Samstag, 28. Mai 2016

[Rezension] "Die Schatten von London" von Maureen Johnson

Buchinformationen


Originaltitel: The Name of the Star | Autor: Maureen Johnson | Verlag: cbt Verlag
Format: Klappenbroschur | Seiten: 512 Seiten | ISBN:
978-3-570-30943-8
Preis: 13,99€ [D]

Erschienen am 08. Dezember 2014

Inhalt

Kaum beginnt Rory ihren ersten Tag am Internat Wexford, beginnt eine grausame Mordserie London zu erschüttern. Ein Unbekannter ahmt die damaligen Jack the Ripper Morde nach, doch weder Überwachungskameras noch die Polizei bekommen den Mörder je zu sehen. Und obwohl es unmöglich scheint ihn zu fassen, steht Rory ihm plötzlich Auge in Auge gegenüber. Außer ihr scheint ihn aber niemand gesehen zu haben, geschweige denn sehen zu können.
Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, denn der Mörder zieht weiter seine blutigen Spuren durch London. Doch dann nimmt sein Spiel eine drastische Wendung und Rory scheint sein nächstes Opfer zu werden ...

Rezension

Die Geschichte beginnt mit Rorys Ankunft am Wexford Internat in London. Auf sie wirkt ihre neue Umgebung zunächst eher einschüchternd und sie weiß beim besten Willen noch nicht, wie sie mit ihren ganzen hochnäsigen Mitschülern klarkommen soll. Jedoch lernt sie schon bald ihre Zimmergenossin Jazza kennen, die zwar auf den ersten Blick wie ein verwöhntes Püppchen wirken mag, jedoch eher schüchtern und bescheiden ist. In ihr findet Rory dann schnell eine Freundin die ihr das Leben in der neuen Umgebung um einiges erträglicher macht.

Das friedliche Internatsleben wird jedoch bald von einer schrecklichen Mordserie erschüttert. Ein Unbekannter stellt die Morde von Jack the Ripper eins zu eins nach und versetzt damit die Bevölkerung in Angst und Schrecken. Einfach von der Idee her, finde ich das Buch so schon große Klasse.

Als dann klar wird, dass niemand den Mörder jemals zu Gesicht bekommen hat und nicht einmal Überwachungskameras in der Lage sind, ihn auf Band zu bekommen, beginnt das eigentlich Gruselige an der Geschichte. Denn ausgerechnet Rory ist die einzige, die ihn gesehen hat. Ab dem Punkt wird sie zum Mittelpunkt sämtlicher Ermittlungen von Polizei und Geheimdiensten. Man selber kommt als Leser leider sehr schnell dahinter, wieso Rory ihn als Einzige sehen kann. Ich finde das hätte man besser verpacken können um die Spannung länger aufrecht zu erhalten. Gerade wenn man schon viele Jugendbücher gelesen hat, ist es doch sehr vorhersehbar, was hinter dem Mysterium steckt.

Kurz darauf taucht eine neue Schülerin namens Boo am Internat auf und legt ein zugegebenermaßen recht merkwürdiges Verhalten an den Tag. Rory und Jazza scheinen sich zunächst nicht recht mit ihrer neuen Mitbewohnerin arrangieren zu können, bis klar wird, wer Boo eigentlich ist und wo sie herkommt. Auch hier sind die Zusammenhänge leider zu erahnen und der gewollte Überraschungseffekt blieb bei mir leider aus.

Dennoch finde ich die Idee hinter der Geschichte und den Aufbau der Story gut. Es ist halt nicht das Selbe Thema was man bereits in zig anderen Büchern schon gelesen hat. Klar, einige Motive sind einem einfach irgendwann bekannt, trotzdem bin ich mit dem Unterhaltungscharakter des Buches sehr zufrieden. Es gab eigentlich keine Stelle an der ich für mich gesagt habe, ich brauche mal eine Pause oder ich bin gelangweilt.

Lobenswert erwähnen muss ich ebenfalls, dass es kein nerviges Liebesdreieck gibt. Es wird in keinster Weise von der eigentlichen Story abgelenkt. Dennoch geht es um ein anderes wichtiges Thema, nämlich Freundschaft. Zwischen Rory und den Nebencharakteren entwickelt sich eine sehr schöne Beziehung die eben auch zeigt, wie wichtig es ist in brenzligen Lebenssituationen wahre Freunde zu haben.

Zum Ende hin wird die Geschichte durch einen spannenden Showdown abgerundet, wo ich ehrlicherweise wirklich mitgefiebert habe, wie Rory und ihre Freunde da jemals wieder aus der Situation herauskommen sollen. Und dann gab es leider auch wieder den unvermeidlichen Cliffhanger. Mittlerweile kommt ja kaum ein Buch, das Teil einer Serie ist, noch ohne aus.

Fazit

Mit Ausnahme von ein paar Kritikpunkten hinsichtlich der Vorhersehbarkeit war ich wirklich angetan von dem Buch und auch der Thematik. Ich finde das Buch sticht durchaus aus der Masse heraus und gehört nicht zu dem üblichen Jugendbücher Einheitsbrei. Das ganze Motiv mit Jack the Ripper, verpackt als Jugendthriller hat mir gut gefallen und ich werde definitiv den Folgeband lesen.

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