Rezension: "Göttlich Verdammt" von Josephine Angelini

Produktinformationen:
Originaltitel: Starcrossed
Autor: Josephine Angelini
Verlag: Dressler Verlag
Serie: Starcrossed Trilogie (Band 1)
Format: gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: 496 Seiten
ISBN:379-152-625-1
Preis: 19,95€ [D], 20,60€ [A]

Cover © Dressler

Website zum Buch:
http://www.goettlich-verdammt.de/

Website der Autorin:
http://www.josephineangelini.com/


Inhalt:
Als die Familie Delos nach Nantucket zieht, gibt es auf der gesamten Insel kein anderes Thema mehr, als die extrem gutaussehende Großfamilie.
Besonders Lucas Delos hat es den Mädchen an Helens Highschool schlichtweg angetan. Doch als Helen ihm zum ersten Mal begegnet überkommt sie purer Hass und sie würde ihn am liebsten umbringen. Und doch fühlt sie sich gleichzeitig wie magisch zu ihm hingezogen.

Helen kann ihren Gefühlsausbruch einfach nicht verstehen. Doch schon bald wird sie mit der unglaublichen Wahrheit konfrontiert und erfährt, dass sie, genauso wie die Delos’, eine Halbgöttin ist. Verdammt durch die Götter des Olymp, bekämpfen sich die Halbgötter untereinander, doch die Beziehung zwischen Helen und Lucas ist etwas ganz Besonderes.
Und so kämpfen die beiden darum, zusammen sein zu können und gleichzeitig Helen zu beschützen. Denn nicht jeder Halbgott ist ihr wohlgesinnt, erst recht nicht, wenn sie der Schlüssel zur Unsterblichkeit sein könnte ...


Backround Infos:
„Göttlich Verdammt“ (OT: „Starcrossed“) ist der Auftakt zu Josephine Angelinis Debüttrilogie um die Halbgötter Helen und Lucas. Der zweite Band, welcher im Original „Dreamless“ heißen wird, erscheint 2012.

Das Mädchen auf dem deutschen Cover ist Amanda Caroline Johansen, die ein wunderschönes Album ihrer Bilder auf DeviantArt veröffentlicht hat. Unter anderem ist dort auch das Bild vom Cover zu finden, jedoch in ursprünglicher Form.

Um das Buch zu promoten, hat man die Band DemiGoddess gegründet, die einen Song zum Buch aufgenommen haben. Das Video dazu kann man auf der Website zu "Göttlich Verdammt" anschauen.


Meine Meinung:
„Göttlich Verdammt“ hat mich ordentlich zappeln lassen, bevor es mich dann letzten Endes vom Hocker gehauen hat.

Die Geschichte steigert sich im Laufe der Handlung. Anfangs war ich noch nicht so begeistert, weil mir ein paar Dinge unlogisch erschienen und ich mir an einigen Stellen gewünscht hätte, dass die Autorin sich ein wenig mehr Zeit nimmt, um einige Situationen zu beschreiben und denen gerecht zu werden.
Ich hatte jedoch das Gefühl, dass sich dies im Laufe der Geschichte immer mehr zum Besseren wendet und so konnte ich die zweite Hälfte des Buches rundum genießen.

Dies liegt jedoch auch daran, dass man Anfangs die Welt in „Göttlich Verdammt“ noch nicht so recht versteht, und erst ein paar Hintergrundinformationen braucht, um die Geschehnisse verstehen und genießen zu können.

Besonders gefallen hat mir aber andererseits, dass man sehr lange nur indirekt etwas von Delos mitbekommt, bevor diese ihren großen Auftritt haben. Da die Geschichte zum größten Teil aus Helens Perspektive erzählt wird und sie als eine der letzten auf Lucas trifft, bekommt man nur aus den Erzählungen ihrer Freunde mit, was es mit den Delos‘ auf sich hat. Dies gleicht einiges wieder aus, was mir am Anfang nicht so gut gefallen hat, da dadurch ein gutes Maß an Spannung erzeugt wird.

Mit Lucas‘ Auftauchen beginnt dann Helens Eintauchen in die Welt der Halbgötter. Die ganze Geschichte rund um die Halbgötter gefällt mir zum einen sehr gut, ist jedoch auch sehr kompliziert. Wahrscheinlich muss man das Buch einfach mehrmals lesen, um all die Fehden, Schicksale und generellen Zusammenhänge zu verstehen.

Eines kann ich jedoch versprechen. Die Hintergrundidee ist absolut neu und unverbraucht. Eine paranormale Romanze mit Halbgöttern gab es so noch nie und das absolute Highlight ist für mich die Einbindung der trojanischen Sage. Auf so ein Buch habe ich lange gewartet, das den Trojanischen Krieg in eine moderne Geschichte verwandelt und dann noch die griechische Mythologie mit einfließen lässt. Alleine deswegen hat mich das Buch schon als Fan für sich gewonnen.

