drei Wünsche hast du frei" von Jackson Pearce

Produktinformation:
Originaltitel: As You Wish
Autor: Jackson Pearce
Verlag: Pan Verlag
Serie: -
Format: Flexcover
Seiten: 285 Seiten
ISBN: 342-628-336-0
Preis: 12,95€ [D]

Cover © Pan Verlag

Inhalt:
Seit Viola von ihrem Freund verlassen wurde und sich mit ihm als besten Freund zufriedengeben muss, ist ihr Status an der Schule stark gesunken und sie fühlt sich so gut wie unsichtbar.
Sie wünscht sich nichts mehr als endlich wieder glücklich zu sein.

Dies beschwört versehentlich einen Dschinn herbei, der ihr genau drei Wünsche erfüllen kann.
Viola ist völlig überrumpelt und ist sich gar nicht so sicher, was sie sich denn nun wünschen soll, da sie nicht weiß, was sie wirklich wieder glücklich machen würde.

Und so ist der Dschinn gezwungen, darauf zu warten, bis Viola sich für einen Wunsch entscheidet.
Der erste Wunsch lässt jedoch nicht lange auf sich warten.
Auf einer Party schaut Viola ein wenig zu tief ins Glas und wünscht sich, dass sich Aaron, der coolste Typ der Schule, in sie verliebt und seine Freundin verlässt, damit Viola wieder dazugehören kann.
Sie bekommt ihren Willen, muss jedoch merken, dass sich eine Beziehung nicht durch einen Wunsch aufbauen lässt.

Dschinn erkennt seine menschliche Seite und versucht Viola klar zu machen, dass die beiden einfach nicht zusammengehören. Denn für ihn ist Viola mittlerweile mehr geworden als nur seine Wunschherrin. Doch sobald sie ihren dritten Wunsch ausspricht, muss er sie wieder verlassen und Viola wird ihn vergessen haben.
Verzweifelt versucht Viola sich nicht versehentlich etwas zu wünschen um die Zeit mit Dschinn zu verlängern, doch seine Heimat Caliban ruft stetig nach Dschinn ...

Rezension:
„Drei Wünsche hast du frei“ ist ein wahres Gesamtkunstwerk. Angefangen beim Cover, dass sowohl träumerisch als auch zauberhaft aussieht und geradezu danach schreit, dass man ihm ein neues Zuhause gibt, wird man vom Inhalt genauso ein seinen Bann gezogen.

Die Geschichte um Viola und ihren Dschinn ist abwechselnd aus den Perspektiven der beiden Protagonisten geschrieben.
Dabei merkt man vor allem das Talent der Autorin, zwei absolut unterschiedliche Charaktere zu entwickeln und trotzdem eine gigantische Chemie zwischen den beiden zu schaffen.

Die Handlung spielt sich viel auf der Gefühlsebene ab, die eine bedeutende Rolle in dem Roman spielt. Viola hat viel damit zu kämpfen, herauszufinden, was sie glücklich macht und ob sie sich wirklich wieder vollständig fühlen würde, wenn sie wieder zu den coolen Kids gehört.
Dschinn sorgt jedoch dabei dafür, dass sie sich nicht selbst verliert, auch wenn sie letzten Endes selber entscheiden muss, was für ein Mensch sie sein will.

Besonders diese Charakterentwicklung hat dem Buch eine einzigartige Spannung verliehen, da man sich selbst immer wieder Gedanken macht, was man an Violas Stelle tun würde, für welches Leben man sich entscheiden würde und wissen will, wie die Autorin das Problem gelöst hat.

Was mich vor allem fasziniert hat, ist die Tatsache, dass Viola sich nicht sofort gewünscht hat, wieder dazuzugehören oder atemberaubend schön zu sein.
Aber genau diese Situation macht sie zu einem äußerst athentischen Charakter. Ich habe mich selbst immer wieder gefragt, ob ich sofort wüsste, was ich mir wünschen sollte, wenn ich drei Wünsche frei hätte und letzten Endes ist es doch tatsächlich so, dass es situationsabhängig ist. Ein Wunsch würde niemals das ganze Leben betreffen, dass man führt, es würde nur eine vorrübergehende Situation verbessern und genau das vermittelt diese wunderbare Geschichte.
Egal was Viola sich schließlich wünscht, es macht sie nicht für immer glücklich. Gemein wie das Schicksal nunmal ist, findet sie eine vollkommene Linderung ihrer Unglückseligkeit nur in Dschinn, mit dem eine Zukunft unmöglich erscheint.

Dabei sieht es anfangs noch so aus, als ob die beiden einfach zu verschieden sind, als dass sie sich jemals annähern würden.
Mit Fortschritt des Buches erkennt Dschinn jedoch nach und nach seine menschliche Seite und auch, was es bedeutet, zu Lieben. Denn erst dies scheint auch ihn letzten Endes glücklich zu machen und nicht seine schöne Welt in Caliban.

Fazit:
Ich bin einfach nur hin und weg von diesem Buch. Es ist eine wunderschöne Geschichte, die sich mit dem Erwachsenwerden beschäftigt und dabei mit einer zauberhaften Liebesgeschichte aufwartet.
Sprache, Spannung und Charaktere sind gut ausgearbeitet und haben mich förmlich dahinschmelzen lassen.
Ich bin schon gespannt, was wir noch von Jackson Pearce erwarten können, denn diese Frau hat eindeutig Talent zum Geschichtenerzählen.

Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar geht an den

Samstag, 11. September 2010

Rezension: "Die Maurin" von Lea Korte

Produktinformation:
Originaltitel: -
Autor: Lea Korte
Verlag: Knaur Verlag
Serie: -
Format: broschiert
Seiten: 663 Seiten
ISBN: 342-650-230-5
Preis: 9,95€ [D]

Cover © Droemer Knaur

Inhalt:
Die junge Maurin Zahra ist Vertraute der Sultanin Aischa. Als solche bekommt sie den Auftrag, ein Gespräch zwischen dem Emir Hassan und den feindlichen, spanischen Gesandten zu belauschen.
Dort sieht sie zum ersten Mal den Kastilier Gonzalo ... und wird ihn nie wieder vergessen.

Doch es herrscht ein blutiger Krieg zwischen den Mauren und Christen und ein Bündnis zwischen den Beiden ist somit unmöglich.
Außerdem ist Zahra längt einem Anderen versprochen.

Doch auch ihre Schwester Hayat legt nicht viel Wert auf die Traditionen ihrer Familie und verliebt sich in den christlichen Sklaven Miguel.
Sie glaubt daran, ihr Schicksal selbst bestimmen zu können und will Miguel aus der Sklaverei befreien um mit ihm zusammenzusein.

Zahra hilft ihr natürlich dabei, sieht Miguel jedoch schon bald als Kriegsgefangenen wieder. Und mit ihm auch Gonzalo. Um sie ein zweites Mal befreien zu können, benötigt Zahra Hilfe.
Gonzalo will, dass sie Kontakt zu seinem Bruder Jaime aufnimmt. Dieser hinterlässt bei Zahra einen bleibenden Eindruck und Zahra fragt sich langsam, warum das Schicksal sie immer wieder mir Gonzalo zusammenführt, wenn sie nicht zusammen sein können und warum ihr nun auch noch Jaime nicht mehr aus dem Kopf geht ...

Rezension:
„Die Maurin“ ist mein allererster historischer Roman gewesen und hat mich wirklich auf den Geschmack gebracht. Da die Geschichte auf Fakten basiert, war es sehr interessant, etwas über den Krieg zwischen den Mauren und Christen zu erfahren.

In erster Linie erfährt man viel über die maurische Kultur und lernt auch mit derer zusammenhängende Begriffe und Wörter. Am meisten haben mich jedoch die Handlungen der einzelnen Menschen interessiert und wie diese durch ihre Kultur und Religion gesteuert wurden. Letzten Endes spielen die verschiedenen Einstellungen diesbezüglich eine große Rolle im Krieg.

