Sonntag, 30. Dezember 2012

Rezension: "Die Bestimmung" von Veronica Roth

Produktinformationen:
Originaltitel: Divergent
Autor: Veronica Roth
Verlag: cbt Verlag
Serie: Die Bestimmung (Band 1)
Format: gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: 480 Seiten
ISBN: 978-3-570-16131-9
Preis: 17,99€ [D]; 18,50€ [A]

Deutsche Website zum Buch:

Inhalt:
Im Chicago der Zukunft, ist die Gesellschaft in fünf Fraktionen unterteilt: Candor – Die Freimütigen, Altruan – Die Selbstlosen, Ken – Die Gelehrten, Amite – Die Friedfertigen und Ferox – Die Furchtlosen. An ihrem sechzehnten Geburtstag werden alle Teenager einem Test unterzogen, der ihnen ihre Bestimmung vorweist und ihnen bei ihrer Entscheidung helfen soll, welcher Fraktion sie sich für den Rest ihres Lebens anschließen wollen.
Doch ausgerechnet bei Beatrice, deren Familie bei den Altruan lebt, zeigt der Test kein eindeutiges Ergebnis. Sie ist eine Unbestimmte.

Doch als sie sich zwischen den für sie infrage kommenden Fraktionen entscheiden muss, fällt es ihr nicht schwer Ken und Altruan auszuschließen und so wird Beatrice zu einer Ferox. In der neuen Fraktion beginnt für Beatrice auch ein neues Leben und sie nennt sich fortan Tris.
Mit Hilfe ihres Ausbilders Four lernt Tris, sich wie eine richtige Ferox zu verhalten, aber dennoch muss die darum kämpfen ihr Geheimnis zu bewahren, besonders als sich zwischen den Fraktionen ein Kleinkrieg entwickelt. Doch auch als sich  innerhalb ihrer Fraktion eine Verschwörung zusammenbraut, muss Tris entscheiden, wem sie vertrauen kann und wer sie verraten wird ...



Backround Infos:

„Die Bestimmung“ ist der erste Teil einer Trilogie. Der Folgeband „Die Bestimmung – Tödliche Wahrheit“ ist bereits erschienen. Der dritte Band erscheint vorraussichtlich im Herbst 2013.

Eine Verfilmung des Buches ist bereits in Vorbereitung. Laut der Website der Autorin wird Tris von Shailene Woodley gespielt werden, die einige vielleicht aus der Serie „The Secret Life of the American Teenager“ kennen.

Rezension:

Zu Beginn der Geschichte lernen wir Beatrice Prior kennen, die sechzehnjährige Protagonistin des Buches. Sie lebt mit ihrer Familie in der Fraktion der Altruan, bis sie an ihren sechzehnten Geburtstag dem großen Test unterstellt wird. Das Buch wird komplett aus der Ich-Perspektive von Beatrice erzählt, wodurch man einen Einblick in ihre Gedanken bekommt. So erkennt man gleich zu Anfang, was ihre Ängste und Wünsche für ihr Leben sind.

Als sie dann dem großen Test unterzogen wird, und ihr Ergebnis bekanntgibt, dass sie eine Unbestimmte ist, bewahrheiten sich ihre größten Ängste. Sie muss sich zwischen Ferox, Ken und Altruan entscheiden, da keine der jeweiligen Eigenschaften komplett auf die zutreffen.
Genau dies macht Beatrice zu so einer authentischen Protagonistin, denn wenn wir ehrlich sind, kann kein Mensch sich einem Leben kompletter Selbstlosigkeit unterstellen. Jeder Mensch hat seine Stärken und Schwächen und genau dies macht Beatrice als Charakter aus.

Doch nachdem Beatrice ihre Entscheidung sorgfältig abgewogen hat und sich von den feindseligen Ken distanzieren möchte, bleiben ihr nur noch Altruan und Ferox und an dieser Stelle zeigt sich wieder, dass sie eine ganz normale und authentische sechzehnjährige ist. Kein Teenager der Welt kann sich für ein komplett selbstloses Leben entscheiden und so wählt sie die einzig mögliche Fraktion: die Ferox. Selbstverständlich fällt es Beatrice nicht leicht ihre Familie so einfach zu verlassen, denn trotz ihrer selbstlosen Lebensweise liebt sie ihre Eltern über alles und dies ist auch wieder ein Punkt der Beatrice zu so einer sympathischen Protagonistin macht. Doch sie besitzt auch den Mut, sich für ein eigenes Leben zu entscheiden und für die Fraktion, die sie auf dem Rest ihres Lebens begleiten wird.

In ihrer neuen Fraktion lernt sie dann Four kennen, einen attraktiven jungen Mann, der fortan die Ausbildung der neuen Ferox übernimmt. Auf den Leser wirkt er zunächst sehr unnahbar und man merkt schnell, dass er sich von anderen nichts sagen oder gefallen lässt. Der Leser merkt aber auch sehr schnell, dass Four gegenüber Beatrice offenbar Sympathien hegt. Außerdem lernt sie Eric kennen, den Anführer der Ferox der auf Beatrice sofort einen unangenehmen Eindruck macht und dessen purer Anblick ihr Unbehagen bereitet.

Passend zu ihrem neuen Leben gibt Beatrice sich auch einen Namen. Fortan heißt sie Tris.
Im Laufe der Geschichte durchlebt Tris eine markante Veränderung ihrer Persönlichkeit, die vielleicht auch mehr eine Art Befreiuung für sie ist, denn unter den Altruan musste sie ihren wahren Charakter stets hinter einer selbstlosen Fassade verbergen.

Was mir, abgesehen von der Protagonistin, an der Geschichte wohl am meisten gefallen hat, ist das Grundprinzip. Fünf Fraktionen die nach einem großen Krieg eingeführt wurden um den Frieden zu wahren. Und doch merkt man als Leser sehr schnell, dass diese Gesellschaftsform alles andere als friedlich verläuft, denn sowohl innerhalb als auch zwischen den Fraktionen kommt es immer wieder zu Rivalität und unterschiedlichen Auffassungen der jeweiligen Tugenden.
Die Geschichte ist an sich einfach sehr lebendig, da sich jeder Bestandteil der Geschichte entwickelt. Die Charaktere, die gesamte Gesellschaft, einfach alles wirkt so real.

Natürlich trägt auch dies einen großen Teil dazu bei, dass man sich  von dem Buch kaum losreißen kann. Jede Seite fesselt den Leser und man möchte einfach wissen, wie es weitergeht und was den lieb gewonnenen Charakteren als nächstes passiert.
Ebenfalls bemerkenswert an der Geschichte finde ich, dass man es nicht einfach mit einem flachen Handlungsstrang zu tun hat, sondern Tris sich über eine Menge Dinge in ihrem Umfeld auch Gedanken macht: Wer sind ihre wahren Freunde? Wie sieht ihre Zukunft aus? Was fühlt sie für ihren Ausbilder Four?
All dies sind Dinge, die das Buch so besonders machen und die die gesamte Handlung so authentisch und lebendig erscheinen lassen.

Der größte Knüller von allen ist aber natürlich die Liebesgeschichte zwischen Tris und Four. Eigentlich denk ich mir schon vor Beginn eines jeden Jugendbuches immer „Bitte lass es nicht wieder eine von diesen naiven Kinderbeziehungen sein, die nur zwei Tage braucht bis die Protagonisten sich Hals über Kopf ineinander verlieben“. Aber zum Glück ist dies bei „Die Bestimmung“ nicht der Fall. Die Beziehung der beiden entwickelt sich sehr bedächtlich und die Beiden lernen sich nach und nach kennen. Natürlich merkt man schon dass besonders Four Sympathien für Tris hegt und das ein oder andere Mal wird von der Chemie zwischen den Beiden nahezu erschlagen. Das ist einer von diesen Momenten in denen man eine Passage liest und sich einfach nur denkt „Ja das ist perfekt“. Four und Tris ergänzen sich maßlos,denn der eine gleicht die Schwächen des anderen aus.

Auch die Nebencharaktere ergänzen die Protagonisten nahezu perfekt. Sowohl die Freunde von Tris als auch ihre Feinde sorgen für einige interessante Geschehnisse in der Geschichte und man hat nicht dass Gefühl, dass die Nebencharaktere schlicht nur neben den Protagonisten existieren sondern eine eigene  Art zu handeln und zu denken haben.

Auch was den Schluss betrifft, bin ich wirklich begeistert. Die Autorin hat eine gute Balance zwischen Spannung und Dramaturgie geschaffen.

Fazit:
Ich bin begeistert. „Die Bestimmung“ ist eine der ganz großen Dystopien, die in der selben Liga wie „Die Tribute von Panem“ spielt. Hauptcharaktere und Nebencharaktere begeistern den Leser ohne Kompromisse und auch die Geschichte lässt keine Erwartungen offen. Dieses Buch ist ein Must-Read!

Kommentare:

  1. Genau so begeistert wie ich seinerzeit. Eine tolle Rezi. Nun bin ich gespannt, was Du zum zweiten Teil sagen wirst.

    AntwortenLöschen
  2. Huhu, ich hoffe, du hast nichts dagegen, dass ich deine Rezi auf meinem Blog verlinkt habe. Und zwar genau hier:

    http://nellysleseecke.blogspot.com/2015/10/die-bestimmung-von-veronica-roth.html

    Alles Liebe, Nelly

    AntwortenLöschen