Dienstag, 4. November 2014

[Rezension] "Crossfire (Band 1) - Versuchung" von Sylvia Day

Cover © Heyne Verlag
Buchinformationen:
Originaltitel: Bared to You
Autor: Sylvia Day
Verlag: Heyne Verlag
Serie: Crossfire (Band 1)
Format: Klappenbroschur
Seiten: 416 Seiten
ISBN:
978-3-453-54558-8
Preis: 9,99€ [D]; 10,30€ [A]
 
_______________________________________

Englische Website der Autorin

Crossfire auf Facebook
_______________________________________
 
Inhalt:
Nach ihrem Uniabschluss fängt die 24-jährige Eva Trammell einen Job in einer New Yorker Werbeagentur an. An ihrem ersten Arbeitstag stößt sie in der Eingangshalle des Crossfire Buildings mit Gideon Cross zusammen, dem Inhaber des Bürogebäudes.

Er schafft es, Eva sofort den Kopf zu verdrehen, doch auch er ist total hingerissen von ihr. Und so macht er keinen Hehl daraus, dass er ihr gerne näher kommen würde und macht ihr ein unmoralisches Angebot.
Doch schon bald wird aus den beiden mehr als nur eine Affäre und Gideon und Eva müssen sich ihren Gefühlen und ihren dunklen Vergangenheiten stellen…

Hintergrund Infos:
„Crossfire“ ist eine fünfbändige Buchreihe der Autorin Sylvia Day. Auf Deutsch sind bis jetzt die ersten drei Bände erschienen:
1.       „Crossfire – Versuchung“
2.       „Crossfire – Offenbarung“
3.       „Crossfire – Erfüllung“

Die Produktionsfirma Lionsgate hat sich die TV Rechte für die Crossfire Serie gesichert.

Rezension:
Viele vergleichen die „Crossfire“ Serie mit „Shades of Grey“. Ich selber bin auch mit der Erwartung an das Buch herangegangen, dass vieles von der Mutter der Erotikromane kopiert wurde. Letzten Endes wurde ich dann vom Gegenteil überrascht. Selbst die Atmosphäre der Geschichte war durch und durch anders.

In „Crossfire – Versuchung“ geht es um die vierundzwanzigjährige Eva Trammell. Sie ist nach ihrem Uniabschluss mit ihrem besten Freund Cary Taylor nach New York gezogen und hat dort einen Job in der Werbeagentur Waters Field & Leaman angenommen. Die Agentur befindet sich in dem imposanten Crossfire Building und gleich an ihrem ersten Tag stößt Eva in der Lobby mit dem Inhaber des Geschäftsgebäudes zusammen, Gideon Cross.
Seine dunkle und gefährliche Ausstrahlung hat eine unglaublich anziehende Wirkung auf sie und auch Gideon scheint sofort an Eva Gefallen gefunden zu haben.

Anfangs fand ich das ziemlich befremdlich zu lesen, dass die Beiden sich gerade zweimal über den Weg gelaufen sind und schon in eine Art Sexwahn verfallen. Doch während Eva sich darauf beschränkt, ein sexuelles Abenteuer mit Gideon nur in ihrem Kopf stattfinden zu lassen, macht der gute Mann keinen Hehl daraus, was er von Eva will. Und so sagt er ihr direkt ins Gesicht, dass er mit ihr ins Bett will … ich wiederhole, nachdem sie sich zweimal über den Weg gelaufen sind. Naja …

Was einem als Leser im ersten Moment total realitätsfern vorkommt, ergibt aber nach und nach Sinn, wenn man erstmal mit den Persönlichkeiten von Eva und Gideon vertraut wird.
So ist es auch nicht verwunderlich, dass aus einer kleinen Affäre zwischen den Beiden mehr entwächst und die Beiden ineinander einen Seelenverwandten finden.

Eva erscheint zwar auf den ersten Blick sehr tough und selbstbewusst, nach und nach erfährt man dann jedoch von den schrecklichen Dingen, die ihr in ihrer Kindheit passiert sind, und die sie zu der Person machen, die sie jetzt ist. Ich fand es gut, dass Evas Vergangenheit erst vereinzelt im Laufe der Geschichte gelüftet wurde. So blieb der Spannungsbogen erhalten und man hat sich auch selber immer wieder Gedanken gemacht, was ihr denn bloß so Schreckliches passiert ist.

