Montag, 11. April 2011

Rezension: "Das Lied der Banshee" von Janika Nowak

Produktinformationen:
Originaltitel: -
Autor: Janika Nowak
Verlag: Pan Verlag
Serie: Banshee Serie (Band 1)
Format: gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: 480 Seiten
ISBN: 978-3-426-28339-4
Preis: 14,99€ [D]

Cover © Pan Verlag

Inhalt:
Nach einer Datenacht mit ihrem Kollegen Thomas wird die siebzehnjährige Aileen von einer Schlägerbande angegriffen.
In ihrer Angst stößt sie einen Schrei aus, der ihre Angreifer sofort außer Gefecht setzt und das junge Mädchen voller Entsetzen nach Hause fliehen lässt.

Dort wird sie zu allem Übel auch noch von einem Schwarm Harpyien angegriffen. Sie bekomt jedoch Hilfe von einem Wassermann, der ihr erklärt, dass sie die letzte Banshee (eine irische Todesfee) auf Erden ist und ungeheure Kräfte in sich trägt.

Nun, da ihre Kräfte erwacht sind, wird sie von den Kindern der Göttin Nyx gejagt und muss zusammen mit Thomas, und ihren neuen Freunden Macius (seines Zeichens Wassermann), der Sirene Pheme und der Oni Aiko fliehen und entdeckt dabei eine unglaubliche Welt, dessen Existenz sie eigentlich bis jetzt nur aus Märchen und Sagen kannte ...


Backround Infos:
Janika Nowak ist eine junge deutsche Autorin, die mit „Das Lied der Banshee“ ihren Debütroman auf den Markt gebracht hat. Sie arbeitet bereits an einer Fortsetzung, die wir im Dezember 2011 erwarten dürfen, und welche sich auf Aiko und die japanische Sagenwelt konzentrieren wird.


Meine Meinung:
Wie jeder gute Fantasy Roman beginnt auch dieses Buch mit einem mysteriösen Prolog. Dies ist zur Einstimmung natürlich immer gut und sorgt dafür, dass man einen kleinen Eindruck von dem bekommt, was auf die Protagonistin noch zukommt.

Jedes Kapitel hat einzigartige und aufwändige Illustrationen zu bieten, die mich so manches Mal stark von der Geschichte abgelenkt haben, da ich diese teilweise erstmal eine Zeit lang anstarren musste, bevor ich weitergelesen habe. An dieser Stelle ein großes Lob an die Illustratorin Nina Nowacki, die einen mehr als perfekten Job geleistet hat.

Die Idee an sich finde ich alleine deswegen schon toll, weil es in der Geschichte nur so von Sagengestalten wimmelt. Außerdem ist die Idee, aus der Protagonistin eine Banshee zu machen neu und unverbraucht, was sich auch sofort beim Lesen bemerkbar macht
Die Handlung ist nicht vorhersehbar und birgt einiges an Überraschungen. Außerdem ist es extrem schwer, Aileen’s Feinde zu durchschauen.
Man weiß nichts über deren wahre Absichten und wieso sie eigentlich hinter dem Mädchen her sind.
Man erhält zwar zwischendurch ein paar Einblicke in die Gedanken des Feindes, welche kryptische Andeutungen enthalten, muss aber rätseln, was sie nun eigentlich mit ihr vorhaben.
Dies finde ich sehr gut gelöst, da man sich so vom Wissen her mit Aileen ungefähr auf gleicher Ebene befindet.

Gleich zu Anfang ist mir aufgefallen, dass die Autorin einen sehr angehmen und vor allem fließenden Schreibstil hat. Für einen Debütroman ist dies wirklich einsame Spitze, da dies zeigt, dass die Autorin ein Gespür dafür hat, wie man eine ansprechende Geschichte zu erzählen hat

„Das Lied der Banshee“ ist aus der Ich-Perspektive Aileen’s geschrieben, wodurch man ihre Gefühlseindrücke sehr gut vermittelt bekommt.
Besonders interessant war dabei, ihre Gefühlsentwicklung bezüglich ihres Kollegen Thomas zu verfolgen. Sie versucht nämlich ihre Beziehung vernünftig anzugehen, und will ihr kollegiales Verhältnis nicht zerstören indem sie sich zu nahe kommen.
Ihre Einstellung ändert sich jedoch im Laufe der Geschichte, da sehr viel passiert und sie sich stark verändert. Alleine wegen der Liebesgeschichte loht es sich also schon auf jeden Fall, dieses Buch zu lesen.