Die konzeptionellen Parallelen zu Twilight sind allerdings extrem. Mysteriöse Großfamilie, alle extrem gutaussehend. Nachdem sie sich eine Weile nicht ausstehen konnten, verliebt sich die Protagonistin in den kleinen Spross der mysteriösen Familie der ein wenig anders ist als alle anderen, nur um sich dann später aufgrund gegebener Umstände nicht mal näher kommen zu dürfen. Und natürlich muss die Protagonistin vor den Bösen der eigenen Art beschützt werden.

Dies soll jedoch nicht bedeuten, dass das schlecht ist. Ich finde es sogar richtig gut, dass es endlich mal wieder ein Buch geschafft hat, genau die Selben Gefühle in mir auszulösen, die auch Twilight erzeugt hat.

Trotz den Twilight Parallelen hat die Autorin es aber geschafft, durch die Art und Weise, wie sie den Leser durch die Geschichte führt, dem Buch ihren Stempel aufzudrücken. „Göttlich Verdammt“ versprüht nämlich viel mehr Frische als sein Vampir Zwilling, was wahrscheinlich daran liegt, dass Helen total anders ist als Bella.

Helen erschien mir anfangs noch wie ein ganz normales Mädchen und ich habe mich die ganze Zeit gefragt, wieso ihre beste Freundin andauernd behauptet, dass sie garantiert kein normales Mädchen ist (später erfährt man dann glücklicherweise wieso). Im Großen und Ganzen fand ich sie eigentlich ganz nett, da sie auf mich aufgeschlossen wirkte und eine aufrichtige Freundin zu sein schien.
Dann kommen die Delos‘ nach Nantucket und Helen verwandelt sich in eine kleine Zicke. Als sie und Lukas sich dann jedoch annähern, wird sie nochmal zu einem komplett anderen Charakter.
Was ich damit sagen will, ist, dass Helen eindeutig vielseitiger ist als Twilights Bella. Man erlebt einfach mehr mit ihr bzw. ihre Gefühlsachterbahn hat ein oder zwei Kurven mehr.
Dennoch gibt es auch eine Kleinigkeit, die mir an Helen nicht gefällt. Als sie mit der Welt der Halbgötter konfrontiert wird und ein wenig mehr darüber erfährt, nimmt sie dies einfach zu schnell hin. Ich nehme an, dass Josephine Angelini als Debütautorin einfach ein wenig Angst davor hatte, etwas in das Buch zu schreiben, dass dem Geschichtsfluss im Wege stehen würde. Denn durch Helens sofortige Akzeptanz, kann sich die Geschichte auf die wesentlichen Konflikte konzentrieren.

Über Lucas‘ Leben vor Nantucket und somit auch vor Helen erfährt man leider nicht so viel, obwohl dies ein Punkt wäre, der mich besonders interessieren würde. Als Charakter an sich finde ich ihn jedoch sehr gelungen, da er sehr herzlich ist und trotz eines ausgeprägten Beschützer Instinktes kein nerviger Edward-Cullen-Typ ist.

Was die Beziehung der Beiden betrifft, wird man als Leser mit einem holprigen Auf und Ab konfrontiert. So gibt es eine Reihe schöner, aber auch unschöner Wendungen und zu sagen, dass ihre Beziehung kompliziert ist, wäre noch untertrieben. Doch gerade dies macht ihre Beziehung ja so besonders und umso schöner sind dementsprechend die wenigen romantischen Momente, die Helen und Lucas zusammen erleben dürfen.

Mal davon abgesehen, dass der finale Showdown recht kurz gehalten wurde und leider nicht so göttlich episch ist, wie ich mir erhofft habe, endet das Buch mit einem bittersüßen Beigeschmack und lässt mich nur noch sehnlicher auf eine Fortsetzung warten.

Fazit:
Trotz einiger Schwächen, die jedoch normal sind für Debütromane, hat mir „Göttlich Verdammt“ sehr gut gefallen. Die Liebesgeschichte von Helen und Lucas ist sehr schön in Szene gesetzt und die Verbindung von Mythologie und der Sage von Troja zu einer modernen Geschichte funktioniert exzellent. Auch wenn ich nicht alles verstanden habe, was die Halbgötter betrifft, bin ich schon sehr gespannt auf den zweiten Band, der dann hoffentlich noch mehr über Letztere enthüllen wird.

Ein herzliches Dankeschön geht an

Kommentare

  1. Mir ging es auch so, ein paar kleine Schwächen sind mir aufgefallen, aber trotzdem hat mich das Buch sehr begeistern können.
    Und danke für die Info über das Model, ich hab mir noch nie Gedanken darüber gemacht, wer da eigentlich auf dem Buchcover zu sehen ist :-)

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  2. Hallo!

    Ich habe für meinen Blog www.unfugfabrik.de ein Interview mit der Autorin Josephine Angelini ("Göttlich verdammt") organisiert. Selbstverständlich habe ich mir bereits ein paar Fragen überlegt, aber vielleicht wollt ihr ja auch etwas über die Autoren, die Charaktere oder die Geschichte wissen. Dementsprechend habt ihr nun die Chance dazu ein paar Fragen aufzuschreiben.

    Liebe Grüße, Jenny

    P.S.: Die Frage schickt ihr mir am besten per Mail!

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