Dienstag, 21. Juni 2011

Rezension: "Neva" von Sara Grant

Produktinformationen:
Originaltitel: Dark Parties
Autor: Sara Grant
Verlag: Pan Verlag
Serie: -
Format: gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: 352 Seiten
ISBN: 978-3-426-28348-6
Preis: 16,99€ [D]

Cover ©Pan Verlag

Inhalt:
Neva Adams lebt in Heimatland, einem Areal, das unter der Protektosphäre versiegelt ist. Die Glaskuppel soll die Menschen angeblich schützen, doch Neva und ihre Freundin Sanna bezweifeln dies. Als plötzlich Menschen spurlos verschwinden, entscheiden die Beiden sich für eine Rebellion und verlangen die Öffnung der Protektosphäre.

Doch die Regierung hat ihre eigenen Mittel und Wege mit Rebellen umzugehen. Neva lässt sich davon aber nicht unterkriegen und setzt alles daran, die grausamen Machenschaften der Regierung aufzudecken. Dabei verliebt sie sich ausgerechnet in den Freund ihrer besten Freundin Sanna, der sie tatkräftig unterstützt.

Schon bald muss Neva erfahren, was es bedeutet, sich gegen die Regeln zu stellen und gerät dabei in tödliche Gefahr ...

Buchtrailer: ©Verlagsgruppe Droemer Knaur



Meine Meinung:
Die Geschichte von „Neva“ startet sehr abrupt. Es dauert nur kurze Zeit, bis man sich mitten in einer Rebellion wiederfindet. Dabei ist es besonders am Anfang schwierig, das Geschehen überhaupt in den Gesamtkontext einzuordnen und mit den Charakteren zu verknüpfen.
Sobald man sich allerdings einen Überblick verschafft hat, kann man die Geschichte so richtig genießen.

Die Story an sich erinnert ein wenig an den Film „The Island“. Die Menschen sind eingepfercht unter der Protektosphäre und die Regierung redet ihnen ein, dass sie draußen nicht sicher sind. Dabei werden die Menschen zu bedingungslosem Gehorsam gezwungen. Widersetzen sie sich, verschwinden sie kurze Zeit später.

Gerade durch die Fragen, die die Machenschaften der Regierung aufwerfen und die Geschichte der Protektosphäre baut sich zwischendurch immer mal wieder Spannung auf. Jedoch ist das Buch ein wenig durchwachsen was das angeht, weshalb es auch ein paar Passagen gibt, die sich ein wenig in die Länge ziehen.

Die Geschichte ist komplett aus Nevas Sicht erzählt und durch die Ich-Perspektive erlebt man alles was sie tut, hautnah mit. Dazu gehören auch ihre Gedanken bezüglich des Systems in Heimatland, welche ihren Drang zur Rebellion verständlicher machen, aber auch ihre Gedanken bezüglich ihrer verbotenen Liebe Braydon.

Dazu muss ich sagen, dass Nevas Verliebtheit plötzlich aus heiterem Himmel entsteht, nur weil Braydon sie einmal kurz geküsst hat. Doch auch wenn die Entstehung der Romanze recht fragwürdig ist, so ist der Verlauf doch ganz gut in Szene gesetzt. Die beiden können buchstäblich einfach nicht die Finger voneinander lassen und sind bis über beide Ohren verliebt. Dennoch ist nicht alles so rosig zwischen den Beiden, wie man anfangs denkt, so gibt es einige Drehungen und Wendung in ihrer Beziehung, die für jede Menge Gefühlschaos sorgen.
Hinzu kommt das Problem, dass Neva eigentlich bereits einen Freund hat und so entsteht ein typisches Liebesdreieck, welches Nevas Hin- und Hergerissenheit sehr gut verdeutlicht. Auf der einen Seite steht ihr Freund Ethan, ein gesetzeskonformer Bürger, der nie die Regeln bricht. Auf der anderen Seite steht Braydon, der genauso wie Neva zur Rebellion neigt und in ihre die Abenteuerlust weckt.

Neva an sich ist zwar schon sechzehn Jahre alt, dafür aber reichlich naiv und gutgläubig. Anfangs glaubt sie doch tatsächlich, dass ihre Rebellion mit einer kleinen Aktion sofort fruchten wird und sie mit keine Folgen rechnen muss. Dies ist das erste Mal, dass sie so richtig in Konflikt mit der Regierung gerät und sie merkt, was das System eigentlich mit den Bewohnern von Heimatland anstellt.
Nach und nach macht ihr das Rebellieren richtig Spaß und sie steht voll und ganz hinter ihrer Überzeugung, dass man die Regierung stoppen muss. Neben ihrem Kampfgeist hat sie allerdings auch eine träumerische und romantische Seite die wiederum sehr durch ihre Naivität gesteuert wird.

Die Nebencharaktere sind jedoch eher wenig interessant und werden durch Nevas Präsenz einfach in den Schatten gestellt. Selbst Braydon konnte mich mit seiner ominösen Anziehungskraft des Unbekannten nicht einmal halb so sehr faszinieren wie er Neva fasziniert.

Das Ende kommt schließlich genauso abrupt, wie der Anfang und da zum Ende hin einige Fragen offen geblieben sind, hoffe ich doch sehr, dass es eine Fortsetzung geben wird.

Fazit:
„Neva“ beinhaltet die zwei typischen Elemente einer Jugendroman Dystopie: Ein grausames System, das die Menschen unterdrückt und ein rebellisches junges Mädchen. Im Großen und Ganzen ist das Buch eine runde Sache. Es hat Spannung, schockierende Momente und eine interessante, wenn auch naive, Protagonistin.


Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar geht an den Pan Verlag

1 Kommentar:

  1. Das ist ja lustig xD Rein zufällig hab ich das Buch auch gestern abend zu Ende gelesen. Ich fand es nicht ganz so gut wie du, aber meine Rezension geht in die gleiche Richtung ;)

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