Samstag, 27. Juli 2013

[Rezension] "Unsterblich - Tor der Dämmerung" von Julie Kagawa

© Heyne Fliegt
Produktinformationen:
Originaltitel: The Immortal Rules
Autor: Julie Kagawa
Verlag: Heyne Fliegt
Serie: Blood of Eden (Band 1)
Format: gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: 608 Seiten
ISBN: 978-3-453-26857-9
Preis: 16,99€ [D], 17,50€ [A]

Englische Website zur Serie:
http://www.bloodofeden.com/index.html


Inhalt:
Allie lebt in einer Stadt die von Vampiren beherrscht wird. Als eine der unregistrierten Menschen in der Stadt muss sie jeden Tag aufs neue ums Überleben und vor allem um Nahrung kämpfen. Doch eines Abends endet ihre Jagd nach Essen in einem blutigen Kampf mit mutierten Vampiren und Allie steht an der Schwelle des Todes. Sie wird jedoch von einem Vampir namens Kanin gerettet, der ihr die Wahl lässt zu sterben oder als Vampir weiter zu leben.

Backround Infos:
„Unsterblich – Tor der Dämmerung“ ist der erste Band von Julie Kagawas neuer Jugendbuchreihe. Sie bedient sich hierbei sowohl an Dystopie, als auch an Fantasy Elementen.

Die Filmrechte wurden sich von Palomar Pictures gesichert.



Rezension:
Die Geschichte spielt 60 Jahre nach einer tödlichen Epidemie, welche die halbe Menschheit ausgelöscht hat und dessen Virus im Laufe der Zeit mutiert ist. Das Ganze ist aus der Sicht der sechzehnjährigen Allie geschrieben und spielt in einer Welt, in der die Menschen von ihren Vampir Meistern berherrscht werden.

Die Gesellschaft ist aufgeteilt in die registrierten und unregistrierten Menschen, wobei die Ersteren als regelmäßige Blutspender für ihre Vampire Meister herhalten müssen und die Unregistrierten um Untergrund leben. Allie ist eine der Letzteren und muss jeden Tag aufs neue ums Überleben kämpfen, nicht zuletzt, weil die Unregistrierten keinen legalen Zugang zu Nahrungsmitteln haben.

Und so begibt  sie sich eines Abends mit ihren Freunden auf Nahrungssuche, wird dabei jedoch von einer Horde mutierter Vampire angegriffen und tödlich verletzt. Kurz vor ihrem Tod wird sie von einem Vampir namens Kanin gefunden und vor die Wahl gestellt: Sie kann sterben oder sich für ein Leben als Vampir entscheiden. Allie kann nicht anders, als sich für das Leben zu entscheiden und so wird sie verwandelt.

Fortan nimmt Kanin sie unter seine Fittiche,  unterweist sie im Kämpfen und bringt ihr alles bei, was man über ein Leben als Vampir wissen muss. Ein wenig erinnert diese Konstellation und auch die Beziehung der Beiden an Rose und Dimitri aus der Vampire Academy Serie. Denn zufälligerweise gleichen sich die beiden Paare sehr sehr stark in ihren Charakterzügen.

Zu dem Zeitpunkt ahnt man allerdings schon, dass Kanin selber ein dunkles Geheimnis mit sich trägt, was die Sache natürlich umso spannender macht.
Wie das Schicksal nunmal so spielt, treffen die Beiden bald auf einen alten Feind von Kanin und werden während eines Kampfes getrennt. Fortan auf sich alleine gestellt, begegnet Allie einer Gruppe von Menschen, die nach einer Stadt namens Eden suchen. Man munkelt, dass es sich hierbei um eine vampirfreie Stadt handelt, in der die Menschen ein friedvolles Leben führen können. Von Neugierde und Einsamkeit gedrängt, schließt Allie sich der Gruppe an und hilft ihnen bei ihrer Suche.

Besonders interessant dabei ist, wie Allie sich dadurch erhofft, ein Stück Menschlichkeit zu bewahren, was als Vampir mehr als schwierig ist. Deshalb versucht sie die Menschen in der Gruppe so gut es geht vor allen Gefahren zu beschützen und hilft, wo sie nur kann.
Als sich zwischen ihr und einem Gruppenmitglied namens Zeke jedoch eine kleine Romanze aufbaut, merkt man immer mehr, wie schwer es Allie fällt, sich einzugestehen, dass sie nie ein normales menschliches Leben führen kann. Außerdem erleichtert es ihre Situation nicht unbedingt, dass die Menschengruppe voller Vampirhasser ist, die genau wissen, wie man die Blutsauger töten kann.

