Freitag, 12. März 2010

Rezension: "Rubinrot - Liebe geht durch alle Zeiten" von Kerstin Gier

Produktinformationen:
Originaltitel: -
Autor: Kerstin Gier
Verlag: Arena Verlag
Serie: Edelstein Trilogie (Band 1)
Format: gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: 345 Seiten
ISBN: 340-106-334-0
Preis: 15,95€ [D]

Cover © Arena Verlag

Inhalt:
Ihr Leben lang wurde Gwendolyns Cousine Charlotte auf ihre erste Zeitreise vorbereitet. Während die ganze Familie Montrose darauf wartet, dass sie ihren ersten Zeitsprung macht, ist es jedoch Gwendolyn, die urplötzlich in der Vergangenheit landet.
Alle müssen einsehen, dass sie und nicht die perfekte Charlotte das Zeitreisegen geerbt hat und so wird Gwendolyn der Geheimloge der Wächter vorgestellt, die die Zeitreisen organisieren und überwachen.
Dort trifft Gwendolyn auf Gideon de Villiers, ebenso anbetungswürdig wie arrogant, der ebenfalls Zeitreisender ist und eine wichtige Mission erfüllen muss.
Dass Gwendolyn ihn von nun an begleiten wird, passt ihm anfangs gar nicht, doch Zeitreisen können nicht nur äußerst anstrengend sein, sondern auch die Gefühle ordentlich durcheinander bringen ...

Rezension:
„Rubinrot“ ist der fulminante Auftakt zur Edelstein Trilogie der deutschen Autorin Kerstin Gier. Das Buch besticht dabei nicht nur durch das wirklich außergewöhnliche Cover, sondern auch durch einen einzigartigen Schreibstil, der zum einen viel Humor mit sich bringt, aber auch die Charaktere in einem facettenreichen Licht erscheinen lassen.

Zunächst aber etwas zur Geschichte an sich. Ich glaube, dass ich guten Gewissens sagen kann, dass ich noch nie ein vergleichbares Buch gelesen habe. Zum einen ist die Geschichte rund um das Zeitreisegen und die Mission der Loge so wahnsinnig durchdacht und komplex, dass sich wahrscheinlich viele Autoren gar nicht die Mühe machen würden, so etwas auszuarbeiten und zweitens sind die Charaktere einfach so einzigartig erfunden und mit Eigenarten ausgestattet, die man ein zweites Mal so niemals finden wird.

Die Geschichte fängt eigentlich recht harmlos an, sodass man Gwendolyn eigentlich nur für Charlottes Aufpasserin hält und ihr trotz der Protagonistenrolle keine großartige Bedeutung zumisst. Jeder ist einfach so überzeugt davon, dass Charlotte das Zeitreisegen hat, dass man selber gar nichts anderes erwartet.

Als Gwendolyn dann jedoch in der Vergangenheit landet, ist man eigentlich genauso verwirrt wie sie selber auch. Dadurch, dass sie eigentlich durchweg mit dem Leser spricht (zumindest fühlt es sich so an beim Lesen) und ihre Gefühle und Gedanken schildert, hab ich mir andauernd Gedanken gemacht, was ich an ihrer Stelle tun würde.

Richtig spannend wird es jedoch erst, als Gwendolyn der Geheimloge der Wächter zugeführt wird und sie eine Reihe neuer Menschen kennenlernt.
Jeder scheint ein Geheimnis zu haben und selbst ihre Mutter muss das ein oder andere Geheimnis offenbaren, dass Gwendolyns Zeitreise-Gen-Erbe erklärt.
Eigentlich könnte man fast sagen dass Rubinrot eine Garantie für Geheimnisse und neue Rätsel auf jeder Seite hat. Ein wenig aufgebauscht wird das Ganze dann noch durch mysteriös anmutende Prophezeiungen und Visionen und schon haben wir einen Bestseller.

Doch was wäre ein ordentliches Jugendbuch ohne eine aussichtslose Romanze?
Das dachte sich wohl auch Kerstin Gier, als sie Gideon de Villiers erfand. Seines Zeichen ebenfalls Zeitreisender, Charlotte gegenüber so charmant wie er gut aussieht, doch Gwendolyn gegenüber arrogant und missgünstig.
Ich muss sagen, dass Gideon mein einziger Kritikpunkt am ganzen Buch ist. Ersten weil er am Anfang total unausstehlich ist und der lieben Gwenny die Situation noch um einiges demütigender macht und zweitens, weil sich seine Meinung letzten Endes einfach zu schnell ändert.
Ich meine wie kann man eine Person morgens noch total kindisch und nervend finden und sie abends dann wie eine langjährige Freundin behandeln. Und wie kann man sie dann am nächsten Tag schon so sehr mögen, dass man sie um alles in der Welt beschützen würde und ihr dann sogar sehr sehr nahe kommt?
Also entweder ist das einfach künstlerische Freiheit oder Gideon spielt ein verdammt falsches Spiel mit Gwendolyn.

Wo wir auch schon wieder bei dem Punkt wären, der wohl auf jeden Charakter des Buches zutreffen würde: Traue niemandem. Das ist das erste was Gwennys Mutter ihrer Tochter mit auf ihre erste Zeitreise gibt. Und, meine Güte, ich liebe es einfach.

Dennoch gibt es auch ein paar Personen, denen Gwenny trauen kann und eine davon ist Leslie. Sie ist Gwendolyns beste Freundin und ich habe so das Gefühl, dass sich die Wächter besser vor ihr in Acht nehmen sollten, denn die Kleine findet einfach alles heraus. Egal über wen, egal über was, Leslie weiß Bescheid wie sie mehr darüber erfahren kann. Und natürlich hat auch sie den selben charmanten Humor wie Gwenny, der einfach so erfrischend und wirklich witzig ist, dass man die beiden einfach lieben muss.

Fazit:
Dieses Buch ist einfach eine Wundertüte. Es gibt so viele Dinge, die man entdecken kann und so viele Überraschungen, mit denen man nie und nimmer rechnet. Genauso sollte ein Jugendbuch sein und ich bin mehr als froh, dass es noch zwei weitere Bände gibt. Ich bekomm einfach nicht genug von Gwennys Abenteuer und bin mehr als gespannt, wo sie ihre Reise noch so hinführen wird.

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