Samstag, 27. April 2013

Rezension: "Die Verratenen" von Ursula Poznanski

Cover © Loewe Verlag
Produktbeschreibung:
Originaltitel: -
Autor: Ursula Poznanski
Verlag: Loewe Verlag
Serie: Die Verratenen (Band 1)
Format: Hardcover
Seiten: 464 Seiten
ISBN: 978-3-7855-7546-8 
Preis: 18,95€ [D]; 19,50€ [A]

Website der Autorin:

Inhalt:
Ria gehört zu den Privilegierten des 22. Jahrhundert, die in einer der künstlich errichteten Schutzsiedlungen wohnen dürfen, geschützt vor Hunger, Krankheit und Gewalt. Geschützt vor den wilden Clans die außerhalb der sogenannten Sphären leben. Immer wieder kommt es zu kleineren Übergriffen auf die Sphärenbewohner, doch dann werden Drei von ihnen außerhalb der Kuppeln ermordet. Schweren Herzens muss Ria akzeptieren, dass auch eine ihrer Freundinnen unter den Toten war. Doch dann erfährt sie von einer angeblichen Verschwörung in der sie, ihr Freund Aureljo und ihre Freundin Tomma verstrickt sein sollen und dass die Regierung vorhat, alle Beteiligten zu eliminieren ...

Backround Infos:
„Die Verratenen“ ist der Auftakt zu einer dystopischen Trilogie.
2012 belegte die Autorin mit „Die Verratenen“ den zweiten Platz in  der Kategorie „Bestes Kinder- und Jugendbuch“ beim Lovelybooks-Leserpreis.



Rezension:
Am Anfang des Buches lernen wir die Protagonistin Ria kennen. Ria ist eine der wenigen Priviligierten, die innerhalb der Sphären leben darf, durch Kuppeln geschützte Wohnsiedlungen, die vor Hunger, Umweltkatastrophen und Krankheiten bewahren sollen. Doch nicht jeder darf innerhalb dieser Sphären leben, denn Nahrungsmittel und Einwohnerkapazitäten sind begrenzt. Und so kommt es immer wieder zu Übergriffen der Menschen, die außerhalb der Kuppeln ein elendiges Leben im ewigen Schnee zu führen haben.

Die eigentliche Geschichte beginnt, als drei Forscher aus den Kuppeln ermordet aufgefunden werden, während diese auf einer Forschungsreise außerhalb der Sphären waren. Die Sphärebewohner sind sich sicher, dass dies das Werk der Wilden Clans sein muss. Auch für Ria gibt es keinen Zweifel, auch wenn sie den Wilden eher mitleidig gesonnen ist. Doch eines Tages belauscht sie unfreiwillig ein Gespräch zwischen den Verwaltern ihrer Sphäre und erfährt, dass sie und ihre Freunde, sowie drei weitere Sphärenbewohner an einer Verschwörung beteiligt sein sollen und dringend eliminiert werden müssen.

Somit wendet sich das Blatt natürlich und der vorhergegangene Mord erscheint in einem völlig anderen Licht. Als Leser fängt man langsam an, wilde Theorien aufzustellen, vor allem weil man das ganze Buch hindurch nicht erfährt, um was für eine Verschwörung es sich überhaupt handelt. Genauso geht es Ria, die in ihrem ganzen Leben noch nie gegen eine Regel verstoßen hat und immer brav die ihr zugeteilte Rolle in der Gesellschaft gelebt hat.

Und so kommt es, dass Ria, ihr Freunde Aureljo und Tomma, sowie drei weitere Studenten Tycho, Dantorian und Flemming durch einen Vorbehalt aus den Spähren gelockt werden und von nun an auf der Flucht vor den Exekutoren des Sphärenbundes sind. Dies stellt natürlich eine Herausforderung für die Sechs dar, denn niemand von ihnen weiß, wie man in der Schneewüste bei den Primitiven Clans überleben kann. Ich weiß zwar nicht, ob die Autorin dies beabsichtigt hat, aber durch die Beschreibung der Wilden hatte ich immer eine Horde unzivilisierter Menschen im Kopf die sich bei Bedarf gegenseitig an die Kehle gehen. Doch als Ria und ihre Freunde dann auf einen Clan treffen wird man schwer überrascht, was deren Verhalten und auch dessen soziales Gefüge angeht.

Was ich allgemein an dem Buch sehr faszinierend und gleichzeitig beängstigend fand, waren die dystopischen Elemente, die die Autorin in die Geschichte eingefügt hat. Zum Beispiel sind viele der Sphärenbewohner künstlich gezeugte Menschen, also quasi Babys aus dem Reagenzglas und wer die Genforschungsindustrie ein wenig verfolgt, weiß vielleicht, dass unsere Gesellschaft gar nicht mehr soweit davon entfernt ist, dies in die Realität umsetzen zu können.
Außerdem fand ich es ganz interessant wie die Gesellschaft in den Sphären aufgebaut ist. Jeder Mensch hat einen von der Regierung festgelegten Platz im Leben, sprich Job und Zukunft sind vorherbestimmt ohne dass die Menschen eine Mitspracherecht haben. Natürlich funktioniert nur so eine perfekte Gesellschaft, denn nur so gibt es weder Unter- noch Überbeschäftigung.

Auch die Hauptcharaktere haben mir sehr gefallen, da diese doch allesamt recht unterschiedlich sind und jeder seine Stärken und Schwächen mitbringt. Was meiner Meinung nach allerdings ein wenig seltsam anmutet ist die Beziehung zwischen Aureljo und Ria. Auf mich wirkte diese einfach viel zu künstlich und geradezu mechanisch, als ob die beiden sich eigentlich gar nicht lieben, sondern einfach zusammen sind weils nach außen hin perfekt wäre.

Was den Thriller Charakter des Buches angeht, so war ich im ersten Abschnitt des Buches noch sehr angetan und die Handlung war spannend und mitreißend. Jedoc h lässt das Buch danach ein wenig nach und diese typische Thriller Spannung geht verloren. Selbst, als sich innerhalb von Rias Gruppe ein Verräter zu befinden scheint, kommt diese leider nicht mehr zurück und die Handlung lebt eigentlich nur noch von der interessanten Hintergrund Idee und der Frage, wie es denn eigentlich mit der Verschwörung weitergeht.

Fazit:
Ja auch Deutschland kann gute Dystopien. Die Idee hinter der Geschichte ist wirklich sehr gut durchdacht und als Leser kann man gar nicht anders, als sich für die von der Autorin geschaffene Welt zu interessieren. Leider ebbt die Spannung nach der Hälfte des Buches ein wenig ab, was wirklich sehr schade ist, da es sonst in jeglicher Hinsicht ein fünf Sterne Buch wäre.

Kommentare:

  1. Ähm...als Österreicherin muss ich dich jetzt einfach nach deinem ersten Fazit Satz darauf hinweisen, dass Urusla Poznanski Österreicherin ist!! ;) Nicht bös sein...!
    LG
    Martina

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    1. *Hust* okay beziehen wir das Deutschland einfach auf die deutsche Sprache :D danke für den Hinweis

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