Samstag, 27. März 2010

Rezension: "Scatterheart" von Lili Wilkinson

Produktinformationen:
Originaltitel: Scatterheart
Autor: Lili Wilkinson
Verlag: Coppenrat Verlag
Serie: -
Format: gebunden
Seiten: 448 Seiten
ISBN: 3-8157-9511-7
Preis: 16,95€ [D]

Cover © Coppenrath Verlag

Inhalt:
Hannah Cheshire lebt in der höheren Gesellschaft Londons. Ihr Vater Arthur hat einen Hauslehrer namens Thomas Behr für sie eingestellt, um aus ihr eine heiratsfähige Lady zu machen.
Doch Thomas lehrt ihr mehr, als ihr Vater für gut befindet und entlässt ihn.
Auch das Hausmädchen wird entlassen, da es ein paar Silberknöpfe gestohlen hat. Hannah ist sich sicher, dass sie es verdient hat als Diebin, doch Mr Behr ist anderer Meinung und wirft Hannah vor, hartherzig und verwöhnt zu sein.
Am Abend kommt Arthur Cheshire völlig überstürzt nach Hause, schenkt Hannah ein Paar Saphirohrringe und packt seinen Koffer und behauptet Geschäfte in Paris erledigen zu müssen.
Thomas Behr kommt zu Besuch und sagt Hannah, dass ihr Vater nicht zurückkehren wird. Er hat sein gesamtes Vermögen verspielt und musste fliehen, sonst würde er getötet werden.
Mr Behr bietet ihr an, sie zu heiraten, doch Hannah denkt er ist unter ihrem Niveau und muss mit ansehen, wie alle Dienstboten das Haus verlassen.
Als Behr einen Job bei der Marine bekommen hat, sucht er Hannah erneut auf, um sie nach seinem Angebot zu fragen.
Er müsse zum Gefängnis nach New South Wales fahren doch Hannah lehnt ab.
Völlig auf sich allein gestellt wandert Hannah durch London und wird dort aufgrund ihrer Saphirohrringe festgenommen.
Hannah kommt in ein Gefängnis und trifft dort auf die Mitinsassin Long Meg. Sie erklärt ihr, dass alle Gefangenen nach New South Wales, eine Insel voll Monstern und Unheil, gebracht werden.
Nachdem Hannah wegen der von ihrem Vater gestohlenen Ohrringe verurteilt wird, werden die Frauen auf ein Schiff geleitet.
Dort trifft sie auf James Belforte, einen Marineoffizier und den Rest der Besatzung, wie den ekelhaften Dr Ullathorne oder das kleine Mädchen Molly.
Hannah freundet sich mit James an. Doch so nett er auch zu sein scheint, ist er trotzdem nicht das, was er vorgibt zu sein. Long Meg behauptet, dass er in Wirklichkeit nicht Belforte sondern Buffet heißt und aus der Unterschicht stammt.
Kurze Zeit später wird Meg für ihren Ungehorsam von Dr Ullathorne getötet. Nach einer Auseinandersetzung mit James gesteht er Hannah seine Liebe. Doch Hannah lehnt ihn ab, woraufhin James sein wahres Gesicht zeigt.
Hannah wünscht sich sehnlichst ihren alten Hauslehrer Thomas Behr wieder herbei.
Als sie in New South Wales ankommen, werden die unverheirateten Frauen nach Parramatta gebracht. Dort müssen die Frauen in einer Fabrik arbeiten. Hannah hofft immer noch Thomas Behr wiederzufinden.
Während einer Brautschau macht James ihr einen erneuten Antrag, da er nur als Verheirateter sein Erbe bekommen kann. Außerdem erzählt er Hannah, dass Behr tot sei. Getrieben von dieser derben Enttäuschung nimmt Hannah den Heiratsantrag an.
Doch sie wird nicht glücklich mit ihm. Pausenlos denkt sie an Thomas Behr.
Als James und Hannah von einem Besucher erfahren, dass sich in den Bergen ein Offizier aufhält, der wie ein Wilder lebt, denkt Hannah natürlich sofort wieder an ihren Hauslehrer.
Sofort macht Hannah sich auf die Suche nach ihm.
Doch die Suche scheint zu scheitern und Hannah macht sich Gedanken über ihre Taten und das, was sie einmal war.
Will Thomas sie überhaupt noch haben …?

