Samstag, 1. Mai 2010

Rezension: "Silberlicht" von Laura Withcomb

Produktinformationen:
Originaltitel: A Certain Slant of Light
Autor: Laura Withcomb
Verlag: Pan Verlag
Serie: -
Seiten: 310 Seiten
ISBN: 342-628-328-X
Preis: 14,95€ [D]

Cover © Pan Verlag

Inhalt:
Helen verweilt im Klassenzimmer von Mr. Brown. Dort schaut sie einer der Schüler an, was noch niemand zuvor getan hatte, denn Menschen können Helen nicht sehen. Sie ist ein Silberlicht.

Nach ihrem Tod hat Helen sich konsequent an Schriftsteller gehalten und ihnen als Muse gedient
In der Hoffnung durch ihre guten Taten doch noch in den Himmel zu gelangen weicht sie ihr nicht von der Seite.

Helen findet den Gedanken, dass jemand sie sehen kann aufregend und beängstigend zugleich.
Sie sucht den Kontakt mit dem Jungen, der sich ihr als James vorstellt. Er ist ebenfalls ein Silberlicht und hat den durch Drogen zerstörten Körper von Billy Blake übernommen.

Beide sind sofort fasziniert voneinander und hegen eine gemeinsame Vorliebe für Literatur.
Doch Helen wird immer wieder zu ihrem Bewahrer Mr Brown gezogen. Immer mehr wünscht sie sich, dass James ihr Bewahrer ist, was jedoch dazu führt, dass sie Mr Browns Haus nicht mehr betreten kann.

Helen flüchtet zu James und lernt Billys völlig verkommene Familie kennen. Beide planen, einen Körper für Helen zu suchen, damit sie sich näher sein können.

Schon bald stoßen sie auf die fünfzehnjährige Jenny, Tochter einer streng gläubigen Familie.
Für Helen scheint Jenny bereits so betrübt zu ein, dass ihr Körper fast leer ist. Die beste Voraussetzung um einen Körper zu übernehmen.

Doch Jennys Leben ist mehr als schwierig. Sie muss sich den seltsamen Ritualen ihrer Eltern unterziehen und darf vor allem keine Jungs treffen. Und was für ein Geheimnis hat Jennys Vater, dass ihre Mutter fast wahnsinnig macht?

Die Ereignisse überschlagen sich, als Helen und James zu unvorsichtig werden. Für Helen und James scheint es keine Zukunft mehr zu geben.
Es wäre das Beste, die Körper wieder loszulassen, doch Billys und Jennys Seele haben ihre Körper nicht umsonst freiwillig verlassen.
James und Helen sind gefangen und ein Ausweg rückt in nahezu unerreichbare Ferne …

Rezension:
„Silberlicht“ ist die wunderbare Geschichte zweier Seelen, die eine Liebe weitab der sterblichen Grenzen verbindet.
Unterlegt mit dem wunderschönen Schreibstil der Autorin, ist das Buch ein einzigartiges Leseerlebnis, das einem noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Es war besonders interessant zu lesen, wie Helen sich anfangs dagegen sträubte, zu glauben, dass sie tatsächlich jemand sehen kann. Dies drückt zunächst eine gewisse Hoffnungslosigkeit aus, die durch die Begegnung mit James schließlich verfliegt.

Schön fand ich, dass man eine Reihe von Hintergrundinformationen zu den Charakteren bekommt, anfangs jedoch nur so viel, dass sich der Leser weiterhin fragt, warum James und Helen der Zutritt in den Himmel verwehrt bleibt. Erst gegen Ende hin, als beide zwanghaft die Erlösung suchen, werden dem Leser ihre Sünden offenbart, die leider eher banal ausfallen und keinen Schockmoment verursachen.

Die beiden kämpfen verzweifelt darum, dass sie zusammen sein können, auch wenn ihre Familien sie ab liebsten von der Außenwelt abschirmen würden.
Dennoch würde ich Helen und James nicht als „neues Traumpaar der übersinnlichen Welt“ bezeichnen, so wie es im Klappentext steht.
Dazu ist der Handlungsstrang leider viel zu kurz geraten wodurch man sich nicht so tief in die Beziehung der beiden einlesen kann.

In „Silberlicht“ wird der Leser immer wieder mit Literatur konfrontiert. Ob als kleine Anspielung oder als gemeinsame Leidenschaft von Helen und James finde ich, dass das Thema sehr gut in das Geschehen eingefügt wurde.
Immer wieder sorgen Helens Bücher dafür, dass Jenny Mutter sich dazu gezwungen sieht, sie zu läutern. Bücher wie „Jane Eyre“ verpönt sie, da die Protagonistin eine freidenkende Frau ist, die sich von allen religiösen Idealen löst.

Was Helen und James als Charaktere betrifft, kann ich der Autorin mein Lob aussprechen. Sie sind komplex, tiefgründig und nicht berechenbar.
Besonders Helen gefällt mir sehr, da sie für ihre 29 Jahre sehr unbeholfen und naiv wirkt. Sie denkt gar nicht daran, sich Jenny anzupassen, sondern lebt ihr neues Leben sodass es vollkommen auf James ausgerichtet ist. Dies verursacht natürlich jede Menge Konflikte mit Jennys gläubigen Eltern, doch sie lässt sich dadurch nicht beirren. Auch ihre kleinen Eifersüchteleien bezüglich ihres Bewahrers Mr Brown sind sehr amüsant, da sie ja eigentlich James liebt, aber sich dennoch manchmal zu ihm hingezogen fühlt.
Auch James versucht Billys Leben als Drogenjunkie hinter sich zu lassen, bereitet dessen großen Bruder Mitch jedoch große Sorgen. Er verbietet ihm, sich mit Helen zu treffen, das er Angst hat, dass Billy dadurch wieder an Drogen gerät, wie schon zuvor durch eine Frau.
Den Leser kann James überzeugen, dass er nicht denselben Fehler wie Billy machen würde, doch Mitch will jede mögliche Gefahr aus dem Weg schaffen. Was ja auf den Leser ganz fürsorglich wirken würde, wäre Mitch nicht ein noch größerer Rüpel, als sein kleiner Bruder es mal war.

Fazit:
Insgesamt habe ich sehr schöne Lesestunden mit dem Buch verbracht und mehr als nur einmal inne gehalten um für ein paar Minuten das Cover auf mich wirken zu lassen. Es glänzt wenn man es ins Licht hält und gibt einen Anreiz, wie man sich Helen vorstellen könnte.
Leider fehlt es dem Buch ein wenig an richtigen Schockmomenten, wodurch es Zwischendurch manchmal ein wenig eintönig wirkt.
Dennoch finde ich die Ereignisse um das Liebespaar wirklich bezaubernd und habe es sehr genossen, dieses Buch zu lesen.

Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar geht an den

Kommentare:

  1. Das Buch lese ich auch gerade und mir gefällts bisher auch richtig gut :) Aber die beiden hätten sich auch wirklich keine unterschiedlicheren Körper aussuchen können, da sind Probleme ja irgendwie vorprogrammiert. *lach*

    Freu mich schon richtig aufs weiterlesen.

    Liebe Grüße,
    Sneak

    AntwortenLöschen
  2. Ich lese es auch gerade und bin schon begeistert. :)
    Der Anfang hat mich nicht so angesprochen, aber bis jetzt wurde ich auf jeden Fall für's Weiterlesen belohnt. :)
    LG Jessica

    AntwortenLöschen

TOP AKTUELL

Rezension | "Die Rote Königin" von Victoria Aveyard