Samstag, 22. Januar 2011

Rezension: "Ballade - Der Tanz der Feen" von Maggie Stiefvater

Produktinformation:
Originaltitel: Ballad - A Gathering of Faerie
Autor: Maggie Stiefvater
Verlag: Pan Verlag
Serie: Books of Faerie (Band 2)
Format: gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: 361 Seiten
ISBN: 342-628-311-5
Preis: 14.95€ [D]

Cover © Pan Verlag

Inhalt:
James und seine beste Freundin Deirdre gehen nun auf die Thornking-Ash Musikschule. Sie glauben, die lästigen Feen in ihrer Heimat zurückgelassen zu haben, doch da trifft James eines Tages auf die Fee Nuala. Sie will James helfen, ein noch besserer Musiker zu werden, offenbar ohne Gegenleistung, was ihn skeptisch werden lässt.

Doch Nuala lässt einfach nicht locker und versucht alles, damit James nicht mehr seiner heimlichen Liebe Deirdre nachtrauert, sondern sich in sie verliebt.
Ihr Plan scheint aufzugehen, als sie James erzählt, dass sie alle sechzehn Jahre an Halloween verbrannt werden muss, um dann wieder ohne Erinnerungen aufzuerstehen.

James‘ Lehrer Sullivan ist von all dem rechtherzlich wenig begeistert und warnt James davor, den Feen zu nahe zu kommen. Doch schon längst hat James sein Herz an Nuala verloren und wird alles daran setzen, sie vor der Verbrennung und dem Vergessen zu retten. Doch mit der Feenkönigin ist nicht gut Kirschen essen und so sieht James sich mit einer schmerzenden Entscheidung konfrontiert …

Rezension:
„Ballade“ ist eine Art Companion Novel zu Maggie Stiefvaters anderem Feenbuch „Lamento“. Ging es in diesem hauptsächlich um Deirdre, hat James sie als Protagonist abgelöst. Das Buch ist abwechselnd aus seiner und aus Nualas Sicht geschrieben, doch zwischendurch gibt es immer eine kleine Nachricht von Deirdre an James, in der sie ihre Sicht der Dinge und besonders ihre Gefühle schildert.

Als Protagonist hat mir James aber leider gar nicht gefallen. Seine Sprüche sind manchmal einfach total flach und auch fehl am Platz. Er hat ein sehr gezwungenes Verhalten an sich und kommt mir eigentlich fast gar nicht menschlich vor.
Außerdem ist mir sein plötzlicher Sinneswandel doch ein wenig suspekt. Wenn er bis über beide Ohren in Deirdre verliebt ist, wie kann er sich nach einer Abfuhr dann sofort Hals über Kopf in Nuala verlieben?

Selbst mit Deirdre, von der man gerade mal ein paar Zeilen geschildert bekommt, konnte ich mich da mehr identifizieren. Ich denke der Grund dafür ist einfach, dass ich ihre Gefühle mehr nachvollziehen konnte, weil diese einfach besser zu dem Geschehen um sie herum passten.

Deshalb kann ich nur umso weniger verstehen, wie James sich so für Nuala interessieren kann, denn diese nervt einfach nur. Ich könnte mir gut vorstellen, dass sie eine von diesen Mädchen ist, denen man auf der Straße begegnet und die man auf Anhieb einfach unsympathisch findet.
Sie erschien mir als Leser extrem arrogant zu sein, auch wenn ich manchmal das Gefühl hatte, dass sie nur versucht ihren wahren Charakter damit zu überspielen.

Mal abgesehen von den Charakteren finde ich die Atmosphäre der Geschichte sehr schön, da sie mir sehr harmonisch vorkam, was natürlich auch gut zum Thema Musik und Feen passt.
Das Feenmotiv an sich ist das Selbe wie in vielen anderen Romanen auch: pass auch sie sind gefährlich; esse nichts von ihren Speisen sonst bist du auf ewig in ihrem Reich gefangen; trage rot oder etwas aus Eisen um sie abzuwehren etc.

Insgesamt fand ich die Ansätze der Geschichte wirklich gut, und auch der Showdown am Ende war ganz nett, doch teilweise kam mir das Geschehen schon ein wenig absurd vor. Es passte vieles einfach nicht zusammen und an einigen Stellen hatte ich wirklich starken Klärungsbedarf. Besonders, die Auflösung der Geschichte fand ich wirklich nicht schön, weil sich das Geschehen für mich ein eine ganz falsche Richtung entwickelt hat.

„Lamento“ fand ich da um einiges besser, da ich bei dem Buch nicht das Gefühl hatte, dass es gegen die Wünsche des Lesers arbeitet.

Fazit:
„Ballade“ hat sicherlich einige wirklich gute Ansätze und hätte die Geschichte eine andere Richtung eingeschlagen, wäre sie sicherlich auch richtig gut geworden. Doch so wie sie ist, ist die Geschichte ein wenig enttäuschend und teilweise auch einfach nicht nachvollziehbar. Ich würde jedem empfehlen, der mit dem Ergebnis von „Lamento“ zufrieden war, „Ballade“ nicht mehr zu lesen, da dies doch einiges kaputt macht. Wer jedoch mehr über James erfahren will, sollte sich ruhig mal daran versuchen und sich seine eigene Meinung dazu bilden.

Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar geht an den


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