Rezension: "Wenn du mich siehst" von Tara Hudson

Produktinformationen:
Originaltitel: Hereafter
Autor: Tara Hudson
Verlag: Heyne Fliegt
Serie: Hereafter Serie (Band 1)
Format: gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: 352 Seiten
ISBN: 978-3-453-26723-7
Preis: € 14,99 [D], € 15,50 [A]

Cover © Heyne Fliegt


Inhalt:
Amelia ist als junges Mädchen im Fluss ertrunken und wandert nun als ruheloser Geist zwischen den Welten, ohne Erinnerungen an ihr Leben. Als sie jedoch einen Jungen namens Joshua vorm Ertrinken rettet, ändert sich alles. Denn der Junge ist der Erste Mensch, der sie sehen kann.

Als die Beiden sich wiedersehen, sind sie wie berauscht voneinander. Doch als Amelia einen bösen Geist namens Eli kennenlernt, zieht schnell Ärger auf. Denn dieser will Amelia für sich ganz alleine haben und zu seiner Schülerin machen. Als wäre dies nicht genug, will Joshuas Großmutter, ihres Zeichens Seherin, Amelia auch noch verbannen um ihren Enkel zu schützen.
Doch Amelia und Joshua kämpfen für ihre Liebe und legen sich dabei selbst mit der Hölle an ...


Backround Infos:
„Wenn du mich siehst“ ist der erste Teil einer Trilogie von Debütautorin Tara Hudson. Die Fortsetzung, welche im Original den Titel „Arise“ trägt, ist in Amerika bereits erschienen. Ein deutscher Erscheinungstermin ist noch nicht bekannt.


Rezension:
Was das Buch in erster Linie ausmacht ist der Schreibstil. Das erste was mir positiv auffiel beim Lesen war die sehr schöne und klangvolle Art, mit der die Autorin ihre Geschichte erzählt. Außerdem ist der Stil sehr bildhaft, wodurch es einem einfach gemacht wird, das Geschehen vor Augen zu haben.

Leider ist die Geschichte an sich nicht sonderlich spannend. Zum größten Teil passiert leider nichts Aufregendes. Mittelpunkt des Geschehens ist die Liebesgeschichte von Joshua und Amalia, die leider auch recht grundlos und abrupt entsteht. Amalia sieht nur Joshuas Gesicht und für sie ist er sofort „der Eine“. Ebenso verhält es sich mit Joshua. Das erste was er macht, nachdem er aus dem Krankenhaus entlassen wird, ist Amalia zu suchen und sich in sie zu verlieben. Leider ein häufiges Problem in Jugendbüchern und (abgesehen vom Fantasygehalt des Buches) nicht sonderlich realitätsnahe.

Weiteres Beispiel von Joshuas seltsamen Anwandlungen: Wenn die Freundin gesteht, dass sie ein Geist ist, steht man nicht ganz ruhig da und nimmt das einfach so hin. Nein, so funktioniert das nicht. Auch nicht in einer Paranormalen Romanze.

Interessant fand ich jedoch, wie Amelia nach und nach ihre Erinnerungen an ihr altes Leben zurückerlangt und sich verschiedene Mysterien bezüglich ihres Todes wie ein Puzzle zusammensetzen. Man merkt, dass sich die Autorin diesbezüglich wirklich Gedanken gemacht hat, wodurch in der Geschichte durchaus ein roter Faden erkennbar ist. Was nur leider wirklich fehlte, ist Spannung.
Besonders am Anfang ist es somit recht beschwerlich sich zum Weiterlesen zu motivieren. Zwischendurch gibt es immer mal wieder ein paar Höhepunkte, zu denen unter anderem der Antagonist Eli beiträgt.
Ich gebe zu, man hätte ihn noch um einiges diabolischer machen können, aber der Ansatz ist gut. Jedenfalls macht er Amelia und Joshua das Leben ordentlich schwer und bringt ein wenig Pepp in die sonst eher uninteressante Beziehung der Beiden.

Was mich auch schon zum nächsten Punkt bringt. Denn die Chemie zwischen den Beiden Protagonisten stimmt so überhaupt nicht. Mal abgesehen von der Frage, was die Beiden eigentlich aneinander finden, ist es für mich ein Rätsel wie man sich nach nur einem Augenblick unsterblich verlieben kann. Hinzu kommt, dass die Beziehung der Beiden leider von viel zu vielen Klischees beladen ist. Beispiel: Zufälligerweise ist Joshua der Einzige, den Amelia unter den Menschen berühren kann. Es ist ja schön und gut, wenn es ein paar Indizien gibt, dass die Beiden füreinander bestimmt sind. Aber bitte nicht immer auf die Selbe Art und Weise.

Generell gesehen, konnten mich Joshua und Amelia leider in keinster Weise dazu bringen, eine Bindung zu ihnen aufzubauen. Wenn ich ein Buch lese, möchte ich mich für die Charaktere und deren Schicksal interessieren und das, was mit ihnen geschieht, mitfühlen. Leider war dies hier nicht der Fall.

Zu Gute halten darf man der Geschichte allerdings ihr Ende. Es gibt einige Drehungen und Wendungen des Geschehens die durchaus interessant waren und Ansätze für die Fortsetzung liefern. Allein deswegen, weil einige Fragen offen geblieben sind, möchte man letzten Endes doch irgendwie wissen, wie es weitergeht. Und vielleicht wird die Geschichte im zweiten Band ja ein wenig rasanter. Das Potenzial ist da.

Fazit:
Leider konnte mich das Buch nicht so sehr überzeugen. Ich konnte mich einfach nicht für die Charaktere begeistern und auch Spannung kam nicht wirklich auf. Die Liebesgeschichte ist recht flach gehalten und wirkt leider sehr stark an den Haaren herbeigezogen.
Außerdem sind einfach zu viele Motive aus anderen Jugendbüchern erkennbar. Die Autorin hat nichts Individuelles in ihre Geschichte einfließen lassen. Leser mit Erfahrung dürften also nichts Neues in dem Buch finden.
Wer jedoch einfach eine süße kleine paranormale Liebesgeschichte lesen möchte, ist mit diesem Buch sehr gut bedient.

Kommentare

  1. Schade, daß es Dir nicht gefallen hat. Ich fand es so schön damals. Ich hab allerdings auch keinerlei Parallelen gefunden. Ich denke, das macht immer viel aus. Aber so wie Dir ist es mir bei anderen Büchern schön öfter gegeangen.

    Bin gespannt, was Du zu Dustlands sagst, ich fand es einfach nur grauenvoll

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  2. Schau mal hier: http://buecherwuermchenswelt.blogspot.de/2012/04/blogaward.html

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  3. Schöne Rezi. Ich bin gespannt wie mir das Buch gefallen wird.

    LG
    Lilly

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  4. Ich les das Buch auch gerade und kann dir bisher wirklich nur zustimmen! Ich komm kaum über den Anfang hinau und man muss sich wirklich jede Seite erarbeiten, einfach weil einen nichts an die Geschichte fesselt.
    Gute Rezi!

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