Aileen gefällt mit als Protagonistin sehr gut. Ich hatte keine Probleme mich mit ihr zu identifizieren, da sie witzig ist und dabei aber nicht überheblich. Auch die Gefühle, die sie in bestimmten Situationen hat, wirken authentisch und nicht fehl am Platz.
Durch ihre Gedanken und Handlungen hatte ich oft das Gefühl, dass sie viel älter als siebzehn sein müsste, da sie besonders in ihren Entscheidungen wert darauf legt, vernünftig zu sein. Allerdings muss ich sagen, dass auch sie ab und an ihre schwachen Teenie Momente hat.

Über ihren Kollegen Thomas bekommt man leider nicht soviel mit, außer, dass ihm sehr viel an Aileen liegt. Allerdings muss ich sagen, dass man trotz dieser Paranormaler-Mensch-Beziehung nicht das Gefühl hat, dass jemand die Zweisamkeit dominiert. Aileen und Thomas scheinen auf gleichem Niveau zu agieren.

Erwähnenswert finde ich ebenfalls Macius, Pheme und Aiko. Die drei bilden ein sehr abwechslungsreiches Team und sind jeder für sich ein interessanter Charakter über den ich in einer Fortsetzung gerne mehr erfahren würde.

Fazit:
„Das Lied der Banshee“ ist von der Idee her ein klassischer Fantasyroman, der sich mit dem übernatürlichen Kampf zwischen gut und böse auseinandersetzt. Die Geschichte besticht aber vor allem dadurch, dass sich trotz bekannter Elemente immer wieder etwas Einzigartiges darin finden lässt.

Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar geht an den

Kommentare:

  1. Dieses Buch möchte ich auch unbedingt lesen. Sehr interessante Mystik, sowas hab ich noch nie zuvor gelesen. Leider ist mein Aprilbudget schon futsch! LG, Katarina :)

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  2. Hi,
    Ich lese den Roman auch gerade. Ich finde es interessant, wie sich dein Eindruck von meinem unterscheidet. Ich bin nämlich alles andere als begeistert. Die Handlung ist vorhersehbar, Aileen als Figur wirkt widersprüchlich (mal so, mal so), die Liebesgeschichte ist schon auf den ersten Seiten offensichtlich und die tausend Jahre alten Macius und Pheme und auch Galatea und Dragomir stellen sich so doof an wie Grundschüler. Ausführlicher werd ich darauf dann in einer eigenen Rezi eingehen.

    Tja. Vielleicht ist es einfach zu sehr ein Frauenroman, zu dem ich als Mann keinen Zugang finde. Dir hat er ja offenbar gefallen.

    Gruss Vega

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  3. ich geb zu, dass der roman wahrscheinlich echt geschmackssache ist ;) hängt wahrscheinlich einfach davon ab, wieviel man an klischees ertragen kann und ob man einige elemente immer wieder gerne liest oder einfach schon zu viel davon gelesen hat.

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  4. Genau, das denke ich auch.
    Die Idee einer kleinen Gruppe, die die magischen Wesen der Welt einen und retten will, halte ich für eine gute Idee. Es gibt einfach ein paar Szenen oder Dialoge, die ziemlich hinken.
    Z.B. als Aileen sich mich Macius in der Lagerhalle und er ihr sagt, das Wohnheim sei nicht mehr sicher, sie müsse raus. Soweit so gut, und auch nachvolllziehbar, aber wieso begleiten sie sie dann nicht dorthin und riskieren, dass Aileen ein zweites Mal angegriffen wird, was dann tatsächlich geschieht?

    Diese und andere Szenen gab es immer wieder. Und ich glaube, das liegt nicht am Genre oder an den Klischees, sondern vor allem am Lektor, weil er diese Schwächen nicht erkannt hat bzw nicht überarbeitet haben wollte.

    Gruss Vega

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