Mittwoch, 13. Juli 2011

Rezension: "Strange Angels - Verflucht" von Lili St. Crow

Produktinformationen:
Originaltitel: Strange Angels
Autor: Lili St. Crow
Verlag: Pan Verlag
Serie: Strange Angels Serie (Band 1)
Format: gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: 384 Seiten
ISBN: 3-426-28345-X
Preis: 16.99€ [D]

Cover © Pan Verlag

Inhalt:
Dru Anderson und ihr Dad jagen in ihrer Freizeit gefährliche paranormale Wesen wie Zombies oder Werwölfe. Doch Drus Leben wird urplötzlich auf den Kopf gestellt, als ihr Vater selbst als Zombie von einem Auftrag zurückkehrt. Ihr bleibt nichts anderes übrig, als sich zu schützen und ihn zu töten.

Von ihren Gefühlen überrumpelt flieht Dru aus dem Haus und findet Zuflucht bei ihrem Mitschüler Graves. Er hat ein offenes Ohr für Dru und kümmert sich um sie, wird jedoch schon bald mit ihrer gefährlichen Welt konfrontiert, als sie von einem Werwolf angegriffen werden. Graves wird zwar gebissen, steht Dru aber weiterhin tapfer zur Seite.

Gemeinsam wollen sie herausfinden, wer ihren Vater in einen Zombie verwandelt hat und ihn dann auf Dru gehetzt hat. Dabei erhalten sie Hilfe von dem Djamphir Christophe, der genauso wie Dru und ihr Vater Jagd auf paranormale Kreaturen macht. Bei ihrer Flucht vor einem jahrhundertealtem Princeps der Nosferatu gelangt Dru auch zu erstaunlichen neuen Erkenntnissen bezüglich ihrer Herkunft und warum das Oberhaupt der Vampire sie um jeden Preis loswerden will …


Backround Infos:
„Verflucht“ ist der Auftakt zu der mehrteiligen „Strange Angels“ Serie von Lili St. Crow (Pseudonym der Schriftstellerin Lilith Saintcrow). Auf Englisch umfasst die Reihe bis jetzt fünf Bände. Der zweite Band „Verraten“ erscheint im Dezember 2011 auf Deutsch.


Meine Meinung:
Die Geschichte von „Strange Angels – Verflucht“ beinhaltet viele Elemente eines Urban Fantasy Buches, spricht durch die junge Protagonistin aber vorzugsweise Jugendliche an.

Die Handlung wird aus der Sicht der Protagonistin Dru geschildert. Durch die Ich-Perspektive bekommt man viel von ihrem Charakter mit, da in ihrer Erzählweise immer ein wenig Sarkasmus mitschwingt, gleichzeitig aber auch eine strikte Vorsicht im Umgang mit ihrem Umfeld. Dies rührt vor allem daher, dass Dru es gewohnt ist, sich mit paranormalen Wesen herumzuschlagen und sich mit den Gefahren auskennt, die dies mitbringt. Trotz dieser Rolle, die ein großes Maß an Mut erfordert, ist Dru eher introvertiert und eine Antiheldin. Wenn sie kämpft, fällt dies meistens eher weniger elegant aus und auch ihr Aussehen ist nicht überdurchschnittlich, wie es bei den meisten Protagonistinnen eines Jugendbuches der Fall ist.
Doch Dru hat ein großes Herz, was sich vor allem dann zeigt, wenn sie ein paar Monster bekämpfen muss. Selbst in Situationen von größter Gefahr ist es für sie immer schwer, ein Wesen zu töten und es kostet sie eine Menge Überwindung.

Ein wenig seelische Unterstützung findet Dru in ihrem Mitschüler Graves. Da Dru besonders unter dem Verlust ihres Vaters, und damit auch dem Verlust ihres letzten lebenden Verwandten, leidet, baut sie ein starkes Vertrauensverhältnis zu ihm auf, da auch er keine Familie hat. Auch wenn Graves zunächst verwegen und hart im Nehmen erscheint, so lernt man auch seine verletzliche Seite kennen und merkt schnell, wie wichtig auch für ihn die Verbindung mit Dru ist.

Die Beziehung zwischen Dru und Graves ist auf jeden Fall der Punkt, der mich an dem Buch am meisten begeistert hat, da man wirklich merkt, dass das, was die Beiden haben, etwas Besonderes ist.

Nun aber ein paar Worte zur Geschichte an sich. Durch die vielen paranormalen Wesen, zu denen unter anderem auch Zombies zählen, gibt es zahlreiche Szenen, die einem waschechten Horrorfilm gleichen. Die Autorin kreiert durch ihren Schreibstil eine dazu passende Atmosphäre und schafft es, die Horrormomente gut in Szene zu setzen.
Auch an Spannung mangelt es dem Buch nicht, denn durch den mysteriösen Tod von Drus Vater und der Tatsache, dass irgendjemand Dru nach dem Leben trachtet, gibt es in der Geschichte reichlich Rätsel, denen die Hauptcharaktere auf den Grund gehen müssen, um aus ihrem Abenteuer lebend wieder herauszukommen.

Das pure Rätsel in Person stellt jedoch Christophe dar. Nicht nur sein plötzliches Auftauchen wirft viele Fragen auf, auch seine Absichten bezüglich Dru sind recht undurchsichtig. Auch wenn er ihr und Grave versichert, dass er nur helfen will, wird man das Gefühl nicht los, dass er etwas Wichtiges verschweigt und nicht der ist, der er vorgibt zu sein. Der Eindruck wird durch sein draufgängerisches und leicht aggressives Verhalten nicht verbessert und so erscheint er doch eher zwielichtig anstatt hilfreich.

Ein kleiner Kritikpunkt ist jedoch, dass viele Dinge wiederholt werden. An vielen Stellen ist dies einfach unnötig und es wirkt manchmal so, als ob die Autorin vergessen hat, dass sie etwas an einer vorherigen Stelle bereits erwähnt hat.

Das Ende der Geschichte ist gleichzeitig auch der Beginn eines neuen Lebens für Dru und Grave. Aber zuvor müssen die Beiden noch einmal filmreif um ihr Leben bangen. Ein spannender Showdown, der zwar etwas kurz geraten, dafür aber überzeugend ist. Denn all die Geschehnisse hinterlassen ihre Spuren auf Dru, Graves und auch Christophe. Dabei ein hoch auf die Ich-Perspektive, denn an der Schilderung von Emotionen wird nicht gespart.

Fazit:
„Strange Angels – Verflucht“ ist ein vielversprechender Auftakt zu einer neuen paranormalen Jugendbuchreihe. Besonders überzeugen konnte mich die wundervolle Beziehung der Hauptcharaktere Dru und Graves, die sehr gefühlvoll geschildert wird und die Geschehnisse fast schon in den Schatten stellt.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen