Rezension: "Saugfest" von Steffi von Wolff

Produktinformationen:
Originaltitel: Saugfest
Autor: Steffi von Wolff
Verlag: Fischer Verlag
Serie: -
Seiten: 256 Seiten
ISBN: 359-618-595-5
Preis: 8,95€ [D]

Cover © Fischerverlage

Inhalt:
Helene ist eine dauergenervte Frau, die sich eigentlich für nichts interessiert und der andere Menschen egal sind.
Selbst ihre Freundin Annkathrin nervt sie und so ist es nicht überraschend, dass sie gekonnt deren Hochzeit ruiniert.
Helene wird die Freundschaft gekündigt und sie muss kurzerhand die Party verlassen.

Allerdings bekommt sie auch sofort einen Auftrag von ihrem Taxiunternehmen.
Um Mitternacht soll sie eine Gruppe aus einer Diskothek abholen.
Pure Routine denkt sich Helene, doch warum wird sie dort in einem dunklen Keller empfangen, wo der Ausgang auf einmal verschwindet?
Und warum sind alle Menschen darin so blass und vor allem, warum fühlt sie sich so zu dem seltsamen Hubertus hingezogen?
Helene beschleicht ein schrecklicher Verdacht, wer die Menschen in dem Keller wirklich sind ...

Hubertus gestattet ihr unterdessen eine Liste mit allen Menschen zu machen, die sie hasst. Doch Helene übertreibt es wieder einmal maßlos und Hubertus beschliesst kurzerhand, dass sie vielleicht mit einem Kuss wieder zur Besinnung gebracht werden kann.
Helene ist total hin und weg von ihm, was auch positive Auswirkungen auf ihre Lebenseinstellung hat.

Hubertus merkt jedoch, dass er sie nicht vollkommen verändern kann und lässt sie ziehen.
Helene fällt es schwer, einen klaren Gedanken zu fassen, doch als sie auf jemanden trifft, der vor langer Zeit einmal die selbe Einstellung wie sie hatte, erfährt sie zum ersten Mal, was alles passieren kann, wenn sie sich nicht ändert ...

Entschlossen macht Helene sich wieder auf den Weg zu Hubertus, doch dieser ist bereits verschwunden ...

Rezension:
Tja das Trendthema Vampire, irgendwann versucht sich jeder Autor mal daran. Nun auch Steffi von Wolff, von der ich zuvor noch nichts gehört habe, die aber Spezialistin für bizarren Humor sein soll.

Aber zunächst ein Wort zur Ausstattung. Die Farben des Cover bilden doch eine sehr gewagte Kombination, die aber dennoch perfekt zu diesem Buch passt.
Blau und Neonpink bildet eine freche und gewagte Mischung, also genau das, was den Humor des Buches ausmacht.
Den Titel hätte man gut noch durch eine Prägung hervorheben können, da das Cover insgesamt glatt ist und nur durch seine Farben auffällt.

Gleich zu Anfang fällt der sehr lockere Schreibstil auf, in den man sich wirklich erst einlesen muss.
Teilweise soll dieser wahrscheinlich ironisch sein, ist aber besonders anfangs einfach „too much“.
Im Laufe des Buches gewöhnt man sich jedoch daran und der Humor wird auch um einiges erträglicher.
Dies mag wahrscheinlich auch daran liegen, dass Helene als Protagonistin einen Wandel durchmacht.

Große Dialoge finden nicht statt. Das meiste erfährt man von Helene selbst, die das Geschehen aus der ich-Perspektive erzählt.
Was die Handlung betrifft, ist diese eher oberflächlich beschrieben und das auf ironische Weise. Man soll das ganze Geschehen offenbar nicht sehr ernst nehmen und nicht auf großartige Tiefgründigkeit hoffen. Zumindest vorerst.

Helene ist eine Protagonistin, die mit ihrem Leben mehr als unzufrieden ist und glaubt, mit schlechter Laune am besten durchs Leben zu kommen.
Sie verflucht ihr Glück, welches sie immer wieder davor bewahrt, nicht in eine lebensgefährliche Situation zu kommen und sie vor dem Tod rettet.
Wirklich viel liegen tut ihr also nicht an ihrem Leben. Wirklich ausgelöst wurde dies jedoch erst von ihrem Vater, der ihre Familie verlassen hat. Seitdem wurde ihre schlechte Laune immer schlimmer und ihre Abneigung gegenüber anderen Menschen immer ausgeprägter.
Was sie läutert, ist die Begegnung mit Hubertus. Sie verliebt sich Hals über Kopf und beschließt letzten Endes, dass sich ein Leben in Freundlichkeit und mit Liebe mehr lohnt als ihr bisheriges Leben.

Was die Vampirgemeinschaft betrifft, habe ich die ganze Zeit das Gefühl gehabt, eine Mischung aus alten,vergessliches und vor allem verwirrten Leuten vor mir zu haben.
Gut, nun scheint an denen das Alter auch nicht klischeehaft vorbeizulaufen, wie in anderen Vampirromanen, aber ein wenig mehr Zurechnungfähigkeit, hätte man ihnen schon geben können.
Was es mit ihnen jedoch wirklich auf sich hat, erfährt man erst am Ende.

Fazit:
Dieses Buch hat natürlich jede Menge Ecken und Kanten und Punktabzüge muss es einfach geben, weil dieses Buch ungemein polarisierend ist und wahrscheinlich nicht Jedermanns Geschmack ist.
Wer sich jedoch gerne mal an etwas Neues probieren möchte und etwas weit ab vom Mainstream mag, der wird an diesem Buch sicherlich gefallen finden.
Starke Nerven sind allerdings Vorraussetzung, denn die schlecht gelaunte Protagonistin ist nicht gerade eine Sympathieträgerin und auch für den Leser nicht einfach zu ertragen.
Das Ende ist jedoch ein wahrer Geniestreich, mit dem der Leser überhaupt nicht rechnet und welches sogar eine kleine Moral enthält.

Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar geht an den Fischerverlag

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