Samstag, 11. September 2010

Rezension: "Die Maurin" von Lea Korte

Produktinformation:
Originaltitel: -
Autor: Lea Korte
Verlag: Knaur Verlag
Serie: -
Format: broschiert
Seiten: 663 Seiten
ISBN: 342-650-230-5
Preis: 9,95€ [D]

Cover © Droemer Knaur

Inhalt:
Die junge Maurin Zahra ist Vertraute der Sultanin Aischa. Als solche bekommt sie den Auftrag, ein Gespräch zwischen dem Emir Hassan und den feindlichen, spanischen Gesandten zu belauschen.
Dort sieht sie zum ersten Mal den Kastilier Gonzalo ... und wird ihn nie wieder vergessen.

Doch es herrscht ein blutiger Krieg zwischen den Mauren und Christen und ein Bündnis zwischen den Beiden ist somit unmöglich.
Außerdem ist Zahra längt einem Anderen versprochen.

Doch auch ihre Schwester Hayat legt nicht viel Wert auf die Traditionen ihrer Familie und verliebt sich in den christlichen Sklaven Miguel.
Sie glaubt daran, ihr Schicksal selbst bestimmen zu können und will Miguel aus der Sklaverei befreien um mit ihm zusammenzusein.

Zahra hilft ihr natürlich dabei, sieht Miguel jedoch schon bald als Kriegsgefangenen wieder. Und mit ihm auch Gonzalo. Um sie ein zweites Mal befreien zu können, benötigt Zahra Hilfe.
Gonzalo will, dass sie Kontakt zu seinem Bruder Jaime aufnimmt. Dieser hinterlässt bei Zahra einen bleibenden Eindruck und Zahra fragt sich langsam, warum das Schicksal sie immer wieder mir Gonzalo zusammenführt, wenn sie nicht zusammen sein können und warum ihr nun auch noch Jaime nicht mehr aus dem Kopf geht ...

Rezension:
„Die Maurin“ ist mein allererster historischer Roman gewesen und hat mich wirklich auf den Geschmack gebracht. Da die Geschichte auf Fakten basiert, war es sehr interessant, etwas über den Krieg zwischen den Mauren und Christen zu erfahren.

In erster Linie erfährt man viel über die maurische Kultur und lernt auch mit derer zusammenhängende Begriffe und Wörter. Am meisten haben mich jedoch die Handlungen der einzelnen Menschen interessiert und wie diese durch ihre Kultur und Religion gesteuert wurden. Letzten Endes spielen die verschiedenen Einstellungen diesbezüglich eine große Rolle im Krieg.

Da Zahra die Protagonistin des Buches ist, kann man besonders bei ihr den deutlichen Zwiespalt zwischen ihrer Religion und ihrem Freiheitsdrang spüren.
Sie strebt stark nach Emanzipation und der Möglichkeit, sich selbst zu verwirklichen. Das macht sie zum einen zu einem sympathischen als auch interessanten Charakter, besonders als ihr Zwiespalt durch ihr Liebesleben noch stärker wird.

Doch nicht nur Zahra unterhält den Leser wirklich gut, sondern auch eine Reihe weiterer Charaktere. Ein großes Plus ist an dieser Stelle das Personenverzeichnis, wo man immer wieder nachschlagen kann, da es äußerst viele Personen zu unterscheiden gilt.

Erwähnenswert sind dabei auch die Brüder Gonzalo und Jaime, die Zahras Leben gehörig auf den Kopf stellen. Beide sind von grundauf verschieden und vertreten demnach auch ihre jeweils eigenen Einstellungen bezüglich des Christentums und des Islams.
Während Gonzalo in jeder Situation versucht gerecht zu sein und die Menschen nicht wegen ihres Glaubens verurteilt, hat Jaime seine ganze eigene Sicht der Dinge, besonders was die Mauren betrifft.

Man kann sich vorstellen, dass die Beziehungsentwicklungen unter den Charakteren äußerst spannend ist. Doch auch die Entwicklung von Zahras Leben sorgt für ein gehöriges Maß an Spannung, da viel mit ihr passiert, sie sich weiterentwickelt und reifer wird und dennoch nie an ihr Ziel zu kommen scheint.

Fazit:
„Die Maurin“ hat mich zum einen durch die überaus interessante Handlung, als auch wegen seiner Protagonistin überzeugt. Die Entwicklung des Krieges und wie die verfeindeten Königreiche versuchen, ihre Sicht der Dinge durch Blutvergießen zu erreichen war für mich ein ganz neues Leserlebnis und glänzt durch eine sehr gute Umsetzung, auch in sprachlicher Hinsicht.
Dabei hat mir besonders Zahra als Person das Lesen immer wieder versüßt. Ihr Mut, sich als Frau gegen die Traditionen ihrer Kultur zu stellen und für ihre Liebe so einiges zu riskieren, macht sie zu einer Protagonistin, die man nicht so schnell vergisst.

Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar geht an

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