Samstag, 2. Juni 2012

[Movie Review] Snow White and the Huntsman

So Freunde der Sonne =) Heute durfte ich Teil eines wahrhaft epischen Kinoereignisses werden. Nichtsahnend saß ich im Kino und wollte mir (am Premierentag wohlbemerkt!) Snow White and the Huntsman anschauen. Und noch bevor der Film anfing, wurde wohl einem ganzen Kinosaal Gänsehaut beschehrt.

Wie vor fast jedem Film jagd ein Trailer den anderen. Doch plötzlich hörte man eine sehr vertraute Musik aus den Lautsprechern: Concerning Hobbits von Howard Shore. Dies konnte nur eines bedeuten. Sie spielen IHN! Den Trailer zu DEM Film des Jahres. DER HOBBIT!

Was das Ganze Erlebnis noch epischer machte? Der Trailer wurde im englischen Original gespielt … Und es dauerte genau fünf Sekunden, da wurde es mit einem Mal totenstill im gesamten Kinosaal … Und dann stimmte Thorin Eichenschild „Across the Misty Mountains“ an … Ich bin immernoch fasziniert welche Wirkung alleine dieser Trailer auf einen ganzen Kinosaal hatte. Wie wird dann wohl erst der gesamte Film werden? Ich bin auf jeden Fall gespannt.

Nun aber zum eigentlichen Thema dieses Posts. Snow White and the Huntsman.

Kurzbeschreibung:
Snow White wird als Tochter eines glücklichen Königspaares geboren. Doch als ihre Mutter verstirbt wird das Land von Dunkelheit erfüllt und der König verfällt der Schönheit einer Frau namens Ravenna. Geblendet von ihrem Aussehen ehelicht der König sie, wird jedoch kurz darauf von der zutiefst verbitterten Schönheit ermordet. Ravenna besteigt den Thron und lässt des Königs Tochter Snow White einsperren.
Erst Jahre später erkennt die Böse Königin mit Hilfe ihres magischen Spiegels, dass Snow White die einzige ist, die ihre Schönheit übertrifft. Und gleichzeitig ist sie die einzige Frau, die Ravenna zu ewiger Jugend verhelfen kann. Doch dazu muss diese ihr Herz verzehren.
Snow White gelingt es jedoch zu fliehen und so wendet die Königin sich an Huntsman, einen Jäger, der die Prinzessin aufspüren soll. Doch als er das reine Herz der Prinzessin erkennt, hilft er ihr vor den Truppen Ravennas zu fliehen. Und erst als sie einer Gruppe Zwerge begegnen, wird klar, dass Snow White Teil einer Prophezeiung ist. Denn nur sie kann das Land aus der ewigen Dunkelheit befreien …


Meine Meinung:
„Snow White and the Huntsman“ wurde von Anfang an als düstere Neuverfilmung des Märchenklassikers Schneewittchen vermarktet, was mich doch recht skeptisch machte. Wie kann ein Film mit Kristen Stewart und einer der hübschesten Blondinen Hollywoods namens Charlize Theron düster sein? Hier ist eindeutig schauspielerisches Talent gefragt.

Was Kristen Stewart angeht, habe ich mich nicht geirrt. Auch in Snow White and the Huntsman durfte man gerade mal zwei verschiedene Gesichtsausdrücke sehen, die leider alle viel zu sehr an ihre Twilight Rolle erinnern. Dennoch muss man ihr zugestehen, dass ihr die toughe Rolle der kämpferischen Snow White um einiges besser steht. Denn auch wenn es mit der Mimik noch ein wenig hapert, zumindest die rhetorische Darstellung ihrer Rolle konnte man ihr abnehmen. Doch selbst der hellste Stern verblasst im Angesicht einer Supernova. Und geht Kristen Stewart leider im Schatten von Charlize Theron unter.

Man stelle sich eine atemberaubende Schönheit vor, betrogen und ausgenutzt von ihren Männern. Verbittert und nur eines im Sinn: ewige Schönheit, ewige Rache.
Dies ist die Rolle der bösen Königin Ravenna. Ich bin immer noch fasziniert wie emotionsgeladen Charlize Theron diese Rolle interpretiert hat. Leider kann man dies aus den Trailern nicht herau ssehen, aber wer den Film ebenfalls gesehen hat, weiß sicherlich was ich meine. Wut, Trauer, Schmerz … all das so authentisch darzustellen wie sie es getan hat, genau das ist Kino. Da musste Kristen Stewart leider den kürzeren ziehen.

Doch nicht nur Therons Rolle sorgte für düstere Stimmung. Die Effekte des Filmes sind wirklich sehenswert und eigentlich ist es ein Jammer, dass der Film nicht in 3D gezeigt wird. Denn besonders die Szenen im verbotenen Wald wären so noch um einiges Eindrucksvoller gewesen. Ich will mich aber nicht beschweren, denn auch so war der Film sehr bildgewaltig. Wer den Hirsch gesehen hat, der in Schmetterlingen aufgeht oder Ravenna, dessen Mantel sich tausende Krähen verwandelt, dürfte mir wahrscheinlich zustimmen ;)

Ich frage mich immernoch wie die Macher es geschafft haben Ian McShane, den einige vielleicht noch als Blackbeard aus Fluch der Karibik 4 in Errinnerung haben, in einen Zwerg zu verwandeln. Der Anblick war jedenfalls göttlich. Quasi ein Blackbeard in Mini Format.

Was mich ebenfalls sehr begeistert hat, ist der Soundtrack. Dieser wurde von niemand anderem produziert als James Newton Howard, jener gute Mann der auch „The Hunger Games“ und „Green Lantern“ vertont hat. Sehr episch.

Und last but not least, die Männer des Filmes. Man sollte eigentlich meinen, dass „Snow White and the Huntsman“ gerade deswegen wohl eher das weibliche Publikum in die Kinos ziehen wird, doch irgendwie hatte ich mich damit ein wenig geirrt. Das Kino in dem ich saß bestand doch tatsächlich zu 70% aus männlichem Publikum. Aber egal.
Auch in diesem Film haben wir die klassische Rollenverteilung: Bad Boy vs. Prince Charming. Chris Hemsworth gibt sich als Huntsman die Ehre und Sam Claflin mimt den Sohn des Dukes. Wen würde Frau wohl eher anschmachten? Schwere Entscheidung, letzten Endes hat Huntsman allerdings das Rennen gemacht, weil seine Rolle um einiges interessanter ist. Hinter der Rolle von Huntsman steckt einen ganze eigenen Geschichte, die eigentlich ganz laut nach einem Spin-Off schreit.

Mehrere Quellen ließen ja bereits verlauten, dass eine ganze Filmreihe von „Snow White“ geplant ist. Was meiner Meinung nach auch recht wünschenswert wäre, da das Ende des Filmes einfach viel zu offen war. Da kann noch eine ganze Menge kommen, und ich hoffe inständig dass dies auch der Fall sein wird.

Denn mein Fazit dazu sagt ganz eindeutig: schaut euch diesen Film an. Auch wenn ihr Kristen Stewart nicht mögt, tut euch selbst den gefallen und schaut euch dann halt einfach Charlize Theron und die Jungs an. Viele denken jetzt vielleicht „och nö, bitte kein Märchen“, aber da kann ich guten Gewissens widersprechen. Dass letzte was ihr in diesem Film finden werdet ist ein kitschiges Märchen. Jeder der düstere Fantasy mag, sollte sich diesen Film anschauen. Es lohnt sich.

Kommentare:

  1. Ich hab den Film auch am Donnerstag gesehen und mein Eindruck deckt sich mit deinem, Charlize Theron war echt unglaublich. Bildschön und gleichzeitig gruselig :-)
    Leider leider hat mir Kristen Stewart den Film einfach versaut. Ihr ewig gleicher Gesichtsausdruck ging mir gegen Ende hin einfach nur noch auf den Geist und einige Szenen wirkten dadurch dann auch irgendwie lächerlich. Da hätte der sexy Huntsman doch lieber was mit der Königin anfangen sollen ;-)

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  2. Wow, eine super neugierig machende Review!
    Ist wohl eindeutig doch ein Film, den man im Kino gesehen haben sollte.
    Danke dir für die tolle Review!
    Liebe Grüße
    Anka

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  3. Ich muss ehrlich zugeben, dass auch ich Charlize Theron unglaublich gut fand und es sich schon ihretwegen lohnt mal einen Blick in den Film zu werfen. Auch was Kostüme und Setting angeht, so hat mich Snow White and the Huntsman an vielen Stellen verzaubern können, aber was den ganzen Rest, also Story, Schauspielerei der anderen Darsteller und ähnliches anging, so war der Film ein völliger Reinfall für mich.
    Und ja, natürlich war es in vielen Szenen schön düster und melancholisch, aber trotzdem muss ich sagen, dass es dennoch kitschig war, rein vom Aufbau der Geschichte her.

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  4. Kann ich komplett unterschreiben! Ich fand den Film richtig, richtig gut! Kein Vergleich zu dem flachen "Spieglein, Spieglein".
    Kristens Mimik hat mich auch etwas gestört.. eine andere Snow White hätte dem Film gut getan. Aber der Huntsman reißt es wieder heraus ;) Und Charlize ist der Wahnsinn!

    Super Film! Kann ihn auch nur empfehlen! :)

    Liebe Grüße
    Juliane

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  5. Ich schließe mich eher Cherry an. Ja, der Film war wirklich bildgewaltig und Charlize Theron war super, aber am Rest hat es ganz schön gehapert. Die Schauspieler waren gut, aber die Story war so unglaublich unoriginell und geradlinig. Da gab es überhaupt keine Überraschungen. Auch die Dialoge fand ich sehr mau, nach den ersten 20 Minuten hat diese Überbetonung ihren Reiz verloren :/

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  6. Hallo Lisa,

    sehr schöne Review! Bin auch kürzlich in dem Film gewesen und kann mich dir eigentlich in allen Punkten aus vollem Herzen anschließen. Überrascht war ich, wie wenig Kristen Stewart mich in diesem Film genervt hat. Ich kann sie (und alle anderen Beteiligten) in Twilight einfach nicht mehr sehen und ihr Depri-Gesichtsausdruck geht mir spätestens seit "New Moon" auf den Senkel, aber wenn wir mal ehrlich sind ... die Rolle gibt auch nicht viel mehr her.
    Aber abgesehen davon hat sie mir als Snow White doch unwahrscheinlich gut gefallen. Es gibt sicher eine ganze Riege hübscherer Darstellerinnen als sie und möglicherweise auch begabtere, aber für mich hat sie einfach wie die Faust aufs Auge gepasst in diese Kämpfer-Rolle. Wirklich, ich bin selbst überrascht von meinem Urteil.
    Abgesehend davon ... Chris Hemsworth!!! *sabber* Ich war schon nach dem Trailer total deprimiert, weil ich vermutet hatte, dass der Huntsman nur ihr kämpferischer Sidekick wird, weil es ja noch einen (langweiligen weil obligatorischen) Prinzen gibt ... aber nein, es gab tatsächlich so etwas wie eine Romanze zwischen den beiden! Ich bin richtig auf und ab gehüpft in der Szene, in der sie im Schloss aufgebahrt liegt und ... na ja. *gg*
    Kritikpunkt: Die Romanze wurde zu Gunsten der Action nicht gut genug ausgebaut, und das bei einem der romantischsten Märchen der Brüder Grimm.
    ICH WILL EINE FORTSETZUNG HABEN!! JETZT GLEICH!^^


    Ähem ... ja. Danke noch mal für die gelungene Rezi. :D

    Adios,
    Katja

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