Samstag, 26. März 2011

Rezension: "Leviathan - Die geheime Mission" von Scott Westerfeld

Produktinformationen:
Originaltitel: Leviathan
Autor: Scott Westerfeld
Verlag: cbj Verlag
Serie: Leviathan Trilogie (Band 1)
Format: gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: 480 Seiten
ISBN: 978-3-570-13969-1
Preis: 17.99€ [D] 18,50 € [A]

Cover © cbj Verlag

Inhalt:
Nachdem Prinz Aleksanders Eltern in Sarajewo ermordet wurden, wird der junge Fürst von seinen Gefolgsleuten zur Flucht gezwungen. Mit einer hochentwickelten Kriegsmaschine, die sich Läufer nennt, fliehen sie bis in die Alpen, dicht gefolgt von den Maschinisten (Großmächte Deutschland und Österreich-Ungarn) und ständig bedroht durch den unmittelbar bevorstehenden Ersten Weltkrieg. Doch der erhoffte Schutz der neutralen Schweiz wird durch den Absturz des Luftschiffes “Leviathan“ erschüttert, eine Kreuzung aus Tier und Maschine, die von den Darwinisten (unter anderem England) erschaffen wurde. Mit an Bord ist das Mädchen Deryn, die sich als Junge verkleidet hat um ihren Traum zu verwirklichen, auf einem Luftschiff zu arbeiten. Sie und der Rest der Besatzung sind auf dem Weg in das osmanische Reich, geführt von einer Wissenschaftlerin in geheimer Mission. Als Alek und Deryns aufeinandertreffen, müssen sie sich entscheiden, ob sie sie sich vertrauen und zusammenarbeiten können, denn die Maschinisten sind nicht nur auf Zerstörungskurs was Alek betrifft, sondern auch die Darwinisten müssen sich vor der gegenwärtigen Bedrohung in Acht nehmen ...

Backround Infos:
Scott Westerfeld ist das, was man wohl einen Gott auf dem Gebiet der Science-Fiction und Jugendbücher bezeichnen kann. Seine dystopische Uglies Serie (Carlsen Verlag), sowie die Midnighters (Carlsen und Kosmos Verlag) und Peeps Serie (Kosmos Verlag) wurden bereits bei uns veröffentlicht und mit Leviathan folgt der Auftakt zu seiner neuen Steampunk Serie. Die Fortsetzung „Behemoth – Im Labyrinth der Macht“ wird Ende April 2011 erscheinen, und auch der dritte Teil „Goliath“ erscheint im englischen Original bereits im September 2011.

Englischer Buchtrailer: © SimonSchusterVideos



Meine Meinung:
Das Buch ist nicht nur Äußerlich ein absoluter Hingucker, sondern auch innen eines der bestaufgemachten Bücher, die ich je in der Hand gehalten habe. Dank der Illustrationen von Keith Thompson, die an kleine Meisterwerke grenzen, bekommt zu dem Erzählten einen bildlichen Eindruck, der einen mitten ins Geschehn wirft.

Ohne diese kleine Hilfe wäre es aber auch extrem schwer, den Überblick zu behalten. Besonders am Anfang ist es doch extrem schwer Maschinisten und Darwinisten auseinanderzuhalten und die Machtverhältnisse zu verstehen. Auch wenn ein Großteil des Buches auf der Realität beruht, befinden sich dennoch reichlich fiktive Elemente in der Geschichte, die es zu verstehen gilt. Denn die ganzen verschiedenen Maschinen und darwinistischen Tier-Maschinen-Kreuzungen sind sowohl faszinierend als auch kompliziert einzuprägen. Zum besseren Verständnis hat Westerfeld im Anhang erklärt, was Realität und was Fiktion in seiner Geschichte ist. Besonders interessant ist dabei die Anlehnung an Charles Darwin, der im Buch nicht nur bahnbrechende Endeckungen bezüglich der Evolution gemacht hat, sondern auch die Genmanipulatin begründet hat.

Was mich sehr unterhalten hat ist die extrem quirlige Schreibweise des Buches. Zur Hälfe aus der Sicht von Deryn und zur Hälfte aus der Sicht von Alek geschrieben, wird man mit einer ziemlich eigenwilligen Jugendsprache konfrontiert, die die häufige Erwähnung von Wörtern wie „Pennbruder“, „Schiet“, „Eierkopf“ (Bezeichnung für darwinistische Forscher) und „brüllend“ (als Verstärkung eines Begriffes) einschließt. Doch wenn man mal davon absieht, hat man es mit einem Schreibstil zu tun, der unterhält und beim Leser reichlich Abenteuerstimmung aufkommen lässt.

Auch die Charaktere haben mir sehr gefallen. Nummer eins des Protagonisten Duos ist Alek, der Sohn des Erzherzogs Franz Ferdinand. Da seine Eltern ermordet wurden, zielt die Gefahr nun unmittelbar auf ihn ab und er wird zur Flucht gezwungen. Das ganze natürlich höchst widerwillig, so sehr er sich manchmal auch wünscht, ein wenig stärker zu sein.

Als er auf Deryn trifft, die als Junge verkleidet auf der Leviathan angeheuert hat, wünscht er sich ironischerweise nichts mehr, als genau so cool zu sein wie sie/er. Deryn selbst hat eine harte Zeit, sich gegen ihre männlichen Kollegen zu behaupten, setzt aber alles daran, die Leviathan so schnell nicht mehr verlassen zu müssen. Denn dort fühlt sie sich das erste Mal zu Hause und frei. Frei von den Korsetts und Anstandserwartungen die sie in England ertragen musste.

Besonders die Diskussionen zwischen ihr und Alek sind extrem unterhaltsam, da sie beide so sehr verschieden sind und sich doch auf eine gewisse Art und Weise gut ergänzen.

Ein paar Mysterien trägt die Wissenschaftlerin Dr Nora Barlow zur Geschichte bei. Mit geheimnisvollem Gepäck soll sie ins osmanische Reich gebracht werden. Doch man erfährt nicht mehr, als dass man es mit einer neuen Tierkreuzung zu tun hat, die angeblich den Krieg beenden könnte.

Mein einziger Kritikpunkt an dem Buch ist, dass mir die Handlung teilweise einfach zu glatt lief. Die Protagonisten hatten in einigen Situationen viel zu viel Glück und generell scheinen ihre Pläne andauernd aufzugehen. Dennoch denke ich, dass man letzten Endes darüber hinwegsehen kann, da dieses Buch vielseitige Unterhaltung zu bieten hat und in seinem Genre einzigartig ist.

Fazit:
Für Technikfreaks und Geschichtsbegeisterte ist dies sicherlich das Werk ihres Lebens. Für alle anderen bietet die Geschichte eine fantastische Steampunk Welt, die man so garantiert noch nicht erlebt hat und die einen mitten ins Abenteuer wirft.

Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar geht an den

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