Interessant finde ich auch, wie Evas Verhalten Gideon gegenüber von dieser Vergangenheit geprägt ist. Und noch interessanter, wie Gideon darauf reagiert.
Während man eigentlich meinen sollte, dass jeder Mann sofort Reißaus nehmen würde, wenn Frau immer wieder anfängt zu zweifeln und am liebsten nach jedem Treffen unsicher die Flucht ergreifen würde, so hat Gideon seine ganz eigene Verhaltensweise dem gegenüber. Mag daran liegen, dass auch er sein Päckchen aus der Vergangenheit zu tragen hat und nur zu gut weiß, was es heißt, von schlechten Erfahrungen geprägt zu sein. Irgendwann merkt man aber, dass genau dies die Beiden so gut ergänzt und auch zusammenschweißt. Während Evas Fluchtinstinkte einsetzen in schwierigen Situationen, wird Gideon nur noch weiter zu ihr hingezogen.

Leider hat man im ersten Band von Crossfire nur einen kleinen Teil von Gideons Vergangenheit erfahren. Wie ist er zu dem großen Geschäftsmann geworden, der er ist? Und vor allem, wie kam es zu dem gespaltenen Verhältnis zu seiner Familie? Was ist in seinem Elternhaus vorgefallen?

Besonders neugierig bin ich aber auf ein paar mehr Infos über seinen Bruder Christopher Vidal. Ein gutes Verhältnis schienen die Beiden ja nie zueinander gehabt zu haben und aus irgendeinem Grund scheint er auch Interesse an Eva zu haben. Das könnte auf jeden Fall noch spannend werden.
Als dann auch noch Gideons Exfreundin und die Exverlobte auftauchen, wird es natürlich reichlich turbulent. Entertainment at it’s best sag ich dazu nur.

Alleine über die Charaktere in dem Buch könnte ich eine seitenlange Rezension schreiben, aber ich will auch nicht zu viel vorweg nehmen. Ich kann auf jeden Fall sagen, dass sowohl Protagonisten als auch Nebencharaktere alle ihre eigene Hintergrundgeschichte haben und die Beziehungen zwischen den einzelnen Personen sehr gut miteinander verwoben sind. Alleine deshalb lohnt es sich schon das Buch zu lesen.

Ein paar Worte möchte ich noch über den Schreibstil verlieren. Klar der Kern des Buches ist, dass Gideon und Eva alle fünf Seiten Sex miteinander haben um ihre Vergangenheit zu kompensieren. Aber auch solche Textpassagen könnte man so schreiben, dass man sich nicht beschämt irgendwo verstecken will. Klar Dirty Talk gehört dazu, aber doch bitte mit Grenzen und so, dass es nicht lachhaft wirkt. Ich weiß auch nicht, aber teilweise habe ich mich wirklich gefragt, wo die Autorin die Ideen für einige von Gideons Sex Phrasen herhat. Da kann ich wirklich nur sagen, zum Glück haben Eva und er nur „normalen“ Sex und betreiben keine Spiele wie in „Shades of Grey“. Alleine bei dem Gedanken daran, wie Sylvia Day dies wohl mit ihrem Schreibstil verpacken würde, könnte ich schon wieder lachen.

Wenn ich aber nicht gerade zwischen Lachausbruch und Beschämung geschwankt habe, war ich zumindest mit dem Schreibstil in allen Nicht-Sex-Passagen sehr zufrieden. Locker zu lesen und flüssig geschrieben.

Eine kleine Kritik muss ich noch zum Ende der Geschichte äußern. Für mein Empfinden war dies einfach nicht schön abgerundet und leitet auch nicht auf den Folgeband über. Mag ja sein dass der Autorin da einfach nichts Gescheites eingefallen ist, aber wenn ich das jetzt mal verbotenerweise mit „Shades of Grey“ vergleiche, war das Ende des ersten Bandes doch um einiges spannender. Klar, das ist jetzt kein großes Manko, aber man hätte es halt einfach besser machen können.

Fazit:
Ich finde der Auftakt zur „Crossfire“ Serie ist der Autorin gut gelungen und muss sich nicht vor seinem Konkurrenten „Shades of Grey“ verstecken. Letzten Endes kann man die beiden Serien auch schwer miteinander vergleichen, da sie doch recht unterschiedlich sind.
Die Charaktere sind jeder für sich einzigartig und es macht unglaublich Spaß, immer mehr über sie und deren Vergangenheit zu erfahren. Eine große Geschichte darf man natürlich nicht erwarten, schließlich ist dies im Kern ein Erotik Roman. Trotzdem bietet das Buch gute Unterhaltung und ist leicht zu lesen, sodass man die Geschichte auch locker in ein paar Stunden durchlesen könnte.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen