Samstag, 30. April 2016

[Rezension] "Nur ein Tag" von Gayle Forman


Buchinformation


Originaltitel: Just One Day | Autor: Gayle Forman | Verlag: Fischer FJB
Format: Paperback | Seiten: 432 Seiten | 
ISBN: 3841421067
Preis: 14,99€ [D]

Erschienen am 22. März 2016

Inhalt

Zu ihrem Highschool Abschluss bekommt Allyson von ihren Eltern eine Europa Reise mit ihrer besten Freundin Melanie geschenkt. Am letzten Tag ihrer dreiwöchigen Reise lernt sie Willem kennen. Ehe sie weiß, wie ihr geschieht, lädt Willen sie auf einen Tagestrip nach Paris ein. Und Allyson sagt ja.
Völlig berauscht von ihrer spontanen Entscheidung und der Freiheit die Will ihr für einen Tag bietet, entwickelt sich eine kleine Romanze zwischen den Beiden.
Doch als Allyson am nächsten Morgen in Paris aufwacht, ist Will verschwunden und für Allyson bricht eine Welt zusammen. Sie kehrt nach Hause zurück  und versucht am College ihr normales Leben fortzusetzen. Doch wie kann sie jemals den Menschen vergessen, der ihr in nur einem Tag alles geben konnte, wonach sie sich schon immer gesehnt hat?

Rezension

„Nur ein Tag“ ist wohl mit Abstand eines der einzigartigsten Bücher, die ich je gelesen habe. Und obwohl ich es im Großen und Ganzen gut fand, habe ich einige Kritikpunkte. Aber dazu später mehr.

Das Buch handelt von Allyson, einer Highschool Absolventin, die nach ihrem Abschluss eine von Teen Tours organisierte Reise durch Europa macht. Mit im Schlepptau ist ihre beste und einzige Freundin Melanie. Während Allyson eher das brave Mädchen von nebenan ist, ist Melanie um einiges sprunghafter und erfindet sich quasi jede Woche neu.

Während die Beiden ihren letzen Tag in England verbringen, lernen sie eine Schauspielgruppe kennen. Unter ihnen ist ein junger Mann namens Willem, der Allyson kurzerhand auf einen spontanen Tagestripp nach Paris einlädt. Und obwohl sie Will eigentlich gar nicht kennt, lässt sie sich darauf ein. Ja genau, sie tut das, wovor Eltern ihre Kinder ein Leben lang warnen. Hier beginnt leider auch mein erster Kritikpunkt. An sich hab ich damit überhaupt kein Problem, dass die beiden auf eine spontane Reise gehen. Mir wäre es nur um einiges authentischer gewesen, wenn Will und Allyson sich davor zumindest richtig kennengelernt hätten. Denn gerade Allyson wird im Buch als sehr vernünftig und intelligent dargestellt, rein logisch betrachtet, macht es keinen Sinn dass sie sich so spontan auf Will einlässt. Gut, da mag natürlich auch ein bisschen der Reiz des Unbekannten mit hineinspielen nehme ich mal an. Gerade wenn Teenager ein Alter erreicht haben, in dem sie sich gerade finden und sich fragen, wer sie eigentlich sind, wird viel mehr ausprobiert und nach Abenteuern gesucht. So würde das zumindest für mich einen Sinn ergeben.

Sehr schnell wird dann auch Allyson klar, dass sie sich in eine missliche Lage gebracht hat, besonders da Will auf ihrer Zugfahrt nach Paris des Öfteren mal länger verschwindet. Doch selbst dann macht sie keinen Rückzieher. Und so geschieht das Unvermeidliche. Es entwickelt sich eine kleine Romanze.
Ja, die vernünftige und gut erzogene Allyson verliebt sich nach nur wenigen Stunden in einen Fremden.  
Selbst als Will plötzlich anfängt mit anderen Frauen im Zug zu flirten, lässt Allyson sich nicht von ihrem Kurs abbringen. Dabei mochte ich Allyson als Charakter wirklich gern. Besonders ihre Gedankengänge, als sie anfängt ihr Leben und die durch ihre Eltern bestimmten Ziele zu überdenken, haben mich wirklich mitgerissen. Man liest dieses Buch und merkt dann tatsächlich, wie man sich gleichzeitig mit Allyson über gewisse Dinge Gedanken macht und umso spannender ist es dann, ob sie bei ihren Gedanken und Entscheidungen bleibt.

Will hingegen ist das komplette Gegenteil von Allyson. Er lebt in den Tag hinein und lässt sich von Zufällen durchs Leben tragen. Während er mit Allyson unterwegs ist, flirtet er mit erstaunlich vielen Frauen und benimmt sich wie ein richtiger Playboy. Und das nicht im Sinne von Christian Grey. Ja er ist witzig und charmant aber alleine die Tatsache, dass er unterwegs öfter einfach mal verschwindet und Allyson in Paris alleine stehen lässt macht ihn einfach unsympathisch.

Und so kommt es, wie es kommen muss. Allyson wacht am nächsten Morgen auf und Will ist verschwunden. Über Umwege schafft sie es nach Hause und versucht sich ein neues Leben am College aufzubauen. Dies ist für mich eigentlich erst der richtig interessante Teil des Buches. Denn hier beginnt Allysons charakterliche Entwicklung. Unter anderem auch inspiriert durch Wills ungezügelten Lebensstil versucht sie herauszufinden, was sie im Leben eigentlich wirklich erreichen möchte. Neue Menschen treten in ihr Leben, die mir als Nebencharaktere auch sehr gefallen haben, und sie behauptet sich das erste Mal im Leben gegen ihre Eltern. Sie lernt andere Prioritäten zu setzen so kommt es wie es kommen muss und sie begibt sich auf die Suche nach Antworten. Antworten, die ihr endlich die Frage beantworten sollen, was es wirklich mit Will auf sich hatte und warum er sie einfach so hat sitzen lassen.

Zum Ende hin konnte ich dann gar nicht mehr aufhören zu lesen und war so in meinem Lesefluss, dass ich total überrascht war, als das Buch plötzlich zu Ende war. Deswegen kann ich nur nochmal betonen, dass Will mir echt negativ aufgestoßen ist, aber als sich die Handlung dann nur noch um Allyson drehte, war ich Feuer und Flamme für die Geschichte.
Um dann auch wirklich Antworten zu bekommen, muss man leider das zweite Buch lesen, denn die Geschichte endet mit einem bösen Cliffhanger.

Fazit

Ich bin eigentlich kein großer Leser von Contemporary Büchern, dennoch hat mich „Nur ein Tag“ wirklich überrascht. Am Anfang wusste ich noch nichtmal, ob ich das Buch überhaupt beenden werde, doch als sich die Geschichte anfing sich rein auf Allyson zu konzentrieren, konnte ich es nicht mehr weglegen. Eine tolle Protagonistin, mit der man mitfühlen und mitfiebern kann und die ein authentisches Bild einer jungen Frau auf dem Weg ihrer Selbstfindung darstellt.

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