Samstag, 7. August 2010

Rezension: "Solange bin ich vogelfrei - Mein Leben als Straßenkind" von Sabrina Tophofen

Produktinformationen:
Originaltitel: -
Autor: Sabrina Tophofen
Verlag: Arena Verlag
Serie: Mein Leben
Format: kartoniert
Seiten: 176 Seiten
ISBN: 340-106-550-5
Preis: 9,95€ [D]

Cover © Arena Verlag

Inhalt:
Claudine Tophofen ist Elf Jaher alt, als sie mit der Hilfe ihrer Freundin Katrin aus dem Heim flieht.
Sie nimmt den erstbesten Zug nach Köln, in der Hoffnung, dort ein besseres Leben, fernab von ihrem gewalttätigen Vater und weiteren Misshandlungen und Demütigungen, zu finden.

Claudine wird unweigerlich zum Straßenkind und trifft auf der Domplatte gleichgesinnte, wie Jenny und ihre Clique.
Sie geben ihr neues Selbstbewusstsein, Geborgenheit und einen neuen Namen: Topi.

Zum ersten Mal in ihrem Leben fühlt Topi sich zu Hause und merkt gar nicht, wie sie langsam in eine Welt abrutscht, die von Drogen und Alkohol bestimmt wird.
Während diese ihr den Schmerz nehmen und ihr Leben für einen Moment erträglich zu machen scheinen, merkt sie gar nicht, was aus ihr wird.

Konfrontationen mit der Polizei, Aggressivität und Diebstahl sind von nun an an der Tagesordnung.
Doch auch als Topi Hilfe von Sozialarbeitern und anderen engagierten Menschen bekommt, scheint sie aus ihrem Teufelskreis nicht mehr rauszukommen.
Als sie jedoch Jens kennenlernt, scheint sich ihr eine Chance auf ein neues Leben zu eröffenen, wäre da nicht das Problem, dass sich ihr altes Familienleben zu wiederholen scheint ...

Rezension:
„Solange bin ich vogelfrei – Mein Leben als Straßenkind“ ist das vierte Buch, das der Arena Verlag in der Reihe „Mein Leben“ veröffentlicht hat. Dabei handelt es sich um reale Geschichten, die dem Leser die andere Seite des Lebens aufzeigen.

Das Buch stellt die ungeschminkte Wahrheit dar, wie es auf den Straßen Köln zugeht und was es heißt, ein Leben ohne ein festes Zuhause zu führen.
Das Schlimme daran ist aber, dass Topi erst elf Jahre alt ist, als sie in diese Welt gerät und allein diese Tatsache ist schon so aufwühlend, dass man sich nicht vorstellen kann, wie es noch schlimmer kommen kann.

Sicherlich ist es auf der einen Seite interessant, die verschiedenen Facetten des Straßenlebens von jemanden geschildert zu bekommen, der all dies wirklich erlebt hat.
Auf der anderen Seite ist es grausam sich vorzustellen, wie ein Kind inmitten von Gewalt und Drogen aufwächst und auch noch nie ein anderes Leben kennengelernt hat.
Denn bereits als Kleinkind wurde sie von ihrem Vater misshandelt, wodurch sie letzten Endes im Heim gelandet ist. Doch selbst da erging es ihr nicht besser.

Über ihre Vergangenheit erfährt der Leser jedoch erst nach und nach etwas, da die Geschichte des Buches im Heim beginnt. Zwischendurch wird Topi dann von Erinnerungen an ihr Elternhaus geplagt.
Teilweise kommen einem wirklich die Tränen weil man beim Lesen einfach fassungslos ist.

Hinzu kommt, dass Topi zwischendurch immer wieder vertrauen zu den verschiedensten Leuten fasst, aber so gut wie immer enttäuscht wird und nur tiefer in die Drogenszene abrutscht.
Es grenzt fast schon an Selbstzerstörung, besonders da sie immerwieder von einem Sozialarbeiter ermahnt wird. Doch Topi ist sich sicher, solange sie noch nicht vierzehn ist, kann man sie nicht inhaftieren. Solange ist sie vogelfrei, trotz Diebstahl und gewaltsamen Überfällen.

Besonders schlimm wird ihre Situation allerdings, als sie Jens kennelernt und sich in ihm ihre große Liebe erhofft. Doch genauso wie ihr Vater sieht er in ihr nur ein wertloses Etwas und schlägt sie regelmäßig. Er ist jedoch ihre letze Hoffnung auf ein Leben mit einem Dach über dem Kopf und so lässt Topi dies auch eine ganze Weile über sich ergehen.
Jedes Mal, wenn Topi ihre erneuten Schmerzen beschreibt, ist das für den Leser wie ein Stich ins Herz, da Topi sich selbst nichtmal als wertvoll genug erachtet, geliebt zu werden.

Da das Buch aus der Ich-Perspektive geschrieben ist, erfährt man viel über Topis Eindrücke und Gefühle. Und besonders die Beschreibung der Drogenauswirkungen auf sie, bringt einen wirklich zum Erschaudern.

Fazit:
Unverblümt und geradeaus erzählt diese Geschichte eine der wohl tragischsten Lebenumstände in die ein Kind bzw. Jugendlicher hineinrutschen kann.
Mir sind mehr als einmal die Tränen gekommen und musste es sogar manchmal zur Seite legen und ersteinmal das Gelesene verdauen.
Ich empfehle jedem wenigstens einmal dieses Buch gelesen zu haben, da man danach viele Dinge mit anderen Augen sehen wird.

Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar geht an den

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