Samstag, 19. Juni 2010

Rezension: "Splitterherz" von Bettina Belitz

Produktinformationen:
Originaltitel: Splitterherz
Autor: Bettina Belitz
Verlag: Script5 Verlag
Serie: -
Format: gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: 630 Seiten
ISBN: 383-900-105-6
Preis: 19.90€

Cover © Script5

Inhalt:
Elisabeth Sturm muss mit ihren Eltern aufs Land ziehen und ihrer geliebten Stadt Köln den Rücken kehren.
Sie fühlt sich völlig fehl am Platz und auch in der Schule wird sie eher distanziert behandelt.

Sie schafft es immer wieder sich in seltsame Situationen zu begeben, bis sie eines Tages auf den geheimnisvollen Colin trifft. Ellie wird sofort in seinen Bann gezogen, auch wenn die anderen im Dorf ihn für äußerst merkwürdig halten.
Colin läuft ihr immer wieder über den Weg und sie kann sich einfach nicht mehr von ihm losreißen.

Als ihre Eltern jedoch auf ihre neue Bekanntschaft treffen, stößt er auf die Ablehnung von Ellies Vater und darf ihr Haus nicht mehr betreten. Ellie soll ihn nie wieder sehen.
Sie ist erschüttert und stellt sowohl Colin als auch ihren Vater zur Rede. Doch dabei stößt sie nur auf noch mehr Ungereimtheiten.
Einer Sache ist sie sich jedoch vollkommen sicher: Colin scheint ein gefährliches Geheimnis zu haben, in dem Ellies Vater tiefer mitdrinsteckt, als es ihr lieb ist und das für sie alle ein schreckliches Ende nehmen könnte ...

Rezension:
Das Buch beginnt mit einigen mystischen Vorkommnissen, auf die sich der Leser zunächst keinen Reim machen kann. So dauer t es eine Weile, bis die Handlung richtig in Fahrt gerät.

Nichts desto trotz wird man beim Lesen einfach in das Buch hineingezogen. Es kommt selten vor, dass ein Autor so durch seinen Schreibstil und die Beschreibung der Athmosphäre überzeugen kann, und es dann auch noch schafft, ein Protagonisten Duo zu erschaffen, das eine der wohl schönsten Liebesbeziehungen darstellt, die die Jugendliteratur jemals hervorgebracht hat.

Was man zunächst nicht erwartet, ist, dass „Splitterherz“ gespickt ist mit Fantasyelementen. Zunächst hat man einfach das Gefühl, dass es sich um eine dramatische Liebesbeziehung handelt, aber letzten Endes ist man als Leser wahrscheinlich genauso erschüttert wie Ellie, als sie das ein oder andere mystische Geheimnis entdeckt.

Ellie verkörpert einen typischen pubertären, missmutigen Teenager. Allerdings auf eine positive Art mit der man sich identifizieren kann. Sie befindet sich in einem Zustand des Erwachsenwerdens und Colin muss sie immerwieder ermahnen, einfach mal sie selbst zu sein und sich nicht zu verstellen damit sie dazugehört.
Was zunächst nicht ganz klar erscheint, ist ihre ausgeprägt Müdigkeit, die sie den halben Tag verschlafen lässt und ihr böse Träume beschehrt. Im Laufe der Geschichte fügt sich jedoch alles perfekt zusammen und man ist einfach nur fasziniert von den Geschehnissen.

Colin ist zunächst ein wahres Mysterium. Er zeigt nicht gerne sein Gesicht, lebt abgeschieden in einem alten Forsthaus und studiert nebenbei Forstwirtschaft.
Was mich ein wenig gestört hat, war die Beschreibung von Colin. So wie er beschrieben wurde, hatte ich immer das Gefühl, dass er nicht gerade attraktiv ist, sondern eher etwas animalisches im negativen Sinne an sich hat.
Aber dies ist nur ein kleines Übel bedenkt man, was für ein absolut lieber Kerl er ist. Man kann es wohl nicht leugnen, dass sich ein jedes Mädchen nach einem Colin Blackburn sehnt, der sie auf Händen trägt, ihr jeden Wunsch von den Augen abliest und sie bis aufs Letzte umsorgt.
Der Vergleich mit Edward Cullen wäre wirklich eine pure Beleidigung, denn der ist ein Witz gegen Colin.
Hier wurde sich wirklich für einen authentischen Protagonisten entschieden, der in keinster Weise aufgesetzt wirkt oder dessen Handlungen übertrieben erscheinen. Colin ist einfach zauberhaft, auf seine ganz eigene Art und Weise.

Was die Liebesbeziehung von Ellie und Colin angeht, wird der Leser auf eine wahre Achterbahnfahrt geschickt. Dennoch hat man das Gefühl, dass ihre Beziehung genau richtig portioniert ist. Sie scheint sich sehr authentisch zu entwickeln und wirkt nicht übereifrig.
Das Ende kommt leider viel zu schnell und lässt eine ganze wichtige Frage offen.
Auch nach dem Lesen beschäftigt man sich noch mit den Ereignissen des Buches und man fragt sich, wie es wohl weitergeht mit den beiden und wie man an Ellies Stelle gehandelt hätte.

Fazit:
Splitterherz rechnet rigoros mit dem Vampirhype ab und zeigt, dass eine wunderbare Liebesgeschichte nicht nur mit Vampiren funktioniert.
Jeder der Lust hat, mal etwas ganz neues auszuprobieren und dabei eine außergewöhnliche Romanze zu erleben ist bei „Splitterherz“ goldrichtig.
Jedem, der bis jetzt nichts mit Fantasy anfangen konnte, zeigt Splitterherz, dass man diese Genre auch durchaus real und nachvollziehbar gestalten kann und macht in jedem Fall Lust auf mehr.
Da freuen wir uns doch, dass Splitterherz eine Trilogie werden soll.

Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar geht an

Kommentare:

  1. Freut mich ja so, dass es dir gefallen hat. Ich war auch ganz begeistert und hoffe, dass sie sich mit dem 2. Buch nicht allzu lange Zeit lässt...

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  2. Soweit ich weiß kommt der 2. nächstes Frühjahr :-/

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  3. Ich kann nur zustimmen, ein wirklich wunderschönes Buch :)

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  4. Ich denke schon, dass es besser als Twilight ist, weil Splitterherz nicht das vorhersehbare Friede-Freude-Eierkuchen Prinzip verfolgt =)

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