Rezension:
Am Anfang des Buches weiß der Leser noch gar nicht so recht, worum es überhaupt geht und was passieren wird. Zu dem Zeitpunkt dachte ich auch noch, dass Scatterheart eher ein niedliches Kinderbuch sei, doch im Laufe des Buches habe ich meine Meinung drastisch geändert.

Hannah befindet sich in ihrem Gefängnis und durch Rückblicke erfährt der Leser, was zu ihrer gegenwärtigen Situation geführt hat.

Lili Wilkinson beschreibt das Geschehen dabei, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen und nennt dabei jedes Detail beim Namen.

Scatterheart ist definitiv eine Geschichte mit einer versteckten Botschaft.
Durch Hannahs verhalten soll man lernen, dass man eine Entscheidung nicht an Vorurteilen und Stolz festmachen soll, sondern stattdessen Vernunft walten lassen soll.
Insgesamt wird durchgehend an die Moral des Menschen appelliert.

Man kann ebenfalls beobachten, was passieren kann, wenn Kinder aus einem stark behüteten Elternhaus stammen und dann von heute auf morgen auf sich allein gestellt sind. Hannah wirkt anfangs noch sehr unbeholfen, entwickelt dann jedoch einen Überlebensinstinkt.

Einige Charaktere, welche später im Buch vorkommen, erscheinen äußerst unheimlich, da sie Dinge tun und reden, die der Leser nicht versteht. Teilweise kam mir das Gelesene sehr bizarr vor, doch andererseits machte dies das Buch auch wiederrum interessant.

Fazit:
Scatterheart war für mich definitiv mal etwas komplett anderes, im Vergleich zu dem, was ich sonst lese. Teilweise hat mir ein wenig Spannung gefehlt, weshalb ich es auch als Kinderbuch abgestempelt habe. Doch ich fand Hannahs Entwicklung ganz unterhaltsam und insgesamt denke ich, dass man das Buch gut mal zwischendurch lesen kann.

Freitag, 19. März 2010

Rezension: "Tochter der Träume" von Kathryn Smith

Produktinformationen:
Originaltitel: Before I Wake
Autor: Kathryn Smith
Verlag: Pan Verlag
Serie: Nightmare Chronicles (Teil 1)
Seiten: 464 Seiten
ISBN: 342-628-305-0
Preis: 9,95€ [D]

Cover © Pan Verlag

Inhalt:
„Du bist ein Traum, eine echte Traumfrau!“ sind die Worte, die Dawn Riley von einem alten Mann im Supermarkt hört. Er weiß, dass Dawn nicht auf die Erde gehört, denn sie ist die Tochter des Königs der Träume. Als studierte Psychologin arbeitet sie in Dr. Cannings Schlaf- und Traumforschungsinstitut, wo sie seit einiger Zeit mit einem Patienten namens Noah Clarke zusammenarbeitet, der seine Träume steuern kann und für den sie heimlich schwärmt.
Doch zurzeit herrscht Aufruhr um Institut, denn es sterben zunehmend Menschen im Schlaf. Auch Noah macht Andeutungen, von etwas im Traum angegriffen worden zu sein.
In ihrem eigenen Traum trifft Dawn auf den Mann aus dem Supermarkt, der sich Antwoine nennt. Er ermahnt sie, vorsichtig zu sein und schon bald erkennt sie warum.
In einem Traum wird sie von dem Dämon Karatos heimgesucht, der sie mit Drohungen überschüttet und ihr um jeden Preis wehtun will.
Als hätte Dawn nicht genug eigene Probleme, glaubt Noah, dass seine Träume ihn tatsächlich töten wollen. Außerdem ist er nicht mehr in der Lage sie zu steuern.
Dawn ist sich sicher, dass dies Karatos‘ Werk sein muss. Sie entscheidet sich dazu, Noahs Schlaf zu überwachen und stößt in seinem Traum prompt wieder auf den Dämon.
Noah schöpft Verdacht, was Dawn wirklich ist und dem Leser wird offenbart, dass sie eine Wächterin der Träume ist, die die Menschen vor bösen Träumen beschützen soll.
Von Antwoine, der selber einmal in der Traumwelt gelebt hat, bevor er nach einem unentschuldbaren Vergehen daraus verbannt wurde, bekommt Dawn den Rat, ihren Vater Morpheus um Rat zu fragen.
Dieser macht ihr jedoch Vorwürfe, dass sie als Kind aus seinem Reich geflüchtet ist und sich nun natürlich auch nicht verteidigen kann, da ihr das nötige Training fehlt, um Wesen wie Karatos zu bekämpfen.
Dawn willigt ein, mehr Zeit in der Traumwelt zu verbringen um für den Kampf gegen den Dämon trainiert zu werden.
Doch dieser hat schon seinen nächsten Schachzug getan. Er hat Noah in einem Traum detailliert erzählt, was Dawn für ein Wesen ist und was für Fähigkeiten sie besitzt.
Die beiden vertrauen sich einander an und kommen sich näher. Doch als Noah wieder von Karatos angegriffen wird, wird eine von Dawns Patientinnen im Schlaf ermordet. Noah entscheidet, Dawn ein wenig kämpferisches Geschick beizubringen, um auch einen Teil zu ihrer Verteidigung beizutragen.
Von Antwoine erfährt sie nun auch endlich, warum Karatos Noah so sehr quält. Er versucht ihn zu schwächen, um durch ihn als Wirt in das Reich der Menschen zu gelangen.
Zu allem Übel stielt er auch noch Noahs Traumseele, ohne die Noah binnen weniger Tage sterben wird. Für Karatos scheint alles nur ein Spiel zu sein, doch für Dawn und Noah beginnt ein Wettlauf mit der Zeit. Denn die traumhafte Zukunft der beiden erscheint unerreichbarer als jemals zuvor …

Rezension:
Zunächst einmal ein Wort zu der Ausstattung des Buches. Denn die ist es wirklich Wert, erwähnt zu werden. Das Cover ist einfach ein Traum, passend zum Buch. Es sieht einfach sehr sinnlich aus und passt zu hundert Prozent zum Titel.
Zusätzlich ist jeder Kapitelanfang noch mit Schnörkeln und einem Schmetterling verziert, was auch hologrammartig auf dem Cover abgebildet ist.

Tochter der Träume ist ein äußerst angenehm zu lesender Roman, den man gut mal Zwischendurch lesen kann. Kathryn Smith schreibt sehr flüssig und legt offenbar Wert auf eine gute Leserführung.

Der Hintergrund von Dawns Herkunft und den dahinter verborgenen Geheimnissen werden erst im Laufe des Buches geklärt.
Dies verleiht dem Buch ein gutes Maß an Spannung, welche jedoch ab und zu durch ein wenig bizarre Dialoge zerstört wird.

Was mich ein wenig gestört hat, ist das andauernde Erwähnen von Kosmetikmarken. Wozu das beitragen soll, ist mir eher schleierhaft.

Gefallen hat mir die Idee mit der Traumwelt, welche man nur betreten kann, indem man schläft. „Tochter der Träume“ ist deswegen auch etwas für Leute, die nichts mit High-Fantasy anfangen können und eher leichte Fantasy Lektüren mögen.
Wer allerdings glaubt, einen puren Fantasyroman vor sich zu haben, täuscht sich. Denn in „Tochter der Träume“ spielt sowohl Erotik als auch Romantik eine große Rolle (was mich ehrlich gesagt ein wenig überrumpelt hat, da ich das wirklich nicht erwartet habe).
Besonders die Beziehung zwischen Dawn und Noah lebt von solchen Momenten.

Noah hat mir als Charakter besonders gefallen. Er scheint sehr verträumt, sensibel und romantisch zu sein. Außerdem ist die Art und Weise wie er mit Dawn umgeht so liebevoll, dass man ihn als Leser einfach sympathisch finden muss.

Dawn selbst stellt eine emanzipierte und erfolgreiche Frau dar, die mit beiden Beinen im Leben steht. Dennoch wirkt sie teilweise ein wenig unsicher, was wohl ihre menschliche Seite verkörpert.
Als Protagonist des Buches fand ich sie sehr gut, da sowohl ihre Gefühle sehr gut beschrieben wurden und der Leser sich gut in ihre Handlungen hineinversetzen kann.

Fazit:
Im Großen und Ganzen ist „Tochter der Träume“ ein wirklich gelungenes Buch, das besonders durch einen betörenden Schreibstil und einem guten Maß an Spannung besticht. Allein die zeitweise bizarren Dialoge zwischen Dawn und Karatos sind ein kleines Manko, welches dem Buch jedoch nicht zu sehr schadet.

Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar geht an den

Samstag, 13. März 2010

Rezension: "Saphirblau - Liebe geht durch alle Zeiten" von Kerstin Gier

Produktinformation:
Originaltitel: Saphirblau
Autor: Kerstin Gier
Verlag: Arena
Serie: Edelstein Trilogie (Teil 2)
Format: gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: 395 Seiten
ISBN: 340-106-347-2
Preis: 16,95€ [D]

Cover © Arena Verlag

Dies ist Band 2 der Edelstein Trilogie und die Rezension könnte somit gegebenenfalls Spoiler enthalten. Zu meiner Rezension von Band 1 geht es HIER.

Inhalt:
Gwendolyn und Gideon treffen nach ihrer letzen Zeitreise auf den Wasserspeier Xemerius, der Gwen von da an nicht mehr von der Seite weicht.
Das hat Gwendolyn gerade noch gefehlt, denn sie wird verdächtigt in der Zukunft die Wächter und Gideon an die Verräter Paul und Lucy zu verraten.
Doch darüber kann Gwen sich keine Gedanken machen, denn bei ihrer regelmäßigen Reise in die Vergangenheit, dem Elapsieren, trifft sie auf ihren Großvater, allerdings als Kind. Er erzählt ihr von den Feinden des Grafen von Saint-Germain und auch interessante Fakten über Paul und Lucy.
Und zu allem Übel bekommt Gwen auch noch Unterricht in Sachen Benehmen im 18. Jahrhundert, und das ausgerechnet von ihrer eifersüchtigen Cousine Charlotte.
Da sie es nicht einmal schafft, ordentlich Menuett zu tanzen, begleitet Gideon sie bei ihrem nächsten Elapsieren um dem Problem Abhilfe zu schaffen.
Während des Übens kommen die Beiden sich wieder näher doch sobald sie wieder zurück sind, verhält er sich ihr gegenüber zunehmend merkwürdig.
Schuld daran ist ein Zwischenfall, der Gideon während seines alleinigem Elapsieren passiert ist: Jemand hat ihn niedergeschlagen.
Er ist sich sicher, Gwendolyn gesehen zu haben, bevor er bewusstlos wurde. Sie schafft es vorerst ihn von ihrer Unschuld zu überzeugen, doch Gwen hat ganz andere Sorgen.
Ein Soiree beim Grafen von Saint-Germain steht auf dem Plan. Sie unterhalten sich und der Graf bittet sie, am nächsten Tag zu dem Tag vor dem Soiree zu elapsieren.
Von ihm erfährt Gwendolyn etwas, das ihre Beziehung zu Gideon in den Grundfesten erschüttert …

Rezension:
Saphirblau macht genau dort weiter, wo Rubinrot aufgehört hat. Man kann sich so ohne Probleme wieder in die Geschichte einfinden.
In diesem Band spielen insbesondere die Prophezeiungen über Gwen und Gideon eine große Rolle und werfen jede Menge Rätsel auf. Doch auch Saint-Germain sorgt wieder dafür, dass man sich das ein oder andere Mal einem erneuten Mysterium gegenüber sieht.

Wie schon Rubinrot ist auch Saphirblau äußerst humorvoll und erfrischend geschrieben. Kerstin Giers Schreibstil reißt einen einfach mit und man kann nicht mehr aufhören zu lesen.

Zu dem Humor des Buches trägt sicherlich auch der kleine Wasserspeier Xemerius bei, der einfach so unbeschreiblich süß ist, dass ich mir selber so einen kleinen Helfer in schwierigen Situationen wünsche.

Wer mich besonders begeistert hat, war dieses Mal jedoch Gideon. Sobald man glaubt, ihn durchschaut zu haben, tut er irgendetwas völlig Unerwartetes.

Außerdem finde ich es immer wieder herrlich zu lesen, wie Gwendolyn versucht, mit ihren typischen Teenager Problemen fertig zu werden. Auch finde ich die Beziehung zwischen ihr und Gideon noch einmal interessanter als in Rubinrot. Alles erscheint komplizierter und eine Beziehung der beiden nahe unmöglich.
Was mich zum nächsten Punkt bringt.

Die Handlung war einfach bis zum letzten bisschen ausgetüftelt (wenn wir mal von der kleinen Tatsache absehen, dass 21 Guns nicht von Linkin Park sondern von Greenday ist^^) und es tauchen immer mehr Rätsel auf. Hier beweist Kerstin Gier, dass sie zu einer der absoluten Top Autoren zählt, denn bei den ganzen verworrenen Handlungssträngen schafft sie es trotzdem, den Leser nicht zu verwirren und das Geschehen eindrucksvoll zu schildern.
Für mich war es schwierig, den Inhalt in wenigen Worten wiederzugeben, da einfach jedes Wort für mich wichtig erschien und keine Seite überflüssig war.

