Sonntag, 11. März 2012

Rezension: "Kissed by an Angel" von Elizabeth Chandler

Produktinformationen:
Originaltitel: Kissed by an Angel
Autor: Elizabeth Chandler
Verlag: Loewe Verlag
Serie: Angel Serie (Band 1)
Format: Klappenbroschur
Seiten: 247 Seiten
ISBN: 378-557-360X
Preis: 12,00€ [D]

Cover © Loewe Verlag

Inhalt:
An Ivys Schule steht jeder auf den Star des Schwimmerteams Tristan. Nur Ivy scheint ihm als Einzige nicht verfallen zu sein. Doch als Tristan ihr bei einer Theateraufführung das Leben rettet, lernen die Beiden sich richtig kennen und Tristan kann sie von ihrer größten Angst, dem Wasser, lösen.
Doch gerade als das Glück der Beiden unzerstörbar erscheint, werden sie in einen Unfall verwickelt, den nur Ivy überlebt. Doch wahre Liebe überwindet selbst den Tod und so bekommt Tristan eine ungewöhnliche Chance zu Ivy zurückzukehren und den wahren Grund seines Todes herauszufinden ...

Backround Infos:
„Kissed by an Angel“ ist der erste Teil einer fünfbändigen Jugendbuchserie. Die Fortsetzungen „Loved by an Angel“ und“Saved by an Angel“ sind bereits im Loewe Verlag erschienen.

Rezension:
Ehrlich gesagt bin ich mit ziemlichen gemischten Gefühlen an dieses Buch herangegangen. Grundsätzlich ist es nie gut Vorurteile zu haben, bevor man ein Buch nicht kennt, aber als ich gesehen habe, dass dieses Buch 1995 im Original erschienen ist, musste ich schon ein wenig schlucken. Ich bin mittlerweile einen gewissen Standard bzw. ein gewisses Schema in Jugendbüchern gewohnt. Einen großen Anteil daran hat aber einfach auch das Erscheinungsdatum. Viele Bücher, die ich lese, sind nicht früher als 2005 erschienen und man kann deutlich erkennen, dass diese Bücher sich von denen der 90er Jahre stark unterscheiden.

Zum einen wäre da Etwas, das mit bereits bei dem ersten Teil von „Tagebuch eines Vampirs“ aufgefallen ist, als ich es das erste Mal gelesen habe. Das erste was passiert, ist die Beschreibung von Freundschaften bzw des sozialen Gefüges an der Schule der Protagonisten. Das ist an sich ja nichts Schlechtes, allerdings ist die Art und Weise wie man damit konfrontiert wird nicht ideal. Passend wäre hier der Satz „kurz und schmerzlos“. Man bekommt kurz ein paar Namen genannt, dann die Beziehung zur Protagonistin und deren Hobbys. Das wars dann aber schon.
Dabei ist es doch viel schöner, wenn man sich die Beziehungen der Personen aus dem Kontext erschließen kann. Das wirkt um einges authentischer und so fühlt man sich viel mehr als Teil des Geschehens. So ist man einfach nur ein Außenstehender, der eine Geschichte geschildet bekommt, ohne sie selbst zu erleben.

Außerdem habe ich ein wenig recherchiert und herausgefunden, dass dieser deutschen Übersetzung eine überarbeite Neuauflage zu Grunde liegt. Also wurden der Geschichte mal eben ein paar Dinge dazugedichtet, wie zum Beispiel Handys oder das Internet. Achja und der Tod von Heath Ledger.

Nun aber ein paar Worte zum Schreibstil, der leider besonders am Anfang recht flach und trostlos wirkt. Die ersten Seiten eines Buches sollten ja eigentlich dazu dienen, den Leser an die Geschichte zu binden und das Interesse zu wecken. Leider bestanden die ersten Seiten aber nur aus ein paar ziemlich vorhersehbaren Handlungen, die sich zwischen Ivy und Tristan abgespielt haben. Denn seien wir mal ganz ehrlich. Wie hoffnungslos auch immer eine Schwärmerei erscheint, letzten Endes ist es doch klar, dass Junge und Mädchen in solchen Büchern immer zusammenfinden.

Umso besser ist es jedoch, dass sich die Qualität diesbezüglich im Laufe des Buches steigert. Spätestens als das frische Pärchen unsanft getrennt wird, kommt sogar ein wenig Spannung auf. Man fängt zum ersten Mal an, sich zu fragen, wie es wohl weitergehen mag und vor allem giert man danach zu verstehen, wie der Unfall passieren konnte.

Was mir ebenfalls nicht so gut gefallen hat, ist die Art und Weise wie die Autorin Dinge beschreibt. Ich persönlich brauche Beschreibungen die sehr bildhaft sind und mir Sachen oder Situationen direkt vor Augen führen.

Was ich immer ganz schön finde, ist ein Wechsel von der Erzählperspektive. Wir erleben die Geschichte also aus der Sicht von Ivy, als auch aus Tristans Sicht. Während die Beiden immerhin ein wenig Charakter haben, sind deren Freunde eher von der flachen Sorte. Die beiden Freundinnen von Beth scheinen nichts anderes zu können als in irgendwelchen romantischen und naiven Träumen zu schwelgen und Jungs hinterherzugaffen.
Ebenso gibt es aber auch Personen, von denen man nicht wirklich weiß, warum die eigentlich in der Geschichte sind. Zum Beispiel Ivys Halbbruder Gregory. Mal davon abgesehen, dass er grundsätzlich an den unpassendsten Stellen auftaucht ist mir der Sinn hinter seinem Charakter noch nicht klar.

Ein weitere Diskussionspunkt ist die Liebesgeschichte. Für mich ist es einfach nicht klar genug gewesen, was Tristan eigentlich an Ivy findet. Warum verliebt er sich in sie? Er kennt sie überhaupt nicht und würde trotzdem alles für sie tun.
Andersherum kann man gut verstehen, dass Tristan Ivy was bedeutet, da er ihr neues Selbstvertrauen geschenkt hat und ihr ihre Angst vor dem Wasser nehmen konnte. Dennoch hätte die Autorin an einigen Stellen durchaus einen Gang runterschrauben können was Kitsch und Naivität angeht.

Zitat:
„Ich liebe dich, Ivy Lyons, und eines Tages wirst du es mir glauben.“ (Tristan Carruthers, Seite 161, Zeile 6 f.)

Nein, so redet kein Mann. Auch nicht wenn er verliebt ist.

Außerdem gibt es für mich eine kleine Ungereimtheit zu der ich nicht wirklich eine Lösung finden konnte. Tristan erwähnt ein paar mal, dass Ivy neu an der Schule war. Aber man erfährt auch, dass Ivy ein Leben lang mit Suzanna befreundet war und schon immer dort gelebt hat. Wieso war sie also neu an der Schule?

Fazit:
Ich denke dieses Buch dürfte durchaus für Leseanfänger im Jugendbuchbereich interessant sein. Wer jedoch bereits eine Menge Erfahrung in dem Bereich hat, dürfte recht schnell auf die Schwachstellen aufmerksam werden und den Spaß an der Geschichte verlieren. Gegen Ende hin, war das Buch zwar um einiges besser als am Anfang, aber das Gesamtkonzept hat einfach ein paar Mängel.

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