Montag, 2. August 2010

Rezension: "Die Gabe der Magie" von Kathleen Duey

Produktinformation:
Originaltitel: A Ressurection of Magic: Skin Hunger
Autor: Kathleen Duey
Verlag: Penhaligon Verlag
Serie: Akademie der Magier (Band 1)
Format: gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: 415 Seiten
ISBN: 376-453-024-3
Preis: 16,95€ [D]

Cover © Blanvalet/Penhaligon

Weitere Ausgabearten: Taschenbuchausgabe (siehe Cover rechts) erschienen bei Blanvalet

Inhalt:
Seit Sadimas Familie von einer zwielichtigen Magierin betrogen wurde, hassen sie alle die sich mit Zauberei und dererlei Machenschaften auseinandersetzen.
Als sie erfahren, dass Sadima die Gabe hat, sich mental mit Tieren zu unterhalten, halten ihr Vater und ihr Bruder dies für eine Lüge.

Doch eines Tages taucht ein Mann namens Franklin auf, der sich Sadima als Magier vorstellt und sie einlädt, mit ihm in die Stadt Limori zu kommen um dort mit ihrer Gabe gemeinsam die Magie wieder aufleben zu lassen.

Einige Jahre später, kurz nachdem ihr Vater verstorben ist, kommt Sadima der Bitte nach.
Sie geht nach Limori wo sie dem Haushalt von Franklin und Somiss beitritt. Sie übernimmt Hausarbeiten und hilft Franklin und Somiss magische Verse niederzuschreiben.
Dass sie Franklin dabei immer näher kommt, lässt sie auf eine gemeinsame Zukunft weit ab von den höllischen Launen Somiss‘ hoffen, doch dieser wird immer zwischen ihnen stehen, da er bereits plant, mit Franklin eine Akademie der Magie aufzubauen.

Lange Zeit danach wird der Junge Hahp von seinem Vater auf eben jene Akademie geschickt. Doch die Regeln dort sind eindeutig und erbarmungslos. Es ist nicht erlaubt sich gegenseitig zu helfen, da soweiso nur einer aus Hahps Gruppe seinen Abschluss machen wird. Der Rest wird sterben ...
Schon bald wird Hahp mit dem grausamen Unterricht seiner Lehrer Franklin und Somiss konfrontiert und sie alle müssen qualvoll hungern. Doch Hahp hält sich durch die Hoffnung am Leben, derjenige zu sein, der den Abschluss schafft und so seinem verhassten Vater eines Tages überlegen sein wird ...

Rezension:
Das Buch erzählt zum einen die Geschichte Hahps als auch die von Sadima.
Jedoch erfolgt dies nicht in chronologischer Reihenfolge. Stattdessen wechselt sich die Geschichte Kapitelweise ab.
Dies sorgt zunächst ein wenig für Verwirrung, da man als Leser damit rechnet, dass die Handlungsstränge parallel zueinander ablaufen. Durch spätere Handlungsentwicklungen wird dann jedoch klar, dass sich die Geschichte Hahps, nach der von Sadima abspielt.
Auffällig ist auch, dass Hahps Geschichte aus der Ich-Perspektive geschrieben ist und die von Sadima in der dritten Person.
Alles in allem ein wenig gewöhnungsbedürftig, da auch der Schreibstil teilweise ein wenig holprig erscheint, was jedoch auch der Übersetzung liegen kann. Insgesamt ist dieser jedoch nicht hinderlich beim Lesen und nach einer Weile gewöhnt man sich automatisch an ihn.

Dennoch hat das Buch ein gewisses Flair, da sich besonders in Hahps Geschichte eine äußerst düstere Stimmung ausbreitet. Als Leser fragt man sich immer wieder ob er in der Lage ist, die Torturen der Akademie zu überleben oder ob bei den Schülern vor lauter Hunger Panik ausbricht.
Was dies betrifft, schafft es die Autorin den Leser mit allerhand unerwarteten Dingen zu konfrontieren und eine Atmosphäre zu erschaffen, bei der man wirklich Gänsehaut bekommt. In der Akademie geht es nämlich alles andere als zimperlich zu.

So nennt die Autorin jedes Schreckensdetail beim Wort, sodass man als Leser manches Mal das Gefühl hat, z. B. den von ihr beschriebenen Gestank selber zu riechen.
Die Geschichte um Hahp hat jedoch ein offenes Ende, sodass man erst in den Folgebänden erfahren wird, ob der Junge den Abschluss schafft und sich an seinem Vater für seine gewalttätige Erziehung rächen kann.
Es wäre interessant gewesen, mehr über Hahps Vergangenheit zu erfahren, doch leider wurden dieser Charakter recht oberflächlich abgehandelt.

Bei Sadima hat man das Gefühl, ein naives kleines Mädchen vor sich zu haben, die sich in romantische Tagträume verstrickt.
Besonders kleine Dinge, wie zum Beispiel das Abschreiben von Buchstaben, begeistern sie sehr schnell und teilweise wirkt sie ein wenig unbeholfen.
Von ihr erfährt man, im Gegensatz zu Hahp, einiges über ihre Vergangenheit und so baut man von Anfang an eine gute Beziehung zu ihr auf. Man versteht ihre Beweggründe und auch ihre Liebe zu Franklin. Dieser scheint nämlich der einzige zu sein, der ihre Gabe akzeptiert und dies als Hoffnung für sie sieht. Doch die beiden dürfen nicht zusammen sein, da immer wieder Somiss zwischen ihnen steht.

Besonders die Beziehung zwischen Letzterem und Franklin ist sehr interessant, da der Leser einige interessante Details darüber erfährt und so auch Franklins Abhängigkeit von Somiss versteht.

Dieser an sich ist eher schwer zu verstehen. Seine durchgängiger Jähzorn und seine Unverschämtheit sind wirklich grenzwertig und machen nicht nur Sadimas Leben, sondern auch das von Hahp schwer. Er schreckt vor nichts zurück um seine Ziele zu erreichen und geht förmlich über Leichen.
Doch gerade diese Unberechenbarkeit bringt ein bisschen Spannung in die ansonsten eher seichte Handlung.

Fazit:
„Die Gabe der Magie“ ist definitiv außergewöhnlich und besticht teilweise durch die unterschiedlichen Charaktere als auch durch kreative Ideen. Die Autorin setzt das von ihr gewählte thema auf eine ganz eigene Art und Weise um und grenzt sich so von ähnlichen Büchern des selben Themas ab.
Auch wenn die Handlung teilweise ein wenig dürftig erscheint, wird man dennoch gut unterhalten und in eine völlig neue Welt entführt.

Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar geht an den

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