Sonntag, 3. April 2011

Rezension: "Sternenwandler" von Tracy Buchanan

Produktinformationen:
Originaltitel: Shimmer
Autor: Tracy Buchanan
Verlag: Piper Verlag
Serie: -
Format: Taschenbuch
Seiten: 352 Seiten
ISBN: 978-349-225-945-3
Preis: € 9,95 [D], € 10,30 [A]

Cover © Piper Verlag

Inhalt:
Es passiert auf einem Feld, dass Tori von einem seltsamen Jungen gerettet wird, der seine Gestalt verändern kann. Und so sehr sie sich auch anstrengt, Tori geht er nicht mehr aus dem Kopf. Wenig später stellt er sich ihr als Cam Chase vor, versucht jedoch sie zu meiden. Denn er ist das Ergebnis eines Experiments, was nicht nur ihn, sondern auch hunderte anderer Kinder zu Gestaltwandlern machte. Ausgerechnet die Firma des Vaters von Toris Ex Freund Ashton ist dafür verantwortlich und die Kinder werden reihenweise gejagt um weiteren Experimenten unterzogen zu werden.

So auch Cams Bruder Seth. Cam hat es sich zum Ziel gesetzt, ihn zu retten und Tori ist fest entschlossen ihrer neuen Liebe dabei zur Seite zu stehen. Doch wie kann Cam ihr vertrauen, wenn nicht nur Ashtons Vater, sondern auch ihr eigener für die Organisation arbeitet, die für all dies verantwortlich ist …?


Meine Meinung:
Anfangs war ich ein wenig unsicher, worauf die Geschichte hinauslaufen soll und ob ich Tori unsympathisch oder interessant finden sollte. Aber schon nach ein paar Seiten waren jegliche Zweifel verschwunden. Denn in den Augenblicken, wo sie mit Cam zusammen ist, wirkt sie sofort reifer und tiefgründiger und auch die Geschichte fängt an, richtig rasant zu werden.

Denn mit Cam kommt auch das Abenteuer in Toris Leben, welches sonst eher von den Tyranneien ihres gewalttätigen Vaters beherrscht wurde. Anfangs ist die Geschichte um die Gestaltwandler noch ein richtiges Mysterium und man fragt sich, was es damit auf sich hat. Doch schon recht weit am Beginn der Story erklärt Cam ihr alles, sodass zwar ein wichtiges Spannungselement verloren geht, sich aber ab dann auf einen ganz anderen Aspekt konzentriert wird.

Dies ist zum einen die Flucht vor der Organisation, welche sich Altus nennt, die Suche nach Cams Bruder Seth und die Beziehung zwischen Tori und ihrer neuen Liebe. Hierbei sei aber anzumerken, dass die Liebelei sich nicht zu sehr in den Vordergrund rückt und nicht den Hauptteil des Buches ausmacht. Dies macht die Beziehung zwischen Tori und Cam um einiges authentischer und verhindert, dass man zu schnell genervt ist von ihrer Turtelei. Außerdem kann man so die geniale Idee hinter der Geschichte viel besser auskosten. Im Zentrum steht dabei die Altus Gruppe, welche durch die Entdeckung eines mysteriösen Mittels namens Adeo-Staub Fruchtbarkeitsbehandlungen vorgenommen hat. Die Folge für die Kinder, die darauf entstanden waren Genmutationen die dazu geführt haben, dass diese die Fähigkeit zur Gestaltwandlung bekommen haben. Nun sind sie auf der Jagd nach den Kindern um ihren Fehler zu vertuschen und weitere Experimente an ihnen durchzuführen.

Die Idee ist zwar recht ähnlich wie die hinter Kelley Armstrongs „Die dunklen Mächte“ Trilogie oder wie die hinter den X-Men Filmen, und dennoch hat sie einen einzigartigen Charakter. Fans von den zuvor genannten Filmen und Büchern würden „Sternenwandler“ aber auf jeden Fall lieben.

Der Schreibstil ist recht einfach gehalten, wodurch man das Buch flüssig in einem Schwung durchlesen kann. Dennoch muss ich anmerken, dass einige Dialoge ein wenig fremdartig wirken, da oft Sätze auftauchen, die man in der gesprochenen Sprache eher weniger benutzen würde. Großartig stören tut dies zwar nicht, hat aber in ein paar Situationen leicht die Romantik zerstört.

Die Charaktere der Geschichte bilden eine abwechslungsreiche und aufregende Mischung. Tori als Protagonistin ist eigentlich die typische 16-Jährige Heldin eines Jugendromans, mit der kleinen Ausnahme, dass ihr Leben alles andere als perfekt ist. Ihr Vater schlägt sie und ihre Mutter, arbeitet buchstäblich für den Feind und will seine Tochter zur Perfektion erziehen.

Als sie jedoch Cam kennenlernt, kann sie diesem Leben endlich entfliehen und sie selbst sein. Cam ist ein eher untypischer Protagonist für eine Jungendromanze, ist er ausnahmsweise mal kein ach so erwachsener, unnahbarer und nachdenklicher Mystery-Typ sondern im Grunde genommen ein witziger, offener und liebevoller Charakter.

Auch die unterstützenden Charaktere haben reichlich an Potential, so zum Beispiel Cams Freundin Angel, die zwar alles andere als sympathisch ist, und deutlich versucht Cam und Tori auseinanderzubringen, jedoch mit ihrem Verhalten nur versucht, etwas zu verbergen.

Ebenfalls erwähnenswert sind Tori obsessiver Exfreund Ashton, der ebenfalls mehr ist, als man sieht, und Cams Mutter Laura, die in der Beziehung zwischen ihm und Tori ihren mütterlichen Pflichten nachkommt.

Das Ende lässt stark darauf hoffen, dass es eine Fortsetzung geben wird, denn ich will nicht nur wissen, wie es mit Tori und Cam weitergeht, sondern auch was weiter mit den Gestaltwandler Kindern geschieht.

Fazit:
„Sternenwandler“ ist ein bemerkenswerter Debütroman mit ein paar kleinen Makeln, die die Unterhaltung jedoch nicht einschränken. Ein gutes Maß an Spannung und Romantik, sowie eine tolle Hintergrundidee machen Lust auf eine Fortsetzung.

Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar geht an den


Meine Empfehlung:

Auch in Kelley Armstrongs "Die dunklen Mächte" Trilogie geht es um Kinder, die durch Genexperimente besondere Superkräfte erhalten haben und nun von der Organisation, die dies zu verantworten hat, verfolgt werden. Romantik findet man in den ersten beiden Bänden jedoch nicht so stark wie in Tracy Buchanans "Sternenwandler".
Cover © Pan Verlag

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