Samstag, 27. März 2010

Rezension: "Scatterheart" von Lili Wilkinson

Produktinformationen:
Originaltitel: Scatterheart
Autor: Lili Wilkinson
Verlag: Coppenrat Verlag
Serie: -
Format: gebunden
Seiten: 448 Seiten
ISBN: 3-8157-9511-7
Preis: 16,95€ [D]

Cover © Coppenrath Verlag

Inhalt:
Hannah Cheshire lebt in der höheren Gesellschaft Londons. Ihr Vater Arthur hat einen Hauslehrer namens Thomas Behr für sie eingestellt, um aus ihr eine heiratsfähige Lady zu machen.
Doch Thomas lehrt ihr mehr, als ihr Vater für gut befindet und entlässt ihn.
Auch das Hausmädchen wird entlassen, da es ein paar Silberknöpfe gestohlen hat. Hannah ist sich sicher, dass sie es verdient hat als Diebin, doch Mr Behr ist anderer Meinung und wirft Hannah vor, hartherzig und verwöhnt zu sein.
Am Abend kommt Arthur Cheshire völlig überstürzt nach Hause, schenkt Hannah ein Paar Saphirohrringe und packt seinen Koffer und behauptet Geschäfte in Paris erledigen zu müssen.
Thomas Behr kommt zu Besuch und sagt Hannah, dass ihr Vater nicht zurückkehren wird. Er hat sein gesamtes Vermögen verspielt und musste fliehen, sonst würde er getötet werden.
Mr Behr bietet ihr an, sie zu heiraten, doch Hannah denkt er ist unter ihrem Niveau und muss mit ansehen, wie alle Dienstboten das Haus verlassen.
Als Behr einen Job bei der Marine bekommen hat, sucht er Hannah erneut auf, um sie nach seinem Angebot zu fragen.
Er müsse zum Gefängnis nach New South Wales fahren doch Hannah lehnt ab.
Völlig auf sich allein gestellt wandert Hannah durch London und wird dort aufgrund ihrer Saphirohrringe festgenommen.
Hannah kommt in ein Gefängnis und trifft dort auf die Mitinsassin Long Meg. Sie erklärt ihr, dass alle Gefangenen nach New South Wales, eine Insel voll Monstern und Unheil, gebracht werden.
Nachdem Hannah wegen der von ihrem Vater gestohlenen Ohrringe verurteilt wird, werden die Frauen auf ein Schiff geleitet.
Dort trifft sie auf James Belforte, einen Marineoffizier und den Rest der Besatzung, wie den ekelhaften Dr Ullathorne oder das kleine Mädchen Molly.
Hannah freundet sich mit James an. Doch so nett er auch zu sein scheint, ist er trotzdem nicht das, was er vorgibt zu sein. Long Meg behauptet, dass er in Wirklichkeit nicht Belforte sondern Buffet heißt und aus der Unterschicht stammt.
Kurze Zeit später wird Meg für ihren Ungehorsam von Dr Ullathorne getötet. Nach einer Auseinandersetzung mit James gesteht er Hannah seine Liebe. Doch Hannah lehnt ihn ab, woraufhin James sein wahres Gesicht zeigt.
Hannah wünscht sich sehnlichst ihren alten Hauslehrer Thomas Behr wieder herbei.
Als sie in New South Wales ankommen, werden die unverheirateten Frauen nach Parramatta gebracht. Dort müssen die Frauen in einer Fabrik arbeiten. Hannah hofft immer noch Thomas Behr wiederzufinden.
Während einer Brautschau macht James ihr einen erneuten Antrag, da er nur als Verheirateter sein Erbe bekommen kann. Außerdem erzählt er Hannah, dass Behr tot sei. Getrieben von dieser derben Enttäuschung nimmt Hannah den Heiratsantrag an.
Doch sie wird nicht glücklich mit ihm. Pausenlos denkt sie an Thomas Behr.
Als James und Hannah von einem Besucher erfahren, dass sich in den Bergen ein Offizier aufhält, der wie ein Wilder lebt, denkt Hannah natürlich sofort wieder an ihren Hauslehrer.
Sofort macht Hannah sich auf die Suche nach ihm.
Doch die Suche scheint zu scheitern und Hannah macht sich Gedanken über ihre Taten und das, was sie einmal war.
Will Thomas sie überhaupt noch haben …?

Rezension:
Am Anfang des Buches weiß der Leser noch gar nicht so recht, worum es überhaupt geht und was passieren wird. Zu dem Zeitpunkt dachte ich auch noch, dass Scatterheart eher ein niedliches Kinderbuch sei, doch im Laufe des Buches habe ich meine Meinung drastisch geändert.

Hannah befindet sich in ihrem Gefängnis und durch Rückblicke erfährt der Leser, was zu ihrer gegenwärtigen Situation geführt hat.

Lili Wilkinson beschreibt das Geschehen dabei, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen und nennt dabei jedes Detail beim Namen.

Scatterheart ist definitiv eine Geschichte mit einer versteckten Botschaft.
Durch Hannahs verhalten soll man lernen, dass man eine Entscheidung nicht an Vorurteilen und Stolz festmachen soll, sondern stattdessen Vernunft walten lassen soll.
Insgesamt wird durchgehend an die Moral des Menschen appelliert.

Man kann ebenfalls beobachten, was passieren kann, wenn Kinder aus einem stark behüteten Elternhaus stammen und dann von heute auf morgen auf sich allein gestellt sind. Hannah wirkt anfangs noch sehr unbeholfen, entwickelt dann jedoch einen Überlebensinstinkt.

Einige Charaktere, welche später im Buch vorkommen, erscheinen äußerst unheimlich, da sie Dinge tun und reden, die der Leser nicht versteht. Teilweise kam mir das Gelesene sehr bizarr vor, doch andererseits machte dies das Buch auch wiederrum interessant.

Fazit:
Scatterheart war für mich definitiv mal etwas komplett anderes, im Vergleich zu dem, was ich sonst lese. Teilweise hat mir ein wenig Spannung gefehlt, weshalb ich es auch als Kinderbuch abgestempelt habe. Doch ich fand Hannahs Entwicklung ganz unterhaltsam und insgesamt denke ich, dass man das Buch gut mal zwischendurch lesen kann.

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