Donnerstag, 14. April 2011

Rezension: "Holundermond" von Jutta Wilke


Produktinformationen:
Originaltitel: -
Autor: Jutta Wilke
Verlag: Coppenrath Verlag
Serie: -
Format: gebunden
Seiten: 320 Seiten
ISBN: 978-3-8157-5305-7
Preis: 14.95€ [D]

Cover © Coppenrath Verlag

Website zum Buch:
http://www.holundermond.de/

Homepage der Autorin:
http://jutta-wilke.de/index.html

Inhalt:
Als die zwölfjährige Nele erfährt, dass ihre Eltern Jan und Lilli sich trennen, ist sie am Boden zerstört. Und dann entscheidet ihr Vater sich auch noch lieber für einen Auftrag in Wien, als die Ferien mit ihr zu verbringen. Kurzerhand beschließt Nele ihrem Vater heimlich zu folgen und versteckt sich in seinem Auto.
Lange kann sie ihre Anwesenheit natürlich nicht geheim halten und so erfährt sie von ihrem Vater, dass in Wien wertvolle Kunstgegenstände aus einer Kirche gestohlen wurden.
In Österreich lernt sie schon bald die Pensionsbesitzerin Vivianne, den Jungen Flavio und den unsympathischen Historiker Dr. Holtzer kennen.

Holtzer und Jan sollen den Fall um die verschwundenen Gegenstände aufklären, doch dann verschwindet Neles Vater spurlos. Zusammen mit Flavio setzt sie alles daran, ihn wiederzufinden und den Fall für ihn zu lösen. Doch je näher sie dem mystischen Geheimnis um die Kunstgegenstände kommt, desto gefährlicher wird es für sie und ihre neuen Freunde ...


Meine Meinung:
Zunächst muss ich die Wahl des Titels loben, denn neuerdings kommt es eher selten vor, dass ein Titel auch zum Inhalt des Buches passt. „Holundermond“ ist einer der Ausnahmefälle, denn der Holunderbaum im Garten von Viviannes Pension spielt eine häufig wiederkehrende Rolle in der Geschichte.

Das Buch beginnt mit einem Prolog, den man anfangs noch nicht deuten kann. Da dieser mit der ersten Hälfte der Geschichte auch gar nichts zu tun hat, gerät dieser leider auch sehr schnell wieder in Vergessenheit, was sich spätestens ab der zweiten Hälfte des Buches als gar nicht gut herausstellt, weil der Prolog dort wiederum eine wichtige Rolle spielt.

Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass das Buch erst nach der Hälfte so richtig losgeht. Die ersten 150 Seiten konnten mich gar nicht fesseln, da kaum Spannung entstehen wollte. Man fragt sich zwar immer, was es denn nun mit dem Kloster auf sich hat und was Holtzer vorhat, der mehr als offensichtlich etwas Böses im Schilde führt, jedoch hätte man diesen Part viel kürzer gestalten können, und so kommt es, dass der Knoten erst ab der zweiten Hälfte des Buches platzt.

Dort kommt die Handlung nämlich richtig in Fahrt und es wird sogar spannend. Das Geheimnis um die gestohlenen Kunstgegenstände wird nach und nach gelöst, der Prolog ergibt einen Sinn, und es geht sogar ein Tick in Richtung Fantasy. Mich stört es nur ein wenig, dass das Fantasyelement so abrupt auftritt und die Protagonisten die Geschehnisse auch einfach so hinnehmen als wäre dies ganz normal.
So wirken die erste und die zweite Hälfte des Buches plötzlich wie zwei eigenständige Geschichten, was aber nunmal nicht der Fall ist.

Was die Charaktere betrifft, muss ich zugeben, dass Nele mich manchmal ein wenig genervt hat. Einerseits benutzt sie Sätze, auf die keine normale Zwölfjährige kommen würde, aber andererseits kann sie auch bockig wie eine Vierjährige sein, wenn etwas nicht so läuft, wie sie es gerne hätte.

Loben muss ich jedoch, dass man sehr viel von Neles Gefühlen mitbekommt. Besonders am Anfang, wo sie über die Trennung ihrer Eltern nachdenkt, wirken ihre Gefühle nachvollziehbar und man kann gut verstehen, wieso sie darunter leidet. Umso verständlicher ist dann auch ihre Reaktion, als ihr Vater die Ferien nicht mit ihr verbringen will und sie ihm kurzerhand als blinder Passagier folgt.

Ein wenig Ablenkung bietet ihr der Junge Flavio, den sie in Österreich kennenlernt. Die beiden freunden sich recht schnell an und gehen dem Rätsel um die gestohlenen Kunstgegenstände auf den Grund. Flavio ist ein typisches Bespiel von „erst Handeln und dann Denken“, wodurch die beiden einiges an Schwierigkeiten bekommen, was die Handlung aber wiederum ein wenig antreibt.

Der große Böse der Geschichte ist Dr. Holtzer, was man von Anfang an eigentlich erahnen kann.
Jedoch sind seine Motive und seine Verbindung zu den Kunstgegenständen unbekannt, und genau dies rettet den ersten Teil des Buches, denn nur dadurch wird das Interesse des Lesers für die Geschichte auf den ersten 150 Seiten aufrecht erhalten.

Das Beste am Buch war der Showdown, weil dort eine überraschende Wendung des Geschehens auftritt. Damit rechnet man als Leser einfach überhaupt nicht. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mich diese Stelle sehr beeindruckt hat.

Fazit:
„Holundermond“ ist für erfahrene Leser eher eine schnelle, wenn auch teilweise interessante, Unterhaltung für Zwischendurch und richtet sich ganz klar an eine jüngere Zielgruppe, die die Geschichte als ein großes Abenteuer erleben dürften und sich mit den Charakteren sicherlich besser identifizieren können als fortgeschrittene bzw. erwachsene Leser.
Trotz einiger Makel in der Umsetzung muss ich die Idee ganz klar loben und schließlich hat der zweite Abschnitt des Buches auch einiges wieder wett gemacht.

Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar geht an den

Kommentare:

  1. Ich war von der Wendung zum Schluss ebenfalls sehr überrascht!

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  2. regenbogenschmetterling15. Juni 2011 um 13:02

    Ich hab das Buch von der Autorin bekommen und auf der Internetseite www.buecher-fans.blogspot.com hatten wir auch ein Gewinnspiel dazu. Das Buch und dessen Story fand ich toll und die Wendung war genial !

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