Da Zahra die Protagonistin des Buches ist, kann man besonders bei ihr den deutlichen Zwiespalt zwischen ihrer Religion und ihrem Freiheitsdrang spüren.
Sie strebt stark nach Emanzipation und der Möglichkeit, sich selbst zu verwirklichen. Das macht sie zum einen zu einem sympathischen als auch interessanten Charakter, besonders als ihr Zwiespalt durch ihr Liebesleben noch stärker wird.

Doch nicht nur Zahra unterhält den Leser wirklich gut, sondern auch eine Reihe weiterer Charaktere. Ein großes Plus ist an dieser Stelle das Personenverzeichnis, wo man immer wieder nachschlagen kann, da es äußerst viele Personen zu unterscheiden gilt.

Erwähnenswert sind dabei auch die Brüder Gonzalo und Jaime, die Zahras Leben gehörig auf den Kopf stellen. Beide sind von grundauf verschieden und vertreten demnach auch ihre jeweils eigenen Einstellungen bezüglich des Christentums und des Islams.
Während Gonzalo in jeder Situation versucht gerecht zu sein und die Menschen nicht wegen ihres Glaubens verurteilt, hat Jaime seine ganze eigene Sicht der Dinge, besonders was die Mauren betrifft.

Man kann sich vorstellen, dass die Beziehungsentwicklungen unter den Charakteren äußerst spannend ist. Doch auch die Entwicklung von Zahras Leben sorgt für ein gehöriges Maß an Spannung, da viel mit ihr passiert, sie sich weiterentwickelt und reifer wird und dennoch nie an ihr Ziel zu kommen scheint.

Fazit:
„Die Maurin“ hat mich zum einen durch die überaus interessante Handlung, als auch wegen seiner Protagonistin überzeugt. Die Entwicklung des Krieges und wie die verfeindeten Königreiche versuchen, ihre Sicht der Dinge durch Blutvergießen zu erreichen war für mich ein ganz neues Leserlebnis und glänzt durch eine sehr gute Umsetzung, auch in sprachlicher Hinsicht.
Dabei hat mir besonders Zahra als Person das Lesen immer wieder versüßt. Ihr Mut, sich als Frau gegen die Traditionen ihrer Kultur zu stellen und für ihre Liebe so einiges zu riskieren, macht sie zu einer Protagonistin, die man nicht so schnell vergisst.

Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar geht an

Sonntag, 29. August 2010

Rezension: "Madison Avery - Totgeküsste leben länger" von Kim Harrison

Produktinformationen:
Originaltitel: Once dead, twice shy
Autor: Kim Harrison
Verlag: Loewe Verlag
Serie: Madison Avery (Teil 1)
Format: kartoniert
Seiten: 293 Seiten
ISBN: 378-557-141-0
Preis: 12,90€ [D]; 13,30€ [A]

Cover © Loewe Verlag

Inhalt:
Seit Madison Avery vom schwarzen Todesengel Kairos ermordert wurde, fristet sie ein Dasein als Tote. Nur durch das Amulett, dass sie Kairos gestohlen hat, kann sie sich selbst eine Illusion ihres Körpers schaffen, denn ihren eigenen, hat ihr Mörder.

Seitdem wird sie durch den weißen Todesengel Barnabas behütet, der ihre Ermordung eigentlich verhindern sollte.
Als Madison ihn auf eine Mission begleitet, in dem er einen Jugendlichen vor seiner Vollstreckung retten soll, trifft sie jedoch auf den schwarzen Todesengel Nakita, die Madisons Amulett sieht und es sofort als das von Kairos identifiziert.

Barnabas befürchtet, dass sich Kairos nun auf die Suche nach Madison macht und kontaktiert seinen Vorgesetzten, den weißen Zeitwächter Ron. Er stellt Madison das Schutzengelchen Grace zur Seite, die ihren Schützling fortan behüten soll.

Doch Grace bekommt prompt einen weiteren, unfreiwilligen Schützling, denn Madisons Freund Josh gerät zwischen die Fronten. Kairos versucht durch ihn an Madison heranzukommen und sie fragt sich immer mehr, was die schwarzen Todesengel eigentlich von ihr wollen.
Das alles eher weniger mit Kairos‘ Amulett als mit dem, was Madison in Wirklichkeit ist, zu tun hat, hat allerdings niemand erwartet ...

