Freitag, 22. September 2017

Rezension | "Paper Palace" von Erin Watt

Buchinformationen

Originaltitel: Twisted Palace | Autor: Erin Watt | Verlag: Piper Verlag
Format: Klappenbroschur | Seiten: 416 Seiten | ISBN: 978-3-492-06073-8
Preis: 12,99€ [D]

Erschienen am 02. Mai 2017
________________________________

Reiheninformation

Band 1: Paper Princess | Band 2: Paper Prince | Band 3: Paper Palace
Band 4: Paper Passion (erscheint am 02.11.2017)
Band 5: Paper Paradise (erscheint am 01.02.2018)
Band 6: Paper Party (erscheint am 01.03.2018)
________________________________

Und weiter geht es mit der Paper Reihe. Die ersten beiden Bände haben es mir ja sehr angetan und nach dem großen Cliffhanger aus dem zweiten Teil, musste ich so schnell wie möglich die Fortsetzung Paper Palace lesen. Tatsächlich unterscheidet sich Paper Palace aber sehr von seinen Vorgängern und hat in mir eher gemischte Gefühle geweckt.

Der dritte Band hat zwei Handlungsstränge. Zum einen geht es um den Mord an Brooke und zweitens um Steves unerwartete Rückkehr. Beides wirft eine Menge Rätsel auf, nicht nur für den Leser. Reed gilt immer noch als Hauptverdächtiger in Brookes Mordfall und ein Ausweg scheint nicht in Sicht. Es existieren unwiderlegbare Beweise für seine Schuld.

Währenddessen wird auch Ellas Leben ordentlich auf den Kopf gestellt. Ihre Zukunft mit Reed erscheint immer ungewisser, nicht zuletzt weil ihr Vater Steve mit ihrer Beziehung nicht einverstanden ist. Überhaupt scheint er Ella nach seiner Rückkehr vollkommen für sich vereinnahmen zu wollen und den Kontakt zu den Royals nicht zu billigen. Man fragt sich nur: warum?

Generell ist Steves plötzliches Auftauchen eher merkwürdig als glaubhaft. Angeblich wurde er nach seinem Absturz an einer Insel angespült und die Einheimischen haben sich um ihn gekümmert, bis er wieder zurückkehren kann. Für mich klingt das doch sehr weit hergeholt. Schade finde ich, dass wir im Laufe des Buches nichts Näheres darüber erfahren und uns mit Steves Geschichte einfach abfinden müssen.

Ella hingegen scheint sich mit gar nichts so recht abzufinden, was Steve betrifft. Er versucht sich ihr hartnäckig als Vater aufzudrängen und das Versäumte so schnell wie möglich nachholen zu wollen. Ella, die elterliche Autorität nie kannte, fühlt sich dadurch natürlich extrem bedrängt und in ihrer Freiheit eingeschränkt. Besonders ihre Beziehung zu Reed hat stark darunter zu leiden, da Steve die Beiden mit aller Macht auseinander bringen will. Auch als Leser entwickelt man eine richtige Abneigung ihm gegenüber und man wird das Gefühl nicht los, dass irgendwas mit ihm faul ist.

Auch mit Reeds Verwicklung in Brookes Mordfall scheint irgendwas nicht mit richtigen Dingen zuzugehen. Ich glaube kaum einer kann sich vorstellen, dass Reed sie wirklich umgebracht hat. Klar, er ist aggressiv und impulsiv, aber für einen Mord hat er zu viel Köpfchen. Auch Ella ist überzeugt von Reeds Unschuld und stellt eigene Ermittlungen an. Ich glaube die Geschichte hat viel Potenzial verschenkt, indem man sich zu wenig auf den Krimi Aspekt konzentriert hat. Stattdessen wirkte Reeds drohende Haftstrafe viel zu unwichtig, um überhaupt Gefühle darin zu investieren. Ich hätte viel mehr Verzweiflung seitens der Protagonisten erwartet, aber stattdessen wirkte es eher so, als ob Reed einfach nur ein langer Besuch bei einem unliebsamen Verwandten bevorsteht. So wurde leider auch einiges an Spannung und Atmosphäre verschenkt, die für den Handlungsverlauf aber sehr wichtig gewesen wären. Ein Handlungsstrang dümpelt nach dem anderen vor sich hin und die Lesemotivation hielt sich bei mir relativ in Grenzen.

Auch die Beziehung zwischen Ella und Reed hat mir nicht dieses wohlige Gefühl gegeben, welches ich von den ersten zwei Bänden gewohnt bin. Man hat das Gefühl, dass die Beiden an einem Punkt sind, an dem nichts mehr kommt. Die Beziehung entwickelt sich nicht weiter und gerade während Reeds Prozess hätte man wirklich mehr daraus machen können. Ich hätte mir gewünscht, dass die Beiden mehr zusammenwachsen und erkennen, was für ein starkes Team sie sein können, auch ohne die Unterstützung von Callum. Auch hier wurde meiner Meinung nach viel Potenzial verschenkt.

Gut gefallen hat mir hingegen der gewohnt leichte Schreibstil, der für die Paper Reihe auch eine Art Wiedererkennungseffekt darstellt. Man muss sich nicht stark konzentrieren und kann sich einfach entspannt zurücklehnen beim Lesen. Außerdem konnten wir Nebencharaktere wie Dinah und Jordan mal aus einem ganz anderen Blickwinkel erleben und mehr über dessen Persönlichkeit erfahren. Ich finde sowas gibt einem Roman immer ein wenig an Tiefe, da eine Geschichte eben nicht nur durch die Hauptcharaktere gesteuert wird.

Die letzten Kapitel des Buches haben mir, verglichen mit dem Rest, sehr gut gefallen. Die Handlung hat an Tempo zugelegt und der Showdown am Ende war genau das, was ich die ganzen vorherigen Kapitel hindurch vermisst habe. Ich finde jedoch, man hätte das Ende über ein paar mehr Seiten strecken können, da es sehr schnell vorüber war und sehr gehetzt wirkte.

Und auch wenn ich mit dem dritten Band der Paper Reihe nicht über alle Maßen zufrieden bin, ist es dennoch schade, dass die Handlung aus Ellas Sicht nun vorbei ist. Ich fand ihre Geschichte wirklich unterhaltsam und schön. Es hat mir einfach sehr gefallen zu sehen, wie sie sich im Laufe der Geschichte immer weiterentwickelt hat und mit den Royals zu einer richtigen Familie zusammengewachsen ist. Umso gespannter bin ich nun natürlich auf die Spin-Off Romane, die einen Einblick in das Liebesleben der anderen Royal Brüder gewähren sollen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen