Sonntag, 8. August 2010

Rezension: "Das Tal Season 1 - Das Spiel" von Krystyna Kuhn

Produktinformationen:
Originaltitel: -
Autor: Krystina Kuhn
Verlag: Arena Verlag
Serie: Das Tal Season 1 (Band 1)
Format: broschiert
Seiten: 264 Seiten
ISBN: 340-106-472-X
Preis: 9,95€ [D]

Cover © Arena Verlag

Inhalt:
Die Geschwister Julia und Robert Frost wollen ein neues Leben an der Eliteuni Grace College in einem abgeschiedenen Tal Kanadas beginnen.
Das sie jedoch gleich von einer unheimlichen Erscheinung in der Dunkelheit begrüßt werden, stellt sich als kein gutes Omen heraus, denn nach einer Begrüßungsparty im Bootshaus verschwindet die im Rollstuhl sitzende Angela Finder spurlos. Ausgerechnet das Mädchen, dessen Gestalt sie bei ihrer Ankunft gesehen haben.

Was als geschmackloses Spiel der Senior Studenten angefangen hat, um die Party spannender zu machen, entpuppt sich als bitterer Ernst, als man die Leiche von Angela findet.
Für Julia und ihre neuen Freunde ist sofort klar, dass dies Mord gewesen sein muss.
Während Robert und und seine Schwester auf schmerzliche Weise an ihre Vergangenheit erinnert werden, ist unklar, wem sie eigentlich trauen können.

Was ist mit Debbie, die zwar die gute Freundin mimt, aber dennoch keinem Tratsch zuwider ist? Kann man der kahlrasierten Rose trauen oder der unnahbaren Koreanerin Katie trauen?
Julia erkennt sofort, dass in jeder ihrer Mitbewohnerinnen ein Geheimnis schlummert.
Doch auch ihre Romanze mit Chris scheint nicht wirklich von Vertrauen erfüllt zu sein, kann Julia doch niemandem das Geheimnis ihrer Vergangenheit anvertrauen.

Dass sich die nötigen Antworten jedoch auf dem Grund des Lake Mirror befinden, ahnt zu dem Zeitpunkt noch keiner, und auch nicht, was Angela wirklich für eine Rolle am College gespielt hat ...

Rezension:
„Das Tal – Das Spiel“ ist der Auftakt einer Buchreihe, die alle drei Monate einen neuen Band bekommen wird. Bis jetzt sind drei weitere Bücher in Planung, die alle der ersten Season angehören werden. Ich hoffe inständig, dass es eine zweite Season geben wird, denn die Autorin hat ein geradezu unheimlich gutes Gespür dafür, den Leser mit ihrem Schreibstil zu fesseln und in einen wahren Rausch zu versetzen.

Dieses Buch ist düster, geheimnisvoll und macht einfach süchtig. Einmal angefangen verfängt man sich bereits in einem Netz aus Rätseln, Mysterien und Geheimnissen. Denn jeder der Protagonisten hat eine Vergangenheit, die sie um jeden Preis schützen wollen.

Man braucht wirklich Nerven wie Drahtseile, während man „Das Spiel“ liest. Es ist unbeschreiblich, was das Buch in einem auslöst, mit der düsteren Stimmung und den rätselhaften Charakteren. Sowas habe ich so noch nie mit einem Buch erlebt, aber es hat die Genrezugehörigkeit „Thriller“ wahrhaft verdient.

Das Tal an sich wird von Julia ganz oft als leblos und tot bezeichnet. Die Vorstellung keine Tiergeräusche zu hören ist wirklich beängstigend. Nichtmal ein Vogel verirrt sich dorthin. Als wäre dies nicht schon bizarr genug, scheint der Lake Mirror, der See am College, ein Eigenleben zu haben.
Undefinierbare Strömungen und Tiefen zeichnen das Gewässer aus und hinzu kommt, dass sich auch dort kein Fischchen tummelt.
Schon hier merkt man förmlich, dass dieser Ort dazu gemacht ist, Unheil hervorzubringen.

Was Julia und Robert betrifft, wird man nach und nach immer mehr über ihre Vergangenheit aufgeklärt, die besonders bei Robert ihre Spuren hinterlassen hat. Hält man ihn zunächst für völlig verrückt, tut einem das später fast leid, wenn man erfährt, was ihm widerfahren ist.
Beide Geschwister vertrauen niemandem auf dem College, was man wirklich nachvollziehen kann, da man geradezu fühlen kann, wie die Stimmung im Tal alle dazu bringt, sich zu misstrauen.
Man versucht zwar, mit jedem neuen Hinweis das Rätsel um die Vergangenheit der Geschwister zu lösen, aber es scheint nie einen Sinn zu ergeben.
Die Autorin versteht es wirklich den Leser auf die Folter zu spannen und so lange wie Möglich im Unklaren zu lassen.

