Mittwoch, 29. Juni 2011

Rezension: "Das Lied von Malonia" von Catherine Banner

Produktinformationen:
Originaltitel: The Last Descendants
Autor: Catherine Banner
Verlag: Penhaligon Verlag
Serie: Malonia Trilogie (Band 1)
Format: gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: 480 Seiten
ISBN: 978-3-7645-3000-6
Preis: 18,95€ [D], 19,50€ [A]

Cover © Penhaligon Verlag

Inhalt:
Leo North und sein kleiner Bruder Stirling leben zusammen mit ihrer Großmutter in Malonia. Seit Prinz Ryan einst verbannt wurde, wird das Reich von dem skrupellosen Herrscher Lucien regiert und selbst die Jüngsten Einwohner Malonias müssen bereits Militärakademien besuchen.

So auch Leo und sein Bruder. Als sie jedoch eines Tages ein geheimnisvolles Buch finden, scheint die Zeit der Hoffnungslosigkeit vorbei. Denn das Buch verrät, dass sich der verbannte Prinz an einem Ort namens England befindet. Sollte er zurückkehren, könnte er das Volk Malonias aus der Unterdrückung befreien, doch dafür müsste er sein eigenes Leben hinter sich lassen und damit auch seine große Liebe Anna …

Backround Infos:
„Das Lied von Malonia“ ist der Auftakt einer Fantasytrilogie, gefolgt von „Die Kinder von Malonia“, welches als Taschenbuch bei Blanvalet erschienen ist.
Den ersten Band schrieb die Autorin bereits mit vierzehn Jahren. „Das Lied von Malonia“ ist auch als Taschenbuchausgabe bei Blanvalet erhältlich.

Meine Meinung:
„Das Lied von Malonia“ ist recht schwer zu bewerten. Als ich das Buch gelesen habe, hatte ich mehrfach das Gefühl, einen dystopischen Roman vor mir zu haben, anstatt eines Fantasyromans.
Das unterdrückende Regime und der Verbot zahlreicher Schriftwerke erinnert stark an die Motive, die wir eher aus den negativen Zukunftsdarstellungen kennen. Soviel zum ersten Eindruck.

Wenn man anfängt, das Buch zu lesen, braucht man eine gewisse Zeit, bis man das Geschilderte verstehen und in einen Zusammenhang bringen kann. Denn plötzlich wird man mit verschiedenen Erzählperspektiven konfrontiert, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben und wie völlig andere Geschichten klingen. Und so dauert es auch einige Zeit, bis man wirklich versteht, worauf die Handlung eigentlich hinauslaufen soll.

Interessant am Hintergrund der Geschichte finde ich allerdings, dass Malonia als das „normale“ Land dargestellt wird und unser England für die Malonier eine Fantasywelt darstellt.

Allerdings ist der Erzählstil recht problematisch. Der Hauptstrang der Geschichte wird aus Leos Sicht erzählt. An einiges Stellen sind die Schilderungen jedoch so wirr und widersprüchlich, dass man ganz schnell aus dem Konzept kommt. Ich denke, dass es besser gewesen wäre, wenn die Autorin die Geschichte durchgehend in der dritten Person geschrieben hätte, denn dann hätte man viele Dinge besser verstehen können.

Zu der Geschichte selber muss ich sagen, dass diese leider wenig Spannung aufkommen lässt. Die Handlung kommt einfach nicht zu diesem ganz bestimmten Punkt, der den Leser dazu bringt, immer weiterblättern zu müssen. Stattdessen würde ich die Passagen, die wirklich gelungen sind, eher als interessant beschreiben, so, als ob man ein Sachbuch lesen würde. Damit meine ich vor allem die Handlungsstränge, die in England spielen und Ryan und Annas Geschichte erzählen. Neben den Beiden gibt es auch noch ein paar weitere Charaktere in England, wie zum Beispiel einen Magier. Leider ist die Magie auch das einzige Element in diesem Buch, das es letztendlich zu einem Fantasyroman macht.

Was Leo als Protagonisten betrifft, muss ich sagen, dass sich die Autorin besonders Mühe gegeben hat, seine Gefühle in Szene zu setzen. Besonders nach einem schrecklichen Schicksalsschlag werden seine Schmerzen und seine Trauer gut nachvollziehbar geschildert.
Leos Bruder Stirling hingegen ist vom Verhalten her ein wenig zwiespältig. Manchmal verhält er sich seinen acht Jahren entsprechend und manchmal hat man das Gefühl, er ist genauso alt wie Leo.

Die letztendliche Lösung des Konfliktes ist dann schließlich sehr schnell abgehandelt und wird der großen Vorbereitung darauf nicht so ganz gerecht. Auch hier zeigt sich wieder, dass das Hauptaugenmerk wohl eher auf der Entwicklung der Person von Leo liegen soll und weniger auf den Konflikten Malonias.

Fazit:
Ich denke, die Idee hinter dem Roman ist gar nicht mal schlecht. Das Problem ist die Umsetzung, die deutlich zeigt, dass die Autorin noch sehr jung war, als sie die Geschichte geschrieben hat. Vieles ist nicht genug durchdacht und besonders am Anfang verliert man durch die verschiedenen Perspektiven sehr schnell den Überblick. Wer jedoch einen emotionsreichen Protagonisten mag und sich nicht an einer Handlung stört, die eher interessant als spannend ist, sollte das Buch einfach mal ausprobieren.

Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemlar geht an den
Penhaligon Verlag

1 Kommentar:

  1. Vielen Dank für die tolle Rezension, wir bleiben gespannt, wie die Autorin sich weiter entwickelt!
    Für alle die mal ins Buch reinlesen möchten: www.randomhouse.de/book/edition.jsp?edi=275581

    Liebe Grüße von Penhaligon

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