Sonntag, 10. Juni 2012

Rezension: "Dustlands - Die Entführung" von Moira Young

© Fischer FJB
Produktinformationen:
Originaltitel: Blood Red Road
Autor: Moira Young
Verlag: Fischer FJB
Serie: Dustlands (Band 1)
Format: gebunden
Seiten: 464 Seiten
ISBN: 978-3-8414-2142-5
Preis: € 16,99 [D], € 17,50 [A]

Inhalt:
Abgeschieden leben Saba und ihre Familie in der Nähe des Silverlake, einer dürren Wüste. Bei einem Ausritt werden Saba und ihr Bruder Lugh von fünf verhüllten Reitern überrascht und es kommt  zu einem tödlichen Kampf, in dessen Folge Lugh entführt wird.
Verzweifelt, ihren Bruder verloren zu haben, macht Saba es sich zur Aufgabe ihn um jeden Preis wiederzufinden.

Doch das Land abseits des Silverlake birgt ungeahnte Gefahren. Regiert durch einen wahnsinnigen König sieht Saba sich jeden Tag im Angesicht des Todes. Hoffnung bekommt sie jedoch durch die „Free Hawks“, einer Rebellentruppe, die Saba in ihrem Kampf zur Seite stehen.

Doch die Zeit rennt und Saba muss nicht nur um ihr eigenes Leben bangen, sondern auch um das ihres Bruders. Denn dieser befindet sich nunmehr in den Händen des Königs, der seine ganz eigenen Pläne mit dem Jungen hat ...


Backrund Infos:
„Dustlands – Die Entführung“ ist der erste Teil einer Trilogie. Die Fortsetzung wird in deutscher Sprache wahrscheinlich 2013 rauskommen.


Rezension:
Was mir bei Dustlands als erstes sowohl positiv als auch negativ aufgefallen ist, ist der Schreibstil. Positiv, da alleine der Schreibstil eine ganze Menge dazu beiträgt, dass man an das Buch gefesselt wird. Negativ, weil die Autorin komplett auf die Wörtliche Rede verzichtet und stattdessen einfach mal die Anführungstriche weglässt, wenn ein Charakter zu Wort kommt. Besonders am Anfang ist es so extrem schwer, das Erzählte zu verstehen. Nach einer Weile gewöhnt man sich aber daran, auch wenn es anstrengend zu lesen ist. Was man aber gut an dem Schreibstil erkennen kann, ist das simple grammatikalische Gefüge, mit dem die Charaktere sich verständigen. Dadurch dass die Zivilisation sich stark zurückentwickelt hat, kann kaum noch ein Mensch lesen bzw. Bildung ist nicht gegeben. Und eben dies lässt sich an der Kommunikation nachvollziehen.

Die Geschichte selbst spielt in einer post-apokalyptischen Zukunft, in der Recht und Ordnung kaum noch an Bedeutung hat. Saba selbt lebt in einer recht friedlichen Region. Doch als ihr Bruder entführt wird, und sie die Welt abseits ihrer Heimat kennenlernt, erfährt sie von der bizarren Regentschaft von Vikar Pinch, dem Sonnenkönig. Interessant daran ist die Orientierung seiner Person an dem uns bekannten französischen König Ludwig XIV. Dem ihm nachgesagten scharfen Verstand und seine Gelassenheit in Gefahrensituationen kann ich in Vikar Pinch jedoch nicht wiedererkennen.

Jedoch hatte ich so meine Schwierigkeiten mit der Storyline. Trotz der Menge an actionreichen Momenten kam bei mir ab und zu ein wenig Langeweile auf. Vielleicht waren meine Erwartungen an das Buch einfach zu groß, aber einige Kapitel konnten mich einfach nicht fesseln. Ein gutes Buch erkennt man ja bekannterweise daran, dass man es nicht aus der Hand legen kann. Dustlands musste ich leider öfters aus der Hand legen. Teil daran hat höchst wahrscheinlich auch das romantische hin und her zwischen Saba und Jack. Eigentlich ist es recht vorhersehbar, dass sich zwischen den Beiden etwas anbahnt, da hilft es auch nichts, dass Saba ihn ziemlich grob immer wieder abweist.

Generell empfinde ich Saba als etwas zu grob manchmal. Dies äußerst sich besonders im Umgang mit ihrer kleinen Schwester Emmi, welche sie für den Tod ihrer Mutter verantwortlich macht (bei der Geburt gestorben). Zwar findet an dieser Stelle eine deutliche Entwicklung im Buch statt, dennoch ist es besonders am Anfang fast schon schmerzhaft zu lesen, wie Saba mit Emmi umgeht.

