Samstag, 21. August 2010

Rezension: "Die Organisation - Lillys Schweigen" von Annika Sylvia Weber

Produktinformationen:
Originaltitel: -
Autor: Annika Sylvia Weber
Verlag: Heyne Verlag
Serie: Die Organisation (Band 1)
Format: kartoniert
Seiten: 448 Seiten
ISBN: 345-352-664-3
Preis: 8,95€ [D]; 9,20€ [A]

Cover © Heyne Verlag

Inhalt:
Lilly ist als Jägerin auf den Straßen Hannovers unterwegs, um diese von den bösen Kreaturen zu befreien. Ihre Aufträge hat sie immer gründlich und zu vollster Zufriedenheit der Organisation erledigt, doch als sie auf das verlassene Wolfen Kind Selina stößt, bringt sie es nicht übers Herz, es zu töten und gibt ihm ein neues Zuhause.

In der Organisation wird Selina selber zur Jägerin ausgebildet, ungeahnt dessen, über welche Kräfte sie verfügt.
Als sie jedoch auf das unsterbliche und mächtige Orakel Fabian Kurze trifft, spielt dieser das Mädchen gegen die Organisation und besonders gegen Lilly aus.

Zwiegespalten, wem sie vertrauen kann, schließt Selina sich dem machthungrigen Zauberer Kimaris an, der die Organisation um jeden Preis vernichten will ...

Nur wenn Lilly und ihre Kollegen zusammenhalten, können sie gegen ihre Feinde bestehen. Doch die Angst, nochmal verraten zu werden ist groß ...

Rezension:
„Die Organisation – Lillys Schweigen“ ist ein deutscher Urban-Fantasy Roman, der es in das Finale des Heyne Wettbewerbs „Schreiben Sie einen magischen Bestseller!“ geschafft hat.
Es besticht vor allem durch einen anspruchsvollen Schreibstil und einer originellen Idee.

Die Handlung spielt in Hannover, was an sich mal was Neues ist, besonders, da sich Urban-Fantay zumeist in den Vereinigten Staaten abspielt.
Leider gab es nicht so viele Schauplatzbeschreibungen, was die Atmosphäre ein wenig beeinträchtigt.
Diese ist insgesamt sehr zwielichtig, da man zusammen mit der Organisation die dunklen Seiten der Gesellschaft erkundet und als Leser den ein oder anderen blutigen Kampf miterlebt.

Im Vordergrund steht dabei auch Verrat und Vertrauen, da besonders Lilly sich konstant damit auseinandersetzen muss.
Nach einer Weile kann man selbst als Leser nicht mehr beurteilen, wem Lilly vertrauen kann und wem nicht. Die Charaktere sind in dieser Hinsicht ziemlich undurchsichtig, sodass es spannend bleibt, wie sie sich entwickeln und für welche Seite sie sich entscheiden.

Die Spannung steigert sich im Laufe des Buches. Am Anfang erfolgt eher eine Übersicht der Gesamtlage, was fast schon wie eine Einleitung wirkt, bevor man es mit dem großen Konflikt zu tun bekommt.
Man muss sich einfach einlesen und findet so nach einer Weile wirklich Gefallen an der Geschichte und auch den Charakteren.

Diese sind leider ein wenig oberflächlich beschrieben. Anfangs bekommt man noch Andeutungen zu der schwierigen Vergangenheit von Lilly, die später jedoch nicht mehr fortgeführt wird.
Außerdem konnte ich mir keine richtige Vorstellung vom Aussehen der Charaktere machen. Auch hier werden nur Andeutungen gemacht.

Gut ausgearbeitet ist jedoch Lillys persönlicher Konflikt mit Kimaris. Dieses hat sie als Person stark geprägt, was beim Lesen auch deutlich wird.
Insgesamt fand ich besonders ihre toughe Art sehr interessant, doch schnell wird ihre Schwachstelle klar, die ausgerechnet Selina ist.

Durch ihre Vergangenheit hängt Lilly sehr an Selina, was ihren Verrat natürlich um einiges tragischer gestaltet.
Diese ist jedoch völlig geblendet durch die vermeintliche Ersatzfamilie, die Kimaris und das Orakel ihr bieten wollen.

Besonders Kimaris ist ein Antagonist, der sich gewaschen hat. Er ist grausam, intrigant und machthungrig.
Das Orakel hingegen, welches noch ein Kind ist, erinnert stark an eine Horrofilmfigur. Sehr bizarr und gleichzeitig furcheinflößend. Ein Kind mit einer dunklen Seele.

Was die Jäger der Organisation betrifft, erscheinen diese zunächst, als ein Haufen harter Typen, die jedoch bald ihre weiche Seite zeigen.
Besonders als sie alle verloren zu sein scheinen, bekommen alle ein wenig mehr Tiefgang, jedoch nur auf der Gefühlsebene.
Besonders gut gefallen hat mir aber der Mentor der Organisationsjäger Dr. Ofus. Mit seiner weisen und ruhigen Art hat er mich stark an Charles Xavier aus den X-Men Filmen erinnert. In dieser Hinsicht, sind es wohl eher die Handlungen, die den Charakteren eine Gestalt verleiht.

Fazit:
Anfangs konnte mich das Buch noch nicht so stark fesseln, doch sobald man sich erstmal eingelesen hat, findet man schnell Gefallen daran.
Besonders die Idee hat wirklich Potenzial, was mein Problem mit den Charakteren nach einiger Zeit dann auch in den Hintergrund gerückt hat.
Auch wenn ich teilweise das Gefühl hatte, dass an einigen Ecken etwas fehlte, bietet das Buch gute Unterhaltung und ist ein gelungener Debütroman.

Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar geht an den

1 Kommentar:

  1. Das Buch liegt auch ganz neu auf meinem SuB und ich bin mal gespannt. Es hört sich ja alles ganz gut an :)

    AntwortenLöschen