Montag, 24. Mai 2010

Rezension: "Schattenschwingen" von Tanja Heitmann

Produktinformationen:
Originaltitel: Schattenschwingen
Autor: Tanja Heitmann
Verlag: cbt Verlag
Serie: Schattenschwingen (Teil 1)
Format: gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: 445 Seiten
ISBN: 357-016-067-X
Preis: 16,95€ [D]

Cover © cbt

Inhalt:
Als Mila den neuen Freund ihres Bruders zum ersten Mal sieht, ist sie völlig hingerissen.
Doch warum geht von dem Jungen namens Sam eine so unmenschliche Ausstrahlung aus?
Als er Mila anbietet, ihr Mathenachhilfe zu geben, erhofft sie sich, mehr über ihn zu erfahren.
Sam selbst kann sich nicht erklären, wieso auch er so für Mila schwärmt. Er weiß nur, dass er sich in ihrer Gegenwart unglaublich lebendig fühlt.

Zufällig bemerkt Mila Sams zahlreiche Verletzungen, die ihm von seinem Vater Jonas zugefügt wurden. Darunter befinden sich auch seltsam aussehende Narben, von denen Mila ihre Augen nicht lassen kann.
Sie bekommt eine Vision in der ein grausamer Schatten zu ihr spricht …

Mila hat jedoch keine Gelegenheit mehr, Sam davon zu berichten, denn nach einer Partynacht mit ihm kehrt ihr Bruder Rufus schwer verletzt nach Hause zurück.
Er erzählt dass sie an der Steilküste waren und dann Sams Vater mit einem Messer aufgetaucht ist.
Mila befürchtet das Schlimmste und fährt zur Klippe. Dort findet sie das blutige T-Shirt von Sam …

Rufus kann sich nicht erinnern, was passiert ist, doch alle Zeichen deuten auf Sams Tod. Mila kann dies einfach nicht glauben und an ihrem sechzehnten Geburtstag bekommt sie das wohl schönste Geschenkt überhaupt: Sam kehrt zurück …

Doch wie ist das möglich? Sam erklärt Mila, dass dies mit seinen Narben zu tun hat, die einen Bann darstellen. Sie haben ihn in die Sphäre gebracht, einer Parallelwelt.
Außerdem besitzt er nun Schattenschwingen, wie alle anderen Bewohner der Sphäre.

Mila ist überglücklich wieder mit Sam zusammen sein zu können, doch in der Menschenwelt gilt Sam als tot und in der Sphäre ist Mila ein ungern gesehener Gast …
Besonders der Wächter Asami hegt einen Groll gegen das Paar und versucht mit aller Macht Sam die Fähigkeit zu nehmen in Milas Welt zu reisen …

Sam beruft eine Versammlung ein um einen Weg auszuhandeln, mit Mila zusammen sein zu können, doch sie werden von einem unheilvollen Schatten heimgesucht und es bricht das Chaos aus …

Rezension:
Zunächst ein Wort zur Ausstattung, denn diese hat es mir wirklich angetan. Das Cover mag zunächst wie ein 0-8-15 Deckblatt aussehen mit einem ebenso 0-8-15 Covermodel.
Jedoch setzt die rote Feder darauf einen solch schönen Akzent, dass es das Bild wieder zu etwas besonderem macht.
Schön finde ich auch, dass die Schrift, die bereits für Morgenrot und Wintermond benutzt wurde, auch hier wieder aufgegriffen wurde.
Nennenswert ist jedoch, was sich unter dem Schutzumschlag verbirgt. Der Einband ist nämlich in einem matten creme-beige gehalten und in derselben blutroten Farbe, wie die Feder auf dem Cover, ist auf dem Buchrücken der Titel eingestanzt.

Das Buch beginnt mit einem wunderschön geschriebenen Prolog, in dem der Leser über den verzweifelten Versuch unterrichtet wird, sich als Schattenschwinge zu erheben.
Dies ist ein gut gelungener Einstieg in die Geschichte, da man so eine kleine Einführung die die Stimmung des Buches bekommt und sich fragt, wie es zu diesem Zustand gekommen ist und was passieren wird.

Das Buch wird dominiert von Milas und Sams Gedankengängen und weniger von komplexen Handlungen. Man bekommt sehr viel von den Gefühlen der beiden mit und wird davon selbst ein wenig befangen.

Schattenschwingen ist abwechselnd aus der Perspektive von Sam und Mila geschrieben. Dadurch hat der Leser das erfahren, was der jeweilige Protagonist gerne über den anderen wissen würde.
Weil die jeweiligen Kapitel auch aus der Ich-Perspektive erzählt werden, bekommt man einen eindrucksvoll tiefen Einblick in die Gefühlswelt der beiden, welche, nebenbei bemerkt, sehr nachvollziehbar und wunderschön geschildert wird.

Tanja Heitmann verzichtet in Schattenschwingen komplett darauf ihren Schauplätzen einen realen Namen zu geben. Dies hilft dem Leser, sich unvoreingenommen einen Schauplatz vorzustellen und die Atmosphäre zu spüren.

Leider fehlt es dem Buch an Spannung. An einigen Stellen ist es sehr vorhersehbar und man erkennt das Grundproblem in der Geschichte nicht.
Insgesamt ist die Handlung auch sehr simpel gehalten und man hat als Leser nicht wirklich das Gefühl, eine ausgeklügelte Geschichte vor sich zu haben.
Das Buch besticht ausschließlich durch die wirklich gut geschriebene Romanze zwischen Mila und Sam.

Mila hält Sam seit Anfang an für einen Menschen, der nicht von dieser Welt ist. Sie kann ihre Faszination nicht in Worte fassen, aber der Leser merkt, dass sie Sam für etwas Außergewöhnliches Hält und sie magisch von ihm angezogen wird.
Außerdem scheint sie mit der Situation völlig überfordert zu sein, dass Sam ihr auf einmal so viel Beachtung schenkt, konnte sie ihn doch sonst nur von weiter Entfernung aus anhimmeln.
Als Sam vermeintlich tot ist, redet sie sich ein, dass er es nicht ist denn nur so schafft sie es nicht zusammenzubrechen.

Rufus scheint sehr eifersüchtig auf die beiden zu sein da er immer wieder abfällige Kommentare über ihre Vertrautheit macht.
Zusätzlich versucht er Sam immer mehr für sich einzunehmen.
Ich finde, er stellt so einen spannenden Nebencharakter dar, der die Geschichte gut ergänzt.

Fazit:
Insgesamt habe ich das Buch ganz gerne gelesen. Für Zwischendurch ist es wirklich zu empfehlen aber als anspruchsvolle Lektüre eignet es sich nicht.
Wer viel Wert auf gut ausgeklügelte Charaktere legt, ist mit diesem Buch aber auf jeden Fall gut bedient.

Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar geht an den

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