Was mich generell aber sehr begeistert hat an dem Buch ist die Frauenpower im Allgemeinen. Nicht nur Saba ist eine sehr starke Persönlichkeit, sondern auch die anderen weilblichen Parts, wie zum Beispiel die Free Hawks. Alle sind sie bereit zu kämpfen für das, was ihnen wichtig ist. Besonders auffällig ist dies bei Saba. Sie weigert sich geradezu vehement männliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ob dies vielleicht ein bisschen zu emanzipiert ist, ist durchaus diskutierbar, dennoch ist es erfrischend zu lesen, dass eine Frau auf sich selbst aufpassen kann und nicht von ihren männlichen Gefährten abhängig ist.

An dieser Stelle sei nochmal Jack erwähnt, Sabas männlicher Gefährte. Als Charakter fand ich ihn beim Lesen fast interessanter als Saba, da man so gut wie keine Details über seine Vergangenheit erfährt, aber dennoch merkt, dass er das ein oder andere Geheimnis hat. Besonders amüsant ist es zu lesen, wie er immer wieder versucht Saba zu verführen, dabei aber ordentlich auf Granit stößt. Das bringt seine harte Fassade das ein oder andere Mal zum bröckeln wodurch er auch mal seine Gefühlvolle Seite zeigt. Also ein guter Mix aus hartem Kerl und Softie.

Fazit:
Insgesamt war „Dustlands – Die Entführung“ zwar eine durchaus interessante Lektüre, jedoch zählt es nicht zu den Hochkarätern in meinem Regal. Besonders der zweite Teil des Buches konnte mein Interesse nicht konstant aufrechterhalten, wodurch ich recht lange gebraucht habe, um das Buch durchzulesen.
Dennoch gefiel mir die Idee hinter der gesamten Szenerie sehr  gut, also sprich die Darstellung der post-apokalyptischen Welt und das soziale Gefüge etc.
Da das Buch in sich abgeschlossen ist, bleibt abzuwarten, was uns im nächsten Band erwarten wird.

Samstag, 2. Juni 2012

[Movie Review] Snow White and the Huntsman

So Freunde der Sonne =) Heute durfte ich Teil eines wahrhaft epischen Kinoereignisses werden. Nichtsahnend saß ich im Kino und wollte mir (am Premierentag wohlbemerkt!) Snow White and the Huntsman anschauen. Und noch bevor der Film anfing, wurde wohl einem ganzen Kinosaal Gänsehaut beschehrt.

Wie vor fast jedem Film jagd ein Trailer den anderen. Doch plötzlich hörte man eine sehr vertraute Musik aus den Lautsprechern: Concerning Hobbits von Howard Shore. Dies konnte nur eines bedeuten. Sie spielen IHN! Den Trailer zu DEM Film des Jahres. DER HOBBIT!

Was das Ganze Erlebnis noch epischer machte? Der Trailer wurde im englischen Original gespielt … Und es dauerte genau fünf Sekunden, da wurde es mit einem Mal totenstill im gesamten Kinosaal … Und dann stimmte Thorin Eichenschild „Across the Misty Mountains“ an … Ich bin immernoch fasziniert welche Wirkung alleine dieser Trailer auf einen ganzen Kinosaal hatte. Wie wird dann wohl erst der gesamte Film werden? Ich bin auf jeden Fall gespannt.

Nun aber zum eigentlichen Thema dieses Posts. Snow White and the Huntsman.

Kurzbeschreibung:
Snow White wird als Tochter eines glücklichen Königspaares geboren. Doch als ihre Mutter verstirbt wird das Land von Dunkelheit erfüllt und der König verfällt der Schönheit einer Frau namens Ravenna. Geblendet von ihrem Aussehen ehelicht der König sie, wird jedoch kurz darauf von der zutiefst verbitterten Schönheit ermordet. Ravenna besteigt den Thron und lässt des Königs Tochter Snow White einsperren.
Erst Jahre später erkennt die Böse Königin mit Hilfe ihres magischen Spiegels, dass Snow White die einzige ist, die ihre Schönheit übertrifft. Und gleichzeitig ist sie die einzige Frau, die Ravenna zu ewiger Jugend verhelfen kann. Doch dazu muss diese ihr Herz verzehren.
Snow White gelingt es jedoch zu fliehen und so wendet die Königin sich an Huntsman, einen Jäger, der die Prinzessin aufspüren soll. Doch als er das reine Herz der Prinzessin erkennt, hilft er ihr vor den Truppen Ravennas zu fliehen. Und erst als sie einer Gruppe Zwerge begegnen, wird klar, dass Snow White Teil einer Prophezeiung ist. Denn nur sie kann das Land aus der ewigen Dunkelheit befreien …


Meine Meinung:
„Snow White and the Huntsman“ wurde von Anfang an als düstere Neuverfilmung des Märchenklassikers Schneewittchen vermarktet, was mich doch recht skeptisch machte. Wie kann ein Film mit Kristen Stewart und einer der hübschesten Blondinen Hollywoods namens Charlize Theron düster sein? Hier ist eindeutig schauspielerisches Talent gefragt.

