Freitag, 5. April 2013

[Movie Review] Rubinrot - Der Film


Irgendwie kam es mir wie eine halbe Ewigkeit vor, bis Rubinrot endlich in die Kinos kam. Zunächst hatte sich das Casting extrem in die Länge gezogen, dass dauerte es Monate bis man erste Bilder und Trailer zu sehen bekam und dann endlich kam im März die Verfilmung eines der großartigsten Bücher überhaupt ins Kino. 
Anders als bei Buchverfilmungen, wie wir sie gewohnt sind, ist Rubinrot eine deutsche Produktion. Frei nach dem Motto "Was in Deutschland gemacht wurde, bleibt auch in Deutschland". Denn wie wir alle wissen, ist die Buchvorlage zu dem Film ja deutscher Herkunft dank der wunderbaren Kerstin Gier. Aber erstmal ein paar Worte, worum es in dem Film überhaupt geht.

Die Geschichte:
Gwendolyn Shepherd stand ihr Leben lang im Schatten ihrer perfekten Cousine Charlotte, die ein seltenes Gen geerbt haben soll. Dieses Gen soll es ihr ermöglichen, in der Zeit zu reisen. Im Auftrag einer geheimen Loge hat man sie ausgebildet und auf ihre zukünftigen Aufgaben im Kreise der anderen zwölf Zeitreisenden vorbereitet. 
Doch dann stellt sich heraus, dass nicht Gwendolyn das Gen geerbt hat, sondern Gwendolyn. Widerwillig muss Gwenny sich ihrem Schicksal stellen und Charlottes Platz einnehmen und trifft dabei auf ihren Zeitreisepartner Gideon de Villier. Auch wenn Gwenny ihn zunächst für einen arroganten Kotzbrocken hält, so entwickelt sie doch bald Sympathien für ihn, besonders als sie mehr und mehr Zeit zusammen verbringen. Doch Zeit scheint ein kostbares Gut für die junge Zeitreisende zu sein, denn eine alte Prophezeiung sagt Gwendolyn ein eher tragisches Schicksal vorraus ...



Meine Meinung:
Leider ist es schon knapp ein Jahr her, dass ich Rubinrot gelesen habe. Aus dem Grund waren leider nicht mehr alle Details präsent in meinem Kopf, als ich mir den Film angeguckt habe. Vom Grundgerüst kann ich aber sagen, dass der Film sich durchaus am Buch orientiert und man so einige Lieblinsszenen wiedererkennen kann.

So als erstes vielleicht ein paar Worte zu den Schauspielern. Die Hauptrollen Gwendolyn und Gideon werden von Maria Ehrich und Jannis Niewöhner verkörpert. Beide haben bereits in deutschen Film und Fernseh Produktionen mitgewirkt. Ich muss sagen, dass mir Maria Ehrichs Version von Gwendolyn eigentlich sehr gut gefallen hat. Jedoch hatte ich ein Problem mit ihren Kostümen. Ich meine okay, Gwendolyn ist nicht unbedingt Stilsicher, aber definitiv auch nicht alternativ angehaucht. Denn mit Nieten Halsband und Nieten Stiefeln hat sie doch einen alternativen Touch gehabt. Hat mir nicht so gut gefallen, da ich mir Gwenny viel unscheinbarer vorgestellt habe. Jeans + T-Shirt = fertig!
Was ihre schauspielerische Leistung anbelangt, fand ich ab und an, dass ihre Textpassagen sehr offensichtlich geschauspielert waren, sodass diese nicht mehr natürlich wirkten.Wobei ich auch zugeben muss, dass sie teilweise so dämliche Textpassagen bekommen hat, die können nur schief gehen. Dies sind allerdings nur Kleinigkeiten, denn um Grunde ist Maria Ehrich eine gute Besetzung für die Rolle, das hätte weitaus schlimmer ausgehen können. Was Jannis Niewöhner als Gideon anbelangt, habe ich eigentlich nicht viel zu sagen. Die Rolle der arroganten Frauenhelden Gideon scheint ihm wie auf den Leib geschneidert zu sein. Über Aussehen lässt sich ja bekanntlich streiten und ich weiß nicht, ob Gideon Segelohren hat im Buch aber okay ... ist eine Kleinigkeit über die man hinwegsehen kann.

Wer mir in den Nebenrollen ebenfalls sehr gut gefallen hat, sind Laura Berlin als Charlotte (perfekt gespielt, genau wie ich sie mir vorgestellt habe ... wenn nicht sogar besser), Jennifer Lotsi als Leslie (der Inbegriff einer besten Teenie Freundin ... vielleicht hätte sie nur ein zwei mal weniger erwähnen sollen, wie gut ihr Journalismus liegt ... das hat irgendwann genervt) und natürlich Kostja Ullmann als Geist James (sorgt für ein paar herrliche Szenen).
Wen man jedoch besser hätte besetzen können ist eindeutig Gwennys Mutter. Ich meine Veronica Ferres? Nein tut mir Leid, aber mit Schauspielern hatte dies nichts zu tun.
Wen ich aber unbedingt noch erwähnen muss, ist Katharina Thalbach als Großtante Maddy. Herrlich zynisch gespielt und eine wirklich talentierte Frau. Hat mir sehr viel Spaß gemacht, die Szenen mit ihr zu sehen.

Ja soviel dazu. Ansonsten fand ich, dass sich der Film an einigen Stellen ein wenig in die Länge gezogen hat. Besonders der Anfang war ein wenig schleppend. Außerdem muss man sich den ganzen Film hindurch immer wieder erinnern, dass die Handlung doch in London spielt, obwohl die handelnden Charaktere alle einen sehr deutschen Stil haben. Im Großen und Ganzen können wir aber stolz sein, dass nicht nur Amerika eine gute Fantasybuch Verfilmung hinbekommt, sondern dass wir sowas auch Innerlands hinbekommen. Auch deutsche Filmemacher lernen sicherlich aus Fehlern und so habe ich große Hoffnung, dass in der Fortsetzung dann eine deutliche Entwicklung zum ersten Teil zu sehen ist.

Fazit:
Rubinrot ist vielleicht kein Blockbuster der seines gleiches sucht, aber eine tolle Buchverfilmung die sich durchaus mit Twilight und wie sie alle heißen messen kann. Teenies und junge Erwachsene, die das Buch lieben dürften mit dem Film durchaus zufrieden sein, denn ein bisschen Toleranz müssen wir ja bei jeder Buchverfilmung mitbringen ;)

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