Dienstag, 27. Juni 2017

Rezension | "Paper Princess" von Erin Watt

Buchinformationen

Originaltitel: Paper Princess | Autor: Erin Watt | Verlag: Piper Verlag
Format: Paperback | Seiten: 384 Seiten | ISBN: 978-3-492-06071-4
Preis: 12,99€ [D]

Erschienen am 01. März 2017
________________________________

Paper Princess war für mich ein typischer Cover Kauf. Es hat mich einfach angezogen im Laden und ich musste es haben. Da ich New Adult Romane ja sowieso liebe, gab es auch kein wenn und aber. Zunächst hatte ich so meine Zweifel, dass mir das Buch gut gefallen würde, zumal man schnell merkt, dass die Geschichte an sich nichts Neues ist und auch nicht viel Tiefe mit sich bringt. Und trotzdem ist Paper Princess eines dieser Bücher, die einen fesseln, ohne dass man es merkt.

In der Geschichte geht es um die siebzahnjährige Ella Harper. Seit dem Tod ihrer Mutter kämpft sie sich ganz alleine durchs Leben und hält sich mit fragwürdigen Jobs in Stripclubs über Wasser. Ihren Vater hat sie nie kennengelernt und sie glaubt auch nicht, dass sich das jemals ändern wird. Ich empfand Ella sofort als eine starke junge Frau, die trotz ihrer schwierigen Lebenssituation einen kühlen Kopf bewahrt, und tut was sie kann, um sich durchs Leben zu kämpfen. Sie zerfließt nicht in Selbstmitleid, sondern legt selbst im Angesicht ihrer zwielichtigen Jobs einen gewissen Stolz an den Tag.

Bedingt durch ihre Erfahrungen legt Ella viel Skepsis gegenüber anderen Menschen an den Tag. Als dann plötzlich ein Mann namens Callum Royal in ihrer Schule auftaucht und sich als bester Freund und Kollege ihres Vaters vorstellt, verfällt Ella deshalb schnell in Abwehrhaltung. Aber wer würde das nicht? Und als sei das nicht schon genug, behauptet Callum auch noch, dass ihr Vater tot ist und er ihr Vormund sei.

Ich dachte mir nur: nein! Nein nein nein! Sowas gibt es nicht, so läuft das nicht. Gutaussehender und reicher Typ mittleren Alters taucht in der Schule auf um sie zu adoptieren oder so? An Ellas Stelle hätte ich sofort gedacht, dass das irgendein Typ aus ihren Nachtclubs ist, der definitiv nichts Gutes im Schilde führt. Aber zum Glück lässt Ella sich nicht so leicht überzeugen und geht zunächst auf Distanz.

Callum lässt allerdings nicht locker und sucht sie in einem der Nachtclubs auf, in denen sie tanzt. Er bietet ihr zehntausend Dollar an, für jeden Monat, den sie bei ihm bleibt und brav ihren Schulabschluss macht. Meiner Meinung nach macht ihn das nicht gerade vertrauenswürdiger. Doch dieses Mal erwägt Ella keine Fluchtversuche und gibt dem Ganzen eine Chance.

Callum nimmt sie mit zu seinem Flugunternehmen, welches er zusammen mit Ellas Vater Steve aufgebaut hat. Als sie jedoch seine Villa sieht, wird ihr das gesamte Ausmaß seines Reichtums erst bewusst. Ella fühlt sich natürlich total fehl am Platz. Sie kommt buchstäblich von der Straße und soll sich nun hier eingewöhnen?

Dass Callums Rolle als Vormund doch gar nicht so abwegig ist, zeigt sich, als er Ella seine fünf Söhne vorstellt. Elterliche Erfahrung hat er also allemal. Jedoch sind die Brüder sich mit ihrem Vater alles andere als grün und Ellas Anwesenheit macht die Situation keinesfalls leichter. Besonders Callums Sohn Reed scheint eine besondere Abneigung gegen sie zu hegen, auch wenn es keinen Grund dafür geben mag. Er dichtet Ella ein falsches Spiel an und versucht sie laufend einzuschüchtern und irgendwie loszuwerden.

Ab und zu ist es ganz lustig mitzuerleben, wie Ella und Reed gegenseitig ihren Kampf austragen, doch genauso oft denkt man sich, dass Reed einfach viel zu weit geht. Besonders als er sie mitten in der Nacht nach einer Party auf der Straße aussetzt.

Auch an ihrer neuen Schule fühlt Ella sich wie ein absoluter Außenseiter zwischen den ganzen reichen Tussis. Nur in Valerie findet sie eine bodenständige Freundin. Sie ist lustig, aufrichtig und für jeden Spaß zu haben. Ich glaube eine Freundin wie sie hätte jeder gerne.

Auch Callums Partnerin Brooke ist für Ella wie ein kleiner Lichtblick in der tristen Stimmung der Royal Villa. Doch hinter ihr steckt weit mehr, als man auf den ersten Blick zu denken vermag. Den Punkt habe ich in der Geschichte wirklich nicht kommen sehen, auch wenn es sich das ein oder andere Mal angedeutet hat.

Hätte ich den Klappentext vorher nicht gelesen, wäre ich auch nicht drauf vorbereitet gewesen, dass sich zwischen Ella und Reed eine gewisse Romantik entwickelt. Inmitten all der Boshaftigkeiten fängt es plötzlich an, zwischen den beiden zu knistern. Für mich war es nicht so richtig greifbar, da es einfach keinen Grund dafür gab, dass Ella sich von Reed angezogen fühlt. Doch nach und nach beginnt man seinen Spaß daran zu finden beim Lesen.

Ich selber hätte ja wahrscheinlich eher Gefallen an Easton gefunden. Er ist von seinen Manieren her zwar kein bisschen besser als Reed, jedoch um einiges witziger als sein Bruder. Es hat mich somit auch nicht gewundert, als Ella und Easton sich früher oder später auf ihre eigene Art und Weise annähern.

Insgesamt ist „Paper Princess“ ein New Adult Roman, der zwar eine typische „Sofort-Romanze“ hat, jedoch beim Lesen ein absoluter Pageturner ist. Man kann das Buch in einem Rutsch weglesen und es wird keine Sekunde langweilig. Man hat es mit Intrigen unter der High Society Jugend zu tun, eine zerrüttete Familie und viele spannende Charaktere. Ella ist zudem eine Protagonistin die die Geschichte lebhaft und interessant gestaltet, sodass man zwischendurch nicht das Bedürfnis bekommt, das Buch wegzulegen. Ich glaube, dass jeder, der New Adult Romane mag, dieses Buch lieben wird.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen