Sonntag, 11. November 2012

Rezension: "Kuss des Tigers" von Colleen Houck

Cover © Heyne Fliegt
Produktinformationen:
Originaltitel: Tiger´s Curse
Autor: Colleen Houck
Verlag: Heyne Fliegt
Serie: Tiger Saga  (Band 1)
Format: gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: 544 Seiten
ISBN: 978-3-453-26773-2
Preis: 16,99€ [D], 17,50€ [A]

Inhalt:
Kelsey nimmt nach ihrem Abschluss für zwei Wochen einen Job in einem kleinen Zirkus an. Was zunächst wie ein langweiliger Kassenjob erscheint, entpuppt sich bald als weitaus mehr für Kelsey. Denn die Hauptattraktion des Zirkus, ein weißer Tiger, zieht Kelsey sofort in ihren Bann.

Und als sich ihr Job dem Ende neigt und der Tiger zurück nach Indien gebracht werden  soll, willigt Kelsey ein, ihn auf der Reise zu begleiten und sich um ihn zu kümmern. Doch in Indien angekommen, werden Kelsey und ihr Tiger im Dschungel ausgesetzt.
Und als die Beiden sich durch den gefährlichen Urwald kämpfen, erfährt Kelsey von einem Jahrhunderte alten Fluch, der auf dem Tiger Ren lastet ...

Backround Infos:
„Der Kuss des Tigers“ ist der erste Band einer fünfteiligen Serie. Ursprünglich wurden die Bücher im Original als eBooks im Eigenverlag veröffentlicht, durch den großen Erfolg jedoch dann als Einband rausgebracht.

Auf Deutsch sind bereits zwei Fortsetzungen erschienen: Teil Zwei „Pfad des Tigers“ und Teil drei „Fluch des Tigers“.



Rezension:
Zu Anfang der Geschichte lernen wir die Protagonistin Kelsey kennen, aus deren Sicht die Ereignisse geschildert werden. Wie bei den meisten Protaginistinnen eines Jugendbuches hat sie einen herben Verlust erlitten, indem ihre Eltern bei einem Autounfall ums Leben gekommen sind. Seitdem lebt sie bei ihren Pflegeeltern. Nach ihrem Schulabschluss entscheidet sie sich dazu, sich einen Job zu suchen und landet dabei im Zirkus Maurizio.

Ihre Aufgabe ist es, sich um den weißen Tiger Ren zu kümmern und nach und nach baut sie eine Verbindung zu ihm auf. Doch dann soll Ren zurück nach Indien gebracht werden und Kelsey wird gefragt, ob sie den Tiger begleiten möchte, da er ja offenbar so gut auf sie hört. Man stelle sich also vor es kommt ein reicher Fremder in den Zirkus und möchte mal eben einen weißen  Tiger zurück nach Indien in ein Wildreservat bringen und diesen von einer hübschen jungen Lady begleiten lassen. Jeder halbwegs normale Mensch würde sofort an illegale Machenschaften denken, aber nicht so Kelsey. Denn die sagt dem Fremden quasi sofort ihre Hilfe zu . Kein Misstrauen und kein Hinterfragen. Und dies ist leider einer von vielen Kritikpunkten am Charakter der Protagonistin. Für ihre achtzehn Jahre benimmt sie sich unglaublich pubertär und naiv, was einen als Leser der öfteren mal an die Grenze des Ertragbaren treibt.

Und dies ändert sich auch leider nicht im Verlauf der Geschichte. Als Kelsey und Ren nach Indien geflogen werden, stellt sich der Fremde als Mr. Kadam vor und enthüllt ein unglaubliches Geheimnis. Ren ist kein gewöhnlicher Tiger, sondern in Wirklichkeit ein indischer Prinz, der vor 300 Jahren verflucht wurde und er selbst ist sein unsterblicher Diener. Natürlich klingt dies im Buch um einiges Spektakulärer, denn wenn die Autorin eines kann, dann ist es Erzählen. Dennoch ist Kelsey Reaktion darauf einfach total unauthentisch. Kurz zu überlegen und sich dann eingestehen, dass man die Auserwählte ist, die den großen Fluch brechen wird, ist nicht die Art und Weise, wie ein normaler Teenager von Achtzehn Jahren reagieren sollte.

Den Rest des Buches plätschert die Geschichte so vor sich hin. Der Schreibstil ist zwar sehr einfach zu lesen, doch wenn ich ehrlich bin, zieht sich die Story im Mittelteil sehr hin. Man verliert das Interesse am Geschehen, da einfach nichts aufregendes passiert und auch die aufkeimende Romanze zwischen Ren und Kelsey macht das ganze nicht interessanter. Die beiden Protagonisten kommen in keine schwierige Situation und genrell verläuft die gesamte Mission einfach zu glatt.

Als dann Rens böser Bruder plötzlich in der Geschichte auftaucht, hofft man, dass sich die Geschichte wendet und ein wenig Spannung entsteht, doch auch dies hat die Autorin leider verbockt. Das Motiv zweier verfeindeter Brüder wird mittlerweile so oft verwendet, dass es irgendwann nichts mehr Besonderes ist, wenn man dem ganzen nicht einen außergewöhnlichen Twist verpasst. Als dann auch noch die Ex Verlobte Yesubai plötzlich Thema wurde, fühlte ich mich unweigerlich an die Salvotore Brüder aus Vampire Diaries erinnert. Die Geschichte mit deren Ex Katherine verlief genau nach dem selben Schema.

Letzen Endes wäre all dies ja kein Problem, wenn die Charaktere wenigstens im Laufe des Buches wachsen und sich entwickeln würden. Aber auch dies ist leider nicht der Fall. Kelsey wird höchstens noch um einiges lächerlicher und kindischer. Besonders als Ren ihr langsam romantische Avancen macht. Kelsey stößt den charmanten Prinzen von sich, obwohl er sich wie der perfekte Gentlemen verhält. Es ist ja schön und gut wenn Mädchen in dem Alter nicht so recht wissen, was sie wollen, doch Kelseys Verhalten ist einfach nur dumm und nervtötend. Besonders als die plötzlich grundlos anfängt, Ren von sich zu stoßen. Als Leser sitzt man nur vor dem Buch und denkt sich „was hat dieser Junge ihr eigentlich getan?“ bzw „Was hat dieses Mädchen denn jetzt schon wieder für ein pubertäres Problem?“. So ein Verhalten ist weder romantisch, noch in irgendeiner Art nachvolziehbar.

Was mir jedoch gut gefallen hat, ist die Schilderung der indischen Kultur. Was davon nun alles richtig ist, bzw falsch dargestellt wird, lass ich mal unkommentiert. Dennoch spürt man dieses indische Flair  und fühlt sich sehr gut in die Szenerie hineinversetzt.

Fazit:
Es ist fast schon ein wenig Schade, dass die Umsetzung der Geschichte nicht allzu gut gelunngen ist. Denn die Idee dahinter ist zweifelsohne sehr gut. Man hätte dem Ganzen jedoch um einiges mehr Spannung und Tiefe verleihen müssen. Außerdem fehlte es den Charakteren einfach an Authenzität. Es findet keine Entwicklung statt und die Protagonistin kann man nur sehr schwer ins Herz schließen mit ihrer Art. Wirklich schade, da die Grundidee mit den Gestaltwandlern wirklich Potenzial hat.

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