Fazit:
Kerstin Gier hat es tatsächlich geschafft mit Saphirblau noch eine Steigerung zu Rubinrot vorzulegen. Das Buch ist nicht nur spannend geschrieben, es glänzt auch durch Charaktere, in die sich jeder Leser ohne Probleme hineinversetzen kann. Ich habe Saphirblau in nur einem Tag durchgelesen und ich finde es ist ein Buch, das in keiner Büchersammlung fehlen darf.

Freitag, 12. März 2010

Rezension: "Rubinrot - Liebe geht durch alle Zeiten" von Kerstin Gier

Produktinformationen:
Originaltitel: -
Autor: Kerstin Gier
Verlag: Arena Verlag
Serie: Edelstein Trilogie (Band 1)
Format: gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: 345 Seiten
ISBN: 340-106-334-0
Preis: 15,95€ [D]

Cover © Arena Verlag

Inhalt:
Ihr Leben lang wurde Gwendolyns Cousine Charlotte auf ihre erste Zeitreise vorbereitet. Während die ganze Familie Montrose darauf wartet, dass sie ihren ersten Zeitsprung macht, ist es jedoch Gwendolyn, die urplötzlich in der Vergangenheit landet.
Alle müssen einsehen, dass sie und nicht die perfekte Charlotte das Zeitreisegen geerbt hat und so wird Gwendolyn der Geheimloge der Wächter vorgestellt, die die Zeitreisen organisieren und überwachen.
Dort trifft Gwendolyn auf Gideon de Villiers, ebenso anbetungswürdig wie arrogant, der ebenfalls Zeitreisender ist und eine wichtige Mission erfüllen muss.
Dass Gwendolyn ihn von nun an begleiten wird, passt ihm anfangs gar nicht, doch Zeitreisen können nicht nur äußerst anstrengend sein, sondern auch die Gefühle ordentlich durcheinander bringen ...

Rezension:
„Rubinrot“ ist der fulminante Auftakt zur Edelstein Trilogie der deutschen Autorin Kerstin Gier. Das Buch besticht dabei nicht nur durch das wirklich außergewöhnliche Cover, sondern auch durch einen einzigartigen Schreibstil, der zum einen viel Humor mit sich bringt, aber auch die Charaktere in einem facettenreichen Licht erscheinen lassen.

Zunächst aber etwas zur Geschichte an sich. Ich glaube, dass ich guten Gewissens sagen kann, dass ich noch nie ein vergleichbares Buch gelesen habe. Zum einen ist die Geschichte rund um das Zeitreisegen und die Mission der Loge so wahnsinnig durchdacht und komplex, dass sich wahrscheinlich viele Autoren gar nicht die Mühe machen würden, so etwas auszuarbeiten und zweitens sind die Charaktere einfach so einzigartig erfunden und mit Eigenarten ausgestattet, die man ein zweites Mal so niemals finden wird.

Die Geschichte fängt eigentlich recht harmlos an, sodass man Gwendolyn eigentlich nur für Charlottes Aufpasserin hält und ihr trotz der Protagonistenrolle keine großartige Bedeutung zumisst. Jeder ist einfach so überzeugt davon, dass Charlotte das Zeitreisegen hat, dass man selber gar nichts anderes erwartet.

Als Gwendolyn dann jedoch in der Vergangenheit landet, ist man eigentlich genauso verwirrt wie sie selber auch. Dadurch, dass sie eigentlich durchweg mit dem Leser spricht (zumindest fühlt es sich so an beim Lesen) und ihre Gefühle und Gedanken schildert, hab ich mir andauernd Gedanken gemacht, was ich an ihrer Stelle tun würde.

Richtig spannend wird es jedoch erst, als Gwendolyn der Geheimloge der Wächter zugeführt wird und sie eine Reihe neuer Menschen kennenlernt.
Jeder scheint ein Geheimnis zu haben und selbst ihre Mutter muss das ein oder andere Geheimnis offenbaren, dass Gwendolyns Zeitreise-Gen-Erbe erklärt.
Eigentlich könnte man fast sagen dass Rubinrot eine Garantie für Geheimnisse und neue Rätsel auf jeder Seite hat. Ein wenig aufgebauscht wird das Ganze dann noch durch mysteriös anmutende Prophezeiungen und Visionen und schon haben wir einen Bestseller.

