Mittwoch, 14. April 2010

Rezension: "Die Teeprinzessin" von Hilke Rosenboom

Produktinformationen:
Originaltitel: Die Teeprinzessin
Autor: Hilke Rosenboom
Verlag: cbj Verlag
Serie: -
Seiten: 448 Seiten
ISBN:978-3-570-13089-6
Preis: 16,95€ [D]

Cover © cbj

Inhalt:
Betty, die Tochter eines Schmiedes, und ihr bester Freund Anton belauschen ein Gespräch zwischen Antons Vater und dem Teehändler John Francis Jocelyn. Betty ist sofort verzaubert von ihm und als Jocelyn sie das erste Mal sieht, verliebt auch er sich sofort in sie.
Sie verlieren sich aus den Augen und als dann auch noch das Teehaus von Antons Vater abbrennt, ist das Chaos perfekt.
Denn sie und Anton werden beschuldigt das Feuer gelegt zu haben. Zur Strafe wird Anton nach Hamburg gebracht, wo er eine Lehre in einem Teehaus beginnen soll. Betty wird als Haustochter ebenfalls nach Hamburg geschickt.
Dort wird Betty jedoch als Dienstmagd eingesetzt und von dem Sohn des Hauses Theodor Tollhoff andauernd belästigt. Als man sie auch noch des Diebstahls beschuldigt rennt sie weg. Unterschlupf findet sie bei Anton und seinem Freund Ismael Aberdira.
Als Anton jedoch eine Handelsfahrt nach China antreten soll, schlägt Betty vor, an seiner Stelle zu fahren, damit er weiterhin seinen Traum vom fotografieren weiterverfolgen kann.
Betty „Antonverkleidung“ fliegt auf und sie muss in Kalkutta von Bord gehen. Dort trifft sie das Mädchen Ava, welche ihr den Weg nach Darjeeling erklärt. Unerwartet trifft Betty dort wieder auf Francis Jocelyn. Sie darf in seinem Haus leben, während dieser schon ihre Hochzeit plant.
Eines Nachts beobachtet Betty jedoch ein geheimes Treffen zwischen Ava und Jocelyn, die sehr vertraut miteinander scheinen. Bettys Herz ist gebrochen und sie reist zurück nach Kalkutta.
Mit einem Dampfschiff reist sie mit einer Ladung Tee nach Kanton. Doch ihr Schiff wird von einer Horde Piraten angegriffen und Bettys gesamter Tee gestohlen.
Betty wird Opfer einer Reihe von Missverständnisse und trifft auf jede Menge Menschen, die alle miteinander in Verbindung zu stehen scheinen.
Darunter ist auch die chinesische Teemafia, die eine geheime Verbindung zu Jocelyn hat.
Betty versucht auf den besten Wege, ihre Mission zu Ende zu führen, doch noch ahnt sie nicht, dass sie den ganzen Weg lang verfolgt wird …

Rezension:
Ich fand es anfangs recht schwer, mich in das Buch einzufinden. Besonders große Schwierigkeiten hatte ich mit den Charakteren, die mir ein wenig lieblos erschienen in der Gestaltung. Außerdem konnte ich mir die Schauplätze überhaupt nicht vorstellen, da die Autorin offensichtlich einfach vergessen hat, diese zu beschreiben. Ich habe nur ganz selten etwas gelesen, dass sich mit Bettys Umfeld beschäftigt.

Nachdem ich mich nach einigen Seiten eingewöhnt hatte, hat mich die Handlung leider ein wenig irritiert. Das Buch heißt „Die Teeprinzessin“, was ich anfangs noch verstehen kann. Doch dann folgt ein gut hundert Seiten langes Abenteuer von Betty als Dienstmädchen.
Des Weiteren habe ich mich die ganze Zeit gefragt, was denn nun mit dem Herrn Jocelyn ist, der im Klappentext als Bettys große Liebe betitelt wird. Er taucht anfangs kurz auf und erst ab der zweiten Hälfte des Buches kann man im Inhalt wirklich den Klappentext wiederfinden.

Außerdem ließ mich der Schreibstil ein wenig verzweifeln.
Zunächst fand ein ständiger Wechsel zwischen gehobener und Umgangssprache statt. Das ist nicht nur alles andere als schön zu lesen, es nervt irgendwann auch.
Oder nehmen wir mal das Wörtchen Tee, das laut des Titels ja auch eine wichtige Bedeutung in dem Buch haben soll.
Ist ja alles schön und gut, doch das ist für mich noch lange kein Grund, es in jedem zweiten Satz zu wiederholen.
Nicht nur deshalb hatte ich das Gefühl, dass das Buch sehr oberflächlich geschrieben ist. Es gibt außerdem keine Beschreibung von Gefühlen, Beziehungen oder auch viel zu wenig über die Charaktere im Allgemeinen.
Bei einigen Büchern hat man manchmal das Gefühl, die Charaktere wirklich in und auswendig zu kennen, sobald man es fertig gelesen hat. Dies war bei „Die Teeprinzessin“ leider überhaupt nicht der Fall.

Betty kam mir als Protagonistin einfach viel zu naiv vor und viel zu unreif. Um es kurz zu sagen: bei einem Buch von 400 Seiten nervt sie irgendwann einfach nur noch.

Fazit:
Nach diesem Buch habe ich ein ausgeprägtes Teetrauma.
Ich möchte nicht sagen, dass ich es schlecht fand, aber Hilke Rosenbooms Schreibstil war wirklich anstrengend. Es hat mich absolut nicht vom Hocker gerissen, da dem Buch hier einfach etwas gefehlt hat.
Es gab viele Sachen, die mich als Leser stark in die Irre geführt haben und dazu gehört nicht nur das schöne Cover und der Klappentext.
Das einzige, was dem Buch noch einen gewissen Reiz verliehen hat, war die Frage, ob und wann Betty ihre „große Liebe“ wiedersehen wird.

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