Dienstag, 2. November 2010

Rezension: "Fillory - Die Zauberer" von Lev Grossman

Produktinformationen:
Originaltitel: The Magicians
Autor: Lev Grossmann
Verlag: Fischer FJB
Serie: -
Format: gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: ca. 624 Seiten
ISBN: 978-3-8414-2100-5
Preis: 19,95€ [D]

Cover © Fischer FJB

Inhalt:
Eigentlich wollte Quentin Coldwater nur zu einem Vorstellungsgespräch in der Princeton Universität. Doch mit den Gedanken weit weg in Fillory, dem Ort aus seinem Lieblingsbüchern, landet er plötzlich in Brakebills, einem College für Zauberer.
Keinen Moment zögert Quentin sein altes, langweiliges Leben zurückzulassen und einen Neuanfang in der magischen Welt zu starten.
Schnell freundet er sich mit der klugen Alice, dem mysteriösen Eliot, dem Punker Penny, sowie Janet und Josh an.

Zusammen durchleben sie fünf ereignisreiche Jahre in Brakebills, voller Magie und Abenteuer. Doch Quentin unterschätzt die Auswirkungen, die Zauberei haben kann und ruft so ein Ungeheuer auf den Plan.
Schnell wird den Freunden klar, dass das magischen Reich, dass sie sich immer erträumt haben, keinesfalls dem friedlichen Ort Fillory gleichkommt und viele Tücken und Gefahren birgt, die sie nichteinmal erahnen können ...

Buchtrailer: © newbooksonfilm


Rezension:
„Fillory – Die Zauberer“ ist definitiv ein Roman, der sich deutlich vom Mainstream abgrenzt und einen ganz eigenen Charakter hat. Sowohl die Geschichte, als auch der Schreibstil erscheinen zunächst ein wenig abstrus, entpuppen sich später jedoch als außergewöhnliche Unterhaltung.

Da es um ein Zauberercollege geht, wird man das Buch wahrscheinlich sofort mit Harry Potter vergleichen, jedoch sind die beiden Bücher von Grund auf verschieden. Ein Vergleich ist geradezu unmöglich.

„Fillory – Die Zauberer“ muss man sich als das genaue Gegenteil von Harry Potter vorstellen. Die Figuren sind um einiges schamloser und um sie zu verstehen, muss man ein wenig um die Ecke denken.
Doch das Grundprinzip hinter den Protagonisten wird sehr schnell klar.
Quentin ist ein typisches Beispiel für einen Menschen, der sich komplett fehl am Platz in seiner Welt fühlt und am liebsten in Fillory, der Welt aus seinen Büchern, leben würde.
Wie es sich für einen richtigen Helden gehört, landet er natürlich sofort in einer anderen Welt, wo ihm die Chance auf ein ganz neues Leben eröffnet wird.
Jedoch unterschätzt er wahre Macht der Magie und was die Sehnsucht nach einem anderen Leben aus Menschen machen kann. Und so trifft er schnell auf ein grausames Ungeheuer, dessen Identität am Ende jedoch für eine große Überraschung sorgt.

Sein genaues Gegenteil ist sein Schwarm Alice. Sie ist klug, bodenständig und um einiges reifer. Sie scheint die Einzige zu sein, die weiß, wie gefährlich Magie sein kann und diese auch nicht unterschätzt. Da Spaß für die anderen jedoch einen hohen Stellenwert hat, gilt sie so des öfteren als Spielverderberin und wird ausgegrenzt.

Sonderlich tiefgründig sind die Charaktere allerdings nicht und das Einzige, an das sie neben der Zauberei denken, scheinen ihre Liebschaften zu sein. Der Autor lässt es sich dabei nicht nehmen, den ein oder anderen bizarren Moment näher auszuführen, was nicht immer zum Gesamtkonzept der Geschichte passt.
Diese ist an sich nämlich sehr schön durchdacht, jedoch ein wenig seltsam umgesetzt. Die Handlung macht sehr große Sprünge und ein Schuljahr in Brakebills wird mit fünfzig Seiten abgehandelt, sodass man sich letzten Endes fragt, worauf die Geschicht denn eigentlich hinaus will, wenn schon nicht soviel Wert auf die Jahre am Zauberercollege gelegt werden.

Die Lösung dafür findet man aber schnell nach Beendigung des Buches. Im letzten Teil der Geschichte werden nämlich noch die ein oder anderen Schicksale umgeworfen und spontane Entscheidungen getroffen. Interessante Zusammenhänge werden aufgedeckt und man bekommt vermittelt, dass man seinen Platz im Leben nur dann finden kann, wenn man auf sein Herz hört und sich für das entscheidet, was man immer begehrt hat.

Außerdem ist es erfrischend anders, mal ein Buch zu lesen, dass Magie nicht verherrlicht, sondern als gefährlich darstellt. Dabei hat der Autor zwar mehr Wert auf fantasievolle Elemente als auf Spannung gelegt, doch ich würde dies als anspruchsvolle Unterhaltung einstufen, da das Buch an sich keinesfalls unter der mangelnden Spannung leidet.
Qualitativ ist es durchaus im höheren Niveau angesiedelt, dürfte dabei jedoch nicht jedermans Geschmack treffen.

Fazit:
Dies wäre wahrscheinlich dabei rausgekommen, wenn Tim Burton sich eine Harry Potter Verfilmung vorgenommen hätte. Eine Geschichte voller abstruser Geschehnisse und bizarren Charakteren.
Das Buch bietet Unterhaltung, die vielleicht nicht jeden Geschmack treffen dürfte, aber definitiv innovativ und lesenswert ist. Jeder, der mal etwas neues probieren möchte, dürfte mit „Fillory“ gut bedient sein.

Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar geht an

Kommentare:

  1. herzlichen glückwunsch liebe lisa rose, hiermit verleihe ich dir feierlich den lovely blog award :)
    http://myluckylicious.blogspot.com/2010/11/mein-erster-blog-award.html

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  2. Also ich fand das Buch so schlecht, dass ich es ab der Hälfte abgebrochen habe, weil mir 1. viel zu wenig passierte und 2. die Charaktere alle so unsympathisch sind, dass ich nicht mit ihnen weiter ins Schlechte-Harry Potter-Abenteuer eintauchen wollte... Ne, ganz furchtbar *g*

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  3. Von mir auch Herzlichen Glückwunsch. Hab ihn dir auch verliehen: http://gewaltigeweltderbuecher.blogspot.com/2010/11/blogaward.html
    Dein Blog ist übrigends klasse! Ich werd gleich nochmal bei dir stöbern (;

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  4. Ich wusste von Ankas Verleihung nichts und daher darfst du dir den Award auch auf meinem Blog abholen ;)

    Liebe Grüße
    Kathrin

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  5. Hallöle! Du hast 'nen Award von uns bekommen ; )
    http://die-edelstein-trilogie.blogspot.com/

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  6. Voll krass! Fillory ist klasse. So ein gutes Buch habe ich seit Bartimäus nicht mehr gelesen. Es ist einfach das Leben das ich mir wirklich manchmal wünsche, mit Zaubercollege - mit Freundin - mit Pepp und Abenteuer!

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