Freitag, 17. Juni 2011

Rezension: "Skinned" von Robin Wasserman

Produktinformationen:
Originaltitel: Skinned
Autor: Robin Wasserman
Verlag: Script5 Verlag
Serie: Skinned Trilogie (Band 1)
Format: gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: 376 Seiten
ISBN: 978-3-8390-0106-6
Preis: 16,90€ [D], 17,40€ [A]

Cover © Script5

Inhalt:
Lia Kahn stirbt bei einem verheerenden Autounfall und erwacht kurze Zeit später in einem fremden Körper. Einem Körper, der in Wirklichkeit eine Maschine ist.

Für ihre Familie war es die einzige Möglichkeit, ihre Tochter zu retten, für Lia ist es schlimmer als der Tod. Nicht nur wird sie von den Hasstiraden einiger Menschen verfolgt, sondern auch ihr Freund traut sich nicht einmal mehr sie anzufassen. Stattdessen scheint ihre Schwester Zoie nun ihr Leben zu leben. Sie hat ihre Freunde, ihren Freund und kopiert sogar ihr ehemaliges Aussehen.

Als Ausgestoßene der Gesellschaft hat sich jedoch eine Gruppe von MechHeads (menschliche Maschinen wie Lia) zusammengefunden, die alle versuchen auf ihre Weise mit den Anfeindungen der Menschen zurechtzukommen. Lia versucht in ihrer Mitte auf Akzeptanz zu stoßen und lernt den Revolutionär Jude kennen.

Doch auch auf der Seite der Menschen findet Lia überraschend einen Fürsprecher und freundet sich mit Auden an. Auch er ist ein Außenseiter, jedoch aus anderen Gründen. Für Lia rückt eine Entscheidung in welche Welt sie gehören will immer näher. Doch wie soll sie sich entscheiden, wenn sie selbst nicht einmal weiß, wer oder was sie ist. Mensch oder doch nur Maschine?


Backround Infos:
„Skinned“ ist der erste Teil einer Trilogie. Der zweite Teil heißt „Crashed“ und ist bereits bei Script5 erschienen. Im Herbst 2011 wird dann auch der letzte Teil namens „Wired“ erscheinen.


Buchtrailer: © Script5



Meine Meinung:
„Skinned“ ist definitiv ein waschechter dystopischer Roman, der sich mit Themen auseinandersetzt, die uns so vielleicht sogar in der Zukunft erwarten könnten.

Die Gesellschaft in „Skinned“ wird von Technologien beherrscht. Das meiste läuft über irgendwelche Geräte und Computer und letztendlich gibt es davon so viel im Buch, dass man ganz schnell den Überblick verliert.
Außerdem sind Designer Babys zur Normalität geworden, genauso wie selbstfahrende Autos und eine fortgeschrittene Medizin, die so gut wie alles heilen kann. Alles außer zerstörte Körper. Für diesen Zweck hat man die sogenannten MechHeads erfunden, menschliche Maschinen. Ersatzkörper, durch die ein Mensch per Gehirnscan transferiert werden kann.

„Skinned“ stellt also ein erschreckendes Zukunftsszenario dar, bei dem man sich mehr als einmal fragt, wie es zu so etwas kommen konnte. Leider erfährt man darüber nicht allzu viel, nur ein paar Andeutungen über die schlechten Zustände der Vergangenheit und wie die Gesellschaft sich langsam aber sicher zerstörte.

Die Geschichte selbst beginnt eher schleppend. Besonders die erste Hälfte des Buches zieht sich sehr, da Lia sich andauernd nur über ihren Zustand aufregt und sonst nichts Großartiges passiert. Als Leser wird man davon jedoch so eingenommen, dass man sich irgendwann selbst fragt, was Lia eigentlich ist. Sie scheint ja wirklich Lia zu sein, oder ist sie doch nur eine Kopie von Lia und denkt nur, dass sie Lia ist? Hinzu kommt die Frage, ob sie eigentlich noch ein Mensch sein kann, wenn sie doch körperlich eine Maschine ist. Was macht dann eigentlich einen Menschen aus?
Ich finde es sehr interessant, dass ein Jugendbuch solche Fragen in den Raum stellt und man sich darüber ein wenig Gedanken macht. Zu einer eindeutigen Erkenntnis zu kommen ist jedoch reichlich schwer, und genau so geht es Lia auch.

Hinzu kommt, dass man sich Gedanken darüber macht, was wäre, wenn man selbst an Lias Stelle wäre. Wie würde ich reagieren, wenn ich in einem fremden und noch dazu mechanischen Körper aufwachen würde?

Trotz all den Fragen, die man mit Lia teilt, ist dennoch schwer, eine Beziehung zu Lia aufzubauen. Als Charakter ist sie sehr eintönig, da sich ihre Ängste und Gedanken andauernd wiederholen und sie keine großartig hervorstechende Person ist, die sich durch einen besonderen Charakterzug auszeichnet.

Ganz anders verhält es sich hingegen mit Lias neuem Kumpel Auden. Anfangs ist er noch sehr undurchsichtig und man versteht nicht so recht, wieso er sich auf Lias Seite schlägt. Je mehr man ihn jedoch kennenlernt, umso mehr versteht man ihn und umso mehr schließt man ihn ins Herz. Auden schert sich nicht um das, was andere als normal bezeichnen. Er bringt Lia bei, was es heißt, sich selbst zu finden und dazu zu stehen, was man ist.

Eine große Überraschung hingegen ist Lias Schwester Zo. Eigentlich verhält sie sich das ganze Buch über nur verabscheuungswürdig, doch zum Ende hin macht sie ein überraschendes Geständnis, wodurch man sie schließlich in einem ganz anderen Licht sieht.

Fazit:
„Skinned“ ist ein Buch das sich besonders durch seine ethischen Fragen auszeichnet. Mit der Geschichte muss man jedoch ein wenig geduldig sein, bis sie richtig in Fahrt kommt, doch dann wird man auch belohnt. Mit Lia konnte ich mich leider gar nicht identifizieren, da man recht wenig über sie selbst und ihr Leben erfährt. Dennoch dürfte jeder, der innovative dystopische Romane mag, von diesem Buch gut unterhalten werden.

Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar geht an

Kommentare:

  1. Super Rezension. Du hast es auf den Punkt gebracht xD

    Ich hab dir einen Award verliehen, in der Hoffnung, dass du ihn noch nicht hast:

    http://amelie-rezensionen.blogspot.com/2011/06/award-kreativ-blogger-one-lovely-blog.html

    lg
    Amelie ♥

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  2. danke amelie ♥ den hab ich noch nicht =)

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