Rezension:
„Madison Avery – Totgeküsste leben länger“ ist definitiv ein Buch bei dem das Gesamtpaket stimmt.
Es fängt bereits beim Cover an, das einfach atemberaubend schön ist und die Atmosphäre des Buches gut wiederspiegelt. Außerdem ist die Qualität für ein Taschenbuch wirklich sehr gut. Man kann es biegen und wenden, wie man will, es knickt nicht.

Sofort nach Lesebeginn fiel mir der lockere Schreibstil auf, der Madisons Charakter gut ergänzt. Da die Geschichte aus der Ich-Perspektive geschrieben ist, bekommt man so einen guten Eindruck, wie sie sich ausdrückt und die Welt um sich herum betrachtet.
Dabei war besonders Madisons Ansicht zum Tod immer wieder interessant.

Was die Handlung betrifft, bin ich sehr angetan von der Idee, die dahinter steckt. Schwarze und Weiße Todesengel, die ihre Macht aus einem Amulett schöpfen und Boten des Schicksals spielen.
Und Madison, die von allen sowieso schon für völlig verrückt gehalten wird, gerät zwischen die Fronten und mischt den Himmel gehörig auf.

Spannend wird es vor allem durch die Frage, warum Kairos Madison tot sehen wollte. Was hat er davon? Normalerweise werden nur Menschen getötet, die davor sind, schlechtes zu tun, doch Madison hatte nichts in dieser Richtugng vor.
Die Handlung ist sehr rätselhaft und man weiß nie, wie es weitergeht und was als nächstes passiert.
Es gibt sehr viel zu entdecken und auch wenn es zwischendurch ein paar Tiefpunkte gibt, in denen man denkt, dass die Autorin nicht wirklich wusste, was sie nun mit ihrer Idee anfangen sollte, ist das von ihr geschaffene Universum liebevoll und nachvollziehbar insziniert.

Dies dürfte zum größen Teil an den Charakteren liegen, die allesamt ihre amüsanten Eigenarten haben und einen sehr gut unterhalten.
Besonders Madison und Barnabas haben es mir stark angetan. Sie sind einfach so verschieden, dass sie immer wieder aneinandergeraten.
Madison hat ihren ganz eigenen Kopf und versucht den auch durchzusetzen, was Barnabas gar nicht in den Kram passt, da er schließlich seine misslungene Lebensrettung wieder gut machen will. Das Madison seine Missionen jedoch immer wieder zum scheitern verurteilt, sorgt für jede Menge Streit.

Die heimliche Heldin der Geschicht ist jedoch Grace, der kleine Schutzengel. Sie muss nicht nur Madison beschützen sondern auch ihren Freund und hat so jede Menge zu tun.
Eigentlich ist sie nichtmal qualifiziert Madison alleine zu beschützen, doch dafür macht sie einen guten Job.
Allerdings bringt sie ihre Schützlinge immer wieder in Rage, indem in den unpassendsten Momenten ein Liedchen zu der Situation anstimmt.

Was die Bösewichte betrifft, hat man eine gute Vorstellung davon, wie zum Beispiel Kairos‘ Untergebener schwarzer Todesengel Nakita aussieht. Selbstverständlich bildhübsch ist sie mindestens doppelt so tödlich.
Leider erfährt man nicht allzu viel über die Vergangenheit beiden und teilweise hätten sie ruhig ein wenig diabolischer sein könne, doch im großen und ganzen haben sie im wahrsten Sinne des Wortes einen guten Job gemacht.

Fazit:
Das Buch besticht vor allem durch eine amüsante Handlung und eine quirlige Protagonistin.
Die Idee wurde gut umgesetzt und gefällt mir wirklich sehr gut. Ich freue mich schon sehr auf eine Fortsetzung und bin wirklich gespannt, was für lustige Geschichten die Autorin noch über Madison Avery parat hat.

Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar geht an den