Natürlich handelt es sich hierbei wieder um einen Klassiker in der Jugendbuchwelt: Vampir verliebt sich in Mensch (oder auch mal umgekehrt), doch weil sie nunmal aus zwei verschiedenen Welten kommen, können sie nicht zusammen sein. Ebenso gibt es auch die Andeutung eines Liebesdreiecks, denn nicht nur Allie hat ein Auge auf den süßen Zeke geworfen, sondern auch ein Mädchen namens Ruth, die keine Gelegenheit auslässt zu zeigen, dass Allie ihr mehr als unwillkommen ist. Leider wird diesem Part aber nicht viel Bedeutung beigemessen und so kommt es nur zwei-drei Mal zu einer Konfrontation zwischen den Rivalinnen.

Was die Beziehungs an sich betrifft, ist zwar durchaus eine gewisse Chemie zwischen Allie und Zeke erkennbar, aber leider fehlt dem Ganzen etwas Einzigartiges. Die Geschehnisse zwischen den Beiden werden recht oberflächlich abgehandelt und ich hatte nicht den Eindruck, dass sie jemals ein tiefgründiges Gespräch geführt haben. Dies wäre jedoch spätestens dann mal nötig gewesen, als herauskommt, was Allies wahre Natur ist.

Doch nicht nur Allies Dasein als Vampir stellt ein eindeutiges Hinderniss für die Beiden dar, sondern auch der Gruppenchef Jeb. Niemand hasst die Vampire mehr als er, doch auch der Kopf der Bande hat ein Geheimnis, dass sie alle in große Gefahr bringt. Denn auf ihrem Weg werden sie von einer Banditen Bande gejagt, die hinter etwas ganz Bestimmtem her sind, was nur Jeb ihnen geben kann. Ich finde das ist ein recht spannender Part in der Geschichte, da man lange Zeit im Ungewissen gelassen wird, was die Fremden von Jeb wollen. Die Auflösung ist dann letzten Endes etwas, mit dem man nicht rechnet, was jedoch die Geschichte auch nochmal um 180 Grad wendet.

Man sieht also schon, vom Spannungsgrad her  ist die Geschichte recht durchwachsen. Besonders im Mittelteil zieht sich das Geschehen doch ordentlich hin, da einfach nicht Besonderes passiert.
Was mir jedoch sehr gefallen hat, war das Konzept der Vampire in dem Buch. Die Autorin hat sich anscheinend entschieden, dem Mainstream zu entspringen und sich eher am ursprünglichen Vampirmotiv zu orientieren. So haben die Vampire keine irren Superkräfte abgesehen von Schnelligkeit und Stärke, sie haben keine überragende Schönheit und sie degradieren ihr  Image als mordhungriges Wesen nicht durch Glitzern in der Sonne.

Um noch ein paar Worte über die Charaktere zu verlieren, muss ich leider sagen, dass meine Anforderungen ein bisschen zu hoch waren. Ich finde, dass die Autorin einen hervorragenden Job bei den Charakteren aus „Plötzlich Fee“ gemacht hat, nur leider bin ich deshalb ein wenig enttäuscht von Allie und den anderen Protagonisten.
Ich finde die handelnden Personen wurden alle recht oberflächlich abgehandelt. Und gerade wenn die Geschichte aus der Sicht eines bestimmten Person geschrieben ist, welche in diesem Fall Allie ist, sollte man eigentlich einen gewissen Tiefgang beobachten können.
Zwar kann man sie als mutig und selbstlos typisieren, jedoch fehlt mir dieses gewisse Etwas, damit man sich mit ihr identifizieren kann.

Und genauso ging es mir leider auch mit Zeke. Er wurde sein Leben lang von Jeb dazu erzogen, den tödlichen Vampiren zu trotzen und jeden von ihnen zu töten. Dafür, dass er einer solchen Erziehung unterzoge wurde, besitzt er jedoch viel zu viel Moral. Um das zu verstehen, hätte man viel mehr in die Tiefe gehen müssen was seinen Charakter betrifft.

Die einzige Ausnahme bildet Kanin, der aber leider viel zu schnell aus dem Geschehen entfernt wurde. Dadurch dass er die Rolle des mysteriösen Vampir Mentors einnimt, musste man gar nicht allzu viel über ihn erfahren. Da hat es gereicht, wenn er das ein oder andere Mal einen schwammigen und undurchsichtigen Kommentar zu besten gibt und dann wieder in Schweigen verfällt.

Fazit:
Insgesamt hat mich Julia Kagawas Buch zwar nett unterhalten, jedoch hat es nicht so eingeschlagen wie „Plötzlich Fee“. Vielleicht waren meine Erwartungen von Vornherein einfach zu hoch, jedoch hatte ich mir mehr Spannung und auch tiefgründigere Charaktere erhofft.
Was ich jedoch interessant fand an der Geschichte, ist das Konzept hinter den Vampiren und die durch das mutierte Virus infizierten Verseuchten. Ich hoffe, dass man hierzu noch mehr Informationen in den Folgebänden erhält und natürlich auch, dass es dann ein wenig mehr zur Sache geht, was Spannung und Aktion angeht.

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