Was Kristen Stewart angeht, habe ich mich nicht geirrt. Auch in Snow White and the Huntsman durfte man gerade mal zwei verschiedene Gesichtsausdrücke sehen, die leider alle viel zu sehr an ihre Twilight Rolle erinnern. Dennoch muss man ihr zugestehen, dass ihr die toughe Rolle der kämpferischen Snow White um einiges besser steht. Denn auch wenn es mit der Mimik noch ein wenig hapert, zumindest die rhetorische Darstellung ihrer Rolle konnte man ihr abnehmen. Doch selbst der hellste Stern verblasst im Angesicht einer Supernova. Und geht Kristen Stewart leider im Schatten von Charlize Theron unter.

Man stelle sich eine atemberaubende Schönheit vor, betrogen und ausgenutzt von ihren Männern. Verbittert und nur eines im Sinn: ewige Schönheit, ewige Rache.
Dies ist die Rolle der bösen Königin Ravenna. Ich bin immer noch fasziniert wie emotionsgeladen Charlize Theron diese Rolle interpretiert hat. Leider kann man dies aus den Trailern nicht herau ssehen, aber wer den Film ebenfalls gesehen hat, weiß sicherlich was ich meine. Wut, Trauer, Schmerz … all das so authentisch darzustellen wie sie es getan hat, genau das ist Kino. Da musste Kristen Stewart leider den kürzeren ziehen.

Doch nicht nur Therons Rolle sorgte für düstere Stimmung. Die Effekte des Filmes sind wirklich sehenswert und eigentlich ist es ein Jammer, dass der Film nicht in 3D gezeigt wird. Denn besonders die Szenen im verbotenen Wald wären so noch um einiges Eindrucksvoller gewesen. Ich will mich aber nicht beschweren, denn auch so war der Film sehr bildgewaltig. Wer den Hirsch gesehen hat, der in Schmetterlingen aufgeht oder Ravenna, dessen Mantel sich tausende Krähen verwandelt, dürfte mir wahrscheinlich zustimmen ;)

Ich frage mich immernoch wie die Macher es geschafft haben Ian McShane, den einige vielleicht noch als Blackbeard aus Fluch der Karibik 4 in Errinnerung haben, in einen Zwerg zu verwandeln. Der Anblick war jedenfalls göttlich. Quasi ein Blackbeard in Mini Format.

Was mich ebenfalls sehr begeistert hat, ist der Soundtrack. Dieser wurde von niemand anderem produziert als James Newton Howard, jener gute Mann der auch „The Hunger Games“ und „Green Lantern“ vertont hat. Sehr episch.

Und last but not least, die Männer des Filmes. Man sollte eigentlich meinen, dass „Snow White and the Huntsman“ gerade deswegen wohl eher das weibliche Publikum in die Kinos ziehen wird, doch irgendwie hatte ich mich damit ein wenig geirrt. Das Kino in dem ich saß bestand doch tatsächlich zu 70% aus männlichem Publikum. Aber egal.
Auch in diesem Film haben wir die klassische Rollenverteilung: Bad Boy vs. Prince Charming. Chris Hemsworth gibt sich als Huntsman die Ehre und Sam Claflin mimt den Sohn des Dukes. Wen würde Frau wohl eher anschmachten? Schwere Entscheidung, letzten Endes hat Huntsman allerdings das Rennen gemacht, weil seine Rolle um einiges interessanter ist. Hinter der Rolle von Huntsman steckt einen ganze eigenen Geschichte, die eigentlich ganz laut nach einem Spin-Off schreit.

Mehrere Quellen ließen ja bereits verlauten, dass eine ganze Filmreihe von „Snow White“ geplant ist. Was meiner Meinung nach auch recht wünschenswert wäre, da das Ende des Filmes einfach viel zu offen war. Da kann noch eine ganze Menge kommen, und ich hoffe inständig dass dies auch der Fall sein wird.

Denn mein Fazit dazu sagt ganz eindeutig: schaut euch diesen Film an. Auch wenn ihr Kristen Stewart nicht mögt, tut euch selbst den gefallen und schaut euch dann halt einfach Charlize Theron und die Jungs an. Viele denken jetzt vielleicht „och nö, bitte kein Märchen“, aber da kann ich guten Gewissens widersprechen. Dass letzte was ihr in diesem Film finden werdet ist ein kitschiges Märchen. Jeder der düstere Fantasy mag, sollte sich diesen Film anschauen. Es lohnt sich.

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