Doch was wäre ein ordentliches Jugendbuch ohne eine aussichtslose Romanze?
Das dachte sich wohl auch Kerstin Gier, als sie Gideon de Villiers erfand. Seines Zeichen ebenfalls Zeitreisender, Charlotte gegenüber so charmant wie er gut aussieht, doch Gwendolyn gegenüber arrogant und missgünstig.
Ich muss sagen, dass Gideon mein einziger Kritikpunkt am ganzen Buch ist. Ersten weil er am Anfang total unausstehlich ist und der lieben Gwenny die Situation noch um einiges demütigender macht und zweitens, weil sich seine Meinung letzten Endes einfach zu schnell ändert.
Ich meine wie kann man eine Person morgens noch total kindisch und nervend finden und sie abends dann wie eine langjährige Freundin behandeln. Und wie kann man sie dann am nächsten Tag schon so sehr mögen, dass man sie um alles in der Welt beschützen würde und ihr dann sogar sehr sehr nahe kommt?
Also entweder ist das einfach künstlerische Freiheit oder Gideon spielt ein verdammt falsches Spiel mit Gwendolyn.

Wo wir auch schon wieder bei dem Punkt wären, der wohl auf jeden Charakter des Buches zutreffen würde: Traue niemandem. Das ist das erste was Gwennys Mutter ihrer Tochter mit auf ihre erste Zeitreise gibt. Und, meine Güte, ich liebe es einfach.

Dennoch gibt es auch ein paar Personen, denen Gwenny trauen kann und eine davon ist Leslie. Sie ist Gwendolyns beste Freundin und ich habe so das Gefühl, dass sich die Wächter besser vor ihr in Acht nehmen sollten, denn die Kleine findet einfach alles heraus. Egal über wen, egal über was, Leslie weiß Bescheid wie sie mehr darüber erfahren kann. Und natürlich hat auch sie den selben charmanten Humor wie Gwenny, der einfach so erfrischend und wirklich witzig ist, dass man die beiden einfach lieben muss.

Fazit:
Dieses Buch ist einfach eine Wundertüte. Es gibt so viele Dinge, die man entdecken kann und so viele Überraschungen, mit denen man nie und nimmer rechnet. Genauso sollte ein Jugendbuch sein und ich bin mehr als froh, dass es noch zwei weitere Bände gibt. Ich bekomm einfach nicht genug von Gwennys Abenteuer und bin mehr als gespannt, wo sie ihre Reise noch so hinführen wird.

Sonntag, 7. März 2010

Rezension: "Meridian - Dunkle Umarmung" von Amber Kizer

©Pan VerlagProduktinformationen:
Originaltitel: Meridian
Autor: Amber Kizer
Verlag: Pan Verlag
Serie: Meridian
Format: Flexcover
Seiten: 352 Seiten
ISBN: 342-628-301-8
Preis: 12.95€

