Dienstag, 26. April 2011

Rezension: "Witch - Hexenerbe" von Nancy Holder & Debbie Viguié

Produktinformationen:
Originaltitel: Wicked #3 - Legacy
Autor: Nancy Holder & Debbie Viguié
Verlag: Penhaligon Verlag
Serie: Witch (Band 3)
Format: Klappenbroschur
Seiten: 320 Seiten
ISBN: 978-3-7645-3083-9
Preis: 14,99€ [D], 15,50€ [A]

Cover © Penhaligon

Dies ist Band 3 der Witch Reihe und die Rezension könnte somit gegebenenfalls Spoiler enthalten.

Inhalt:
Gestärkt durch den Beitritt von Jerauds Mutter Sasha begibt sich Holly‘s Zirkel auf die Suche nach Nicole, die von den Deveraux’s gefangen gehalten wird.
Doch für den Zirkel wird es immer schwieriger der Macht der Hexer etwas entgegenzusetzen und so ergreift Holly riskante Maßnahmen, mit denen sie ihre Seele langsam aber sicher zerstört und sich selbst verliert.

Durch einen Zufall schafft sie es, auch Jeraud aus den Händen des Obersten Zirkels zu befreien. Doch ihre einstige Liebe wird auf eine harte Probe gestellt, denn Jeraud kann Holly nicht vergeben, dass sie ihn im Schwarzen Feuer alleine gelassen hat ...



Meine Meinung:
„Hexenerbe“ fängt fast genau da an, wo sein Vorgänger aufhört. Hollys Zirkel begibt sich auf die Suche nach Nicole und muss dabei einer Reihe von Gefahren trotzen.

Dabei findet jedoch ein wesentlicher Konflikt innerhalb des Zirkels statt. Karis Zorn auf Holly steigert sich immer weiter und auch Amanda wird langsam ungeduldig mit ihr, da für Holly immer nur Jeraud im Mittelpunkt steht und Nicoles Rettung für sie nur zweitrangig ist.
Ihr Zirkel wird ihr gegenüber immer misstrauischer und die einstigen Freunde distanzieren sich immer weiter voneinander.

Sehr gut an dem Buch finde ich die vielen verschiedenen Gefühle mit denen die Charaktere zu kämpfen haben. Zorn, Wut, Liebe und Trauer. Alles ist vertreten und macht das Zusammenleben in Hollys Zirkel alles andere als einfach.

Im Gegensatz zu Band 2 sieht Holly endlich mal ein, wie sehr sie sich eigentlich verändert hat und dass sie total skrupellos geworden ist. Ja sie sieht sogar ein, dass sie Jeraud eigentlich kaum kennt und dennoch ist sie nach wie vor wie besessen von ihm.

Dieser hat jedoch mit seinen ganz eigenen Problemen zu kämpfen, die allerdings ein wenig unverständlich sind. Er hat für Holly nämlich eine Art Hass-Liebe entwickelt, aber irgendwie weiß keiner so genau warum eigentlich, nicht mal er selbst. Einerseits will er ihr nahe sein, andererseits stößt er sie andauernd von sich. Kommentarlos. Ich denke mir einfach, dass es daran, liegt, dass sie ihn im Schwarzen Feuer zurückgelassen hat, wodurch er total entstellt wurde. Aber genau genommen war das nicht Holly’s Schuld, sondern die ihrer Cousinen.
Ich bin jedenfalls sehr gespannt in welche Richtung sich die Beziehung in den Folgebänden entwickeln wird, da ich es eigentlich ganz interessant finde, wenn bei Liebesgeschichten nicht sofort ein Happy End absehbar ist. Ich würde mir jedoch wünschen, dass die Beiden mal miteinander reden und nicht immer stillschweigend den jeweils Anderen abweisen würden.

Besonders herausragend fand ich in diesem Band Nicole, die dieses Mal eine etwas größere Rolle hat. Ihr Charakter ist gewachsen, sie ist stark und selbstbewusst geworden und ist mir letzten Endes sogar mehr ans Herz gewachsen als Holly. Sie hat den Ernst der Lage irgendwie als Einzige begriffen und nimmt die Magie nicht mehr auf die leichte Schulter. War sie im ersten Band noch total oberflächlich, hat sie sich nun in ein Mädchen entwickelt, dass Werte wie Liebe und Freundschaft zu schätzen weiß.

Schade finde ich, dass die im zweiten Band angedeutete Geschichte über Avalon und den Obersten Zirkel nicht weitergeführt wurde. Eigentlich hatte sich dies ganz vielversprechend angehört, aber in diesem Band wurde Avalon ganz und gar außer Acht gelassen.

Großer Pluspunkt sind auch hier wieder die Flashbacks, die den Ursprung des Schwarzen Feuers erklären und das schreckliche Ausmaß des Cahors Fluch darlegen.
Ich finde, das Autorinnen Duo sollte sich mal an einem historischen Fantasyroman versuchen. Die Flashback Szenen sind immer ein absolutes Highlight in den Büchern und stehen im absoluten Gegensatz zu Hollys Gegenwartsabenteuern.

Auf jeden Fall bin ich gespannt wie es weitergeht, da das Ende eine dramatische Wendung des Geschehens herbeiführt und Hollys Schicksal unter keinem guten Stern stehen lässt.

Fazit:
Insgesamt finde ich diesen Band viel erträglicher als seinen Vorgänger, denn jener war mir viel zu chaotisch und durch die viel zu vielen Perspektivenwechsel einfach „too much“.
„Hexenerbe“ lässt mich gespannt darauf warten, wie es zwischen Holly und Jeraud weitergehen wird und vor allem, ob Holly jemals wieder zur Besinnung kommt.

Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar geht an

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