Donnerstag, 7. Mai 2015

[Rezension] "Die 5. Welle" von Rick Yancey


Buchinformation


Originaltitel: The 5th Wave        Autor: Rick Yancey        Verlag: Goldmann Verlag    
Format: gebunden mit Schutzumschlag        Seiten: 480        ISBN: 978-3-442-31334-1       Preis: 16,99€ [D], 17,50€ [A]
Erschienen am 14. April 2014

Website: http://www.rickyancey.com/

Inhalt


Cassie ist 16 Jahre alt, als die Anderen mit ihrem Raumschiff kommen um die Erde von den Menschen zu säubern. Mit der ersten Welle nehmen sie ihnen den Strom. Die zweite überflutet die Küsten. Die Dritte ist eine verheerende Seuche. Die vierte Welle sind Silencer, Assassinen aus den Reihen der Anderen, die die letzten Überlebenden der Menschheit töten sollen.

Cassie haben die Wellen ihre Familie und Freunde gekostet, einzig ihr Bruder Sammy ist vermeintlich noch am Leben. Erpicht darauf ihn zu finden und aus den Reihen der Anderen zu befreien, macht sie sich auf die Suche nach Sammy. Als sie auf einem Highway angeschossen wird, wird sie von einem weiteren Überlebenden namens Evan Walker gerettet. Doch je näher sie ihn kennenlernt, desto mehr Misstrauen wächst in ihr über seine Identität. Und als die fünfte Welle über sie hereinbricht, erfährt Cassie die Wahrheit über die letzten Überlebenden auf der Erde …

Rezension:


„Die 5. Welle“ ist glaub ich mitunter eines der einzigartigsten Bücher die ich jemals gelesen habe. Der Plot, der Schreibstil, die Erzählperspektiven, alles passt perfekt zusammen.
Die Geschichte beginnt mit einer Art Rückblick in dem die sechszehnjährige Cassie von der Ankunft der Anderen berichtet. Viele glaubten, dass sie gekommen sind um die Menschheit entweder zu retten oder zu versklaven. Dass die Anderen jedoch die Menschheit komplett auslöschen wollen, damit hat niemand gerechnet. So geht es einem eigentlich auch als Leser. Man versteht erst nicht wirklich was dort vor sich geht, bis man nach und nach erfährt, dass die Menschen der Reihe nach getötet werden.

Es fängt damit an, dass die Anderen den Menschen ihren Strom wegnehmen. Flugzeuge fallen wie tote Fliegen vom Himmel, Autos bleiben in Massen auf den Straßen stehen und der Reihe nach geht überall das Licht aus. Man kann es sich so richtig wie in einem guten Apokalypsen Film vorstellen und genauso war es auch beim Lesen. Kopfkino vom Feinsten. Man hat zu jeder Szene die richtigen Bilder im Kopf, was auch viel damit zu tun hat, dass der bildliche Schreibstil das automatisch im Kopf des Lesers erzeugt.

Mit der zweiten Welle werden die Küstenregionen überflutet und jedes Leben dort wird weggespült. Die dritte Welle, eine blutige Seuche, trifft eines von Cassies Familienmitgliedern und entfacht dort das erste Mal so etwas wie Rachedurst in ihr. Es wird nicht direkt erwähnt aber man merkt es dadurch, wie ihre Denkweise sich verändert. Hoffnungen auf Rettung gehen verloren, was bleibt ihr noch wenn nicht Vergeltung? Mit der vierten Welle beginnt sich das Chaos unter den Menschen auszubreiten. Wem kann man noch vertrauen wenn die Silencer so aussehen wie ganz normale Menschen? Ich wurde davon selber angesteckt und hab angefangen in jedem Charakter einen potentiellen Verräter zu sehen.

Hoffnung keimt zumindest dann auf, als die Kinder der Überlebenden von einem Militärtrupp in ein sicheres Camp gebracht werden. Doch auch an dieser Stelle wird man relativ schnell skeptisch und man fragt sich wie  es sein kann, dass Millionen von Menschen hilflos ermordet wurden und plötzlich ein Haufen Soldaten ankommt und berichtet dass sie unter dem Raumschiff eine sichere Basis errichtet haben. Auch Cassie spürt relativ schnell dass hier irgendwas faul ist, jedoch muss sie mit zusehen, wie ihr kleiner Bruder Sammy fortgebracht wird. Lediglich ein Versprechen, dass sie ihn finden und nachkommen wird, hat sie ihm mit auf den Weg geben können…
Und dann kommt es wie es kommen muss und die Ereignisse überschlagen sich. Und ehe Cassie sich versieht ist sie die vermeintlich letzte Überlebende der vierten Welle.

