Sonntag, 20. August 2017

Rezension | "Aquila" von Ursula Poznanski

Buchinformationen

Originaltitel: - | Autor: Ursula Poznanski | Verlag: Loewe Verlag
Format: Klappenbroschur | Seiten: 432 Seiten | ISBN: 978-3-7855-8613-6
Format: E-Book | Seiten: 448 Seiten | ISBN: 978-3-7320-1107-0
Preis Klappenbroschur: 16,95€ [D] | Preis E-Book: 12,99 [D]

Erschienen am 14. August 2017
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Aquila wurde mir vom Loewe Verlag als E-Book Leseexemplar zugeschickt. Da ich die vorherigen Jugendromane von Ursula Poznanski auch alle gelesen habe, war ich natürlich neugierig auf das neuste Buch aus ihrer Feder. Ich bin tatsächlich mit sehr hohen Erwartungen an das Buch herangegangen, da ich bei jedem Poznanski Buch immer daran zurückdenke, wie sehr mir Erebos gefallen hatte.

Die Geschichte beginnt mit einer sehr verwirrten Nika. Sie wacht an einem Dienstagmorgen auf und weiß zunächst nicht wo sie ist, und was passiert ist. Auch als Leser kann man die Situation schwer einordnen. Alles was Nika bei sich findet ist ein Zettel mit seltsamen Notizen. Als sie merkt, dass sie sich in ihrer WG befindet, schaut sie sich um und findet eine erschreckende Nachricht am Badezimmer Spiegel: „Letzte Chance“.

Die Handlung ist danach aufgebaut wie ein Puzzle. Nika findet heraus, dass sämtliche Erinnerung seit der Party Samstagnacht aus ihrem Gedächtnis verschwunden sind, jedoch ohne einen Hinweis, was währenddessen geschehen ist. Außerdem wundert sie sich, wo ihre Mitbewohnerin Jenny abgeblieben ist. Ihr Pass und ihr Handy sind ebenfalls verschwunden. Es wirkt zunächst so, als ob zwischen all dem kein Zusammenhang besteht.

Plötzlich taucht Lennard, der Freund ihrer Mitbewohnerin Jenny, auf und wundert sich, dass Nika sich an nichts erinnern kann. Am Samstag soll es zwischen ihr und Jenny schließlich extrem gekracht haben. Mehr kann er ihr aber leider auch nicht sagen und so bleibt Nika weiterhin im Ungewissen. Als jedoch nachts unerwartet ein Fremder bei ihr in der WG auftaucht, weiß sie, dass etwas nicht stimmen kann. Sie wendet sich nochmal ihren verworrenen Notizen zu und findet heraus, dass diese Hinweise beinhalten, was sie in den letzten Tagen erlebt hat.

Von da an muss man wirklich aufpassen, dass man nichts überliest. Denn sonst ist es extrem schwer, die weitere Handlung nachvollziehen zu können. Jedes kleinste Detail baut aufeinander auf und ich fand es echt spannend, wie sich die mysteriöse Situation nach und nach aufklärt, aber gleichzeitig auch für Nika verschlimmert. Von dieser Seite her erfüllt das Buch alle Anforderungen, die ich an einen Jugend Thriller habe.

Was mir nicht so gut gefallen hat, waren die Charaktere. Ich konnte mich leider überhaupt in diese hineinversetzen oder eine Bindung zu ihnen aufbauen. Das hat es mir teilweise auch schwer gemacht, der Geschichte aufmerksam zu folgen. Dabei beinhaltet das Buch viele interessante Personen, die durch diese Distanz jedoch allesamt wie unwichtige Nebencharaktere erscheinen. Das Interesse geht so bei mir schnell verloren, auch wenn die Handlung eigentlich spannend ist.

Wenn ich nun so an die anderen Poznanski Jugendbücher denke, fällt einem ein gewisses Schema im Schreibstil auf. Ich finde, dass „Aquila“ sich sehr ähnlich wie „Layers“ oder „Elanus“ gelesen hat. Geradezu als ob diese Bücher einen Zusammenhang haben bzw. eine Reihe darstellen sollen. Diesen Wiederkennungseffekt kenne ich sonst normalerweise nur von Trilogien oder anderen Mehrteilern. Die Schauplätze und Atmosphäre werden stets sehr detailliert beschrieben, während die Charaktere immer sehr distanziert behandelt werden. Insgesamt empfinde ich den Schreibstil immer als sehr schwer, wodurch viel Konzentration beim Lesen gefragt ist. Das ist auch der Grund warum ich an Poznanski Romanen im Durschnitt länger brauche, als bei vergleichbaren Büchern.

Die Auflösung des Rätsels war letzten Endes sehr raffiniert und bewundere die Autorin sehr dafür, wie sie es geschafft hat, sämtliche Fäden logisch zusammenlaufen zu lassen. Ich kann nur spekulieren, wie viele Mindmaps sie sich gemacht haben muss, um ja kein Detail auszulassen oder zu vergessen. Man ist schockiert und hätte mit vielen gerechnet, aber nicht damit. Am Ende macht alles jedoch Sinn.

Insgesamt empfand ich auch dieses Poznanski Buch wieder als sehr interessant und spannend. Die Zusammenhänge sind intelligent miteinander verknüpft und die Atmosphäre hat dem Thriller Genre alle Ehre gemacht. Die größte Schwäche des Buches sind definitiv die Charaktere, an denen viel Potential verloren geht. Da die Poznanski Romane sich stets von anderen Büchern abgrenzen und einzigartig sind, werde ich aber definitiv auch wieder zu dem nächsten Buch aus ihrer Feder greifen.

Kommentare:

  1. Huhu!

    Habe gerade deinen schönen Blog entdeckt und gleich mal beschlossen als Leserin da zu bleiben:) Mir gefallen deine ausführlichen Rezis und die Abwechslung in den Posts. Ich schau auf jeden Fall gerne öfter vorbei - sofern es die Zeit erlaubt ;) Wenn du magst, kannst du mich ja auch gerne mal besuchen :D
    Auf dieses Buch bin ich wahnsinnig gespannt, aber bisher hat mir leider noch die Zeit zum Lesen dafür gefehlt... Aber im September!

    Bis dann, lg,
    Claudia :)
    www.claudiasbuecherhoehle.blogspot.de

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    1. Hallo Claudia,
      vielen Dank für deinen lieben Kommentar :-) Ich drücke dir die Daumen, dass du es noch schaffst, das Buch zu lesen.

      LG

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