Im Laufe des Buches kann man es dann nachvollziehen, warum Julia nichtmal ihrer kleinen Romanze Chris ein wenig Vertrauen entgegenbringt. Dies verletzt ihn zwar sehr, aber betrachtet man die Tatsache, dass man so gut wie nichts über Chris erfährt und er nur ein großes Mysterium bleibt, kann man Julias Entscheidungen und Gefühle nachvollziehen.
Dennoch bietet gerade die kleine Liebesgeschichte eine erfrischende Abwechslung zu den ewigen Mysterien des Tales, auch wenn man spürt, dass etwas Dunkles in Chris steckt, dass er zu verbergen versucht.

Eine Frage, die man sich außerdem stellt, ist, was einige Personen überhaupt am Grace College machen, wenn sie sich dort nicht wohlfühlen. Was hält sie dort?
Was dies betrifft, lässt und die Autorin Raum zum spekulieren, bringt den Leser jedoch geichzeitig dazu, in jedem eine dunkle Vergangenheit zu sehen.

Außerdem scheint keiner der Charaktere ein sehr redseliger Mensch zu sein, was sie nur umso gruseliger Macht. Stille Wasser sind bekanntlich tief. Das der Spiegelsee im Tal passenderweise gefährliche Untiefen birgt, betrachte ich jetzt einfach mal als Zufall hin.
Mehr als nötig wird eigentlich nie gesprochen und über Persönliches schon gar nicht, doch gerade dies verleiht dem Buch seinen Charme und unterstütz die Stimmung des Tales.

Was mich aber wirklich begeistert und gleichzeitig ein wenig schockiert hat, war der Moment in dem ich gemerkt habe, dass sich die Gefühle der Protagonistin Julia auf den Leser zu übertragen scheinen.
Hat sie Angst, so fürchtet man sich mit ihr. Spürt sie ein kommendes Unheil, wird man selbst von einer düsteren Stimmung ergriffen. Dies macht dieses Buch wirklich einzigartig, hat mich aber auch dazu gebracht, dass Buch manchmal für ein paar Minuten zur Seite zu legen um wieder einen klaren Kopf zu bekommen.

Bei den ganzen Geheimnissen kann man sich sicherlich vorstellen, dass das Buch mit einer Handlung in sich abgeschlossen ist, jedoch am Ende immernoch tausende von Fragen offen bleiben.
Es ist schwer vorstellbar, dass sich die Autorin mit den Folgebänden noch steigern kann, aber ich wäre schon mehr als zufrieden, wenn sie das Niveau halten kann.

Fazit:
Dieses Buch ist aufwühlend, gruselig und einfach nur phänomenal. Ich bin maßlos überzeugt von dem Potenzial, was hinter dieser neuen Buchreihe steckt und erwarte mit Spannung die Fortsetzungen.
Auch nach dem Ende des Buches stellt man sich jede Menge Fragen.
Welch schockierende Vergangenheiten versuchen die Charaktere zu verbergen und was hält das düstere Tal noch alles für uns bereit?
Mehr als „Das Spiel“ kann ein Buch dem Leser einfach nicht bieten, da die Autorin ihm einfach das gewisse Etwas gegeben hat.

Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar geht an den

Kommentare:

  1. Danke für die super Rezension! Ich hatte das Buch schon so oft in der Hand und habe mir überlegt, ob ich es kaufen soll, hatte mich aber nie dafür entschieden. Nach deiner Rezension landet es nun aber endgültig auf der Wunschliste und wird definitiv bald gekauft! =)

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  2. hey vyoletta =) freut mich total dass ich dich von dem Buch überzeugen konnte ... wirklich, es ist der wahnsinn. ich wünsche dir viel spaß damit wenn du es liest =)

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  3. Ich fand das Buch auch total gut. Heute erscheint der 2. Teil :D :D Ich bin schon unheimlich gespannt!

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  4. Das Buch habe ich schon lange im visier, doch wirklich dazu entschlossen hatte ich mich bis jetzt noch nicht es zu kaufen. Doch jetzt muss ich es einfach lesen! Haha schade dass da mein Taschengeld nicht so mitspielt ;)
    Super Rezi!

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  5. Schöne Rezension. :)
    Ich fands auch gut und warte schon ungeduldig, das der zweite Band bei mir eintrudelt. ;)
    LG Jessica

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