Auf sich alleine gestellt wird sie jedoch auf einem Highway von einem Silencer angeschossen und eigentlich denkt man sich schon, okay jetzt ist es aus mit ihr, aus der Situation kommt sie nicht mehr raus, sie ist so gut wie tot.
Aber da die Geschichte sich gerne mal um hundertachtzig Grad wendet, wird Cassie von einem weiteren Überlebenden gefunden (sogar einem verdammt gut aussehenden Überlebenden) und von ihm gesund gepflegt. Trotz Lebensrettung und allem drum und dran traut Cassie ihm natürlich keine fünf Meter über den Weg. Er stellt sich ihr als Evan vor und seine Geschichte scheint der ihren sehr zu ähneln, doch wir befinden uns hier mitten in einer Alien Invasion und jeder könnte ein Verräter an der Menschheit sein.
Da das hier ein Jugendbuch ist darf eine kleine Romanze natürlich nicht fehlen und so entwickelt sich zwischen Cassie und Evan relativ schnell etwas, was für mich aber tatsächlich ein wenig zu schnell ging. Sowas ist für mich einfach nicht nachvollziehbar wenn man sich paar Tage kennt, dass man sich sofort ineinander verliebt. Nein nein nein. Auch wenn beide buchstäblich die letzten Menschen auf der Erde sind, aber nein. Es hätte sich vorher wenigstens eine Chemie zwischen den beiden aufbauen müssen, dann wäre das Ganze um  einiges glaubhafter gewesen aber so erscheint mir die Romanze doch sehr an den Haaren herbeigezogen.
Da Evan schwört, dass er für sie sterben würde, will er sich Cassies Mission anschließen und ihr helfen, Sammy zu finden.

Doch neben Cassies Geschichte gibt es noch eine weitere Erzählperspektive. Hierbei handelt es sich um Ben Parish, Cassies Schwarm aus der Highschool. Er wurde ebenfalls in das Militärlager evakuiert und wird dort mit anderen Teenagern zu einem Soldaten ausgebildet. Ihnen wurde dort eingebläut dass sie die letzte Hoffnung für die Menschheit sind und die Anderen bekämpfen sollen, wenn die Zeit gekommen ist. Doch auch hier wird einem schnell klar, irgendetwas stimmt nicht. Und das ist das Großartige an dem Buch, egal was passiert, nichts ist so wie es scheint. Alles könnte möglich sein. Die ganze Geschichte ist eine Ansammlung von Spannungsbögen wodurch man von einer Seite zur nächsten fliegt und nicht mehr aufhören kann zu lesen.

Interessant ist es, wie am Ende die beiden Erzählstränge zusammenführen und welche Rolle dabei Sammy spielt. Die letzten fünfzig Seiten kamen mir vor wie zwei, so schnell hab ich das Ende verschlungen. Es bleiben aber so viele Fragen unbeantwortet, dass ich wirklich schon nach der Fortsetzung giere und es kaum abwarten kann, weiterzulesen.

Fazit:


„Die 5. Welle“ ist für mich eine ganz klare Empfehlung für jeden, der Jugendbücher genauso sehr liebt wie ich. Egal ob man Science Fiction oder Thriller mag, oder eben auch nicht, jeder wird an dem Buch Gefallen finden. Mit der Protagonistin Cassie haben wir eine junge Heldin in die man sich sehr einfach hineinversetzen kann, weil im Endeffekt jeder in so einer Geschichte handeln würde wie sie. Ich hab irgendwann selber angefangen darüber nachzudenken, wie ich in ihrer Situation handeln würde, was ich denken würde und ob ich auch so ein Misstrauen zu allem aufbauen würde. Und genau das ist es, was mich an dem Buch so extrem gefesselt hat. Man erlebt die Geschichte mit, man ist quasi in dem Abenteuer dabei und was könnte man von einem Buch schon mehr wollen.  

1 Kommentar:

  1. Hi :D
    Das Buch habe ich auch gelesen und geliebt, echt klasse Geschichte. Vor kurzem habe ich auch gesehen, dass es den zweiten Teil schon gibt. Bin schon gespannt.

    Übrigens folge ich deinem Blog jetzt mal :D Deine Rezensionen gefallen mir echt gut!

    Liebe Grüße
    Jessi
    http://in-buechern-leben.blogspot.de/

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