Cover ©Pan Verlag

Inhalt:
Bereits als sie klein war, sammelten sich kleine Tiere um Meridian, um zu sterben. Doch an ihrem sechzehnten Geburtstag werden direkt hinter ihr, auf dem Fußweg, ihre Klassenkameraden von einem Auto überfahren.
Meridian spürt die qualvolle Schmerzen der Opfer, welche sie fast umbringen, und erfährt von ihrem Vater, dass sie ein Engel ist, den man Fenestra nennt. Sie wird zu ihrer Tante Merry geschickt, wo sie auf ihren Diener Tens, der ihr gegenüber eher abweisend ist, und ihre Wölfin Custos trifft.
Merry erklärt ihr, dass Fenestrae eine Art Engel sind, die die Seelen der Verstorbenen in den Himmel geleiten. Außerdem erfährt sie, dass die Aternocti, diejenigen die Seelen in die Hölle begleiten, hinter Meridian her sind.
Ihre Tante und Tens zeigen ihr außerdem, wie sie ihre Fähigkeiten kontrollieren kann, damit sie sie nicht umbringen. Doch sie wird auch mit einer Sekte konfrontiert, die von einem zwielichtigen Mann namens Reverend Perimo angeführt wird. Sie haben es auf Meridians Tante abgesehen, da man sie öfters in der Nähe von Sterbenden beobachtet hat. Sie wird der Hexerei beschuldigt.
Zu allem Übel müssen Tens und Meridian sich auch noch auf die Suche nach der kleinen Celia machen, die über Nacht verschwunden ist. Sie finden sie im Wald, doch wenig später stirbt sie. Meridian trifft daraufhin das erste Mal auf Perimo.
Merry macht sich zunehmend Sorgen um Meridian und übergibt ihr ein altes Tagebuch, in dem alle Geheimnisse der Fenestra niedergeschrieben sind. Sie hofft, dass Meridian so ihre Fähigkeit besser zu beherrschen lernt. Der Grund dafür ist, dass Merry kurz davor ist zu sterben und durch Meridian in den Himmel gehen muss.
Meridian wird immer verzweifelter und stößt zufällig auf einen Stapel Briefe in denen offenbart wird, dass es eine wichtige Verbindung zwischen Tens und Meridian gibt.
Sie erfährt, dass Tens ihr Wächter ist und auf sie Acht geben wird. Ihre Gefühle für ihn werden immer stärker, besonders nun, wo er sich intensiver um sie kümmert. Tens hilft ihr so viel wie nur möglich, doch die Aternocti sind auch weiterhin hinter ihr her. Es stellt sich heraus, dass Perimo auch einer von ihnen ist.
Als Merry stirbt, müssen Tens und Meridian fliehen. In einem von Tens vorbereitetem Unterschlupf verstecken sich die Beiden mit der Wölfin Custo. Perimo kann sie aufzuspüren, doch Engel sind niemals alleine und nicht einfach zu Fall zu bringen …

Rezension:
Das Buch wirft einen sofort in das Geschehen hinein, nachdem man eine kleine Einführung in Meridians Vergangenheit bekommt. Dem Leser werden unnötige Details erspart und man fiebert sofort mit Meridian mit.

Durch Amber Kizers einzigartigen Schreibstil läuft es einem schon zu Anfang eiskalt den Rücken hinunter. Sie schafft es, eine schauderhafte und vor allem kalte Stimmung zu erzeugen, die die Handlung perfekt ergänzt.

Teilweise ist die Handlung jedoch sehr makaber, da sich das Buch intensiv mit dem Thema Tod auseinandersetzt. Besonders Meridian ist stark davon betroffen, da sie nicht nur als Seelentor fungiert, sondern auch ihre Tante dem Sterben nahe ist. Meridians Umgang mit dieser Situation wirkt sehr natürlich, so wie wahrscheinlich jeder andere auch mit diesem Thema umgehen würde. Sie wird nicht als übertriebene Heldin dargestellt, die es schafft jede Situation zu meistern, sondern als ein ganz normales Mädchen.
Doch gerade das, verleiht dem Buch das gewisse Etwas, dem man sich kaum entziehen kann.

Ein wichtiger Punkt ist das Motiv der Hexenverfolgung durch die Christliche Gemeinde. Ich finde Amber Kizer hat hiermit einen interessanten Teil in die Geschichte eingeflochten, der die Handlung noch um einiges mystischer und vor alle spannender gestaltet.

Mit Meridian fühlt man von Anfang an mit und kann besonders ihre Zerstreuung sehr gut nachvollziehen. Der Grund dafür ist unter anderem, dass das Buch aus der Ich-Perspektive geschrieben ist. Ihre Probleme werden so lebhaft beschrieben, dass man keine Probleme hat, sich in die hineinzuversetzen.

Besonders interessant finde ich außerdem die Beziehung zwischen Tens und Meridian. Diese ist zu Anfang sehr gespannt, doch im Laufe der Handlung wird Tens immer fürsorglicher gegenüber Meridian, da sie immer wieder Probleme mit ihrer Rolle als Fenestra hat.

Fazit:
Meridian strotzt nur so von Spannung und ist ein einzigartiges Lesevergnügen. Die Atmosphäre des Buches lässt es einem eiskalt den Rücken herunterlaufen. Eine Geschichte, die einen von Anfang an fesselt und die man so schnell nicht mehr vergisst.
Amber Kizer hat auf ihrer Homepage bereits verlauten lassen, dass sie an einem zweiten Teil zu Meridian arbeitet. Sicherlich werde ich mir den zulegen, da mich das Buch einfach begeistert hat.

Vielen Dank an den Pan-Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares.