Sonntag, 14. November 2010

Rezension: "Die dunklen Mächte - Schattenstunde" von Kelley Armstrong

Produktinformation:
Originaltitel: The Darkest Power - The Summoning
Autor: Kelley Armstrong
Verlag: Pan Verlag
Serie: Die dunklen Mächte (Band 1)
Format: gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: 416 Seiten
ISBN: 3-426-28341-7
Preis: 14,99€ [D]

Cover © Pan Verlag

Inhalt:
Chloe Saunders hält sich für ein ganz normales Mädchen, bis zu dem Tag, an dem sie zum ersten Mal einen Geist sieht. Alle halten sie für verrückt und man bringt sie nach Lyle House, einer Einrichtung in der man verhaltensauffälige Jugendliche unterbringt.
Dort lernt Chloe Rae und die seltsamen Brüder Derek und Simon kennen, die zwar nicht ihrem Ideal eines psychisch gestörten Jugendlichen entsprechen, aber dennoch ein höchst seltsames Verhalten an den Tag legen. Während Derek unmenschlich sensible Sinne und eine unbändige Kraft zu haben scheint, ist Rae wie besessen von Feuer, beteuert aber keine Pyromanin zu sein.

Zu allem Übel wird Chloe auch dort von Geistern heimgesucht, was die Betreuer als Schizophrenie einstufen. Doch ausgerechnet Derek scheint die unglaubliche Wahrheit hinter Chloes Problem zu kennen. Sie ist eine Nekromantin, eine Geisteruferin und eine von Ihnen, den Paranormalen. Und sie ist nicht die Einzige in Lyle House.

Gemeinsam mit ihren neuen Freunden entdeckt Chloe das düstere Geheimnis um die Vergangenheit von Lyle House und sie alle müssen um ihr Leben fürchten ...

Rezension:
Geister, Magier, Nekromanten, „Schattenstunde“ hat sie alle. Als Auftakt zur „Die dunklen Mächte“ Trilogie zieht uns das Buch in eine Geschichte rund um paranormale Teenager und ihrem unglaublichen Schicksal.

Schon am Anfang der Geschichte wird einem klar, dass das Buch einem nicht nur einen kleinen Schauer über den Rücken jagen kann, sondern atmosphärisch in der oberen Gänsehautliga mitspielt.
Dies wird vor allem durch die haargenaue Beschreibung von zombiegleichen Geistern und verwesten Leichen hervorgerufen, aber auch von der mehr als bizarren Atmosphäre in Lyle House.

Gleich als erwähnt wird, dass es sich dabei um ein altes viktorianisches Haus handelt, weiß man als Leser eigentlich schon, dass da etwas nicht mit rechten Dingen zugehen kann.
Doch zunächst scheint es einfach nur eine ganz normale psychatrische Anstalt zu sein, in der Jugendlich therapiert werden. Das Problem ist nur, dass diese alles andere als krank sind, denn sie alle haben einen mehr als klaren Verstand.

Hier beginnt die Geschichte ihre Spannung langsam aufzubauen und bringt den Leser dazu, sich zu fragen, was in Lyle House eigentlich vor sich geht.
Dies will auch Chloe schleunigst herausfinden und bekommt Unterstützung von Derek, Simon und Rae.

Auch bei den Charakteren merkt man wieder, dass die Autorin ein Talent dafür hat, den Leser auf die Folter zu spannen und komplexe Zusammenhänge zu erschaffen.
Denn Derek und Simon wissen weitaus mehr, als sie zugeben wollen, was Lyle House betrifft.

Besonders Derek sorgt für den ein oder anderen bizarren Moment und anfangs kann man Chloe wirklich verstehen, dass sie Angst vor ihm hat. Er ist ziemlich verschlossen, und alles was man weiß, ist, dass er zu imensen Gewaltausbrüchen neigt.
Doch als er anfängt Chloe zu helfen und ihr offenbart, dass sie, er und Simon alle Paranormale sind, beginnt sich eine Freundschaft zwischen ihnen aufzubauen und man erfährt die Hintergründe, warum Derek zu ist, wie er nunmal ist.
Ich finde es wirklich toll, wenn Charaktere eine Geschichte haben, die sie zu dem machen was sie sind und als „Menschen“ auszeichnen. Das macht die Geschichte um einiges authentischer und gibt den handelnden Personen mehr Tiefgang.

Was Dereks Bruder Simon angeht, merkt man, dass sich zwischen ihm und Chloe eine kleine Romanze entwickelt. Viel Zeit bleibt dafür allerdings nicht, denn gemeinsam erforschen sie die Vergangenheit von Lyle House und stoßen auf die unglaubliche Geschichte von Samuel Lyle, dem ursprünglichen Inhaber des Hauses, der eine ganz besondere Verbindung zu den Paranormalen hatte.

Spätestens da sitzt man als Leser mit schreckensweiten Augen vor dem Buch und würde am liebsten nur noch „Verschwindet aus diesem Haus!“ schreien. Immer wieder tun sich neue Zusammenhänge auf, die die Geschichte in eine ganz andere Richtung lenken, die man nicht erwartet hätte.

Das Ganze wird unterstützt durch einen lässigen und jungen Schreibstil, der perfekt zu Chloes quirliger Art passt.
Als Protagonistin an sich finde ich sie wirklich toll, da sie Anfangs noch sehr schreckhaft und unbeholfen ist, sich im Laufe des Buches jedoch zu einem toughen Teenager entwickelt.
Man kann sich sehr gut in sie hineineversetzen und besonders ihre Verzweiflung, als man sie für verrückt erklärt, sehr gut verstehen.

Die Geschichte endet mit einem Cliffhanger der Extraklasse und das genau an der Stelle, an der man endlich ein paar Antworten bekommen hätte.

Fazit:
Dieses Buch lässt den Leser sprachlos zurück und nach mehr verlangen. Die Idee und das Konzept sind genau das, was moderne Jugendliteratur braucht und lässt einen sehnsüchtig auf die Fortsetzung warten.

Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar geht an den

Kommentare:

  1. Ach, jetzt hab ich Lust, die Trilogie nochmal zu lesen (und das hab ich schon zweimal (!) getan ... xD).
    Die deutsche Übersetzung steht auch noch bei mir und so komm ich immerhin nochmal in den Genuss :D Mal sehen, ob es in Deutsch genauso gelungen ist (Wobei ich da kaum Zweifel habe, die Women-of-the-Otherworld-Reihe von Armstrong wurde auch gut übersetzt).

    Schöne Rezi! Und Teil zwei hat einen genauso schlimmen Cliffhanger :D

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  2. an sich ist das buch richtig gut übersetzt ... allerdings haben die das "yeah" nicht als "ja" übersetzt sondern wie in "drei wünsche hast du frei" einfach als yeah stehen lassen ...

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  3. Ach, verdammt :( Ich finde, das könnten sie echt mal lassen - mich stört das nämlich enorm, weil's so gar nicht reinpasst. Wer sagt denn im Deutschen schon "yeah"?

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