Sonntag, 4. Juli 2010

Rezension: "Morgenrot" von Tanja Heitmann

Produktinformationen:
Originaltitel: Morgenrot
Autor: Tanja Heitmann
Verlag: Heyne Verlag
Serie: -
Format: gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: 400 Seiten
ISBN: 345-326-605-6
Preis: 17,95€ [D]; 18,50€ [A]

Cover © Heyne

Inhalt:
Lea führt ein eher sozial distanziertes Leben während ihres Auslandsaufenthaltes.
Dies soll sich jedoch schlagartig ändern, als sie in der Villa ihres Professors auf Adam trifft.
Sofort verliebt sie sich unsterblich in ihn, ungeahnt dessen, was er wirklich ist.

Schon bald muss Lea herausfinden, dass Adam von einem bluthungrigen Dämon besessen ist, der Lea von nun an als sein Eigentum betrachtet.
Als sie mit ansehen muss, wozu er imstande ist, flieht Lea, in der Hoffnung, ihn nie wieder sehen zu müssen.

Doch Adam hat sie bereits als seine Gefährtin für die Ewigkeit auserwählt, und so folgt er ihr. Von nun an sorgt er dafür, dass Lea genau das tut, was er von ihr verlangt und so muss sie Abend für Abend als seine Begleitung für feine Gesellschaften herhalten.

Eines Abends wird sie Pi vorgestellt, einem seltsamen Wesen, das eine Art Oberhaupt für die Dämonen darstellt.
Immer mehr beschleicht Lea der Verdacht, dass Adam sie nur für einen ganz bestimmten Zweck benötigt, doch sie ist einfach zu verliebt, um sich wieder von ihm zu lösen.
Doch als sie und Adam in die skurrilen Machenschaften von Pi mit hineingezogen werden und man ihr Blut fordert, kann sie nicht anders und nimmt die Sache selbst in die Hand, um die zu schützen, die sie liebt …

Rezension:
Jedem fällt wahrscheinlich sofort das atemberaubende Cover auf, dass jedoch auch stark an die Cover der Biss-Reihe erinnert.
Dies lässt den Leser leider ein wenig voreingenommen an das Buch herangehen.
Irreführend ist da leider auch die Klappentext Parole „Kann man einen Vampir lieben?“.
Es sei nämlich vorweg gesagt, dass die männliche Hauptperson kein Vampir ist, sondern von einem bluthungrigen Dämon besessen ist.

Was den Schreibstil des Buches betrifft, kann man ganz zufrieden sein.
Die Umgebung wird sehr ausführlich beschrieben, jedoch werden keine Ortsnamen genannt. So kann sich der Leser selbst eine Vorstellung von den Schauplätzen schaffen.

Es ist ein bisschen schwierig mit der Handlung mitzuhalten, da man manchmal so rasante Szenenwechsel erlebt, dass man ein wenig den Anschluss verliert.
Spannung kommt leider so gut wie gar nicht auf. Die Autorin füllt ihre Seiten mit andauernden Wiederholungen und einer schmachtenden Protagonistin, die sich von ihrem Liebsten wie ein Spielball behandeln lässt.
Es ist sicherlich reine Geschmackssache, ob der Leser von einer Handlung beeindruckt wird, dessen Spannung ausschließlich durch die Frage „Kommen sie zusammen oder nicht?“ hervorgerufen wird.

Dennoch muss zu Leas und Adams Beziehung auch gesagt werden, dass das Ganze sich ein wenig zu schnell entwickelt hat.
Lea hat Adam gerademal für fünf Sekunden gesehen und ist dann sofort Hals über Kopf verliebt. Und von da an, weicht Adam ihr auch nicht mehr von der Seite.
Für Leser, die auch bei Fantasybüchern Wert auf ein bestimmtes Maß an Logik legen, ist dies natürlich äußerst fatal.

Was Adam an sich betrifft, muss wirklich gesagt werden, dass er einfach nur unsympathisch ist. Auch als blutsaugender Dämon sollte man seine Liebste nicht wie ein Spielzeug behandeln.
Es ist ja schön und gut, dass er durch seine Besessenheit eine gespaltene Persönlichkeit hat, aber dies ist nun wirklich zu viel des Guten.
An einigen Stellen fragt man sich so wirklich, ob es nicht besser gewesen wäre, aus Adam schlicht und ergreifend einen Vampir zu machen. Die ganze Geschichte um die Dämonen ist nämlich wirklich schwer zu verstehen und wirkt nur als ein Mittel zum Zweck, dem Vampirgenre zu entfliehen.

Passend dazu ist natürlich auch unsere Protagonistin Lea, die sich des Öfteren wie ein naives Lämmchen aufführt.
Sie legt ein blindes Vertrauen an den Tag und lässt wirklich alles mit sich machen. Wenn Adam pfeift, steht Lea auch schon parat.
Anfangs ist dies noch einigermaßen unterhaltsam, doch nach einer Weile hätte man sich doch gewünscht, dass Lea emanzipierter wird.

Fazit:
Morgenrot geht in eine ganz andere Richtung, als die Biss-Bücher. Ein Vergleich ist absolut ausgeschlossen, da es im Grundsatz doch zwei äußerst verschiedene Geschichten sind.
Die Handlung ist wirklich kein Geniestreich und auch die Charaktere lassen zu wünschen übrig.
Besonders das Ende des Buches lässt den Leser ein wenig enttäuscht zurück, da dieses doch einige Fragen offen lässt. Eine Fortsetzung soll es zum jetzigen Zweitpunkt aber noch nicht geben.
Alles in allem fehlte dem Buch einfach etwas, dass es wirklich zu etwas Besonderem gemacht hätte. So bleibt nur zu sagen, dass man das Buch vielleicht mal zwischendurch lesen kann, es aber sicherlich kein Muss ist.

Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar geht an den

1 Kommentar:

  1. Ich war auch nicht so begeistert von dem Buch.
    Die Story war sowas von seltsam und unstrukturiert.

    Allerdings fand ich den Schreibstil richtig richtig gut. Wie du auch gesagt hast :)

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